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Aktualisiert: vor 8 Stunden 11 Minuten

Gesammelte Brocken (198)

So, 02/25/2018 - 00:01

Ist dein Leben voll oder sinnvoll?

Niemand, der zu stolz ist, unendlich und ewig in Gottes Schuld zu stehen, kann je Christ werden. (James S. Stewart)

Wenn wir Gott rechtfertigen, indem wir seine Erlöser-Weisheit akzeptieren, dann rechtfertigt er uns von unseren Sünden (vgl. Lk 7,53; Röm 5,1).

Der Tod ist kein hoffnungsloser Fall.

Vielleicht sind wir der Ewigkeit näher als dem morgigen Tag.

Altersvorsorge zu betreiben ist eine komplizierte Angelegenheit. Bei der Ewigkeitsvorsorge sieht das anders aus. Sich zu bekehren ist viel einfacher, als richtig zu riestern.

Eine unendliche Person hat ein unendliches Werk vollbracht, um uns vor einer unendlichen Strafe zu bewahren.

Der größte Sieg

Sa, 02/24/2018 - 00:01

Bibelstellen: Johannes 19,30

Der Herr Jesus ist der Sieger von Golgatha. Er hat das große und schwere Erlösungswerk vollbracht. Dafür gab Er alles auf, was Er hatte. Wie ein Kaufmann, der schöne Perlen sucht, verkaufte Er alles, was Er hatte, um diese eine sehr kostbare Perle zu besitzen (Mt 13,45.46). Er wurde arm, damit wir durch seine Armut reich würden (2. Kor 8,9). Er machte sich selbst zu nichts, um uns alles zu schenken (Phil 2,7). Er, der es nicht für einen Raub achtete, Gott gleich zu sein, denn Er war „Gott, gepriesen in Ewigkeit“, nahm um unsretwillen Knechtsgestalt an und wurde wahrer Mensch, der in Demut und Sanftmut über diese Erde ging (Phil 2,6.7; Röm 9,5). Der Gebieter wurde gehorsamer Knecht, der allezeit den Willen seines Gottes und Vaters erfüllte (Joh 8,29).

Aber damit nicht genug: Er, der alle Macht hatte, wurde in Schwachheit gekreuzigt (2. Kor 13,4). Er, der das Licht ist und alles erleuchtet, wurde am Kreuz von tiefster Finsternis umhüllt (Mt 27,45; Mk 15,33). Er, der keine Sünde kannte, wurde in den drei finsteren Stunden zur Sünde gemacht (2. Kor 5,21). Ja, derjenige, der das Leben war und ist, ging in den Tod, um Leben und Unverweslichkeit ans Licht zu bringen (2. Tim 1,10). Er kam aus den höchsten Höhen und stieg in die tiefsten Tiefen, um Gott unendlich zu verherrlichen und uns Menschen zu erlösen (Ps 88,7). Er gab nicht nur alles, was Er hatte, sondern Er gab sich selbst.

Aber gerade da, wo der Herr so unsagbar litt und starb, errang Er den größten Sieg. Was wie eine schmähliche Niederlage aussah, war in Wirklichkeit ein ewiger Sieg, auf den sich alle Segnungen der neuen Schöpfung gründen. Von diesem gewaltigen Sieg legte Er selbst Zeugnis ab, als Er am Kreuz ausrief: „Es ist vollbracht!“ (Joh 19,30). Aber auch Gott selbst legte Zeugnis davon ab, als der Vorhang des Tempels von oben bis unten in zwei Stücke zerriss (Mt 27,51; Mk 15,38). Aber den deutlichsten Beweis seines ein für alle Mal errungenen Sieges sehen wir darin, dass Gott Ihn aus den Toten auferweckt und Ihm den Ehrenplatz zu seiner Rechten gegeben hat (Apg 2,24.32; 5,30; 17,31; Eph 1,20.21). Dort sehen wir Ihn nun zur Rechten der Majestät in der Höhe sitzen, mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt (Heb 1,3; 2,9). Und bald wird die ganze Welt von seinem herrlichen Sieg erfahren, wenn Er in Macht und großer Herrlichkeit wiederkommen wird, um auf dieser Erde sein ewiges Reich aufzurichten (vgl. Off 1,7). Dann wird Dem, der sich so tief herabließ und sich selbst gab, alle Ehre werden, die Ihm gebührt.

Daniel Melui

Gesammelte Brocken (197)

Fr, 02/23/2018 - 00:01

„Ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, da er reich war, um euretwillen arm wurde, damit ihr durch seine Armut reich würdet“ (2. Kor 9,8). Arm zu sein ist wahrscheinlich nicht so schwer, wie reich gewesen zu sein. Wenn man mal einen Lebensstandard gewöhnt ist, ist es sehr schwer, ein paar Stufen nach unten zu steigen. Aber was hat Christus getan? Er hat die unvergleichliche Herrlichkeit und die Großartigkeit des Himmels verlassen und wurde ein armer Mensch.

„Gott aber sprach zu ihm: Du Tor! In dieser Nacht fordert man deine Seele von dir; was du aber bereitet hast, für wen wird es sein?“ (Lk 12).  Kurz vor seinem Tod zeigte Steve Jobs einem anderen Computer-Genie, Bill Gates, die Pläne für seine Luxusyacht. Es war klar, dass Jobs die Yacht nicht betreten würde, aber beide redeten so, als würde es den harten Schnitt des Todes nie geben. Und wie viele handeln ähnlich! Doch wir sollen den Tod nicht verdrängen, sondern lieber die Entscheidung für das ewige Leben treffen.

In dem Buch The Decline and Fall of the Roman Empire schreibt Edward Gibbon, dass in den letzten Tagen des Römischen Reiches folgende Haltung zu finden war: Die Leute erachteten alle Religionen für gleich wahr; die Philosophen meinten, die Religionen seien gleich falsch und die Politiker betrachteten alle Religionen als gleich nützlich. Das ist die Meinung einer untergehenden Kultur …

Viele Menschen kennen Spiel mir das Lied vom Tod, aber wie viele kennen das neue Lied und das Gebet zum Gott ihres Lebens? „Am Tag wird der HERR seine Güte entbieten, und bei Nacht wird sein Lied bei mir sein, ein Gebet zu dem Gott meines Lebens“ (Psalm 42,9).

Gesammelte Brocken (196)

Do, 02/22/2018 - 00:01

„Belebe dein Werk inmitten der Jahre“ (Habakuk 3,2). Wir beten oft dafür, dass Gott unser Werk belebt und segnet. Sollten wir nicht mehr dafür beten, dass Gott SEIN Werk belebt (unabhängig davon, durch wen er es tut)?

Ein Stein ist für eine Wand da. Eine Wand ist für ein Haus da. Ein Haus ist ist für einen Menschen da. Der Mensch ist für … da? Ja, für Gott! Die Frage nach dem Sinn ist die Frage nach dem Höheren. Ohne Gott bleibt unser Dasein sinnlos.

Sehr schlecht ergeht es einem, wenn man für einen anderen Bürge geworden ist (Sprüche 11,15). Christus „erging es schlecht“ am Kreuz, weil er unser Bürge wurde!

Mit den Augen sieht man die sichtbaren Dinge der Welt, mit dem Glaube sieht man die unsichtbaren Dinge. „Der Glaube ist eine Überzeugung von Dingen, die man nicht sieht.“

Es gibt kaum etwas, was das Herz mehr verhärtet als das gewohnheitsmäßige Bekennen der Schuld vor anderen, ohne das Böse wirklich zu empfinden und zu verurteilen.

Abhängigkeit im Leben Jesu (70)

Di, 02/20/2018 - 00:01

Bibelstellen: Lukas 23,46

Sieg durch den Tod

„Vater, in deine Hände übergebe ich meinen Geist!“ (Lk 23,46).

Die Geburt, das Leben und das Sterben Jesu waren einzigartig! Lukas teilt uns die ersten Worte mit, die aus dem Leben Jesu berichtet werden: „Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist?“ (Lk 2,49). Der gleiche Evangelist hat auch die letzten Worte Jesu vor seinem Sterben aufgeschrieben: „Vater, in deine Hände übergebe ich meinen Geist.“ Christus ruhte nicht, bis Er das, was Er als zwölfjähriger Junge „ankündigte“, vollständig erfüllt hatte.

Seit mehr als zwölf Stunden befand der Sohn Gottes sich inzwischen in den Händen der Menschen, in die Er sich freiwillig begeben hatte. Seinen Jüngern hatte Er schon früher mitgeteilt, dass Er in die Hände von Sündern überliefert werden würde (Mt 26,45). Es waren die grausamen Hände von Gesetzlosen, die Ihn schließlich ans Kreuz schlugen (Apg 2,33). Doch nachdem das alles vorüber war, war jetzt der Zeitpunkt gekommen, wo Er seinen Geist den treuen Händen seines Vaters übergab. Was für ein Kontrast!

Die drei Stunden der Finsternis waren vorüber. Doch eine „Rechnung stand noch offen“: „Der Lohn der Sünde ist der Tod“ (Röm 6,23). Christus musste sterben! Daran ging kein Weg vorbei. Um den zu besiegen, der die Menschen durch die Macht des Todes in Angst und Schrecken versetzte, musste Er selbst in den Tod gehen (Heb 2,14). Deshalb gab er sein Leben.

Was ist das Ergebnis? Durch seinen Tod ist für die Gläubigen der Tod das Eingangstor zum Paradies geworden!

Hast du Angst vor dem Tod oder kannst du im Glauben mit Paulus sagen: „Das Leben ist für mich Christus, und das Sterben Gewinn“ (Phil 1,21)? Bist du dir darüber bewusst, dass unter dir zu jeder Zeit ewige Arme sind (5. Mo 33,27)?

Jan Philip Svetlik

Abhängigkeit im Leben Jesu (69)

Di, 02/20/2018 - 00:01

Bibelstellen: Lukas 23,46

Sieg durch den Tod

„Vater, in deine Hände übergebe ich meinen Geist!“ (Lk 23,46).

Die Geburt, das Leben und das Sterben Jesu waren einzigartig! Lukas teilt uns die ersten Worte mit, die aus dem Leben Jesu berichtet werden: „Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist?“ (Lk 2,49). Der gleiche Evangelist hat auch die letzten Worte Jesu vor seinem Sterben aufgeschrieben: „Vater, in deine Hände übergebe ich meinen Geist.“ Christus ruhte nicht, bis Er das, was Er als zwölfjähriger Junge „ankündigte“, vollständig erfüllt hatte.

Seit mehr als zwölf Stunden befand der Sohn Gottes sich inzwischen in den Händen der Menschen, in die Er sich freiwillig begeben hatte. Seinen Jüngern hatte Er schon früher mitgeteilt, dass Er in die Hände von Sündern überliefert werden würde (Mt 26,45). Es waren die grausamen Hände von Gesetzlosen, die Ihn schließlich ans Kreuz schlugen (Apg 2,33). Doch nachdem das alles vorüber war, war jetzt der Zeitpunkt gekommen, wo Er seinen Geist den treuen Händen seines Vaters übergab. Was für ein Kontrast!

Die drei Stunden der Finsternis waren vorüber. Doch eine „Rechnung stand noch offen“: „Der Lohn der Sünde ist der Tod“ (Röm 6,23). Christus musste sterben! Daran ging kein Weg vorbei. Um den zu besiegen, der die Menschen durch die Macht des Todes in Angst und Schrecken versetzte, musste Er selbst in den Tod gehen (Heb 2,14). Deshalb hauchte Er sein Leben aus.

Was ist das Ergebnis? Durch seinen Tod ist für die Gläubigen der Tod das Eingangstor zum Paradies geworden!

Hast du Angst vor dem Tod oder kannst du im Glauben mit Paulus sagen: „Das Leben ist für mich Christus, und das Sterben Gewinn“ (Phil 1,21)? Bist du dir darüber bewusst, dass unter dir zu jeder Zeit ewige Arme sind (5. Mo 33,27)?

Jan Philip Svetlik

Dienen und erwarten

Mo, 02/19/2018 - 00:01

Bibelstellen: 1. Thessalonicher 1,9.10

Wem dienen wir? Wen erwarten wir?

Dienen und Erwarten sind zwei Eckpfeiler im Leben des Christen. Obwohl noch jung im Glauben, waren die Thessalonicher gerade durch diese zwei Tätigkeiten gekennzeichnet: Sie hatten sich von den Götzenbildern zu Gott bekehrt, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen und seinen Sohn aus den Himmeln zu erwarten (1. Thes 1,9.10).

Während der Christ seinem Dienst nachgeht, erwartet er täglich seinen Herrn. Und während er täglich seinen Herrn erwartet, geht er seinem Dienst nach. Martin Luther hat diese Haltung einmal auf den Punkt gebracht, als er sagte: „Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.“

Dem lebendigen und wahren Gott dienen

Die Thessalonicher hatten sich von den toten und falschen Göttern abgewandt, um fortan dem lebendigen und wahren Gott zu dienen. Wie die Thessalonicher damals, so sind auch wir heute dazu berufen, Gott zu dienen. Unser ganzes Leben soll ein Gott wohlgefälliger Dienst sein (vgl. Röm 12,1).

Das Bewusstsein davon, wem wir dienen, nämlich dem lebendigen und wahren Gott, wird uns in unserem Dienst immer wieder anspornen und motivieren. Gibt es eine höhere Aufgabe, als dem lebendigen und wahren Gott zu dienen?

Seinen Sohn aus den Himmeln erwarten

Der Dienst für den Herrn ist das eine, die lebendige Erwartung des Herrn das andere, das uns als Christen kennzeichnen soll. Wie die Thessalonicher damals, so sollen auch wir Gottes Sohn täglich aus den Himmeln erwarten. Das Bewusstsein davon, wen wir erwarten, nämlich den Sohn Gottes, erhält unsere Erwartung lebendig.

Bevor der Herr Jesus die Erde verließ, hat er verheißen wiederzukommen (vgl. Joh 14,3). Sein Kommen ist heute näher denn je. Doch allein darum zu wissen, reicht nicht aus. Erwartest du täglich die Ankunft deines Herrn?

Daniel Melui

Abhängigkeit im Leben Jesu (68)

So, 02/18/2018 - 00:01

Bibelstellen: Psalm 22,2

Unerschütterliches Vertrauen

„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, bist fern von meiner Rettung, den Worten meines Gestöhns?“ (Ps 22,2).

Von Kindheit an hatte der Herr Jesus unter den Menschen gelitten. Die Versuchungen Satans, denen Er besonders zu Beginn seines öffentlichen Dienstes ausgesetzt war, fügten Ihm weitere Leiden hinzu. Doch all das kann nicht mit den drei Stunden der Finsternis verglichen werden, wo Er, der Heilige, mit unzähligen Sünden beladen, in die Hände des lebendigen Gottes fiel.

Worauf sind in diesen schrecklichen Momenten seine Gedanken gerichtet? Er betet: „Doch du bist heilig, der du wohnst unter den Lobgesängen Israels“ (Ps 22,3). Nicht ein einziger rebellischer Gedanke kommt bei Ihm zum Vorschein. Im Gegenteil: Er erkennt die Heiligkeit Gottes an und rechtfertigt Ihn für seinen Zorn über die Sünde. Er leidet, damit die Heiligkeit Gottes verherrlicht wird und damit sein Volk Ihm Loblieder singen kann!

Von der Krippe bis zum Kreuz war der Sohn des Menschen auf Gott geworfen (vgl. Ps 22,10). Er vertraute Ihm in seinem Leben, im Blick auf seine Auferstehung und sogar während der drei Stunden der Finsternis! In den ersten drei Stunden am Kreuz riefen seine Feinde: „Er vertraute auf Gott, der rette ihn jetzt, wenn er ihn begehrt“ (Mt 27,43). Doch obwohl es in diesen Augenblicken keine Rettung gab, vertraute Er weiter und sagt: Auf dich bin ich geworfen von Mutterschoß an, von meiner Mutter Leib an bist du mein Gott (Ps 22,10)! Sein Glaube war wie eine brennende Fackel, die besonders in dieser Finsternis wunderbar leuchtete.

Hast du den Herrn Jesus schon einmal für seinen Glauben bewundert und angebetet? Vertraust du auch in deiner Not, die geringer als seine ist, darauf, dass der Anführer und Vollender des Glaubens dich bald ans Ziel bringen wird? Singst du als Antwort auf Golgatha Loblieder für Gott?

„Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobsangen Gott“ (Apg 26,25).

Jan Philip Svetlik

Weigerung, Wahl, Wertung ...

Sa, 02/17/2018 - 00:01

Bibelstellen: Hebräer 11,24-26

„Durch Glauben weigerte sich Mose, als er groß geworden war, ein Sohn der Tochter des Pharaos zu heißen, und wählte lieber, mit dem Volk Gottes Ungemach zu leiden, als den zeitlichen Genuss der Sünde zu haben, indem er die Schmach des Christus für größeren Reichtum hielt als die Schätze Ägyptens; denn er schaute auf die BelohnungDurch Glauben verließ er Ägypten und fürchtete die Wut des Königs nicht; denn er hielt standhaft aus, als sähe er den Unsichtbaren. Durch Glauben hat er das Passah gefeiert und die Besprengung des Blutes, damit der Verderber der Erstgeburt sie nicht antaste“ (Heb 11,24–28).

Diese Verse aus Hebräer 11 zeigen das bemerkenswerte Verhalten von Mose im Blick auf Ägypten:

Die Weigerung Moses: Er weigerte sich, ein Sohn der Tochter des Pharao zu heißen. Er wollte nicht Teil eines gottlosen Systems werden, in dem es um Spaß und Reichtum ging.

Die Wahl Moses: Er wählte das Volk Gottes und dessen Ungemach. Er liebte das Volk Gottes und wollte sich mit ihm verbinden.

Die Wertung Moses: Er hielt die Schmach, sich mit Gottes Volk einzumachen (was Christus völlig ausgelebt hat), für einen größeren Reichtum als die Schätze Ägyptens.

Der Weitblick Moses: Diese Wertung konnte er vornehmen, weil er einen Weitblick hatte: Er schaute auf die göttliche Belohnung.

Der Weggang Moses: Weil er mit Ägypten innerlich gebrochen hatte, konnte er Ägypten im Gottvertrauen auch getrost verlassen.

Gerrid Setzer

Abhängigkeit im Leben Jesu (67)

Fr, 02/16/2018 - 00:01

Bibelstellen: Matthäus 27,46

Die Macht der Liebe

„Um die neunte Stunde aber schrie Jesus auf mit lauter Stimme und sagte: Eli, Eli, lama sabachthani?, das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mt 27,46).

Die Kreuzigung des Herrn der Herrlichkeit war mit Abstand das außergewöhnlichste Ereignis, das es jemals hier auf der Erde gegeben hat. Auch der Schrei „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ ist in einem gewissen Sinn einzigartig in der Menschheitsgeschichte. David schreibt: „Ich war jung und bin auch alt geworden, und nie sah ich den Gerechten verlassen“ (Ps 37,25). Doch ca. 1000 Jahre später geschah es: Der Gerechte wurde von Gott verlassen – und das wegen meiner und deiner Sünden! „Denn es hat ja Christus einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten …, der selbst unsere Sünden an seinem Leib auf dem Holz getragen hat“ (1. Pet 3,18; 2,24).

Von Bethlehem bis Golatha lebte Er ein perfektes Leben zur Ehre Gottes. Als Er zu Beginn seines öffentlichen Dienstes betete, öffnete sich der Himmel und Gott bezeugte öffentlich sein Wohlgefallen an Ihm. Doch jetzt, als Er von der Erde erhöht am Fluchholz hing, blieb der Himmel trotz seines Rufens verschlossen. Den Juden hatte Er mit Frieden im Herzen gesagt: „Und der mich gesandt hat, ist mit mir; er hat mich nicht allein gelassen“ (Joh 8,29). Aber jetzt schreit Er unter schrecklichen Qualen und fragt: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Auf diese gewaltige Frage antwortet das Herz des Gläubigen: „Um meinetwillen!“ Es gibt wahrscheinlich nichts, was die Seele so sehr heiligt, wie die Betrachtung dieser Szene auf Golgatha. Was hielt den Sohn Gottes dort am Kreuz? Die Liebe zu seinem Vater und die Liebe zu uns! Seinen Jüngern hatte Er gesagt: „Damit die Welt erkenne, dass ich den Vater liebe und so tue, wie mir der Vater geboten hat“ (Joh 14,31). Und jedes Kind Gottes kann hinzufügen: „Der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat“ (Gal 2,20). Salomon schreibt: „Große Wasser vermögen nicht die Liebe auszulöschen, und Ströme überfluten sie nicht“ (Hld 8,7).

Ich bete an die Macht der Liebe,
die sich in Jesus offenbart;
ich geb mich hin dem freien Triebe,
wodurch ich Wurm geliebet ward.

Wann hast du den Sohn Gottes das letzte Mal für diese Liebe angebetet? Was geschieht in deinem Herzen wenn du über die drei Stunden der Finsternis nachdenkst? Gibt dein Leben Ihm eine Antwort auf diese Liebe?

Jan Philip Svetlik

Gesammelte Brocken (195)

Do, 02/15/2018 - 00:01

Durch die Liebe Christi wurde unsere Sündenschuld getilgt und unsere Liebesschuld erhöht. – Wir sollen niemand etwas schuldig sein, als nur einander zu lieben.

Ich habe herausgefunden, dass in jeder großen Arbeit Gottes drei verschiedene Stadien erkennbar sind: Zuerst ist es unmöglich, dann ist es schwierig, dann ist es passiert. (Hudson Taylor)

Gott ist bereit, uns alles zu geben, was wir nötig haben, wenn wir es nötig haben. (Hudson Taylor)

Es ist im Allgemeinen so, dass der Mensch von anderen mindestens das fordert, was er selbst gibt. Das sollte in einer Ehe aber nicht der Grundsatz sein. Männer sollen bei ihren Frauen in der Erkenntnis wohnen, dass sie schwächere Gefäße sind.

Long standing problem? Typ kneeling.

Weltlichkeit beginnt immer 1% unter unserem Niveau, nicht wahr?

Wir können in uns selbst nichts, darum ist jede Hilfe, die wir von Gott empfangen, Gnade.

Abhängigkeit im Leben Jesu (66)

Mi, 02/14/2018 - 00:01

Bibelstellen: Lukas 23,34

„Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ (Lk 23,34).

Als der Herr Jesus am Kreuz hing, konnten (wenn man von seiner Allmacht absieht) seine durchbohrten Hände den Kranken nicht mehr dienen. Seine mit Nägeln durchtriebenen Füße waren nicht mehr in der Lage, Städte und Dörfer zu durchziehen, um das Evangelium des Reiches zu verkündigen. Auch seine Jünger, die inzwischen alle geflohen waren, konnte Er jetzt nicht mehr belehren.

Gab es denn in diesen schrecklichen Stunden gar nichts, was Er noch tun konnte, um für die Menschen zum Segen zu sein? Doch, Er konnte beten – und genau das tat Er! Als Er dort zwischen Himmel und Erde hing, hat Er „für die Übertreter Fürbitte getan“ (Jes 53,12). Eine wichtige Lektion für jeden von uns!

Das Vorbild des Herrn Jesus macht außerdem Mut, für Menschen zu beten, bei denen es menschlich gesprochen unmöglich scheint, dass sie noch gerettet werden können. Wer von uns hätte in dieser Situation mit Glauben für diese Mörder gebetet? Aber führte nicht genau dieses Gebet des Sohnes Gottes mit dazu, dass sich ca. fünfzig Tage später 3000 Seelen auf einen Schlag bekehrten?

Wer betete für den größten der Sünder, der die Versammlung Gottes bis aufs Blut verfolgte, die Gläubigen in Gefängnisse werfen ließ und die Jünger dazu zwang, den Namen ihres Meisters zu lästern? Stephanus! Wie antwortete Gott darauf? Er machte aus dem früheren Lästerer, Verfolger und Gewalttäter (1. Tim 1,13) einen Diener des Evangeliums und der Versammlung Gottes (Kol 1,23.25). Die Gnade Gottes befähigte Ihn, vierzehn Briefe des Neuen Testaments zu schreiben und mehr zu arbeiten als alle anderen Apostel (1. Kor 15,10)!

Bist du im Moment wegen Krankheit oder anderen Umständen nicht in der Lage, Dienste zu tun, die Du eigentlich gerne tun würdest? Vielleicht hat Gott Dich genau deshalb zur Seite genommen, damit Du mehr Zeit im Gebet verbringst und den wichtigen Dienst der Fürbitte tust.

Gib nicht auf, für Personen in deinem Umfeld zu beten, bei denen es völlig aussichtslos scheint, dass sie sich noch bekehren. „Bei Menschen ist es unmöglich, aber nicht bei Gott; denn bei Gott sind alle Dinge möglich“ (Mk 10,27)!

Jan Philip Svetlik

Schlafende Heilige

Di, 02/13/2018 - 00:01

Bibelstellen: Jona 1,5

Und die Seeleute fürchteten sich und schrien, ein jeder zu seinem Gott; und sie warfen die Geräte, welche im Schiffe waren, ins Meer, um sich zu erleichtern. Jona aber war in den unteren Schiffsraum hinabgestiegen, und hatte sich hingelegt und war in tiefen Schlaf gesunken (Jona 1,5).

Jona, der ungehorsame Prophet, schlief im Schiff, während draußen der Sturm tobte. Schlafende Christen (geistlich gesehen) ähnlich ihm sehr.

  • Jona war auf dem Deck nicht zu sehen. Wenn wir schlafen, sind wir als Christen für andere nicht erkennbar und nicht erreichbar.
  • Jona stand für die notwendige Arbeit (Rudern etc.) nicht zur Verfügung. Schlafende Christen tun nicht das, was sie tun sollten.
  • Jona schlief im Schiffsraum, während auf dem Deck eine „Gebetsversammlung“ war. Schlafende Christen sind beim gemeinsamen Gebet abwesend.
  • Jona hatte keine Ahnung, was um ihn herum abging und was für eine Not es gab. So ist es auch bei uns, wenn wir (geistlich gesehen) schlafen.
  • Der Prophet war sich der Gefahr nicht bewusst, in der er selbst stand. So ist es auch bei uns, wenn wir geistlich unempfindsam und unaufmerksam sind.
  • Jona schlummerte, während die Heiden auf dem Schiff in Gefahr waren und seine Hilfe gebrauchen konnten. Schlafende Christen sind weder Zeugnis noch Hilfe.

„Wache auf, der du schläfst, und der Christus wird dir leuchten“ (Eph 5,14). Wir sollten die Zeit erkennen, da wir aus dem Schlaf aufwachen sollen (Röm 13,11)!

Gerrid Setzer

Die biblische Schilderung der Weltgeschichte

Mo, 02/12/2018 - 00:01

Das Wort Gottes zeigt uns die Vergangenheit und spannt einen Bogen bis zur Zukunft. Es stellt uns dabei vor, welche Ereignisse für Gott besondere Relevanz hatten und haben. Und es ist uns eine verlässliche Quelle, wenn wir die irdischen Geschehnisse verstehen wollen.
Die nachfolgende Zusammenfassung der weltgeschichtlichen Ereignisse, die die Bibel schildert, ist grob gefasst und bietet Anreiz zu weiterem Studium.

Zwecks Übersichtlichkeit unterteilen wir die Geschichte in sechs Blöcke:
1. Schöpfung (ca. 4.000 v. Chr.)
2. Paradies (ca. 4.000 v. Chr. – ?)
3. Von der Vertreibung aus dem Paradies bis zur Flut (? – ca. 2.400 v. Chr.)
4. Die erste Zeit nach der Flut (ca. 2.400 v. Chr. – 2.200 v. Chr.)
5. Volk Israel (ca. 2.200 – ca. 70 n. Chr.)
6. Gnadenzeit (ca. 33 n. Chr. – heute)

1. Schöpfung
Die Schöpfung ist ein außerordentlicher Akt, der unser Verstehen übersteigt. Wir können ihn kaum, und wenn dann nur sehr dürftig, umschreiben: Aus einem ewigen Zustand heraus erschafft Gott Himmel und Erde (s. 1. Mose 1,1). Dabei wird uns Stück für Stück das göttliche Vorgehen und die Reihenfolge vorgestellt. Gott sprach und es wurde (s. 1. Mose 1,3). Zuletzt krönt er sein Schaffen am sechsten Tag der sogenannten ‚Schöpfungswoche‘ mit dem Menschen, bevor der Schöpfungs-Vorgang am siebten Tag mit seinem Ruhen endet (s. 1. Mose 1,26 und 1. Mose 2,2).

2. Paradies
Es ist nur begrenzt möglich, das Paradies hinsichtlich seiner physischen Eigenschaften zu beschreiben, da zwischen uns heute und dem Paradies damals wesentliche, einschneidende Ereignisse liegen: Erstens der Sündenfall, zweitens die Sintflut.
Die ersten Menschen Adam und Eva lebten auf der Erde im Paradies, im Garten Eden (s. 1. Mose 15,1). Es gab keine Einschränkungen, außer dass nicht vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen gegessen werden durfte (s. 1. Mose 2,17). Alles war in vollkommener Harmonie. Der Garten zeigt auch den völligen Einklang zwischen Mensch und Natur. So war das Sprechen der Schlange die Eva verführte, für sie offenbar nichts Ungewöhnliches (s. 1.Mose 3,1.2).

Zu Beginn dieser ersten Schöpfung gab es keine Sünde. Gott und Mensch konnten direkt Gemeinschaft miteinander haben. Doch gab es schon zu dieser Zeit Böses, denn Satan in Form der Schlange trat ja bereits auf, um die Menschen zu verführen.

Satan bringt die ersten Menschen dazu, das einzige Gebot Gottes zu übertreten. Die Folgen für Mensch und Schöpfung sind katastrophal: Der Mensch erkennt nun Böses und Gutes, er wird fähig, zu sündigen (s. 1. Mose 3,22). Die Sünde kommt in die Welt und korrumpiert alles – für den Menschen, für die Tiere und die Pflanzen bedeutet es, dass sie einmal sterben bzw. vergehen müssen. Entsprechend seinem heiligen Wesen handelt Gott, indem er Mensch, Tiere und Erde mit den schlimmen Folgen des Sündenfalls belegt und die Menschen aus dem herrlichen Ort „Garten Eden“ verbannt (s. 1. Mose 3,14–19). Eden wird nicht direkt vernichtet, aber der Zugang wird von Cherubim und Schwert bewacht (s. 1. Mose 3,23.24).

3. Von der Vertreibung aus dem Paradies bis zur Flut
Zwar kannte auch die zweite Generation der Menschen den direkten Kontakt mit Gott (s. 1. Mose 4,6), aber das hielt sie nicht von Mord ab (s. 1. Mose 4,8). Von diesem Zeitpunkt an breiten sich die Menschen weiter über die Erde aus (s. 1. Mose 4,16).

Dann geschah ein weiteres einschneidendes Ereignis: Die Engel begehrten die menschlichen Frauen und zeugten Nachkommen mit Ihnen (s. 1. Mose 6,2). Das war ein klarer Verstoß gegen Gottes Ordnung (s. 1. Mose 7,14; 2. Mose 22,18). Gott ahndete dies, indem er diese Engel in den Abgrund setzte (s. 2. Petrus 2,4). Das Resultat dieser Verbindung, die Riesen, ließ Gott aber noch am Leben. Diese Wesen waren männliche Giganten (die Bibel berichtet nur von Riesen mit Männer-Namen) und sie brachten ein großes Maß an Gewalt und Brutalität auf die Erde. So spitzten sich Gewalt und Verderb auf der Erde derart zu, bis es Gott in seinem ewig-göttlichen und vollkommenen Herzen schmerzte (s. 1. Mose 6,6).

Deshalb veränderte Gott die gesamte Erde nachhaltig, in dem er eine Flut über sie brachte, um alles auszulöschen, was verdorben war (s. 1. Mose 6,7). Das bezog die Menschen, aber auch die damaligen Riesen, mit ein. Nur Noah entsprach noch Gottes Anspruch. Er war durch die Gnade „vollkommen“ (s. 1. Mose 6,9). Deshalb machte Gott in seiner Gnade mit ihm und seinen Nachkommen einen Neuanfang (s. 1. Mose 9,1).

4. Die erste Zeit nach der Flut
Bereits in der zweiten Generation nach der Flut gibt es eine Rebellion, die sich direkt gegen Gott richtet. Ein Turm, der bis an den Himmel reicht, sollte gebaut werden (s. 1. Mose 11,4). Die Beschreibung Nimrods in der Bibel, einem Urenkel Noahs, und ergänzende Geschichtsschreibung erlauben den Schluss, dass dies unter seiner Führung geschah (s. 1. Mose 10,8).

Weil dies ein erneuter Affront gegen Gott war, und weil Gott versprochen hatte, die Welt nicht mehr durch Flut zu verderben, zerstreute er jetzt die Menschen, die bis dahin alle noch dieselbe Sprache hatten, indem er ihnen unterschiedliche Sprachen gab (s. 1. Mose 11,8).

Einige Zeit später, aber vermutlich noch zur Zeit der Herrschaft Nimrods, beruft Gott Abraham. In dieser Zeit ist die Menschheit, besonders in Babel, bereits dem Götzendienst verfallen. Gottes Plan ist es, sich ein Volk von den Nationen abzusondern, das ihn ehrt. Dieses Volk begründet er mit dem Mann Abraham aus Ur in Chaldäa und dessen Nachkommen Isaak und Jakob (s. 1. Mose 12,1).

5. Volk Israel
Das Volk Israel geht zurück auf die 12 Söhne Jakobs welche die Urväter der 12 Stämme sind; daher wird Jakob auch Israel genannt (s. 1. Mose 35,12). Die Geschichte Israels als Volk beginnt in Ägypten. Joseph, einer der Söhne Jakobs, wurde von seinen Brüdern dorthin verkauft (s. 1. Mose 37,27). Von Gott geführt, wird Joseph der mächtigste Mann im Land durch das Siegel des Pharao (s. 1. Mose 41,42). Wegen einer Hungersnot kommt Josephs Familie zu ihm nach Ägypten, wo das Volk beginnt, zu wachsen (s. 1. Mose 47,27).

Der nächste Herrscher Ägyptens kennt die Verdienste Josephs nicht und unterdrückt das israelische Volk, bis Gott es durch seinen Diener Mose aus Ägypten, 40 Jahre durch die Wüste, bis nach Kanaan bringt (s. 2. Mose 1,8). Auf dem Weg dorthin gibt Gott ihnen das Gesetz, durch das Israel sich absondern soll, in dem es den darin enthaltenen Willen Gottes befolgt (s. 2. Mose 24,12). Doch in der Wüste versündigen sich die Kinder Israel und Mose, daher muss diese Generation vor Einzug in das verheißene Land sterben (s. 4. Mose 14,21–23). Erst Josua bringt die nächste Generation des Volkes 40 Jahre nach Beginn des Auszugs in das verheißene Land (s. Josua 1,2 ff., Josua 5,6).

Gott teilt allen Stämmen ein Gebiet, ein Erbteil, zu (s. Josua 13,7 ff). Er verpflichtet das Volk, die Bewohner, Götzendiener und eine neue Generation von Riesen, zu vertreiben bzw. zu beseitigen. Doch nur der Stamm Juda beseitigt einen größeren Teil der Landesbewohner in ihrem Erbteil des Landes (s. Richter 1,18.19). Die anderen Stämme unterjochen die Bewohner oder gehen Verbindungen mit ihnen ein (s. Josua 15,63, Josua 16,10 & Richter 1,27).

So können sie nicht den vollen Umfang der Verheißung Gottes empfangen und weichen immer wieder von Gott ab. Deshalb bringt er sie immer wieder durch die Bewohner des Landes in Not, um sie auf den Weg mit ihm zurückzubringen. Dazu erweckt er auch Richter (s. Buch der Richter) und Könige (s. Buch Samuel, Könige & Chronika).

Bereits nach dem dritten König, Salomo, zerfällt Israel in das sogenannte Nord- bzw. Südreich (s. 1. Könige 12,16–20). Es wechseln sich gottlose mit einigen gottesfürchtigen Königen in der Herrschaft über die beiden Reiche ab. Immer wieder werden Stämme in Gefangenschaft weggeführt oder Teile des israelischen Gebiets besetzt. Letztlich kehren aus der letzten großen Wegführung nur noch Juden und Benjaminiter zurück (s. Esra 1,5).
Hier ist ein Einschub zu erwähnen: „Die Zeit der Nationen.“ Die Zeit der Nationen begann zur Zeit des König Nebukadnezar, der von Gott Herrschaft und Macht erhielt (Daniel 2,37). Von diesem Zeitpunkt an ist das Volk Israel beiseite gesetzt, bis Gott die Vormachtstellung Israels wiederherstellt (s. Jeremia 31).

Wir haben bereits gesehen, dass trotzdem ein kleiner Teil des Volkes unter der Leitung Esras aus der Gefangenschaft in das Land zurückkehrte, um den zwischenzeitlich zerstörten Tempel wieder aufzubauen. Und dieser Überrest blieb auch im Land, stand aber bis zum zwischenzeitlichen Zerfall unter Besatzung. Zuletzt herrschten dort die Römer, die die vorangegangenen Reiche ablösten (s. Daniel 2,27–40 & Johannes 18,31).
Die Geschehnisse dieser Zeit rücken jedoch in den Hintergrund für ein Ereignis, dass die ganze Welt in großer und besonderer Weise veränderte: Gott wurde Mensch (s. Galater 4,4). Jesus Christus, der ewige Schöpfer Gott (s. Sprüche 8,30), lässt sich herab und kommt als kleines Baby auf diese Erde (s. Lukas 2,12) mit dem Ziel, ein vollkommenes Opfer zu bringen, dass die Sünde der Welt wegnehmen kann (s. Johanne 1,29 & Epheser 1,7). Dieses wunderbare Werk ist der Schlüssel zum Heil für alle Menschen (s. 2. Timotheus 1,10). Weil Jesus kam, um zu leiden und zu sterben und das auch wirklich tat und danach wieder auferstand, ist der Tod ein besiegter Feind (s. Offenbarung 1,18). Kein Mensch muss mehr ins Gericht und jeder darf Gott seinen Vater nennen – wenn er seine Sünde vor Gott bekennt und an das vollkommene Werk des Herrn Jesus glaubt, der auferstanden- und Mittler zwischen Gott und Mensch (s. 1. Timotheus 2,5) ist.

Nur kurze Zeit, nachdem der Herr Jesus auferstanden und zurück in den Himmel gegangen ist, wird der Tempel in Jerusalem erneut vernichtet (ca. im Jahr 70) und die Israeliten werden in der ganzen Welt zerstreut.

6. Gnadenzeit
Wir leben bis heute in der sogenannten Gnadenzeit (vgl. Römer 5,15). Sie ist die direkte Folge des Erlösungswerks unseres Herrn Jesus Christus (s. Titus 2,11). Jeder Mensch ist eingeladen, zu Gott kommen und das Evangelium der Gnade zu glauben (s. Johannes 3,16). Das währt solange, bis der Herr Jesus wiederkommt, um die zu sich zu holen, die ihm angehören.

Es sei noch erwähnt, dass auf die Gnadenzeit die Zeit der Drangsal folgt (s. Hesekiel 28,25). Das Volk Israel ist bis heute noch in der Zerstreuung, aber ein Teil der Juden ist bereits in das verheißene Land zurückgekehrt. Nach dieser Zeit der Drangsal kommt der Herr Jesus erneut wieder – zum Gericht (s. Offenbarung 19,15).

Mit den Auserwählten, die die Verfolgung überlebt haben, und nicht ins Gericht kommen, richtet er ein neues irdisches Reich auf – das 1.000-jährige Reich (s. Offenbarung 20,4). Während dieser Zeit ist der Teufel gebunden (s. Offenbarung 20,2). Jedoch wird er am Ende noch einmal losgelassen (s. Offenbarung 20,7). Darauf folgt dann die Verwandlung der Erde. Satan und die Verführten werden in die Hölle geworfen (s. Offenbarung 20,15). Ein neuer Himmel und eine neue Erde werden gegründet (s. Offenbarung 21,1). Der Tod wird für immer „getötet“ (s. Offenbarung 20,14; Jesaja 25,8).

Marc Schultz

Gedanken zum Dienst für Gott (03)

Mo, 02/12/2018 - 00:01

Bibelstellen: 4. Mose 8-10

In Kapitel 8 wird der Leuchter angezündet. Die sieben mit Öl gefüllten Lampen, die zunächst den Leuchter selbst beleuchten, reden von dem Heiligen Geist, dessen vornehmste Aufgabe es ist, göttliches Licht auf die Person Christi zu werfen, ihn zu verherrlichen (Joh 16,14). So kann ein vom Geist geleiteter Dienst daran erkannt werden, dass Christus großgemacht wird. Der persönliche Genuss der Gemeinschaft des Dieners mit Christus unter der Leitung des Geistes wird in seinem Dienst zu spüren sein, aber auch in seinem praktischen Verhalten. Er wird das Bedürfnis haben, „sich selbst zu reinigen, wie er rein ist“ (1. Joh 3,3). Die Reinigung der Leviten (4. Mo 8,5–22) redet vorbildlich davon. Besonders die Rasur des ganzen Körpers ist ein Hinweis auf das „Töten der Glieder“, was nichts anderes ist als ein konsequentes Selbstgericht (Kol 3,5–9). Die gewaschenen Kleider sprechen von dem reinen Lebenswandel des Dieners – eine nicht zu unterschätzende Voraussetzung dafür, dass der Dienst angenommen wird.

Der Levit hatte mit 50 Jahren das Rentenalter erreicht. Der Diener des Herrn heute hört nicht irgendwann auf zu dienen. Aber die Art der Aufgaben wird sich dem Alter entsprechend verändern. Wohl jedem älteren Diener, der dafür in Bezug auf den eigenen Dienst einen nüchternen Blick hat.

Das Passah in Kapitel 9 ist das einzige Passah, von dem wir während der Wüstenreise des Volkes Israel hören. Die Erinnerung an das, was auf Golgatha zu unserer Erlösung geschehen ist, sollte einen festen Platz im Leben des Dieners haben. Wie leicht kann sich die Last des Dienstes oder die Fülle der Aufgaben zwischen den Diener und seinen Herrn stellen. Und wie leicht kann es dann geschehen, dass wir vor lauter Dienst dem Herrn unsere persönliche Anbetung vorenthalten.

Außerdem finden wir in diesem Kapitel die Wolke, in der der Herr bei seinem Volk wohnte. Jeder Aufbruch, jede Reiseroute und jede Lagerung wurden von der Wolke bestimmt. Es gab keinen Raum für eigene Zeit- und Reisepläne. Wie schön, wenn ein Diener sich so leiten lässt und nicht eigene Wege geht. Siebenmal lesen wir in diesem Abschnitt „nach dem Befehl des Herrn“. Das ist völlige Abhängigkeit, das ist aber auch Trost und Sicherheit. Selbst wenn wir heute noch nicht wissen, wohin morgen die Reise gehen wird – wenn wir auf ihn blicken, werden wir es morgen wissen.

Und vergessen wir nicht: Die Wolke anzuschauen bedeutet nicht nur, Wegweisung zu bekommen, sondern es bedeutet auch, die Herrlichkeit des Herrn anzuschauen (vgl. 2. Mo 40,34). Und dieses Anschauen bleibt nie ohne Wirkung auf uns (vgl. 2. Kor 3,18).

Schließlich finden wir in Kapitel 10 die Anweisungen über die zwei silbernen Trompeten. Sie sind ein Bild von der Leitung durch die offenbarten Gedanken Gottes in seinem Wort. Dieses Wort muss Grundlage und Inhalt jedes Dienstes sein. Der treue Diener hört selbst auf den Klang dieses Wortes. Und wenn sein Dienst ein „Dienst des Wortes“ (Apg 6,4) ist, dann soll er es klar und unmissverständlich und frei von eigenen Gedanken verkündigen – zum Zeugnis für die Welt und zur Auferbauung des Leibes der Versammlung.

Damit schließen die vorbereitenden Anweisungen Moses für die Wüstenwanderung. Wir konnten die 10 Kapitel nur überfliegen und haben sie unter dem speziellen Blickwinkel des Dienstes angeschaut. Aber vielleicht wird der eine oder andere Diener des Herrn (und das sind wir alle) dadurch angeregt, sich mit den einzelnen Merkmalen und Voraussetzungen für Gott wohlgefälligen Dienst selbst noch tiefer gehend zu beschäftigen.

Marco Leßmann

Kurz vor zwölf

So, 02/11/2018 - 00:01

Bibelstellen: 1. Thes 5,3

Viele Menschen schauen sorgenvoll in die Zukunft. Werden sich die Kriege ausweiten? Kommen Atomwaffen zum Einsatz? Wird die Welt untergehen, wird die Zivilisation ausgelöscht werden? So ganz unberechtigt sind diese Ängste nicht. Doch Christen haben eine andere Perspektive.

Kurz nach dem Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki im Jahr 1945 erschien erstmalig das Bulletin of the Atomic Scientists (Berichtsblatt der Atomwissenschaftler). In diesem Blatt informieren Wissenschaftler über Atompolitik und Atomwaffen. Es enthält auch eine symbolische Uhr, die die Wahrscheinlichkeit eines Nuklearkrieges widerspiegelt. Diese Uhr knüpft an der Redewendung an, dass es „fünf vor zwölf“ ist, wenn ein schlimmes Ereignis vor der Tür steht.

Am Anfang wurde diese symbolische Uhr auf sieben vor zwölf gestellt. Danach ging es mal vor, mal zurück. Im Jahr 1991 wurde die Uhr auf siebzehn vor zwölf zurückgedreht, nachdem sich die USA und Russland auf umfangreiche Abrüstungsmaßnahmen geeinigt hatten. In den folgenden Jahren wanderte die Uhr aber – von einer Ausnahme abgesehen – kontinuierlich auf zwölf zu. Denn die Abrüstung geriet ins Stocken, die politischen Spannungen mehrten sich, und mehrere Staaten, die bisher keine Atomwaffen hatten, zündeten erfolgreich „die Bombe“. Im Januar 2017, nachdem Donald Trump das Ruder in den USA übernommen hatte, wurde die Wahrscheinlichkeit einer atomaren Katastrophe noch einmal als etwas wahrscheinlicher eingestuft: Die Uhr wurde auf zweieinhalb „Minuten“ vor „Mitternacht“ gestellt. Ein Jahr später, im Januar 2018, wurde die Uhr wieder eine halbe Minute nach vorne gedreht. Das vor allem deshalb, weil Trump und Kim Jong Un sich einer brachialen Kriegsrhetorik bedienen. Nur einmal stand die Uhr so dicht vor „Mitternacht“, vor der Katastrophe: Das war im Jahr 1953, als die Sowjetunion und die USA mehrere Wasserstoffbombentests durchführten.

Die symbolische Uhr des Bulletins wird interessanterweise Doomsday Clock genannt, was wörtlich übersetzt heißt: „Die Uhr des Jüngsten Tages“. Mit dem Jüngsten (oder letzten) Tag verbindet man allgemein die Vorstellung, dass es am Ende der Zeit eine große Katastrophe bzw. ein göttliches Gericht geben wird.

Die Bibel spricht oft von dem „Tag des Herrn“. Dieser „Tag“ der Herrschaft Christi wird eingeleitet und vorbereitet durch göttliche Gerichte. Bevor die Strafgerichte plötzlich über diese Erde hereinbrechen werden, wird eine kurze Phase der Ruhe eintreten. „Wenn sie sagen: Frieden und Sicherheit!, dann kommt ein plötzliches Verderben über sie, wie die Geburtswehen über die Schwangere; und sie werden nicht entfliehen“ (1. Thes 5,3). In der schnell vorübergehenden Zeit des Weltfriedens werden die Zeiger der „Atomkriegsuhr“ wahrscheinlich ganz weit zurückgedreht werden – noch weiter zurück als im Jahr 1991, als die Uhr aufgrund von verheißungsvollen Abrüstungsverträgen auf siebzehn vor zwölf stand.

Doch schlagartig muss in naher Zukunft der Zeiger auf zwölf Uhr gestellt werden: Eine Nation erhebt sich gegen die andere, überall Kriege und Kriegsgerüchte (Mt 24,6.7). Ob und wie Nuklearwaffen eingesetzt werden, wissen wir nicht. Die Menschen werden jedenfalls nicht mehr selbstbewusst „Frieden und Sicherheit“ flöten, sondern in tiefste Verzweiflung versinken: „Und die Könige der Erde und die Großen und die Obersten und die Reichen und die Starken und jeder Knecht und Freie verbargen sich in die Höhlen und in die Felsen der Berge; und sie sagen zu den Bergen und zu den Felsen: Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes; denn gekommen ist der große Tag seines Zorns, und wer vermag zu bestehen?“ (Off 6,15–17). Die schrecklichen Ereignisse werden sich derart überstürzen, dass Gott die Zeit der Drangsal abkürzen muss, damit nicht die ganze Menschheit vernichtet wird (Mt 24,22).

Die Zeit ist nahe (Off 1,3)! Was Gott vorhergesagt hat, wird bald eintreffen. Das plötzliche Verderben kommt; die schlimmsten Befürchtungen der Erdbewohner werden zur bitteren Realität! Doch wir Christen warten nicht auf ein globales Desaster. Wir schauen nach dem Herrn Jesus aus, der uns zu sich in die Herrlichkeit bringt. Er wird kommen vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis hereinbrechen wird (Off 3,10). Wir erwarten den Sohn Gottes aus dem Himmel, den Gott aus den Toten auferweckt hat – Jesus, der uns errettet von dem kommenden Zorn (1. Thes 1,10). Eines Tages, ganz plötzlich, wird es so weit sein: Der Herr nimmt alle Gläubigen zu sich. Freust du dich darauf? Jeden Tag?

Gerrid Setzer

Gedanken zum Dienst für Gott (02)

Sa, 02/10/2018 - 00:01

Bibelstellen: 4. Mose 4-7

In Kapitel 4 sehen wir, dass der Dienst der Kehathiter – entgegen der Geburtsreihenfolge – zuerst beschrieben wird. Die natürliche Abstammung oder der gesellschaftliche Rang hat für den Dienst des Herrn keine Bedeutung. Die Kehathiter trugen die heiligen Geräte, die von Christus sprechen. Die Beschäftigung mit Christus muss der Ausgangspunkt und die Verherrlichung seiner Person das Ziel eines jeden Dienste sein.

In Vers 47 finden wir zwei „Stoßrichtungen“ des Levitendienstes: den „Dienst der Bedienung“ und den „Dienst des Tragens“ (4. Mo 4,47). Diese beiden Richtungen hat auch unser Dienst: der Dienst innerhalb, die Bedienung der Versammlung Gottes, und das Zeugnis nach außen, das Tragen des Namens Christi in die Welt.

Kapitel 5 zeigt, dass Sünde das größte Hindernis im Dienst ist. Sie verunreinigt mich (4. Mo 5,1–4), ich lade Schuld auf mich und begehe Untreue gegen den Herrn (4. Mo 5,5–8). Wenn ich Gott mit reinem Gewissen dienen möchte, muss ich mich hüten vor allem, was mich verunreinigen könnte, und nötigenfalls meine durch Sünde gestörte Beziehung zu Gott und meinen Mitmenschen in Ordnung bringen. Das Gesetz der Eifersucht (4. Mo 5,11–31) zeigt, dass Gott ungerichtete und verborgene Sünde nicht dulden kann, sondern irgendwann ans Licht bringen wird.

Das Gesetz des Nasirs in 4. Mose 6 ist ein eigenes Studium wert. Wir können hier nur kurz auf einige wichtige Hinweise für den Diener eingehen. „Nasir“ bedeutet „Abgesonderter, Geweihter“. So sollte Hingabe und Weihe für Gott und Trennung von allem Bösen (Leiche) jeden Diener sein Leben lang kennzeichnen. Der Gott geweihte Diener findet seine ganze Freude in Christus; irdische Freuden (Wein) haben keinen besonderen Reiz für ihn (vgl. Phil 1,21; 3,7.8; 3,12–14; Ps 73,25). Es ist ihm genug, zu sein wie sein Meister (Mt 10,25; Phil 2,5–8) – niedrig gesinnt, abhängig, untergeordnet (langes Haar).

Für den Nasir kam irgendwann die Zeit, dass er wieder Wein trank. Auch für uns liegt in der Zukunft eine nie endende Freude bereit. In diese Freude seines Herrn einzugehen und die Worte „Wohl, du guter und treuer Knecht“ zu hören, ist der sehnliche Wunsch jedes wahren Dieners. Dafür lohnt sich eine lebenslange Hingabe.

In Kapitel 7 spenden die Fürsten für die Einweihung des Altars. Sie taten es freiwillig, ohne ein spezielles Gebot des Herrn. Daraus lernen wir, dass Dienst für den Herrn auch „mit der Habe“ geschehen kann (vgl. Lk 8,3). Freiwilligkeit schätzt der Herr besonders. So sehr, dass er jede einzelne Gabe jedes Fürsten aufzählt, obwohl sie doch alle dieselbe Anzahl an Gegenständen und Tieren gebracht hatten und man die Aufzählung gut hätte zusammenfassen können. Aber die genaue Aufzählung über mehr als 70 Verse zeigt auch, dass Gott jeden Dienst, der für ihn geschieht, registriert und nichts vergisst (vgl. Mt 10,42).

Die Gersoniter und Merariter erhielten Wagen für den Transport der Stiftshütte. Gott verteilt die Aufgaben. Manchmal sind es „schwere“ Aufgaben. Aber er gibt auch die Kraft und die Mittel dazu. Die Merariter mögen sich schon gefragt haben, wie sie die massiven Holzbretter transportieren sollten. Auf einmal waren vier Wagen und acht Rinder da. „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes“, Gott sorgt für das, was nötig ist.

Marco Leßmann

Zu einem Streit gehören zwei!?

Fr, 02/09/2018 - 00:01

Bibelstellen: 2. Mose 2,13

Wenn es Probleme im zwischenmenschlichen Bereich gibt, dann sagt man heute oft: Zu einem Streit gehören zwei. Die Schuld wird damit reflexartig gleichmäßig verteilt. Das zeigt sich bei Eheproblemen, bei Problemen unter Glaubensgeschwistern etc.

Das ist aber nicht gut und durch die Bibel nicht zu rechtfertigen. Als Mose auf zwei zankende Israeliten stieß, lesen wir Folgendes in der Schrift: „Und er ging am zweiten Tag aus, und siehe, zwei hebräische Männer zankten sich. Da sprach er zu dem Schuldigen: Warum schlägst du deinen Nächsten?“ (2. Mo 2,13). Die Schrift spricht hier eindeutig von einem Schuldigen.

Der Grund, warum man gerne Schuld gleichmäßig verteilt, liegt unter anderem darin, dass man zu bequem ist, eine Sache genau zu untersuchen. Also behauptet man lapidar, dass alle schuld seien.

Die Aufteilung oder auch die Aufsplitterung der Schuld hat manchmal zudem den hübschen Nebeneffekt, dass alle irgendwie schuld sind – und wenn alle schuld sind, dann stehen alle auf dem gleichen Level, dann braucht niemand mehr in sich zu gehen, um wirklich die eigene Schuld zu sehen und sich darunter (vor anderen) zu beugen.

Natürlich ist es wahr, dass niemand vollkommen ist und dass man darum auch keinen Vollkommenen finden kann, wenn es in der Ehe nicht so läuft oder wenn die Atmosphäre unter Glaubensgeschwistern nicht stimmt. Dennoch ist es weder fair noch gerecht, alle Beteiligten in derselben Weise und in demselben Maß die Schuld an der Situation zu geben.

Wenn ein Ehemann, nennen wir ihn Nabal, seine Ehefrau, nennen wir sie Abigail, verlässt und sich eine andere nimmt und die Scheidung einreicht, während seine Frau sich nach Leibeskräften bemüht, die Ehe zu kitten, dann ist eben der Mann an dem Bruch Schuld und nicht die Frau. Die Frau war sicher nicht vollkommen – aber sie hat sich bemüht und trägt insofern nicht die Verantwortung für das Scheitern der Ehe.

Wir finden in unserer Gesellschaft heute sehr oft, dass böse Taten relativiert werden und dass man die Schuld gerne verteilt und abwälzt. Wir sollten uns auch von dieser Tendenz nicht anstecken lassen und uns bemühen, gerecht zu urteilen, indem wir die Unschuldigen nicht verurteilen, aber die Schuldigen nicht schonen.

Gerrid Setzer

Gedanken zum Dienst für Gott (01)

Do, 02/08/2018 - 00:01

Bibelstellen: 4. Mose 1-3

Im vierten Buch Mose beginnt erst ab Kapitel 10,11 die Beschreibung der Wüstenwanderung des Volkes Israel. In den ersten Kapiteln finden wir vorbereitende Anweisungen für die Reise. Der Dienst der Leviten nimmt hier einen prominenten Platz ein. Ein Überblick über diese Kapitel zeigt uns wichtige Voraussetzungen und Merkmale eines Gott wohlgefälligen Dienstes.

In Kapitel 1 wird das Volk gezählt und in die Geburtsverzeichnisse eingetragen. Mit der neuen Geburt erhält der Christ seinen Platz im Volk Gottes. Nur wer in das Geburtsverzeichnis, in das Buch des neuen Lebens, eingetragen ist, ist fähig, Gott wohlgefällig zu dienen (vgl. 1. Thes 1,9).

In Kapitel 2 ordnet Gott das Lager Israels rings um das Heiligtum an. Christus, von dem viele Details des Heiligtums vorbildlich reden, muss der Mittelpunkt jedes Dienstes sein. Auch die Wertschätzung für das Haus Gottes, die Versammlung (Gemeinde), ist Voraussetzung für einen guten Dienst.

Juda lagerte gegen Sonnenaufgang. Der Herr Jesus, der Führer aus dem Land Juda (Mt 2,6), wird wiederkommen. Dieses Ereignis ist Motivation, Inhalt und Zielpunkt des Dienstes. „Handelt, bis ich komme.“

In Kapitel 3 werden die Leviten zum Dienst berufen. Die Auswahl dieses Stammes zum Dienst war kein Verdienst, sondern souveräne Gnade Gottes (vgl. 1. Mo 49,5–7). So ist die Berufung jedes Dieners auch heute noch ein Akt der Gnade Gottes (vgl. Eph 3,8). Sind wir uns dessen genug bewusst?

Die Leviten wurden anstelle der Erstgeborenen für Gott geheiligt. „Für mich, den Herrn“, sagt Gott (4. Mo 3,13.41). Ihre Heiligung erinnert also an die Verschonung der Erstgeborenen und damit an die Erlösung aus Ägypten. Als Erlöste sollten sie ihrem Namen Levi („Anhänglichkeit“) Ehre machen und ganz dem Herrn gehören und ihm dienen. Auch wir gehören nicht mehr uns selbst. Wir sind um einen Preis erkauft worden und sollen jetzt unseren Gott durch ein ihm geweihtes Leben verherrlichen (1. Kor 6,19.20).

Gersoniter, Kehatiter und Merariter erhielten jeweils einen unterschiedlichen Dienst. Worin dieser Dienst bestand, das legte allein Gott fest; sie konnten es sich nicht selbst aussuchen. Trotz der Unterschiede im Dienst musste kein Neid aufkommen, solange man auf den Auftraggeber blickte und auf den eigenen Dienst und nicht auf die Aufgaben der anderen. Die Parallele dazu finden wir in 1. Korinther 12.

Der Dienst der Gersoniter (Vorhänge) spricht von Absonderung, der Dienst der Merariter (Bretter) von der Einheit des Leibes, „wohlzusammengefügt und verbunden“, und der Dienst der Kehatiter (heilige Geräte) führt zur „Erkenntnis des Sohnes Gottes“. Diese Ergebnisse sollen auch durch den Dienst der Gaben entstehen, wie wir sie in Epheser 4 finden.

Von den 22.000 gemusterten Leviten waren nur 8580 zum Dienst geeignet (vgl. 4. Mo 3,39; 4,46–49). Jeder Gläubige hat eine Aufgabe vom Herrn empfangen, in diesem Sinn ist jeder ein „Levit“. Aber bin ich persönlich auch bereit zum Dienst?

Marco Leßmann

Gottes Vorsehung

Mi, 02/07/2018 - 00:01

Bibelstellen: Esther

Im Buch Esther wird Gott nicht erwähnt, es wird aber Gottes Vorsehung sehr deutlich gezeigt. Gott hat Dinge in der Hand, und er lenkt sie so, dass die Feinde des Volkes eine empfindliche Niederlage erleiden (Est 7,10; 9,5.14.16) und seinem geliebten Volk Licht, Freude, Wonne, Ehre, Frieden und Wohl zuteil wird (Est 8,16; 10,3). Dazu musste einerseits zunächst die Bosheit der Feinde und andererseits auch die Treue seines Volkes offenbar werden.

Als Vasti als Königin abgesetzt war, wurden viele Mädchen (Est 2,8) in der Burg Susan zusammengebracht, um aus ihnen eine neue Königin auszuwählen. Es wurde ausgerechnet die Jüdin Esther (Est 2,17), sie wurde „Miss Ahasveros“.

Und genau Mordokai bekam mit, dass man einen Anschlag auf den König vorhatte. Es gab viele Männer am Königshof, aber dieser musste es in der göttlichen Führung sein, der den Anschlag vereiteln konnte.

Gerade in dieser Zeit wird der Fürst Haman über alle Fürsten erhoben (Est 3,1). Es gab viele Fürsten, aber es musste Haman, der erbitterte Widersacher der Juden, sein. Er steigt hoch hinauf, um tief zu fallen. „Der Herr hat alles zu seinem Zweck gemacht, und auch den Gottlosen für den Tag des Unglücks“ (Spr 16,4).

Haman warf im ersten Monat des Jahres ein Los, um zu definieren, in welchem Monat die Juden umgebracht werden sollten. Auf welchen Monat fiel das Los? Es gab zwölf Möglichkeiten. Es wurde der zwölfte Monat (Est 3,7) – und damit blieb noch genügend Zeit für alle notwendigen Umwälzungen!

Als die Judenvernichtung beschlossen war, ging Esther zu Ahasveros und bat um ein Mahl mit Haman. Doch sie redete noch nicht von ihrer Not bzw. von der Not des Volkes. An diesem Abend – genau an diesem Abend inmitten aller Abende des Jahres – fällt Haman den Beschluss, den widerspenstigen Mordokai hängen zu lassen (Est 5,14).

Und eben in dieser Nacht (Est 6,1) kann der König nicht schlafen. Er lässt sich keine Nebenfrauen bringen, sondern Bücher. Und es wird exakt das Buch ausgewählt, in dem von der guten Tat Mordokais die Rede ist, und gerade dieses Ereignis wird dem König vorgelesen. Kaum hat der König das gehört, kommt Haman auch schon im Morgengrauen in den Königshof – „der Herr lenkt seine Schritte“ (Spr 16,9). Und Haman muss dann Mordokai ehren.

Beim nächsten Gastmahl beklagt Esther sich beim König über Haman, der daraufhin winselnd auf das Polster von Esther rutscht. Der König bebt vor Grimm, der Todesboten gleicht (Spr 16,14). Haman wird gehängt und seine Söhne später auch. Der königliche Vernichtungsbeschluss wird durch ein neues Edikt praktisch ersetzt, und die Juden feiern einen Sieg über die Feinde – weil Gott in seiner Vorsehung alles zu ihrem Wohl gelenkt hat.

Auch heute stehen wir unter der Vorsehung Gottes. Wir sollten auf Gottes weise Führung vertrauen, auch dann, wenn wir noch nicht sehen können, wie gut alles ausgehen wird.

Gerrid Setzer

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