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Aktualisiert: vor 22 Stunden 36 Minuten

Gesammelte Brocken (230)

Do, 09/20/2018 - 00:01

Ein Kreuz, das durch das Schmirgelpapier der Bibelkritik glatt gemacht wurde, ist zwar keine Torheit mehr, aber es wird auch keiner mehr dadurch errettet.

„Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die wir errettet werden, ist es Gottes Kraft.“

Die Folge davon, dass Gott seinen Sohn hingegeben hat, wurde sofort wirksam, indem Gläubige gerechtfertigt wurden durch seine Gnade. Doch die Folge davon, dass Menschen den Herrn verworfen und gekreuzigt haben, wird erst in Zukunft vollständig im Gericht bei der Erscheinung des Herrn beantwortet werden. Die Gnade sofort, das Gericht später. Denn Gott ist langmütig gegen uns, da er nicht will, dass irgendjemand verloren geht, sondern dass alle errettet werden.

Hätte man am Auferstehungsmorgen nicht erwarten können, dass sich alle Jünger versammelt haben würden, um dem Sieger über den Tod ein Halleluja zu singen? Doch keiner glaubte, dass er aus den Toten auferstehen würde! Jesus Christus ging mit seinen „durchbohrten Füßen“ weite Wege, um seine Jünger von der Tatsache der Auferstehung zu überzeugen.

Viele wollen heute einen Christus ohne das Kreuz und ein Evangelium ohne das Blut. Es ist, als würden sich die Worte wiederholen: „Steig herab vom Kreuz und wir wollen an dich glauben!“

Frage: Haare schneiden?

Mi, 09/19/2018 - 00:01

Bibelstellen: 1. Korinther 11,1-16

„Jede Frau aber, die betet oder weissagt mit unbedecktem Haupt, entehrt ihr Haupt; denn es ist ein und dasselbe, wie wenn sie geschoren wäre. Denn wenn eine Frau nicht bedeckt ist, so lasse sie sich auch das Haar abschneiden; wenn es aber für eine Frau schändlich ist, dass ihr das Haar abgeschnitten oder sie geschoren werde, so lass sie sich bedecken ... Urteilt bei euch selbst: Ist es anständig, dass eine Frau unbedeckt zu Gott betet? Lehrt euch nicht auch die Natur selbst, dass, wenn ein Mann langes Haar hat, es eine Unehre für ihn ist, wenn aber eine Frau langes Haar hat, es eine Ehre für sie ist, weil das Haar ihr anstatt eines Schleiers gegeben ist?“, so schreibt der Apostel Paulus in 1. Korinther 11.

Daraus ergibt sich folgende Frage: Sollten (gläubige) Frauen ihre Haare gar nicht abschneiden oder ist das Abschneiden in Ordnung, solange man noch von „langem Haar“ sprechen kann?

Antwort:

  • Nun, eins ist klar: Das Frauenhaar soll nicht abgeschnitten werden (1. Kor 11,6). Damit ist an dieser Stelle (was auch das verwendete Wort im Grundtext klarmacht) das Kurzschneiden gemeint und nicht das Abschneiden weniger Zentimeter oder das Egalisieren von Haarspitzen, denn es geht um das, was für eine Frau schändlich ist – und Spitzen egalisieren ist nicht schändlich, weil es (vermutlich) gar nicht wahrgenommen wird. Doch es drängt sich an dieser Stelle folgende Überlegung auf: Sollte eine Frau wirklich ihre Ehre (nach dem Grundtext: ihre Herrlichkeit), wie es in 1. Korinther 11,15 im Blick auf ihre Haare heißt, antasten und diese Herrlichkeit „verkürzen“?
  • In Hesekiel 44,20 wird erwähnt, was die Alternative zum Abschneiden und Abscheren ist: frei wachsen lassen. Wenn man das mit 1. Korinther 11,6 verbindet, sieht man doch, was für ein Frauenhaar typisch sein sollte: das freie Wachsen.
  • Siehe Jeremia 7,29 (inklusive Anmerkung in der Elberfelder Übersetzung). Im Hebräischen gibt es einen speziellen Ausdruck für Frauenhaare (nezer), und damit ist ungeschnittenes Haar gemeint.
  • In 4. Mose 6,5 wird im Blick auf Nasiräer gesagt, dass sie unter anderem das Haar frei wachsen lassen sollen. Als diese Vorschriften auf die Mutter Simsons angewendet werden (Ri 13,4.5), wird dieser Punkt nicht erwähnt – denn es war für sie offenbar selbstverständlich.
  • Beim „Egalisieren“ von Haarspitzen sollte man beachten, dass das schnell immer weiter gehen und man schließlich, infolge einer Gewöhnung an diesen Vorgang, bei wirklich kurzem Haar enden kann. Es ist auch zu bedenken, dass der Spliss (von dem man sich beim Stutzen trennen will) von anderen ohnehin kaum wahrgenommen wird.

Ohne daraus eine zu große Sache machen zu wollen, sollte doch jede gläubige Schwester, die den Wunsch hat, dem Herrn in allem zu gefallen, einmal diese Gedanken – oder besser gesagt: die angeführten Schriftstellen – in Ruhe vor dem Angesicht Gottes erwägen.

Gerrid Setzer

Gesammelte Brocken (229)

Di, 09/18/2018 - 00:01

Wie Christus in die Welt kam, war außergewöhnlich: Denn er wurde von einer Jungfrau geboren. Wie Christus diese Welt verließ, war außergewöhnlich: Denn er gab sich selbst in den Tod, und aus dem gestorbenen Leib kamen Blut und Wasser hervor.

Der Teufel ist als der Drache der Zerstörer, als Schlange ist er der Verführer, als Teufel ist er der Verkläger, als Satan ist er der Widersacher. Wenn der Teufel der Zerstörer ist, ist Christus der Befreier; wenn der Teufel der Verführer ist, so ist Christus die Wahrheit; wenn der Teufel der Verkläger ist, so ist Christus der Fürsprecher, und wenn der Teufel der Widersacher ist, so ist Christus der Freund (Nach J. T. Mawson).

Ein geliebter Vater lag im Sterben. Er konnte nicht mehr sprechen. Seine Familie bat ihn dringend, noch etwas von ihm zu erfahren. Dann machte er in Gebärdensprache (die er erlernt hatte, um das Evangelium weiterzugeben), ein paar Zeichen: HERRLICHKEIT. Fünf Minuten später war er dort.

„Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der durch die Himmel gegangen ist, Jesus, den Sohn Gottes, so lasst uns das Bekenntnis festhalten“ (Heb 4). Weil es Jesus ist, wird er alles erbitten, was gut für uns ist, und weil es der Sohn Gottes ist, wird keine Bitte dieses Hohenpriesters abgeschlagen werden.

Gottes Wege

Mo, 09/17/2018 - 00:01

Bibelstellen: 2. Mose 33,18-23; Psalm 42,6

„Die Wege Gottes sind wie ein hebräisches Buch, das man nur von hinten lesen kann“, sagte einst Martin Luther. Und das entspricht auch oft unserer Erfahrung. Wenn wir in Schwierigkeiten stecken, erkennen wir oft keinen Sinn. Doch wie oft haben wir schon im Nachhinein gedacht: „Ja, der Herr hat es genau richtig und gut für mich gemacht.“

Als Mose Gott die Bitte vortrug: „Lass mich doch deine Herrlichkeit sehen“, gestattete Gott, dass er ihn „von hinten“ sah, wenn seine Herrlichkeit vorübergegangen war (2. Mo 33,18–23). H. L. Heijkoop schreibt dazu: „Wäre es möglich, dass ein Mensch die wunderbare Weisheit Gottes und die wunderbaren Wege Gottes verstehen könnte, bevor Gott diesen Weg gegangen ist? Nein, das wäre unmöglich. … Man kann Gottes Weg nicht verstehen, bevor Gott ihn gegangen ist. Aber wenn er seinen Weg gegangen ist und man es mit den Augen sieht, dann kann man nur staunen und nur die Herrlichkeit dieses Weges bewundern.“

Wollen wir wieder neu darauf vertrauen, dass Gott uns einmal die Herrlichkeit seiner Wege mit uns zeigen wird, auch wenn sie heute für uns keinen Sinn ergeben? Wollen wir mit den Psalmdichtern sagen: „Warum beugst du dich nieder in mir meine Seele und bist unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihn noch preisen für die Rettung seines Angesichts“ (Ps 42,6)?

Marco Leßmann

Genau lesen (128) – Abhängigkeit ausdrücken?

So, 09/16/2018 - 00:01

Bibelstellen: Matthäus 7,7

Auf die Frage, warum Christen beten, wird häufig gesagt: Weil wir damit unsere Abhängigkeit ausdrücken.

Nun, wenn wir Beten ist das natürlich ein Ausdruck unserer Abhängigkeit von Gott. Aber wir Beten nicht, um Abhängigkeit auszudrücken. Ein kleiner, aber feiner Unterschied.

Wenn wir beten, dann wollen wir unseren Dank bringen. Oder wir wollen unsere Bitten äußern. Wir wollen nicht irgendetwas ausdrücken, sondern wir wollen etwas haben: Leitung, Schutz, Hilfe und vieles andere mehr.

Unsere Gebete sind oft so flach, so wenig konkret, so ziellos – als wollten wir tatsächlich nur etwas mit dieser heiligen „Tätigkeit“ ausdrücken. Weil sich das so gehört. Weil uns das gut zu Gesicht steht. Aber wie gesagt: Wir beten doch, um etwas zu empfangen. „Bittet, und es wird euch gegeben werden.“

Ähnlich ist es, wenn es um Philipper 4,6.7 geht. Die Ausführungen, die dazu gemacht haben, hören sich häufig so an: „Wenn wir beten, bekommen wir zwar nicht das, was wir erbitten, aber wir bekommen seinen Frieden.“ Das ist zumindest eine Akzentverschiebung: Denn der Frieden ist mehr ein „Nebeneffekt“. Es geht bei dem Gebet doch immer darum, dass wir Gott konkrete Bitten vortragen und darauf vertrauen, dass er uns erhört.

Es geht auch in diesem Beitrag nicht darum, um Worte zu feilschen. Aber wir wollen uns alle ermutigen lassen, ernsthaft und konkret zu beten und mit göttlichen Erhörungen vermehrt zu rechnen.

Gerrid Setzer

Eine Frage, die nur der Herr Jesus stellen konnte

Sa, 09/15/2018 - 00:01

Bibelstellen: Mt 27,45.46

„Aber von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. Um die neunte Stunde aber schrie Jesus auf mit lauter Stimme und sagte: Eli, Eli, lama sabachthani?, das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mt 27,45.46; vgl. Mk 15,33.34).

In den drei Stunden der Finsternis litt der Herr Jesus vonseiten eines heiligen und gerechten Gottes der Sünde wegen. In diesen Stunden wurde der Herr Jesus von Gott verlassen, weil Er mit unseren Sünden beladen war (vgl. 1. Pet 2,24). Der heilige Gott musste Ihn, den Sündlosen, der Sünde wegen strafen, ja, Ihn zur Sünde machen (vgl. 2. Kor 5,21). Nur so konnte die Frage der Sünde ein für alle Mal geklärt werden. Am Ende dieser drei Stunden schrie der Herr Jesus auf mit lauter Stimme und sagte: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ – Das ist eine Frage, die in ihrer Tiefe niemand ermessen kann. Aber auch eine Frage, die nur der Herr Jesus stellen konnte, denn Er war der Heilige und Gerechte, der in diesen Stunden unserer Sünden wegen von Gott verlassen wurde. Doch kein anderer Mensch ist berechtigt, diese Frage zu stellen. Zwei Gründe möchte ich dafür nennen:

1. Jeder Mensch ist ein Sünder vor Gott und hat das ewige Gericht des Verlassenseins von Gott verdient (vgl. Röm 3,9–12; 5,19; Heb 9,27). Daher hat kein Mensch das Recht, zu fragen, warum Gott ihn verlassen muss, da er das Gericht verdient hat. Doch der Herr Jesus war ohne Sünde. Er kannte keine Sünde, tat keine Sünde und in Ihm war keine Sünde (vgl. 2. Kor 5,21; 1. Pet 2,22; 1. Joh 3,5). Er nahm das göttliche Gericht über die Sünde freiwillig auf sich, um uns Heil und Leben zu schenken (vgl. Jes 53,5). Daher konnte Er am Kreuz zu Recht ausrufen: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

2. Bis heute war kein Mensch von Gott verlassen. Gott ist der Schöpfer und Erhalter aller Menschen und erweist ihnen täglich seine Güte, indem Er für sie sorgt und sie segnet (vgl. Mt 5,45; 1. Tim 4,10). Auch wenn die ungläubigen Menschen Ihn ablehnen und keine Gemeinschaft mit Ihm haben wollen, so sind sie doch in seiner Hand und werden von Ihm getragen (vgl. Heb 1,3). Aber wer das errettende Evangelium bis zum Schluss ablehnt, der wird einmal von Gott verlassen werden: Er wird die Ewigkeit in der Hölle zubringen – an dem Ort, wo Gott nie mehr hinschaut (vgl. 2. Thes 1,9; Off 20,15). Darum lass dich heute noch retten und glaube an das Evangelium!

Daniel Melui

Christus, der Stellvertreter

Fr, 09/14/2018 - 00:01

Bibelstellen: Jesaja 53

Jesaja 53 ist ein herrliches Kapitel in der Heiligen Schrift. Das große Thema sind die stellvertretenden Leiden des Herrn am Kreuz und sein Sühnungstod. In nur sieben Versen wird dreizehn Mal von dem gesprochen, was der Herr Jesus für verlorene Sünder erduldet hat:

  • Um unserer Übertretungen willen war er verwundet (Jes 53,5).
  • Um unserer Ungerechtigkeiten willen war er zerschlagen (Jes 53,5).
  • Die Strafe zu unserem Frieden lag auf ihm (Jes 53,5).
  • Durch seine Striemen ist uns Heilung geworden (Jes 53,5).
  • Der Herr hat ihn unser aller Ungerechtigkeit treffen lassen (Jes 53,6).
  • Wegen der Übertretung des Volkes hat ihn Strafe getroffen (Jes 53,8).
  • Der Herr hat ihn zerschlagen (Jes 53,10).
  • Der Herr hat ihn leiden lassen (Jes 53,10).
  • Seine Seele hat das Schuldopfer gestellt (Jes 53,10).
  • Er hat Mühsal seiner Seele erlebt, um Frucht zu bekommen (Jes 53,11).
  • Er hat die Ungerechtigkeiten der Vielen auf sich geladen (Jes 53,11).
  • Er hat seine Seele ausgeschüttet in den Tod (Jes 53,12).
  • Er hat die Sünden vieler getragen (Jes 53,13).

Wir finden hier die Sprache von Juden in der Zukunft, die erkennen werden, dass Jesus ihr Messias ist. Doch das möchte ich jetzt nicht weiter verfolgen, sondern eine einfache, aber wichtige Frage stellen: Ist Jesaja 53 auch deine „Sprache“? Kannst du sagen: Um meiner Übertretungen willen war er verwundet, um meiner Ungerechtigkeiten willen zerschlagen, die Strafe zu meinem Frieden lag auf ihm …?

Wenn du deinen Namen in Jesaja 53 noch nicht einsetzen kannst – glaube heute an das Evangelium und stell dich dann auch durch die Taufe auf die Seite deines Stellvertreters! So machte es jener Kämmerer aus Äthiopien, als er über Jesaja 53 nachgedacht und das Evangelium von Jesus Christus gehört hatte (Apg 8,27–38).

Wenn du jedoch weißt, dass Jesus deine Ungerechtigkeiten auf sich geladen und seine Seele für dich in den Tod ausgeschüttet hat, dann zieh deinen Weg in dankbarerer Freude – so wie es der Kämmerer tat, nachdem er die große Lektion aus Jesaja 53 verinnerlicht hatte (Apg 8,39).

Gerrid Setzer

Gesammelte Brocken (228)

Do, 09/13/2018 - 00:01

Christus nahm die Menschen (mit Ehrfurcht gesagt) so, wie sie waren: Er verlangte kein besonderes Verhalten, bevor er sich auf sie einließ.

Manchmal sind wir sehr traurig, obwohl wir allen Grund haben, uns zu freuen. So war es auch am Anfang des Auferstehungstages unseres Herrn. Die Jünger waren niedergeschlagen, obwohl an diesem Tag der große Sieg über Sünde, Tod und Grab stattgefunden hat!

Der Weg des Glaubens ist dieser Welt unbekannt. Und so wird den Menschen der Welt auch unbekannt sein, wie Gläubige diese Welt verlassen werden.

„Heute muss ich in deinem Haus bleiben“ (Lk 19). Das sagt der Herr auch zu uns. Jeden Tag.

Menschen, die vom Staub der Erde sind, werden einmal als Unsterbliche den Himmel bevölkern. Göttliche Gnade!

Genau lesen (127) – Zwei missverstandene Gleichnisse

Mi, 09/12/2018 - 00:01

Bibelstellen: Matthäus 13,44-46

„Das Reich der Himmel ist gleich einem im Acker verborgenen Schatz, den ein Mensch fand und verbarg; und vor Freude darüber geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker. Wiederum ist das Reich der Himmel gleich einem Kaufmann, der schöne Perlen sucht; als er aber eine sehr kostbare Perle gefunden hatte, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie“ (Mt 13,44–46).

Interessanterweise werden die beiden Gleichnisse oft so ausgelegt, als würden der Mensch und der Kaufmann jeweils ein Bild von einem Sünder sein und der Schatz und die Perle ein Bild von Jesus Christus. Der Sünder sucht – und findet Christus.

Doch ist das der Gedanke? Ist das eine folgerichtige Auslegung? Was soll es dann bedeuten, dass der Mensch den Acker, der ein Bild der Welt ist (Mt 13,38), kauft? Inwiefern kauft ein Sünder die Welt? Und ferner: Was muss der Sünder alles verkaufen, um letztlich Christus zu erwerben? Das wäre ja ein Schritt in Richtung Werkgerechtigkeit.

Und was das Gleichnis mit der Perle betrifft: Kann man denn von einem Sünder sagen, dass er schöne Perlen sucht? Ist er nicht eher jemand, der sich wie eine Sau im Kot wälzt? Und auch hier stellt sich die Frage, was denn der Sünder überhaupt verkaufen soll.

Wenn wir unter dem Menschen und unter dem Kaufmann jedoch ein Bild des Sohnes des Menschen sehen (der auch in dem Sämann vorgeschaltet wird, Mt 13,37), wird alles klar und einfach. Der Herr Jesus hat sich dadurch, dass er auf die Rechte des Messias verzichtet hat und am Kreuz gestorben ist, ein Recht erworben an der ganzen Welt. Gott hat alles seinen Füßen unterworfen (Heb 2). Und in dieser Welt ist ein Schatz: die einzelnen Gläubigen, die er erkauft und auch erlöst hat. Zudem hat der Herr Jesus alles gegeben, auch sein Leben, um eine Perle, die Versammlung (Gemeinde), sich zu erwerben.

In dem Reich der Himmel, in der Christenheit, sind zwei wertvolle Dinge zu finden: die einzelnen Gläubigen und die Versammlung. Christus hat sich für die Gläubigen und für die Versammlung am Kreuz hingegeben (Eph 5,2.25).

Gerrid Setzer

Abhängigkeit im Leben Jesu (106)

Di, 09/11/2018 - 00:01

Wovon lebst du?

„Es steht geschrieben: „Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht“ (Mt 4,4).

Es fällt auf, dass der Herr Jesus in der Wüste nicht einfach im allgemeinen Sinn vom Wort Gottes spricht. Er wartet auf einen direkten Auftrag bzw. ein konkretes Wort, das „durch den Mund Gottes“ ausgesprochen wird. In Jesaja 50,4 sehen wir, dass Er sich jeden Morgen das Ohr öffnen und belehren ließ, um die Stimme Gottes zu hören und von Ihm Wegweisung für den Tag zu bekommen.

Doch auch die Heilige Schrift war Licht für Seinen Weg und formte Sein inneres Leben. Das Wort war die Quelle und das Motiv für alles, was Er tat. Es setzte Seinen Willen in Bewegung. Ohne das Wort tat Er nichts.

Vertrauen und wahre Abhängigkeit beweisen sich u.a. dadurch, dass man die Dinge nicht in die eigene Hand nimmt, sondern auf Gott wartet, bis Er uns Seinen Willen offenbart oder der Friede des Christus in unseren Herzen entscheidet (vgl. Kol 3,15).

Das kann auch bedeuten, mit einer Entscheidung so lange zu warten – obwohl die Luft immer dünner wird –, bis der Herr durch Sein Wort konkret zu uns redet. Saul verlor sein Königtum, weil er dem zunehmenden Druck nicht standhielt und eigenwillig handelte, obwohl er eigentlich hätte warten sollen (vgl. 1. Sam 13,8–14). Wenn Gott durch das geschriebene Wort oder durch Worte der Weissagung zu uns spricht, dann dürfen wir uns im Glauben darauf stützen – d.h. Ihn beim Wort nehmen – und unsere Hoffnung darauf setzen.

Das wird sich dann auch in unserem Gebetsleben widerspiegeln, wie geschrieben steht: „Der Morgendämmerung bin ich zuvorgekommen und habe geschrien; auf dein Wort habe ich geharrt … Gedenke des Wortes an deinen Knecht, auf das du mich hast harren lassen!“ (Ps 119,49.147). Wenn wir so in Abhängigkeit und aus Glauben leben wird das auch ein mutmachendes Zeugnis für andere sein, wie der Psalmist sagt: „Die dich fürchten, werden mich sehen und sich freuen; denn ich habe auf dein Wort geharrt“ (Ps 119,74).

Die Beschäftigung mit den Worten, die der Sohn Gottes geredet hat, bewirkt auch, dass Gott in uns Gebetsanliegen formt, die Seinem Willen entsprechen und die Er deshalb auch erhören wird. Der Herr machte Seinen Jüngern Mut und sagte: „Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, um was ihr wollt, und es wird euch geschehen“ (Joh 15,7).

Wartest du so lange auf den Herrn, bis Er zu dir spricht oder dir die Überzeugung schenkt, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist? Wann hast du das letzte Mal eine Entscheidung getroffen, weil der Herr durch Sein lebendiges Wort oder ein prophetisches Wort konkret zu dir gesprochen hat? Wird für andere sichtbar, dass du ein abhängiges Leben lebst und wirklich darauf vertraust, dass das Wort Leuchte deinem Fuß und Licht auf deinem Pfad ist (vgl. Ps 119,105)?

Jan Philip Svetlik

Genau lesen (126) – Vorbilder ausdeuten

Mo, 09/10/2018 - 00:01

Bibelstellen: Hohelied 5,10.11.14

Wenn man die Bilder des Alten Testaments deuten will, ist es gut, sich die Ursprungsbedeutung anzuschauen. Bevor man die sekundäre Ebene der Aussetzung betritt, sollte man die primäre Ebene des historischen Kontextes beachten.

Nehmen wir mal die Beschreibung des Bräutigams durch die Braut im Hohelied. In der Braut können wir das Bild eines Gläubigen sehen und in dem Bräutigam den Herrn Jesus.

Wenn die Braut sagt, dass der Bräutigam weiß und rot sei (Hoh 5,10), marschieren die Ausleger gerne ansatzlos zur Deutung des Vorbildes und sagen: „Christus war der Reine und Heilige (= weiß). Und weil er das war, konnte er auch sein Leben am Kreuz hingeben (= rot).“ Das ist an sich eine wahre und schöne Aussage.

Aber die Frage muss doch erlaubt sein, ob das wirklich die Bedeutung ist, die der Geist Gottes mit dieser Aussage verbinden will. Wir kennen ja den Grundsatz, dass die Schrift sich durch die Schrift auslegt. Und es gibt eine bemerkenswerte Stelle in den Klageliedern, die uns hilft, „weiß und rot“ in seiner ursprünglichen Bedeutung zu verstehen: „Ihre Fürsten waren reiner als Schnee, weißer als Milch; röter waren sie am Leib als Korallen, wie Saphir ihre Gestalt. Dunkler als Schwärze ist ihr Aussehen, man erkennt sie nicht auf den Straßen; ihre Haut klebt an ihrem Gebein, ist dürr geworden wie Holz“ (Klgl 4,7.8; vgl. auch Hld 1,5). Die Begriffe „weiß und rot“ sprechen also von dem gesunden und vitalen Aussehen eines Menschen; der Gedanke an Blut ist bei der Farbe Rot hier gar nicht enthalten. Wenn wir das jetzt auf den Herrn Jesus anwenden, so können wir sagen, dass seine geistliche Kraft und Frische nicht durch die Sünde und ihre Folgen getrübt und beeinträchtigt war.

Sicher kann die Anwendung über die ursprüngliche Bedeutung auch mal (in mehrfacher Hinsicht) hinausgehen. Trotzdem ist es sicherer, wenn man näher an der Schrift bleibt. Es scheint mir hier in Hohelied 5 nicht der Gedanke zu sein, dass der Tod Christi vorgestellt werden soll, es geht mehr um seine Person.

Bei den schwarzen Locken des Bräutigams (Hld 5,11) zieht man oft eine Verbindung zu den Nasiräern, die langes Haar trugen (4. Mo 6). Damit wiederum wird verknüpft, dass der Herr als Abgesonderter, als wahrer Nasiräer, seinen Weg ging. Doch: Es wird nirgends gesagt, dass der Bräutigam langes Haar hatte. Herabwallende Locken zu haben, bedeutet doch noch lange nicht, ein Nasiräer zu sein! Und außerdem war der Bräutigam, der König Salomo, historisch gesehen, sicher kein Nasiräer. Das geht aus der Tatsache hervor, welcher Bedeutung dem Wein im Buch des Hohenliedes zugewiesen wird (Hld 4,10; 5,1; 8,2) – Nasiräer durften jedoch kein Wein trinken.

Aber vielleicht noch ein deutlicheres Beispiel: „Sein Leib ein Kunstwerk von Elfenbein“ (Hld 5,14). Hier greift man gern auf eine wörtliche Übersetzung zurück und redet von „Eingeweiden“ und nicht von „Leib“. Darauf aufbauend, spricht oder schreibt man dann von den Empfindungen des Herrn, wie kostbar sie waren usw. Auch wenn die Übersetzung „Eingeweide“ möglich ist, so ergibt sie doch gar keinen Sinn (in der Elberfelder Übersetzung wird darum zu Recht auch nicht in einer Fußnote auf die Übersetzungsvariante hingewiesen). Denn die Braut beschreibt doch niemals die Eingeweide ihres Bräutigams! Ich habe zum Beispiel noch nie eine Frau über die schönen Nieren ihres Mannes reden hören. Und wie sollten die inneren Organe denn auch sinnvoll mit (weißem) Elfenbein verglichen werden? Der Vergleich geht nicht, und darum kann auch die Anwendung auf die Gefühle des Herrn nicht passend sein. Die Braut beschreibt mit diesen Worten die makellose und faszinierende Schönheit des Körpers des Bräutigams (und zwar geht es um den Rumpf, also um den Teil, der die Eingeweide bedeckt; den Kopf, die Arme und die Beine beschreibt sie anderweitig). In der Anwendung auf Christus können wir von seiner herausragenden moralischen Erscheinung sprechen sowie von seiner königlichen Würde (Elfenbein steht mit dem Königtum in Verbindung), die verbunden ist mit einer himmlischen Herrlichkeit (= blaue Saphiren).

Gerrid Setzer

Abhängigkeit im Leben Jesu (105)

So, 09/09/2018 - 00:01

Den Willen Gottes prüfen

„Es steht geschrieben: „Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht“ (Mt 4,4).

Im Gegensatz zu Adam und Eva war der Mensch aus dem Himmel dadurch gekennzeichnet, dass Er es permanent ablehnte, den Pfad der Abhängigkeit zu verlassen, als Er von Satan unter widrigsten Umständen dazu gedrängt wurde.

Obwohl Er die Macht besaß, Wasser in Wein zu verwandeln und 5000 Männer mit fünf Broten und zwei Fischen zu versorgen, machte Er von seiner Macht keinen Gebrauch, um seine menschlichen Bedürfnisse zu befriedigen. Stattdessen wartete Er in Abhängigkeit so lange, bis der Vater Ihm Wegweisung gab. Seine Antwort an den Teufel ist kennzeichnend für Sein ganzes Leben: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht.“ Das sind sehr tiefgehende Worte, über die es sich in Ruhe nachzudenken lohnt!

Der Sohn Gottes wurde als abhängiger Mensch nicht durch Seine natürlichen Bedürfnisse – seinen Bauch – angetrieben, sondern durch den Willen und das Wort Gottes. Er sagt hier: Ich will nur essen, wenn Gott mir sagt, dass ich essen soll. Ich leide lieber Hunger, als etwas zu tun, was Gott mir nicht befohlen hat. – Er machte sich also vollkommen von dem abhängig, was der Vater Ihm mitteilte.

Einige Tage später sagt Er: „Meine Speise ist es das ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat“ (Joh 4,34). Anstatt seinen natürlichen Hunger zu stillen, findet Er seine Befriedigung darin, den Willen Gottes zu tun und mit Ihm in Einklang zu sein. Wie jemand treffend gesagt hat: „Sein Denken, Seine Worte, Sein Handeln und Sein Wohlempfinden waren von dem Willen Seines Vaters abhängig. Daraus bezog Er Seine Energie, darin ruhte Er.“

Gerade darin sollen wir uns von der Welt unterscheiden! Paulus schreibt: „Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung eures Sinnes, dass ihr prüfen mögt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist“ (Röm 12,2). Unser Sinn bzw. Denken wird täglich durch das Lesen des Wortes Gottes erneuert und geprägt. Der erneuerte Sinn bringt unsere Gedanken in Übereinstimmung mit den Gedanken des Herrn, so dass wir den Willen Gottes prüfen und erkennen können.

Könnte es sein, dass Gott auch einmal von dir möchte, dass du fastest und für eine Zeit lang bewusst auf Nahrung verzichtest, um im Gebet vor Ihm zu sein? Hast du Ihm diese Frage schon einmal gestellt? Wie setzt du folgenden Vers praktisch in deinem Leben um: „Ob ihr nun esst oder trinkt oder irgendetwas tut, tut alles zur Ehre Gottes“ (1. Kor 10,31)?

Jan Philip Svetlik

Gesammelte Brocken (227)

Sa, 09/08/2018 - 00:01

Die Szenen in Mt 17 (auf dem Berg) und in Mt 21 (Einzug in Jerusalem) zeigen: Christus wird den Himmel und die Erde mit seiner Herrlichkeit füllen und überall herrschen. Das wurde damals nur für einen Augenblick angedeutet, aber es deutet auf die kommende Herrlichkeit des Reiches (auf der Himmel und auf der Erde) hin.

Der Mensch wollte in seinem Hochmut sein wie Gott, doch Gott wurde in seiner Gnade Mensch!

Menschen, die vom Staub der Erde sind, werden einmal als Unsterbliche den Himmel bevölkern. Göttliche Gnade!

Liebe führte ihn herab, und Gerechtigkeit führte ihn herauf.

Christus will nicht, dass man sein Kreuz beklage, sondern dass man sich darauf stütze. (J. G. Bellett)

Der Antichrist ist ein Mensch, der sich zu Gott macht. Christus ist Gott, der Mensch wurde.

Abhängigkeit im Leben Jesu (104)

Fr, 09/07/2018 - 00:01

 Das Schwert des Geistes

„Es steht geschrieben: …“ (Mt 4,4).

Der Sohn Gottes gebrauchte das lebendige Wort als Verteidigungswaffe gegen die Angriffe des Feindes. In der Wüste und an anderen Stellen sehen wir, wie Er als abhängiger Mensch das Schwert des Geistes benutzte. Wie oft hat Er zu diesem zweischneidigen Schwert gegriffen!

Auf jeden Angriff Satans antwortete Er mit Entschiedenheit: „Es steht geschrieben“ (Mt 4,4.7.10), bis die alte Schlange schließlich vor Ihm floh – denn gegenüber dem Wort Gottes ist sie machtlos.

Wie oft hat Jesus sich in seiner Jugend mit diesem Wort beschäftigt und darüber nachgedacht! Als Er schließlich seinen öffentlichen Dienst begann, war Er in der Lage, die Schrift im richtigen Moment aus dem Gedächtnis zu zitieren und im Glauben passend auf die Situation anzuwenden. Er vertraute auf die Kraft des Wortes im Kampf gegen den Feind!

Auch den Menschen stellte der Herr Jesus immer wieder die Heilige Schrift vor und sagte: „Was ist denn dies, das geschrieben steht … Es steht geschrieben … Steht nicht in eurem Gesetz geschrieben …?“ (Lk 20,17; 19,46; Joh 10,34).

Was können wir daraus lernen? Zum einen ist es sehr hilfreich wenn man Bibelverse auswendig lernt, da man sie dadurch jederzeit parat hat. Zum anderen ist es wichtig, dass wir fest auf die Aussagen des Wortes vertrauen. Wir können dem Teufel nur widerstehen, wenn wir uns dem Willen Gottes unterwerfen und dem Feind im Glauben das Schwert des Geistes entgegenhalten (vgl. Jak 4,7).

Auf Christus traf das Wort des Psalmisten zu, der sagt: Was das Tun des Menschen betrifft, so habe ich mich durch das Wort deiner Lippen bewahrt vor den Wegen des Gewalttätigen (Ps 17,4). Für uns gilt, dass wir in Reinheit den Weg der Nachfolge gehen, wenn wir das Wort Gottes auf uns anwenden und Täter des Wortes sind (vgl. Ps 119,9).

Jemand hat treffend gesagt:

„Christus rief nicht eine Schar von Engeln herbei, um den Teufel davonzutreiben; auch entfaltete Er nicht Seine eigene ewige Macht als der Sohn Gottes, sondern als der Abhängige tat Er das, was wir alle als abhängige Menschen zu tun nötig haben: Er gebrauchte das Wort Gottes. Für Ihn war es endgültig und ausreichend. Er hatte freiwillig den Platz als Mensch auf Erden eingenommen, und so benutzt Er keine anderen Hilfsmittel als diejenigen, die Gott den Menschen gegeben hat; Er benutzt das Wort Gottes und stützt Sich auf dessen Autorität. Wenn der schwächste Gläubige das Wort Gottes mit unerschütterlichem Vertrauen auf seine Wahrheit und in einem Geist der Unterwerfung unter seine Autorität benutzt, so schleudert er gleichsam dem Feind einen Blitz allmächtiger Kraft und Autorität entgegen, dem dieser nicht widerstehen kann, er muss fliehen. Du benutzt die allmächtige und göttliche Autorität gegen den Feind, wenn du Gottes Wort gegen ihn benutzt.“

Wir reagierst du, wenn der Teufel dich zum Sündigen verleiten will? Vertraust du darauf, dass das Wort Gottes tatsächlich die Kraft hat, Felsen zu zerschmettern (vgl. Jer 23,29) und den Feind in die Flucht zu schlagen? Lernst du Bibelverse oder Abschnitte auswendig, die dir helfen können, deine Lieblingssünden zu überwinden und deine Gedanken auf eine gute Spur zu bringen?

In meinem Herzen habe ich dein Wort verwahrt, damit ich nicht gegen dich sündige“ (Ps 119,11).

Jan Philip Svetlik

Die Feste des HERRN – eine Übersicht

Do, 09/06/2018 - 00:01

Bibelstellen: 3. Mose 23

„Dies ist eines der inhaltsreichsten und bedeutungsvollsten Kapitel der Heiligen Schrift, und es ist gut, wenn wir unter Gebet darüber nachdenken“, schrieb C. H. Mackintosh zu 3. Mose 23 in seiner bekannten Auslegung über die fünf Bücher Mose – und das ist sicher wahr.

3. Mose 23 zeigt uns den Festkalender des Volkes Israel. Jedes Jahr sollten sieben Feste gefeiert werden. Daneben gab es noch den wöchentlichen Sabbat. Alle diese Feste werden von Christen natürlich nicht buchstäblich gehalten (Gal 4,10; Kol 2,16.17), aber wir dürfen die vorbildliche Bedeutung der Feste verstehen und können daraus für unser Glaubensleben lernen (vgl. 1. Kor 10,6).

Was ist nun die Bedeutung von 3. Mose 23? Dieses Kapitel zeigt in der Bildersprache des Alten Testaments das Wirken der Gnade Gottes von dem Kreuz des Herrn Jesus an bis hin zum tausendjährigen Friedensreich.

Überblick über die Feste 

Nachfolgend eine Übersicht über die Feste in Israel und ihre Bedeutung:

• Der Sabbat (jede Woche): Keinerlei Arbeit soll getan werden. Bedeutung: die kommende Sabbatruhe für das Volk Gottes.

1. Das Passahfest (am 14. des ersten Monats): Das Passahlamm wird geschlachtet. Bedeutung: der Tod Christi als Grundlage des Segens.

2. Das Fest der ungesäuerten Brote (vom 15. bis zum 21. des ersten Monats): Nur Ungesäuertes darf gegessen werden. Bedeutung: Das ganze Leben der Erlösten ist durch Lauterkeit und Wahrheit gekennzeichnet.

3. Das Fest der Erstlingsgarbe (am Sonntag nach dem Passahfest): Die erste Garbe der Ernte wird Gott gebracht. Bedeutung: die Auferstehung Christi.

4. Das Fest der Wochen (am 7. Sonntag nach dem Fest der Erstlingsgarbe): Ein neues Speisopfer aus Sauerteig wird dem Herrn geopfert. Bedeutung: Herabkommen des Heiligen Geistes zur Bildung der Versammlung.

5. Das Fest des Posaunenhalls (am 1. des siebten Monats): Posaunen werden zum Gedächtnis geblasen. Bedeutung: Rückkehr und Erweckung des irdischen Volkes Gottes am Ende der Tage.

6. Der Sühnungstag (am 10. des siebten Monats): Sühnopfer werden für das sich kasteiende Volk gebracht. Bedeutung: Israels Buße und die Annahme ihres Messias, der am Kreuz Sühnung bewirkt hat.

7. Das Fest der Laubhütten (vom 15. bis zum 22. des siebten Monats): Das Volk wohnt freudig in Laubhütten. Bedeutung: die Freude Israels im Friedensreich.

Die ersten vier Feste sind Frühjahrsfeste. Sie stehen in der Typologie mit dem ersten Kommen Christi in Verbindung. Diese Feste sind erfüllt. Die letzten drei Feste sind Herbstfeste. Sie stehen mit dem zweiten Kommen Christi in Verbindung. Diese Feste sind noch nicht erfüllt.

Gleich zu Beginn dieses Kapitels wird betont, dass es die Feste des HERRN sind; Gott nennt sie „meine Feste“ (3. Mo 23,1.2). Doch als der Herr Jesus auf der Erde war, spricht der Heilige Geist von diesen Festen als von Festen der Juden (Joh 5,1; 6,4; 7,2). Die „heiligen Versammlungen“, die Gott zum Mittelpunkt haben sollten, waren offenbar zu einer bloßen Form verkommen.

Der Sabbat 

Der Sabbat nimmt in 3. Mose 23 eine Sonderstellung ein. Einerseits wird er zu den Festen gerechnet (3. Mo 23,2), andererseits wird er nicht zu den Festen gezählt (3. Mo 23,4). Es ist  eben ein besonderes Fest, eine besondere Zeit: der wöchentliche Ruhetag.

Der Sabbat ist ein Andenken an die Schöpferruhe Gottes (2. Mo 20,11). Er wurde jedoch erst eingesetzt, als das Volk Israel aus Ägypten erlöst war (5. Mo 5,12–15). Der Sabbat wurde zum Bundeszeichen des irdischen Volkes Gottes (2. Mo 31,13). Den Nationen hingegen war nie auferlegt worden, den Sabbat zu halten.

Der Sabbat spricht typologisch von dem großen Ziel Gottes: Gott möchte im Blick auf seine Schöpfung mit Wohlgefallen ruhen, und Er möchte Menschen an dieser Ruhe teilhaben lassen. Die ganze Abhandlung in 3. Mose 23 über die Feste Israels beginnt also mit dem Ende der Wege Gottes. Es ist nicht selten in Gottes Wort, dass das Ziel Gottes am Anfang erwähnt und anschließend der Weg dahin vorgestellt wird (zum Beispiel in Ps 84; Jes 52,13–53,12; Joh 14–16).

Wir Christen haben in Christus Ruhe für Herz und Gewissen gefunden, aber wir leben noch in einer Welt voller Unruhe. Wie gut ist es, wissen zu dürfen, dass noch eine Sabbatruhe für das Volk Gottes aufbewahrt ist (Heb 4,9)! Darauf warten wir freudig und mit großer Gewissheit.

Gerrid Setzer

Abhängigkeit im Leben Jesu (103)

Mi, 09/05/2018 - 00:01

Liebe zum Wort oder geistliche Hungersnot?

„Dies ist das Brot, das der HERR euch zur Nahrung gegeben hat … Sammelt davon, jeder nach dem Maß seines Essens“ (2. Mo 16,15.16).

Der Herr Jesus hatte große Freude am Wort Gottes. Für Ihn war es nicht einfach nur eine tägliche Pflichtlektüre, sondern stärkende Nahrung für seine Seele. Er konnte mit dem Psalmisten sagen: „Wie liebe ich dein Gesetz! Es ist mein Sinnen den ganzen Tag … Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute findet“ (Ps 119,97.162).

Christus wurde unter Gesetz geboren; und Er kam, um das Gesetz zu erfüllen (vgl. Gal 4,4; Mt 5,17). So wie die Bundeslade die zwei steinernen Gesetzestafeln enthielt, so war auch das Gesetz Gottes im Herzen Jesu. Deshalb war es Ihm auch ein Herzensanliegen und eine Freude, die Gebote Gottes zu erfüllen und ununterbrochen seinen Willen zu tun (vgl. Ps 40,8). Wie geschrieben steht: „Ich werde meine Wonne haben an deinen Geboten, die ich liebe“ (Ps 119,47).

Jeremiah konnte sagen: „Deine Worte waren vorhanden, und ich habe sie gegessen, und deine Worte waren mir zur Wonne und zur Freude meines Herzens“ (Jer 15,16). Der Prophet hat die Worte Gottes verinnerlicht und sich von Herzen darüber gefreut. Damit deutet er eine Wahrheit an, die für unser geistliches Leben von fundamentaler Bedeutung ist: Genauso wie der Körper natürliche Nahrung braucht, so muss auch der „innere Mensch“ mit geistlicher Speise versorgt werden.

Die Israeliten sollten täglich Manna sammeln und essen, um in der Wüste bestehen zu können. Für uns bedeutet das heute, dass wir uns täglich mit dem Herrn Jesus – dem Brot des Lebens – als Mensch hier auf der Erde beschäftigen sollen, so wie wir Ihn z.B. in den Evangelien sehen.

Wenn wir etwas essen, wird es dadurch zu einem Teil von uns selbst. Genauso ist es auch, wenn du dich mit dem Wort Gottes beschäftigst – es wird sozusagen zu einem Bestandteil von dir. Dein geistlicher Zustand hängt maßgeblich davon ab, wie intensiv du dich mit der Heiligen Schrift auseinandersetzt und über das Leben Jesu nachdenkst.

Einem Menschem, der unterernährt ist, fehlt Kraft und Energie. Das gilt auch für den geistlichen Bereich. Wenn du die Beschäftigung mit Gottes Wort vernachlässigst, wirst du geistlich schwach, und es fehlt dir die geistliche Energie, um etwas für den Herrn zu tun.

Es kann sogar vorkommen, dass man gar nicht merkt, dass man an geistlicher Hungersnot leidet. Laodizea sagt: „Ich bin reich und reich geworden und bedarf nichts.“ Der Herr dagegen sieht tiefer und antwortet: „Du weißt nicht, dass du der Elende und Jämmerliche und arm und blind und nackt bist“ (Off 3,17). Man kann sich also einbilden, für Gott zu leben, während man eigentlich dabei ist, geistlich zu verhungern.

Hat das Wort Gottes für dich immer noch die gleiche Frische und Anziehungskraft wie in der ersten Zeit nach deiner Bekehrung? Wann warst du das letzte Mal beim Lesen der Bibel wirklich ergriffen? Welche Priorität hat für dich die tägliche Beschäftigung mit dem Wort Gottes?

Jan Philip Svetlik

Wenig oder viel Glück?

Di, 09/04/2018 - 00:01

Bibelstellen: Philipper 4,2

Viele Menschen sind oft erstaunlich unglücklich – auch solche, die es „zu etwas gebracht haben“. In offenen und ehrlichen Momenten geben sie dies auch zu.

Goethe soll beispielsweise gesagt haben, dass, wenn er alle glücklichen Momente seines Lebens zusammenzählen würde, er nicht einmal auf einen einzigen Tag käme!

Und dabei dichtete Goethe doch:

Willst du immer weiterschweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen,
Denn das Glück ist immer da!

Das Glück ist immer da! Ja. Aber ist es für uns auch erreichbar? Gibt es etwas, woran wir uns immer freuen können?

Paulus, der im Gefängnis saß, zeigt, wo die Quelle des Glücks liegt. Paulus war ein Mann der Freude! Kann man vielleicht sogar sagen, dass, wenn man alle Augenblicke der Freudlosigkeit nach seiner Bekehrung zusammenzählen würde, man nicht einmal auf einen einzigen Tag käme? Jedenfalls schrieb er:

„Freut euch in dem Herrn allezeit! Wiederum will ich sagen: Freut euch!“ (Philipper 4,2).

Freude in dem Herrn Jesus gibt es für den Gläubigen allezeit. Und sie wird nach diesem Leben auf der Erde ununterbrochen währen und keinen Schwankungen mehr unterworfen sein.

Gerrid Setzer

Abhängigkeit im Leben Jesu (102)

Mo, 09/03/2018 - 00:01

Bibelstellen: Psalm 1,1.2

Das Wort Gottes im Herzen

„Glückselig der Mann, der … seine Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht!“ (Ps 1,1.2).

Das Wort Gottes ist dem Gläubigen in mehrfacher Hinsicht gegeben: als Licht für den Weg, als Speise für die Seele und als Waffe im Kampf. Der Sohn Gottes lebte nicht nur in einer permanenten Gebetshaltung und unter der Leitung des Geistes, sondern auch in Abhängigkeit von dem lebendigen Wort Gottes. Das Wort prägte seine Gedanken und gab Ihm Wegweisung – jeden Tag!

Bereits von Kindheit an zeigte Jesus ein Interesse an der Heiligen Schrift, das einzigartig war. Die Schriftgelehrten staunten nicht schlecht, als sie im Tempel die Fragen dieses 12-jährigen Jungen hörten. Noch mehr wunderten sie sich über die Antworten, die sie von Ihm auf ihre Fragen bekamen (vgl. Lk 2,46.47).

Als Jesus dann mit ca. 30 Jahren seinen öffentlichen Dienst antrat, kannte Er das Wort Gottes so gut, dass Er es oft auswendig zitieren konnte. Weil das Gesetz Gottes in seinem Herzen wohnte, war Er in der Lage, es zur richtigen Zeit anzuwenden, wenn Er von dem Teufel, den Schriftgelehrten oder den Pharisäern versucht wurde.

Als der Bibelausleger August van Ryn befürchtete, blind zu werden, lernte er das gesamte Neue Testament und Teile des Alten Testaments auswendig. Viele Rabbiner können heute noch das ganze Alte Testament auswendig aufsagen.  Es ist erstaunlich, was das menschliche Gehirn zu leisten imstande ist!

Welchen Wert hat das Wort Gottes für dich? Inwiefern verwirklichst du die Aufforderung von Paulus: „Lasst das Wort des Christus reichlich in euch wohnen“ (Kol 3,16)? Nimmst du dir die Zeit, um Verse, Kapitel, Briefe oder andere Bücher der Bibel auswendig zu lernen?

Jan Philip Svetlik

Sklaverei!

So, 09/02/2018 - 00:01

Bibelstellen: Joh 8,33-36

Mit dem Verbot in Mauretanien besteht seit dem Jahr 1981 in keinem Land der Erde mehr eine gesetzliche Grundlagen für Sklaverei. Die Sklaverei ist damit seit Jahrzehnten offiziell abgeschafft.

Doch es gibt eine Sklaverei, die immer noch existiert. Das Tragische dabei ist, dass sich die Sklaven dessen gar nicht bewusst sind: Es ist die Sklaverei der Sünde.

Als Jesus Christus auf der Erde lebte, behaupteten schon die Juden: „Wir sind nie Knechte gewesen.“ Doch der Herr Jesus zeigte ihnen, dass sie Knechte der in ihnen wohnenden Sünde waren.

Das gilt auch für die „modernen Menschen“ in den westlichen Ländern. Sie sind bedauernswerte Sklaven der Sünde. Das wird einem erst deutlich, wenn man ein Leben in Heiligkeit nach den Maßstäben Gottes führen will. Man kann es einfach nicht!

Doch die gute Nachricht ist: Jesus Christus, der Sohn Gottes, macht jeden frei, der an ihn glaubt.

„Sie antworteten ihm: Wir sind Abrahams Nachkommen und sind nie jemandes Knechte gewesen;  wie sagst du: Ihr werdet frei werden? Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Knecht. Der Knecht aber bleibt nicht für immer im Haus; der Sohn bleibt für immer. Wenn nun der Sohn euch frei macht, werdet ihr wirklich frei sein“ (Johannes 8,33–36).

Gerrid Setzer

Was sagt die Schrift?

Sa, 09/01/2018 - 00:01

Bibelstellen: 1. Pet 1,23.25

Wir leben in einer Zeit, in der der Respekt vor Autoritäten schwindet und in der es (fast) keine allgemeingültigen Normen und Werte mehr gibt. Alles ist erlaubt, und jeder tut das, was recht ist in seinen Augen (vgl. Ri 17,6; 21,25). Jeder ist sein eigener Herr und bestenfalls noch sich selbst verantwortlich. Das Gute wird nicht mehr gut genannt und das Böse nicht mehr böse (vgl. Jes 5,20). Und doch gibt es auch in unserer Zeit des zunehmenden Werteverfalls einen absoluten Maßstab, an dem einmal alles gemessen und beurteilt werden wird: Es ist die Bibel, Gottes unveränderliches Wort (vgl. Jes 40,8; Lk 21,33; Heb 4,12.13; 1. Pet 1,23.25). Die Bibel ist von ewiger Gültigkeit, und ihre Aussagen sind für alle Menschen verbindlich.

Um nicht ein Spielball der öffentlichen Meinung, der allgemeinen Trends und der neuesten Mode zu werden, ist es für jeden Menschen von grundlegender Bedeutung, sich an etwas zu orientieren und auszurichten, was absolut, zeitlos und unveränderlich ist. Und dies trifft allein auf das zu, was Gott, der Schöpfer und Herr, in seinem Wort sagt. Sein Wort hat Autorität und steht in Ewigkeit fest in den Himmeln (Ps 119,89). Sollten wir uns nicht in allem auf dieses Wort gründen? Es geht nicht darum, was Herr X oder Frau Y sagt, sondern was Gott sagt. Es geht auch nicht darum, was in der Gemeinde A oder in der Gemeinde B gelehrt wird, sondern es geht um die Lehre des Wortes Gottes. Und es geht auch nicht darum, wie die Gesellschaft, in der wir leben, denkt, sondern darum, wie Gott denkt.

In einer Zeit, in der jeder nach seiner Façon selig werden will und in der der Mensch seine Verfehlungen nicht mehr als Sünde erkennt, kann allein Gott dem Menschen durch sein Wort klar machen, was gut und was böse und was richtig und was falsch ist (vgl. Jer 23,29; Joh 17,17; Röm 10,17). Nur Gottes Wort ist in der Lage, dem Menschen seinen verlorenen Zustand und die Notwendigkeit der Errettung aufzuzeigen. Die wechselhaften Meinungen von Menschen können niemals die Grundlage für Fragen sein, die über das kurze Leben auf dieser Erde hinausgehen. Antworten auf diese Fragen kann uns nur derjenige geben, der selbst ewig und unveränderlich ist. Gott allein, der uns Menschen und das ganze Weltall ins Dasein rief, ist kompetent, die Fragen nach dem Woher, Wozu und Wohin des Menschen zu beantworten. Und Er hat Antworten gegeben: In seinem Wort findet der Mensch Antworten auf diese entscheidenden Fragen. Deshalb ist es heute wichtiger denn je, aufrichtig und ehrlich zu fragen: Was sagt die Schrift?

Daniel Melui

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