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Aktualisiert: vor 22 Stunden 50 Minuten

Abhängigkeit im Leben Jesu (46)

Do, 10/19/2017 - 00:01

Bibelstellen: Lk 22,31-33

Wenn der Gerechte betet

„Ich aber habe für dich gebetet, damit dein Glaube nicht aufhöre; und du, bist du einst umgekehrt, so stärke deine Brüder. Er aber sprach zu ihm: Herr, mit dir bin ich bereit, auch ins Gefängnis und in den Tod zu gehen“ (Lk 22,31–33).

Obwohl der Sohn Gottes Petrus eindrücklich warnt, widerspricht er Ihm. Nur kurze Zeit später verleugnet Petrus seinen Meister dreimal. Wie reagiert der Herr auf das Versagen seines Jüngers? Wie hätten wir reagiert? Vielleicht so: „Ich habe es dir doch vorher gesagt, aber du wolltest ja nicht hören. Jetzt sieh mal zu, wie du klarkommst.“ Doch das war nicht die Gesinnung Jesu. Wenn Er ein Werk bei uns angefangen hat, dann wird Er es auch zu Ende bringen (Phil 1,6)!

Der Herr sagt hier nicht: „Ich werde für dich beten“, sondern: „Ich habe für dich gebetet.“ Seine Fürbitte geht den Gefahren, Stürmen und Trübsalen voraus, die uns auf dem Weg „nach Hause“ begegnen. Jakobus schreibt: „Das inbrünstige Gebet eines Gerechten vermag viel“ (Jak 5,16). Wie viel mehr gilt das für das Gebet des Gerechten! Als Hoherpriester ist Er aufgrund seiner eigenen Erfahrungen vollkommen in der Lage, uns in Versuchungen zu helfen (Heb 2,18), uns ohne Straucheln zu bewahren und völlig bis ans Ende zu erretten (Jud 24; Heb 7,25). Doch wenn wir fallen, greift Er, der Gerechte, als unser Anwalt bzw. Fürsprecher ein (1. Joh 2,1).

Durch Sünde in unserem Leben verlieren wir die Freude im Herrn und die praktische Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn. Oft benutzt der Herr dann sein Wort dazu, um uns zum Selbstgericht und Bekenntnis unserer Sünden zu führen (Joh 13), damit der Vater sie vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit (1. Joh 1,9). Es ist sein Ziel, dass wir glückliche Christen sind, die das ewige Leben (Joh 17,3) in vollen Zügen genießen! Tun wir das?

Doch der Dienst Jesu als Fürsprecher oder Anwalt besteht nicht nur darin, von Sünde zu überführen, sondern auch darin, die Wurzel bzw. Ursache der Sünde aufzudecken. Er möchte uns zeigen, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass wir gefallen sind.

Die Wiederherstellung von Petrus geschah in drei Schritten:

  • Als Petrus gefallen war, blickte der Herr ihn sofort an; nicht vorwurfsvoll, sondern voller Sanftmut. Dieser Blick traf Petrus mitten ins Herz – und er weinte bitterlich (Lk 22,60). Das Bewusstsein, dass der Herr uns trotz unseres Versagens liebt, sollte auch uns zur Zerbrochenheit und Buße führen.
  • Doch der Herr Jesus ließ Petrus mit seinen Tränen nicht allein. Nach seiner Auferstehung ging Er sofort zu ihm, um mit seinem Jünger unter vier Augen zu reden (vgl. Lk 24,34; 1. Kor 15,5). 
  • Damit war die Wiederherstellung von Petrus aber noch nicht abgeschlossen. In Johannes 21 stellt der Herr Jesus ihm drei Fragen, um ihm die Wurzel seines Versagens – seinen Hochmut und sein Selbstvertrauen – deutlich zu machen. Das Wunderbare ist, dass der Sohn Gottes in diesem Gespräch den Dienstbereich seines Jüngers erweitert! Er sollte nicht nur ein Menschenfischer sein (Lk 5,10), sondern sich auch als Hirte um die Schafe Jesu kümmern.

Der Herr gab Petrus nicht auf, obwohl Er um sein Versagen wusste. Er wird auch uns nicht am Boden liegen lassen, wenn wir gefallen sind! „Denn der Gerechte fällt siebenmal und steht wieder auf“ (Spr 24,16). So groß ist seine Liebe zu uns, daß Er nicht nur für uns starb, sondern auch jetzt vom Himmel aus unermüdlich für uns tätig ist und uns auf betendem Herzen trägt!

Wie oft denken wir darüber nach, was der Herr Jesus jetzt im Himmel täglich für uns tut? Wann haben wir Ihm das letzte Mal bewusst für diesen Dienst gedankt? Halten wir Ihm heute bereitwillig unsere schmutzigen Füße hin, damit Er sie waschen kann?

Jan Philip Svetlik

Gesammelte Brocken (164)

Mi, 10/18/2017 - 00:01

Gott hat sich offenbart in der Schöpfung. Gott hat sich offenbart in seinem Wort. Die Offenbarung in dem Wort ist größer und umfassender. Seitdem es diese schriftliche Offenbarung gibt, ist die Offenbarung der Schöpfung somit in den Hintergrund getreten. Wenn du also in den Urlaub an den See oder in die Berge fährst, dann nutze deine Zeit nicht nur im Bestaunen der Schöpfung, sondern auch in der Betrachtung des Wortes Gottes.

Ein (herausragendes) Kennzeichen der Menschen in den letzten Tagen ist ihre Selbstliebe/Selbstsucht. Kein Wunder, dass solche Bücher viel gelesen werden wie: „Heirate dich selbst. Wie radikale Selbstliebe unser Leben revolutioniert.“ Die Menschen haben verlernt, was für ein Segen es ist, anderen Liebe zu zeigen und von jemand geliebt zu werden. Wie viel besser ist, in den Armen des Herrn Jesus zu ruhen, als den eigenen Schatten liebevoll zu begrüßen!

Ein kleines Mädchen malt. Plötzlich sagt sie: „Ich male jetzt Gott.“ Es geht ein bisschen hin und ein bisschen her. Schließlich nimmt sie das Papier, zerknüllt es und wirft es davon: „Das geht nicht!“ Richtig, little girl. Gott ist ein Geist, und wir sollen uns von ihm kein Bildnis machen.

„Wenn der Tod unsere Augen schließt, dann werden wir in einem Licht stehen, von welchem unser Sonnenlicht nur ein Schatten ist.“ So sagte es mal der Philosoph Arthur Schopenhauer. Doch das trifft nur auf die zu, die heute schon das Licht lieben und in diesem Licht ihre Sünden bekannt haben. Die können mit dem Psalmdichter sagen: „In deinem Licht werden wir das Licht sehen.“

Abhängigkeit im Leben Jesu (45)

Di, 10/17/2017 - 00:01

Bibelstellen: Lukas 22,31.32

Selbstvertrauen oder Gottvertrauen?

„Simon, Simon! Siehe, der Satan hat begehrt, euch zu sichten wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebetet, damit dein Glaube nicht aufhöre; und du, bist du einst umgekehrt, so stärke deine Brüder“ (Lk 22,31.32).

Zweimal ruft der Herr Petrus hier bei seinem alten Namen. Das zeigt, dass Er im Begriff steht, ihm etwas Wichtiges mitzuteilen. Es gibt sieben Begebenheiten in Gottes Wort, wo Gott Menschen zweimal bei ihrem Namen gerufen hat. Jedes Mal war es ein entscheidender Zeitpunkt in ihrem Leben. Manchmal spricht Gott auch eindringlich zu uns, indem Er uns eine Botschaft zweimal hören lässt. Haben wir eine Antenne dafür?

Vier wichtige Punkte können wir den Worten des Herrn an Petrus entnehmen:
• Er stellt Petrus die Absicht Satans vor.
• Er teilt ihm mit, dass Er für ihn gebetet hat, damit sein Glaube nicht aufhört.
• Er hat die Überzeugung, dass sein Gebet erhört wird und Petrus umkehren wird.
• Er fordert Petrus dazu auf, nach seiner Umkehr seine Brüder zu stärken.

Der Herr Jesus hat Petrus nicht „ins offene Messer laufen lassen“. Er warnte ihn vor der Absicht des Feindes. Bei Hiob lernen wir, dass alles, was in unserem Leben geschieht, eine Vorgeschichte im Himmel hat (vgl. Hiob 1). Nichts geschieht ohne Gottes Erlaubnis! Gott ist treu und wacht darüber, dass der Feind uns nichts antut, was wir nicht aushalten können (1. Kor 10,13)!

Satan hatte die Absicht, die Jünger zu sichten, wie man den Weizen nach der Ernte sichtet, wobei dieser so lange gesiebt wird, bis man alle Fremdkörper, z.B. Steine, aus dem Weizen entfernt hat. Er wollte ihr Glaubensleben so richtig durchschütteln, um zu sehen, was dann noch übrig bleibt. Bei Petrus wurde es ihm erlaubt, weil er eine wichtige, aber auch schmerzhafte Lektion lernen musste.

Petrus war der Überzeugung, dass er seinem Meister aus eigener Kraft folgen konnte. Der Herr musste sein Selbstvertrauen brechen, um ihn später im Dienst gebrauchen zu können. Das tat Er auch bei Mose, Jakob, David und Paulus, um aus ihnen nützliche Gefäße zu machen.

Wir sind sehr schnell dabei, Petrus aufgrund seines Selbstvertrauens zu verurteilen. Aber wie sieht es eigentlich in unserem eigenen Leben aus? Es wird wohl kaum jemand frei heraus zugeben, dass er denkt, dem Herrn aus eigener Kraft folgen zu können. Doch verhalten wir uns in der Praxis nicht oft so, als könnten wir es? Worauf vertrauen wir wirklich: auf unseren Verstand und unsere natürlichen Fähigkeiten oder auf die Kraft und die Leitung des Heiligen Geistes? Wie viel vertrauen wir auf finanzielle Absicherung durch den ungerechten Mammon und wie viel auf Gottes felsenfeste Verheißungen? Haben wir uns diese Fragen schon mal aufrichtig vor dem Herrn gestellt? David schreibt in Psalm 62,5: „Nur auf Gott vertraue still meine Seele, denn von ihm kommt meine Erwartung.“ Was würde es praktisch für uns bedeuten, ausschließlich auf Gott zu vertrauen? Inwiefern zeigt sich etwas von diesem Vertrauen in unserem Leben?

Jan Philip Svetlik

Die Gnade Gottes und unser Versagen

Mo, 10/16/2017 - 00:01

Bibelstellen: 2. Mose 16

Das Manna, das Brot aus dem Himmel, ist ein deutlicher Beweis der Fürsorge Gottes für sein irdisches Volk. Doch es ist in 2. Mose 16 sehr auffallend, wie diese beispiellose Gnade Gottes auf das Versagen und den Ungehorsam des Volkes trifft.

Das Volk offenbart seine Unzufriedenheit, indem es sich – gerade aus der Knechtschaft Ägyptens befreit – nach den Fleischtöpfen und dem Brot Ägyptens zurücksehnt. Gott antwortet in Gnade und gibt das Manna vom Himmel. Nur zwei Verbote waren mit dieser Himmelsspeise verknüpft.

Erstens sollten sie nichts davon bis zum anderen Morgen übrig lassen. „Aber sie hörten nicht auf Mose, und einige ließen davon übrig bis an den Morgen; da wuchsen Würmer darin, und es wurde stinkend.“ Doch die Gnade Gottes hörte nicht auf. Sie sammelten weiter „Morgen für Morgen“ auf und es war immer genug für alle da.

Zweitens sollten sie am sechsten Tag für den Sabbat mit sammeln. Am Sabbat sollten sie nicht sammeln, es würde auch nichts da sein. „Und es geschah am siebten Tag, dass einige von dem Volk hinausgingen, um zu sammeln, und sie fanden nichts.“ Hielt Gott jetzt seine Gnade zurück? Nein, er versorgte sie weiter, „40 Jahre, bis sie in ein bewohntes Land kamen“.

Ist das nicht ein Bild unserer Geschichte? Trifft nicht auch in unserem Leben die Gnade Gottes so oft auf unseren Ungehorsam? Doch „seine Erbarmungen sind nicht zu Ende, sie sind alle Morgen neu, deine Treue ist groß“ (Klgl 3,23).

Unser Ungehorsam ist immer mit Verlust verbunden. Das bis zum anderen Morgen aufbewahrte Manna war nicht mehr genießbar. Wenn wir in dem Manna ein Bild von dem Herrn Jesus, dem „Brot des Lebens“, sehen (vgl. Joh 6), dann zeigt uns dieses Bild, dass wir durch unseren Ungehorsam den Genuss an seiner Person verlieren. Dieser Zustand kann nur durch ein aufrichtiges Bekenntnis beendet werden.

Aber unser Versagen ändert nichts daran, dass die Gnade Gottes weiter fließt. Er denkt weiter in seiner Fürsorge und Treue an uns und wartet darauf, dass wir zu ihm umkehren. Dann wird uns die Freude unseres Heils wiederkehren durch den Genuss der Gemeinschaft mit unserem Herrn Jesus … „bis wir in ein bewohntes Land kommen.“

Marco Leßmann

Schlechte Erziehungsarbeit?

So, 10/15/2017 - 00:01

Bibelstellen: 1. Mose 18,19

„Denn ich habe ihn erkannt, dass er seinen Kindern und seinem Haus nach ihm befehle, damit sie den Weg des Herrn bewahren, Gerechtigkeit und Recht auszuüben, damit der Herr auf Abraham kommen lasse, was er über ihn geredet hat“ (1. Mo 18,19).

Hier wird Abraham eine gute Erziehungsarbeit durch Gott selbst attestiert. Er hat seinen Kindern befohlen, das Rechte zu tun.

Ein Bruder betonte einmal anhand dieser Bibelstelle auf einer Bibelkonferenz, wie wichtig die rechte Erziehung sei. Besonders Wert legte er darauf, dass dann, wenn Kinder böse Wege gehen, es auf eine (schlechte) Erziehung hinweisen würde. Es wurde ihm entgegnet: „Auch Abraham hatte einen Ismael!“ Dieser Ismael war unbändig und störrrisch wie ein Wildesel (1. Mo 16,12). Und das trotz der nachweislich guten Erziehungsarbeit seines glaubensstarken Vaters Abraham.

Bemerkenswert ist in dieser Verbindung auch die Stelle in Jesaja 1,2: „Hört, ihr Himmel, und horche auf, du Erde! Denn der Herr hat geredet: Ich habe Kinder großgezogen und auferzogen, und sie sind von mir abgefallen.“ Hier spricht Gott selbst. Er hat Kinder großgezogen: sein Volk Israel. Und was geschah? Die Kinder fielen von ihm ab und wählten böse Wege. Gottes „Erziehungsarbeit“ war sicher vollkommen, und doch folgten viele aus seinem Volk seinen guten Befehlen nicht.

Das sollte uns doch alles vorsichtig machen, die Erziehung anderer leichthin zu hinterfragen oder gar anzuprangern, wenn deren Kinder böse Wege gehen. Kinder sind eigene Persönlichkeiten, die in der Verantwortung stehen, das im Elternhaus Gehörte aufzunehmen und Gottes Wort zu befolgen – doch leider zeigen nicht alle den wünschenswerten Glauben und Gehorsam. Manche werfen sogar alles Gute entschieden über Bord, das sie von Kindesbeinen an gehört haben.

Dass man als Eltern selbstkritisch sein sollte, ist natürlich klar. Es geht aber jetzt um die Kritik an anderen, die auf den Ergebnissen der Erziehungsarbeit basiert. Und da sollten wir große Vorsicht walten lassen und nicht Dinge beurteilen, die wir nicht beurteilen können.

Gerrid Setzer

Verschiedene Stunden

Sa, 10/14/2017 - 00:01

Bibelstellen: Lukas 22,44-46

„Und es kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. Und die Sonne verfinsterte sich, der Vorhang des Tempels aber riss mitten entzwei. Und Jesus … verschied“ (Lk 22,44–46).

Als der Herr in dem Garten gefangen genommen wurde, erkannte er diesen Moment als die Stunde der Gewalt der Finsternis. Darin war der Mensch die Hauptfigur – der Mensch nahm ihn und kreuzigte ihn, und der Mensch erwies dieses Wort als wahr: „Dies ist eure Stunde und die Gewalt der Finsternis“ (Lk 22,53). Der Mensch gestaltete die Umstände, so wie es ihm gefiel; und so ging es weiter bis zu den drei Stunden der Finsternis von der sechsten bis zur neunten Stunde, in denen Gott Gott der Handelnde war, ihn zerschlug und seine Seele zu einem Schuldopfer machte (Jes 53,10).

Es ist sehr wichtig, dass wir die Besonderheiten dieser Stunden erkennen. Das ganze Leben hindurch hatte das Angesicht seines Vaters sich auf ihn, seinen Sohn, gerichtet. Aber nun war er gemäß den Prophezeiungen Gottes Lamm.

Und sofort wurde er der Sieger. Gott wartete nicht bis zur Auferstehung, den Tod Jesu anzuerkennen! Er brachte seine Anerkennung durch das Zerreißen des Vorhangs zum Ausdruck. Dies war Gottes privates Siegel, und es wurde verwendet vor dem dritten Tag, als dann das öffentliche Siegel der Auferweckung benutzt wurde.

Jesus tat den Willen Gottes in zweierlei Hinsicht. Während seines Lebens war es seine Aufgabe, Finsternis in Licht zu verwandeln – das war der Wille des Vaters für ihn, während er ein lebender Diener war. Als sterbendes Opfer tat er den Willen Gottes im Gericht, und dem Gericht war Genüge getan, als er seinen Geist aufgab. Danach, nachdem er sowohl durch die Stunde des Menschen als auch durch die Stunde Gottes gegangen war, sehen wir ihn in Auferstehung in seiner eigenen Stunde. Seine eigene Stunde ist die Ewigkeit! Wie glücklich werden wir in seiner Gemeinschaft sein, wenn wir eine herrliche und innige Ewigkeit mit Jesus verbringen.

J.G. Bellet

Der Glaube Amrams und Jokebeds

Fr, 10/13/2017 - 00:01

Bibelstellen: Hebräer 11,23; 2. Mose 2; Apostelgeschichte 7

Die Zeit, in der Amram und Jokebed Mose bekamen, konnte ungünstiger nicht sein. Einst war Jakob mit seinen Familien nach Ägypten gekommen und wohnte im Land Gosen. Damals standen sie in der Gunst des Pharaos. Doch nun hatte sich das Blatt gewendet. Joseph war gestorben und das Volk war gewachsen und zahlreich geworden und der neue Pharao, der Joseph nicht kannte, sah in ihnen eine Gefahr für sein Volk (2. Mo 1,6–10). Mit List und Härte machte er dem Volk Israel das Leben bitter und zwang sie zu schwerer Arbeit. Doch alle Härte nützte nichts – das Volk vermehrte sich noch mehr (1. Mo 1,12.13). Dann begann der Pharao, sich nach den Kindern auszustrecken: Gebar eine Frau eine Tochter, so durfte sie leben. War es aber ein Sohn, so musste er sterben.

„In dieser Zeit“, so beginnt Stephanus seinen Bericht, „wurde Mose geboren“ (Apg 7,20). Es mag sicherlich viele rationale Gründe gegeben haben, gerade in dieser Zeit kein Kind „in die Welt zu setzen“. Wenn auch diese Gefahren nicht zu jeder Zeit im gleichen Maß und in der gleichen Art bestehen, so ist es doch immer derselbe Glaube an denselben Gott, der diese Gefahren überwinden und in Gott Mut und Kraft schöpfen darf. Die Eltern Moses sahen, dass das Kind schön war (Heb 11,23), „schön für Gott“ (Apg 7,20). Daher fürchteten sie das Gebot des Königs nicht. Schon in Amram und Jokebed sehen wir den wunderbaren Glauben, der sich später auch in dem Leben Moses zeigen sollte. Der Glaube, der einen über das Sichtbare schauen lässt und einen in unsichtbare, geistliche Realitäten vertrauen lässt.

Amram und Jokebed sahen, dass das Kind schön war und verbargen es für drei Monate (2. Mo 2,2). Stephanus sagt zu dieser Zeit, dass Mose im Haus des Vaters aufgezogen wurde (Apg 7,20). Als das schließlich nicht mehr möglich war, geht der Glaube der Eltern einen Schritt weiter und setzt Mose in einem Schilfkörbchen auf dem Nil aus. Ihr Glaube wird belohnt, und Gott in seiner Güte führt alles so, dass die Eltern erneut ihr Kind für eine Zeit bekommen. Doch dann kam schließlich die Zeit, in der Mose aus dem Haus gegeben werden musste, um in den Palast der Tochter des Pharaos zu kommen (2. Mo 2,10) und in aller Weisheit der Ägypter unterwiesen zu werden (Apg 7,22).

Wir lernen daraus, dass es eine „Zeit des Verbergens“, eine Zeit im Haus gibt. In dieser Zeit dürfen wir die uns von Gott gegebenen Kinder aufziehen. Doch es gibt auch eine „Zeit des Loslassens“, eine Zeit, in der wir keinen oder wenig Einfluss auf die Entwicklung unserer Kinder haben, sie dennoch Gott anvertrauen dürfen.

Die ersten Jahre Moses waren von Seiten Amrams und Jokebeds von zwei Tätigkeiten bestimmt: verbergen und erziehen. Im Grunde beschreibt das treffend die Tätigkeiten, die Gott in unsere Verantwortung als Eltern gelegt hat. Wir Eltern sind „Hirten der Herzen“ unserer Kinder. Weder erziehen wir Dressurpferde noch pawlowsche Hunde, sondern Kinder mit einem Herz. Wie sich unsere Kinder einmal verhalten, wie sie sich im Leben entscheiden, wird von ihrem Herzen abhängen (Sp 4,23; Mk 7,21). Amram und Jokebed verbargen Mose vor dem Pharao, der den Tod ihres Sohnes wollte. In gleicher Weise will Satan, der Fürst dieser Welt, den geistlich-moralischen Tod unserer Kinder. Unsere Kinder brauchen hier geistliche und gottesfürchtige Eltern, die ihre Kinder vor den weltlichen Einflüssen „verbergen“.

Weiterhin wurde Mose im Haus seines Vaters aufgezogen. „Verbergen“ und „erziehen“ gehören unbedingt zusammen. Einmal schützen wir das Herz unserer Kinder, und dann dürfen wir es aber auch füllen. Wie viel Zeit Mose im Haus seiner Eltern insgesamt verbracht hat, können wir nicht genau sagen. Nach drei Monaten musste Jokebed das Kind aussetzen. Von der Tochter des Pharaos beauftragt, das Kind zu stillen, konnte Mose durch die Güte Gottes noch weiter im Haus seiner Eltern bleiben, bis er „groß wurde“ und seine Mutter ihn zur Tochter des Pharaos brachte (2. Mo 2,10). Da Kinder damals länger als heute gestillt wurden, müssen wir davon ausgehen, dass Mose kein Säugling mehr war, sondern eher ein Kleinkind.

Auch wie genau die Eltern diese Zeit genutzt haben, wissen wir nicht. Schauen wir aber in das Leben Moses hinein, so kommen wir doch nicht umhin, den Samen dafür genau in dieser Zeit im Haus seiner Eltern zu sehen.

Mose kam also an den Palast, wo er der Tochter des Pharaos „zum Sohn“ wurde. Damit änderte sich sein Leben radikal. Gehörte er einst zu diesem verhassten Volk, gehörte er nun zu den Privilegiertesten des Landes. Eine wunderbare und herrliche Zukunft lag vor ihm. In aller Weisheit der Ägypter unterwiesen, wurde Mose bald mächtig in Worten und Werken (Apg 7,22). Trotz allen Luxus, aller Zerstreuung und aller Beschäftigung kam aber doch etwas in seinem Herzen auf, was ihn zu Glaubenstaten brachte.

Auf der einen Seite war die privilegierte Stellung als Sohn der Tochter des Pharaos und all die Schätze Ägyptens, auf der anderen Seite ein verachtetes und angefeindetes Volkes Israel. Auf der einen Seite Ruhm, Ehre und Luxus, auf der anderen Verachtung, Entbehrung und Feindschaft. So mag das Auge des Unglaubens die Dinge gesehen und bewertet haben. Doch der Glaube Moses bringt ihn dazu, die Dinge in ihrem wahren Licht zu sehen und entsprechend zu handeln. Der Glaube Moses überwindet das Zeitliche, Sichtbare und Vergängliche und lässt ihn auf das Ewige, Unsichtbare und Bleibende schauen. Durch den Glauben verstand Mose, dass dieses Volk Gottes Volk war, dem Gottes Verheißungen galten. Nicht Ägypten, sondern Israel gehörte die Zukunft. Mose wollte lieber eine Zeit mit diesem Volk Gottes Ungemacht leiden, als sich an dem zeitlichen Genuss der Sünde zu ergötzen.

Als Kind verbargen die Eltern Moses ihn vor dem feindlichen System Ägyptens, solange sie konnten. Doch nun wendet der erwachsene Mose sich selbst von diesem System mit allen Konsequenzen ab. Und dürfen wir in Bezug auf die Wahl Moses für das Volk Gottes nicht auch den Samen in der Erziehung im Elternhaus sehen?

Wenn Gott uns Kinder anvertraut hat, dann haben wir die Verantwortung, unsere Kinder zu verbergen und zu erziehen. Wir wollen sie einerseits schützen und andererseits Christus ihnen großmachen. Es gibt eine „Zeit des Verbergens“. Es ist beachtenswert, dass Mose erst dann ausgesetzt wurde, als es nicht mehr anders ging (vgl. 2. Mo 2,3). Da in Deutschland die allgemeine Schulpflicht gilt, ist dieser Punkt spätestens mit dem 6. Lebensjahr gekommen. Auch wenn es heute ganz normal und vernünftig erscheint, seine Kinder schon früher in fremde Obhut zu geben, wollen wir als gottesfürchtige Eltern die uns von Gott gegebene Verantwortung wahrnehmen und nicht delegieren. Was unsere Verantwortung als Eltern angeht, so wollen wir alles daransetzen, in den Herzen unser Kinder einen Samen zu pflanzen, der einmal dahingehend aufgeht, dass unsere Kinder, trotz aller Annehmlichkeiten, die diese Welt zu bieten hat, sich weigern, mit ihr in irgendeiner Weise verbunden zu sein. Mögen sie einmal glaubensvoll wählen, jetzt in dieser Welt die Schmach des Christus zu tragen, um schließlich einmal mit Ihm verherrlicht zu erscheinen. Von Gott haben wir unsere Kinder bekommen – für Ihn wollen wir sie erziehen.

Friedemann Werkshage

Leiden des Herrn an Geist, Seele und Leib

Do, 10/12/2017 - 00:01

Bibelstellen: Johannes 13,21; Johannes 11,33.34

Der Herr Jesus wurde wahrer Mensch nach Geist, Seele und Leib (vgl. 1. Thes 5,23). Als Mensch war er der „Mann der Schmerzen“ und mit Leiden vertraut (Jes 53,3). Während seines Erdenlebens litt er in jedem Bereich seines Menschseins. Er litt in seinem Geist, in seiner Seele und in seinem Leib.

Folgende Verse sind Beispiele seiner Leiden an Geist, Seele und Leib:

Er litt im Geist:

  • „Als nun Jesus sie weinen sah und die Juden weinen, die mit ihr gekommen waren, seufzte er tief im Geist und erschütterte sich und sprach: Wo habt ihr ihn hingelegt?“ (Joh 11,33.34).
  • „Als Jesus dies gesagt hatte, wurde er im Geist erschüttert und bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich überliefern“ (Joh 13,21).

Er litt in der Seele:

  • „Dann spricht er zu ihnen: Meine Seele ist sehr betrübt, bis zum Tod; bleibt hier und wacht mit mir“ (Mt 26,38; vgl. Mk 14,34; Joh 12,27).
  • „Denn satt ist meine Seele von Leiden, und mein Leben ist nahe am Scheol“ (Ps 88,4).

Er litt im Körper:

  • „Und sie spien ihn an, nahmen den Rohrstab und schlugen ihm auf das Haupt. Und als sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus und zogen ihm seine Kleider an; und sie führten ihn weg, um ihn zu kreuzigen“ (Mt 27,30.31).
  • „Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf“ (Jes 53,7).

Viele Leiden, die der Herr erduldete, besonders des Geistes und der Seele, können wir gar nicht oder nicht in dem Maß nachempfinden, wie sie der Herr empfand. Das liegt daran, dass wir sündige Menschen mit von der Sünde beeinträchtigten und abgestumpften Gedanken und Empfindungen sind. Aber er war gänzlich sündlos (2. Kor 5,21; 1. Pet 2,22; 1. Joh 3,5). Er hatte reine Gedanken und reine Empfindungen. Jedes Leid, das er bei anderen sah oder selbst erfuhr, berührte ihn zutiefst und schmerzte ihn in seinem Innersten.

Doch in allen Leiden, die ihn trafen, zeigte er seine Vollkommenheit und verherrlichte er Gott (vgl. Heb 2,10). Den Höhepunkt seiner Leiden sehen wir am Kreuz von Golgatha in den drei Stunden der Finsternis. In diesen Stunden litt er der Sünde wegen von der Hand eines heiligen und gerechten Gottes (vgl. 2. Kor 5,21; 1. Pet 3,18). In diesen Stunden hat er Gott verherrlicht wie nie zuvor (vgl. Eph 5,2) Durch sein Leiden und Sterben am Kreuz von Golgatha hat er eine ewige Erlösung erfunden (Heb 9,12). Dafür sei sein herrlicher Name gelobt und gepriesen – jetzt und in alle Ewigkeit!

Daniel Melui

Gesammelte Brocken (163)

Mi, 10/11/2017 - 00:01

Was für einen Sinn hat es eigentlich, der reichste Mann auf dem Friedhof zu sein?

Versäume nicht, das Gute in deinem Leben zu sehen! Nicht, dass du am Ende sagen wirst: „Ich hatte ein wunderbares Leben. Hätte ich das nur früher gewusst.“

Wer in der Zeit die Ewigkeit verdrängt, der wird in Ewigkeit über die Zeit nachdenken, die er nicht genutzt hat.

Viele Menschen versuchen, die Welt neu zu programmieren, aber sie kennen alle den Quellcode nicht.

Unsere Lebensrechnung kann keine gute Ergebnisse bringen, wenn wir den Faktor Allmacht Gottes außer Acht lassen. (Nach Manfred Paul)

Es heißt in der Schrift: „Wie deine Tage, so deine Kraft“, und nicht: „Wie deine Kraft, so deine Tage.“ Denn das wäre genau das Jammerlied auf der Drehorgel des Teufels. (Nach M. Paul)

Wer sich selbst rechtfertigt, wird verurteilt. Wer sich selbst verurteilt, der wird gerechtfertigt.

Wir müssen die Dreifaltigkeit Gottes mit heiliger Einfalt annehmen.

Wenn der Morgenstern am Himmel aufgeht, wird er dann den Morgenstern in deinem Herzen antreffen? (Off 22; 2. Pet 1).

Simson und Delila

Di, 10/10/2017 - 00:01

Bibelstellen: Richter 16

In Richter 16 werden uns vier Begebenheiten geschildert, in denen Delila versucht, Simson das Geheimnis seiner großen Kraft zu entlocken (Ri 16,4–22). Wenn wir diese vier Begebenheiten miteinander vergleichen, stellen wir Folgendes fest:

Simson gibt Schritt für Schritt das Geheimnis seiner großen Kraft preis.

• „Und Simson sprach zu ihr: Wenn man mich bände mit sieben frischen Sehnen, die nicht ausgetrocknet sind, so würde ich schwach werden und würde sein wie ein anderer Mensch“ (Ri 16,7).
• „Und er sprach zu ihr: Wenn man mich festbände mit neuen Stricken, mit denen keine Arbeit geschehen ist, so würde ich schwach werden und würde sein wie ein anderer Mensch“ (Ri 16,11).
• „Und er sprach zu ihr: Wenn du die sieben Flechten meines Hauptes mit dem Gewebe verwebtest …“ (Ri 16,13).
• „Und er tat ihr sein ganzes Herz kund und sprach zu ihr: Kein Schermesser ist auf mein Haupt gekommen, denn ein Nasir Gottes bin ich von Mutterleib an; wenn ich geschoren würde, so würde meine Stärke von mir weichen, und ich würde schwach werden und würde sein wie alle Menschen“ (Ri 16,17).

Simson fällt es immer schwerer, sich aus den Fängen der Philister zu befreien.

• „Und sie sprach zu ihm: Philister über dir, Simson! Da zerriss er die Sehnen, wie eine Schnur von Werg zerreißt, wenn sie Feuer riecht; und seine Stärke wurde nicht bekannt“ (Ri 16,9).
• „Und sie sprach zu ihm: Philister über dir, Simson! Es saßen aber Auflaurer im Gemach. Und er riss sie von seinen Armen wie einen Faden“ (Ri 16,12).
• „Und sprach zu ihm: Philister über dir, Simson! Da wachte er auf von seinem Schlaf und riss den Webepflock und das Gewebe heraus“ (Ri 16,14).
• „Und sie sprach: Philister über dir, Simson! Da wachte er auf von seinem Schlaf und dachte: Ich werde davonkommen wie die anderen Male und mich freischütteln. Er wusste aber nicht, dass der Herr von ihm gewichen war. Und die Philister griffen ihn und stachen ihm die Augen aus“ (Ri 16,20.21).

Simson verliert seine Wachsamkeit und schläft ein.

• „Und sie sprach zu ihm: Philister über dir, Simson! Da zerriss er die Sehnen, wie eine Schnur von Werg zerreißt, wenn sie Feuer riecht; und seine Stärke wurde nicht bekannt“ (Ri 16,9).
• „Und sie sprach zu ihm: Philister über dir, Simson! Es saßen aber Auflaurer im Gemach. Und er riss sie von seinen Armen wie einen Faden“ (Ri 16,12).
• „Und sprach zu ihm: Philister über dir, Simson! Da wachte er auf von seinem Schlaf und riss den Webepflock und das Gewebe heraus“ (Ri 16,14).
• „Und sie sprach: Philister über dir, Simson! Da wachte er auf von seinem Schlaf und dachte: Ich werde davonkommen wie die anderen Male und mich freischütteln. Er wusste aber nicht, dass der Herr von ihm gewichen war“ (Ri 16,20)

Wenn wir als Gläubige mit der Welt (auch der religiösen Welt) liebäugeln und auf ihre „Reize“ eingehen, werden wir immer mehr das preisgeben, was uns als Christen auszeichnet. Zudem wird es uns immer schwerer fallen, uns von der Welt zu trennen. Auch unsere Wachsamkeit wird abnehmen, und wir werden in Gefahr stehen, in einen geistlichen Schlaf zu fallen (vgl. Eph 5,14).

Nachdem Simson sein Geheimnis schließlich verraten hatte, erkannte Delila sofort, dass er ihr sein ganzes Herz kundgetan hatte (Ri 16,18; vgl. Jona 1,10). Wir können sicher sein: Die Welt wird sofort erkennen, wenn wir in unserer Absonderung von der Welt und in unserer Hingabe an Christus nachlässig geworden sind. Dies sollte uns als Ansporn dienen, stets wachsam zu sein und auf den Herrn zu blicken (vgl. 1. Kor 16,13; 1. Thes 5,6; 1. Pet 5,8)!

Daniel Melui

Thema Heiligung - Fragen und Antworten

Mo, 10/09/2017 - 00:01

Bibelstellen: 1. Pet 1,2; Heb 3,1; 2. Tim 2,21; Heb 10,10.14; Eph 5,26; 1. Thes 2,10; Joh 17,17; 1. Pet 1,15; 1. Kor 1,2; 1. Kor 6,11; Apg 26,18; Joh 17,19; 1. Thes 5,23; Heb 13,12; 1. Thes 4,3; Heb 12,14; 1. Pet 2,9

Fragen

1.) Was bedeutet der Begriff „Heiligung“?
2.) Suche Stellen aus der unten genannten Aufzählung heraus, die zeigen, dass wir ein für alle Mal geheiligt worden sind.
3.) Suche Stellen aus der unten genannten Aufzählung heraus, die zeigen, dass die Heiligung ein ständiger Prozess ist.
4.) Was musste für uns geschehen, damit wir der Stellung nach Gott geheiligt werden können, und welche Bibelstelle belegt das?
5.) Was musste an uns geschehen, damit wir der Stellung nach für Gott geheiligt werden können, und welche Bibelstelle belegt das?
6.) Was müssen wir tun, damit wir ein für alle Mal geheiligt werden, und welche Bibelstelle belegt das?
7.) Durch was für ein Instrument werden wir in unserem praktischen Leben geheiligt? Nenne drei Bibelstellen, die das zeigen.
8.) Wie ist Hebräer 10,29 zu verstehen? Was ist hier mit „Heiligung“ gemeint?
9.) Was kannst du konkret tun, um als Heilige(r) auch wirklich und vermehrt heilig zu leben? Wirst du einen Zustand der völligen Sündlosigkeit auf der Erde erreichen?
Bibelstellen zum Thema Heiligung (oder Heiligkeit): 1. Pet 1,2; Heb 3,1; 2. Tim 2,21; Heb 10,10.14; Eph 5,26; 1. Thes 2,10; Joh 17,17; 1. Pet 1,15; 1. Kor 1,2; 1. Kor 6,11; Apg 26,18; Joh 17,19; 1. Thes 5,23; Heb 13,12; 1. Thes 4,3; Heb 12,14; 1. Pet 2,9

Antworten

1.) Es geht darum, Dinge oder Person für Gott beiseitezustellen oder zu reservieren. „Trennung“ und „Absonderung“ sind auch passende Begriffe. Es geht nicht einfach nur darum, immer sündloser zu werden. Siehe zu dem Begriff: 1. Mose 2,3; Johannes 17,19; 1. Petrus 3,15.
2.) 1. Pet 1,2; 2,9; Heb 3,1; 10,10.14; 13,12; 1. Kor 1,2; Kor 6,11; Apg 26,18.
3.) 2. Tim 2,21; Eph 5,26; 1. Thes 2,10; 4,3; 5,23; Joh 17,17.19; 1. Pet 1,15; Heb 12,14.
4.) Christus musste sein Blut vergießen (Heb 13,12), seinen Leib opfern (Heb 10,10).
5.) Gottes Geist musste uns heiligen (indem uns neues Leben, das durch Gehorsam gekennzeichnet ist, und der Heilige Geist geschenkt wurde), 1. Pet 1,2.
6.) Wir müssen glauben (Apg 26,18).
7.) Durch das Wort Gottes (Joh 17,17.19; Eph 5,26).
8.) Einige Verse vorher wird gesagt, dass die, die geheiligt werden, auf immerdar vollkommen gemacht sind (Heb 10,14). Für sie kann es keine göttliche Strafe mehr geben, von der in Hebräer 10,29 die Rede ist. Also muss „geheiligt“ in Hebräer 10,29 anders zu verstehen sein. Es geht nicht um eine innere (beständige) Heiligung, sondern nur um eine äußere. So etwas finden wir auch in 1. Korinther 7,14: Dort wird gesagt, dass der ungläubige Mann oder die ungläubige Frau durch den gläubigen Ehepartner geheiligt ist. Das zeigt, dass Ungläubige in einem gewissen Sinn geheiligt sein können: äußerlich getrennt vom Schlechten und im Bereich des Segens sich befindend. So waren die Namenschristen, um die es in Hebräer 10,29 geht, getrennt von der jüdischen Religion und genossen äußerlich die Segnungen des Christentums. Wenn sie sich nun davon wieder abwandten, dann blieb für diese Namenschristen nur Gericht übrig.
9.) Wir können die Bibel lesen und uns die Ansprüche Gottes an die Heiligen bewusst machen; außerdem darf unser Blick auf Christus in der Herrlichkeit gerichtet sein. Einen Zustand der Sündlosigkeit im absoluten Sinn werden wir nicht erreichen, da die Sünde in uns wohnen bleibt, solange wir auf der Erde sind (1. Joh 1,8). Für unser praktisches Leben gilt, dass wir (leider) alle oft straucheln (Jak 3,1) – obwohl es keinerlei Zwang mehr zum Sündigen für uns gibt und wir das nicht als Ausrede gebrauchen sollten.

Gerrid Setzer

Das tat Er für uns

So, 10/08/2017 - 00:01

Bibelstellen: Hebräer 2,9

Der Herr Jesus hat am Kreuz von Golgatha das große und schwere Erlösungswerk vollbracht. Er hat getan, was kein anderer tun konnte: Er hat sich selbst für uns hingegeben als Darbringung und Schlachtopfer, Gott zu einem duftenden Wohlgeruch (Eph 5,2).

Um Menschen erlösen zu können, musste der Herr Jesus selbst Mensch werden. Nur als Mensch konnte Er für Menschen sterben. „Weil nun die Kinder Blutes und Fleisches teilhaftig sind, hat auch er in gleicher Weise daran teilgenommen“ (Heb 2,14). Aber Er war anders als alle anderen Menschen: Er war der Mensch ohne Sünde, der zweite Mensch vom Himmel und der letzte Adam (1. Kor 15,45.47). Wir halten fest: Er wurde für uns Mensch!

Um Menschen vom ewigen Gericht Gottes befreien zu können, musste der Herr Jesus selbst ins Gericht Gottes gehen. In den drei Stunden der Finsternis hat Er das Gericht getragen, das wir verdient hatten (vgl. Jes 53,5.6; 1. Pet 3,18). Auf dem Holz trug Er unsere Sünden an seinem Leib (1. Pet 2,24). Dort wurde Er, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht (2. Kor 5,21). Wir halten fest: Er ging für uns und unsere Sünden ins Gericht Gottes!

Um Menschen vom ewigen Tod retten zu können, musste der Herr Jesus selbst in den Tod gehen. Er starb, damit wir nicht sterben müssten. Er, der gänzlich ohne Sünde war, erlitt am Kreuz den Lohn der Sünde, den Tod (Röm 6,23). Durch Gottes Gnade schmeckte Er für alles den Tod (Heb 2,9). Wir halten fest: Er starb für uns!

Um Menschen den Himmel öffnen zu können, ist der Herr Jesus nach vollbrachtem Erlösungswerk als Mensch in den Himmel zurückgekehrt (Apg 1,9.11). Dort hat Er sich als Mensch zu Rechten Gottes gesetzt (Heb 1,3; 8,1; 10,12; 12,2). Mit seiner Rückkehr in den Himmel als Mensch ist der Himmel nun auch für Menschen geöffnet. Bald wird Er wiederkommen, um uns zu sich zu nehmen, damit, wo Er ist, auch wir sind (Joh 14,2.3). Wir halten fest: Er ging für uns als Mensch in den Himmel!

Wenn wir überdenken, wie viel Er für uns getan hat, dann müssen wir mit dem Liederdichter ausrufen:

Wie viel hast Du für uns getan!
Wir beten dankend, Herr, Dich an.

Daniel Melui

Rechtfertigung und Annahme bei Gott (01)

Sa, 10/07/2017 - 00:01

Bibelstellen: Hebräer 12,22-24; 10,19-22; Epheser 2,18; 3,12; Offenbarung 7,9-14; 5; Hebräer 9,11-14

Das erste Ergebnis des Werkes Christi, das uns den Wert dieses Werkes zeigt, ist die Art und Weise, wie es uns in die Nähe Gottes bringt. Dieses Werk ist nicht nur das Mittel, das uns schon jetzt unsere ewige Annahme vor Gott sichert, sondern es gewährt uns auch dasselbe Recht und den Genuss (entsprechend dem Maß unseres Glaubens) an demselben bevorrechtigten Zugang zu seiner Gegenwart, den wir später als Heilige in der Herrlichkeit haben werden. Damit erübrigt sich auch die Vorstellung, die glücklicherweise von den meisten Christen abgelehnt wird, dass wir bis zum Tag des Gerichts warten müssen, um zu wissen, wie es um unsere Beziehung zu Gott in dieser Zeit und in der Ewigkeit steht.

Es ist jedoch zu befürchten, dass unter den evangelikalen Christen zwar allgemein anerkannt wird, dass unsere Annahme bei Gott eine Sache ist, die wir schon hier durch den Glauben an das Wort Gottes und das Zeugnis des Geistes kennen dürfen, dass es aber trotzdem mehr oder weniger an dem Verständnis über die Gewissheit mangelt, mit der das Wort Gottes hierüber spricht, nämlich dass die Seele, nachdem sie einmal zu Gott gekommen ist, bei Ihm angenommen ist, bei dem in Ewigkeit keine Veränderung ist noch der Schatten eines Wechsels.

Wir werden sehen, dass Christus bereits für uns persönlich und für unsere Sünden durch das Gericht Gottes gegangen ist und dass wir infolgedessen bereits zu Gott gebracht sind und von Ihm angenommen sind, statt dass wir noch auf den Gerichtstag warten müssen. Denn nachdem Christus dieses Gericht völlig erduldet hat, als Er am Kreuz litt, bleibt für die, die glauben, nichts mehr zu tun übrig. Deshalb sagt der Apostel Petrus: „Christus hat einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führe, getötet nach dem Fleisch“ (1. Pet 3,18). Dieses Leiden des Gerechten für die Ungerechten, „einmal für Sünden“, nicht in seinem Leben, sondern in seinem Tod, ist es, was die Frage der Sünde beantwortet und geordnet hat, indem Er unter der Hand Gottes alles, was nötig war, erduldet hat. Das befähigte Ihn, der so gelitten hat, uns zu Gott zu bringen. Und Gott hat uns bereits angenommen aufgrund des Anrechts, dass Christus so erlangt hat, uns vor Gott darzustellen. Denn Er nahm unseren Platz vor Gott ein und trug das, was uns zustand, damit wir im Gegenzug dazu das bekämen, was Ihm und seinem Wert zustand, anstelle von ewigem Elend, dem gerechten Lohn unserer Sünde. So bringt Er uns zu Gott gemäß dem Wert dessen, was Er für uns getan und gelitten hat.

In Hebräer 12 zieht der Apostel Paulus einen Vergleich zwischen dem Gesetz und dem Evangelium – dem Berg Sinai mit seinem Gericht und dem Segen des Christentums –, indem er sagt: „Ihr seid nicht gekommen zu dem Berg Sinai“ mit seinen Flüchen und seiner Verdammnis, sondern „ihr seid gekommen zum Berg Zion und zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem; und zu Myriaden von Engeln, der allgemeinen Versammlung; und zu der Versammlung der Erstgeborenen, die in den Himmel angeschrieben sind; und zu Gott, dem Richter aller; und zu den Geistern der vollendeten Gerechten; und zu Jesus, dem Mittler eines neuen Bundes; und zu dem Blut der Besprengung, das besser redet als Abel“ (Heb 12,22-24). Der Apostel zeigt damit, dass wir, ohne warten zu müssen, bis wir tatsächlich verherrlicht sind, schon jetzt in den Besitz all dieser Segnungen gebracht sind; dass wir schon jetzt ein vollkommenes Anrecht darauf haben. Daher befähigt uns der Glaube zu sagen, dass uns aus Gottes Sicht diese Rechte und Vorzüge bereits gehören, denn sie sind uns bereits vorgestellt worden, und wir sind durch den Glauben darin eingeführt worden. Und sie beinhalten alle Ehren und Herrlichkeiten und Segnungen der Erlösten. Doch wir sind nicht nur bereits heute zu dem Berg Zion gebracht und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, zu den Myriaden von Engeln, der allgemeinen Versammlung und zu der Versammlung der Erstgeborenen, die in den Himmel angeschrieben sind, sondern durch Jesus, den Mittler des neuen Bundes; und durch das Blut der Besprengung, das besser redet als Abel, sind wir sogar bereits „zu Gott, dem Richter aller“, gekommen. Und dieser Richter aller hat uns bereits jetzt angenommen und für immer in seine Gegenwart eingeführt, denn das, was er als Richter aller durch die Wirksamkeit des Blutes Christi getan hat, ist absolut endgültig und unveränderbar.

Neben dieser Annahme unserer Person bei Gott gemäß der Wirksamkeit des kostbaren Werkes Christi dürfen wir aus dem gerade zitierten Abschnitt und anderen, die wir noch anführen werden, lernen, dass das Werk Christi uns, in Vorwegnahme unserer zukünftigen Stellung und unserer Vorrechte, einen Platz besonderer Nähe und einen besonderen Zugang zu seiner Gegenwart erworben hat. Sicher erwarten wir die Zeit, wo wir nach Geist, Seele und Leib vor seiner Herrlichkeit untadelig dargestellt werden mit Frohlocken (Jud 24), doch wir haben bereits gesehen, dass wir in gewissem Sinn nicht auf einen zukünftigen Tag warten müssen, um diese Dinge zu verwirklichen. Und so verhält es sich auch mit der Wahrheit der Nähe zu Gott, in die wir berufen sind.

Im Brief an die Epheser schreibt der Apostel Paulus, nachdem er den natürlichen Zustand des Menschen behandelt hat, der von Gott entfremdet ist, und die Empfänger daran erinnert hat, dass sie sowohl moralisch als auch national fern von Ihm waren: „Jetzt aber, in Christus Jesus, seid ihr, die ihr einst fern wart, durch das Blut des Christus nahe geworden“ (Eph 2,13). Diese Nähe zu Gott beruht auf der Wirksamkeit des Blutes Christi und ist nichts weniger als ewige Nähe, die wir im Himmel als unser Teil genießen werden und die selbst dort noch unser höchstes und kostbarstes Vorrecht sein wird.

Nachdem der Apostel gezeigt hat, wie Frieden gemacht worden ist, fährt er fort: „Denn durch ihn haben wir beide den Zugang durch einen Geist zu dem Vater.“ Und wenig später: „… in welchem wir die Freimütigkeit haben und den Zugang in Zuversicht durch den Glauben an ihn“ (Eph 2,18; 3,12). Genauso im Hebräerbrief: „Da wir nun, Brüder, Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum durch das Blut Jesu, auf dem neuen und lebendigen Weg, den er uns eingeweiht hat durch den Vorhang hin, das ist sein Fleisch, … so lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen, in voller Gewissheit des Glaubens“ (Heb 10,19-22). Wie herrlich ist dieses Wissen, dass Gott uns nahe bei sich haben wollte, denn Er selbst hat den Weg in seine Gegenwart für uns bereitet und den Vorhang im Tod Christi zerrissen, damit wir Ihm in Übereinstimmung mit seiner Herrlichkeit nahen könnten (nachdem die Sünde weggetan ist). Solche Aussagen wie diese: „Zugang in Zuversicht“, „Freimütigkeit zum Eintritt in das Heiligtum“, verbunden mit der Einladung, Ihm zu nahen, zeigen uns unmissverständlich, dass es Gottes Freude ist, seine Gnade in dieser Weise gegen uns auszuüben, indem Er uns in das Heiligtum bringt; dass es seine Freude ist, uns durch den Zugang zu diesen Vorrechten ein Zeugnis von dem Wert zu geben, den das Blut Christi in seinen Augen hat. Er möchte daher, dass wir den Platz, den Er uns gemäß den gnädigen Absichten seines Herzens gibt, so vorbehaltlos annehmen, wie Er ihn uns gewährt, und dass wir davon ohne Furcht und Zögern Gebrauch machen, denn Er selbst hat das Mittel für unseren Zugang bereitgestellt, und es ist sein Wort, das uns sagt: „Tretet herzu.“

Alles das ist, was den Frieden und Trost des Christen angeht, von großer Wichtigkeit; und wie sehr auch sein Glaube im Erfassen dieser Dinge versagen mag – das beeinträchtigt in keiner Weise den Platz, den Gott ihm tatsächlich bereits um des Werkes Christi willen gegeben hat; doch wenn er es richtig versteht und eindringt, kann er Gott dafür verherrlichen, und gleichzeitig verbindet es sein Herz mit dem, der ihm das alles erworben hat. Das war unter dem Gesetz noch nicht der Fall, auch noch nicht während des Lebens unseres geliebten Herrn, der seinen Jüngern in Bezug auf seine Auferstehung und das darauffolgende Herniederkommen des Heiligen Geistes ausdrücklich sagte: „An jenem Tag werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch“ (Joh 14,20). Und der Apostel sagt von denen, die unter dem Gesetz waren, dass sie durch Todesfurcht, die bis dahin noch nicht besiegt war, ihr Leben lang der Knechtschaft unterworfen waren. Auch die Sünde war noch nicht gesühnt, noch war das Opfer angenommen, und so konnte Gott noch nicht diese Nähe gestatten oder denselben freien Zugang zu sich selbst geben, wie Er es später tat, als das Zerreißen des Vorhangs, nachdem Christus sich ohne Flecken selbst Gott geopfert hatte, den herrlichen Wechsel andeutete, der in dieser Hinsicht stattgefunden hatte, und den damit verbundenen vertrauten Zugang zu sich selbst, der seinen Heiligen nun gestattet ist (vgl. Joh 16,23-25).

Wir halten also daran fest, dass wir jetzt dieselbe Annahme, dieselbe Nähe, denselben freien Zugang zu Gott haben, den wir im Himmel haben werden, obwohl das Maß, in dem wir dies verwirklichen, unendlich viel schwächer ist, als es dann sein wird. Aber unser Anrecht an diesen Segnungen ist heute genauso gut, wie es dann sein wird, und der Heilige Geist ist von Christus im Himmel herniedergesandt worden, um uns zu befähigen, durch Glauben in den vollen Genuss unserer Stellung einzugehen, der unsere ewige Freude in der Herrlichkeit der Gegenwart Gottes ausmachen wird.

Und unsere endgültige Annahme in Herrlichkeit vor Gott hat die gleiche Grundlage wie unsere gegenwärtige Segnung, das zeigt uns sehr deutlich der Brief an die Kolosser, an die Paulus schreibt: „Und durch ihn alle Dinge mit sich zu versöhnen – indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes –, durch ihn … Und euch, die ihr einst entfremdet und Feinde wart nach der Gesinnung in den bösen Werken, hat er aber nun versöhnt in dem Leib seines Fleisches durch den Tod, um euch heilig und untadelig und unsträflich vor sich hinzustellen“ (Kol 1,20.21). Hier wird die endgültige Darstellung der Heiligen in völliger ewiger Annahme, „heilig, untadelig und unsträflich“ in der Gegenwart Gottes der allein genügsamen Wirksamkeit des Todes Christi zugeschrieben, und zwar mit dem klaren und unmissverständlichen Ausdruck „in dem Leib seines Fleisches durch den Tod“.

Der nächste Abschnitt, der zur Bestätigung dieser Tatsache zitiert werden könnte, bringt uns zu der Vision des Apostels Johannes an den Ort, wo erlöste Heilige im Himmel vor dem Thron Gottes zu sehen sind. „Nach diesem sah ich: Und siehe, eine große Volksmenge, die niemand zählen konnte, aus jeder Nation und aus Stämmen und Völkern und Sprachen, und sie standen vor dem Thron und vor dem Lamm“ (Off 7,9). Das ist die Stellung der Herrlichkeit und des Triumphes vor dem Thron für die Erlösten, die die Herrlichkeit des Heils, das sie genießen, Gott und dem Lamm zuschreiben. Und dieses Lamm ist Christus, der für sie gestorben ist. Doch wir werden auch hier nicht im Unklaren darüber gelassen, was ihnen das Recht auf diesen Platz gibt, den sie einnehmen, denn auf die Frage: „Wer sind sie und woher sind sie gekommen?“, geben die Ältesten eine Antwort, die das unmissverständlich klarmacht: „Dies sind die, die aus der großen Drangsal kommen, und sie haben ihre Gewänder gewaschen und haben sie weiß gemacht in dem Blut des Lammes. Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel“ (Off 7,14). Das zeigt, dass sowohl die weißen Kleider als auch ihr Platz im Himmel vor dem Thron allein der Wirksamkeit des Blutes des Lammes zugeschrieben werden können.

Wenden wir uns nun Offenbarung 5 zu, wo niemand gefunden wird, der würdig ist, das versiegelte Buch in der Rechten dessen, der auf dem Thron saß, zu öffnen oder es anzublicken, bis der in Erscheinung tritt, der als „das Lamm wie geschlachtet“ bezeichnet wird und der in der Mitte des Thrones gesehen wird. Dass er das Buch nahm, war das Signal, woraufhin alle im Himmel und letztlich die ganze Schöpfung seine Würde als das geschlachtete Lamm anerkannten, d.h. als den, der gelitten hat und gestorben ist zur Verherrlichung Gottes. So sehen wir, dass sein Platz auf dem Thron genauso wie das Teil der verherrlichten Heiligen, die durch sein Blut für Gott erkauft sind, und sein Anrecht auf alles im Himmel und auf Erden dem Wert seines Opfertodes zugeschrieben werden. Das zeigt nicht nur der Platz und das Handeln Christi selbst, der als Antwort auf die Frage der Engel: „Wer ist würdig?“, in diesem Charakter auf dem Thron erscheint und das Buch nimmt, sondern es wird darüber hinaus auch durch die Lippen der auf Thronen sitzenden Ältesten, aller himmlischen Heerscharen und schließlich der ganzen Schöpfung bezeugt. Lasst uns einen Augenblick der Sprache der Ältesten zuhören, während sie mit ihren goldenen Harfen und ihren Schalen voll Räucherwerk vor Ihm niederfallen und sein Anrecht feiern: „Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen, denn du bist geschlachtet worden und hast für Gott erkauft durch dein Blut aus jedem Stamm und jeder Sprache und jedem Volk und jeder Nation.“ Oder den Stimmen der Zehntausende mal Zehntausenden von Engeln rund um den Thron, die den Lobpreis fortsetzen, der von den Erlösten begonnen wurde, als Er das Buch aus der Rechten dessen, der auf dem Thron saß, entgegennahm: „Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu empfangen die Macht und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Herrlichkeit und Segnung“, wobei die Entgegennahme des Buches zeigt, dass Er im Begriff steht, dies alles zu empfangen. Der Lobpreis der Schöpfung antwortet hierauf und beendet damit diese herrliche Anerkennung des Anrechtes Christi, der einst erniedrigt und verworfen war.

Ist es nicht merkwürdig, dass von Sündern hier auf der Erde behauptet wird, diese Würde, die derartig anerkannt und verkündigt wird und die die höchsten Anrechte und den höchsten Platz im Himmel verleiht, könne überhaupt kein Anrecht auf den Himmel geben? Angesichts eines solchen Zeugnisses, dem Zeugnis Gottes selbst, der das Lamm, das geschlachtet worden ist, anerkennt, indem Er Ihm das versiegelte Buch aus seiner eigenen Rechten übergibt, dem Zeugnis aller erlösten, verherrlichten Heiligen im Himmel und dem Zeugnis aller himmlischen Heerscharen vor dem Thron Gottes, muss jeder Widerstand jeder menschlichen Autorität, die jemals existierte, in der Bedeutungslosigkeit versinken.

Doch Hebräer 9 wirft noch mehr Licht auf den Charakter unseres Anrechts auf den Himmel. Der Apostel bezieht sich auf den großen Versöhnungstag, an dem jedes Jahr durch den Hohenpriester Israels Sühnung für Sünden geschah, indem er in das Allerheiligste eintrat und das Blut auf den Sühndeckel sprengte. {Diese Besprengung des Sühndeckels, der die Bundeslade bedeckte, zeigt, dass die Tatsache der Gesetzestafeln im Inneren der Bundeslade nichts zu tun hat mit der Rechtfertigung des Volkes Israel, denn Gott konnte nicht verlangen, dass Sühnung auf etwas vollbracht wurde, was in sich selbst rechtfertigt. Es war ein Bild von Christus, der von sich selbst sagt: „Dein Gesetz ist im Inneren meines Herzens“, und das bezieht sich auf das, was Er persönlich war, und nicht auf das, was Er in seiner Stellung vor Gott für andere war.} So wurde die Verbindung zwischen Gott und seinem Volk für ein Jahr aufrechterhalten, musste aber jedes Jahr wiederholt werden, weil es nicht möglich war, das das Blut von Stieren und Böcken Sünden wegnehmen konnte. Der Ort, wo das Blut gesprengt wurde, zeigt uns vorbildlich in höchst bemerkenswerter Weise den Wert, den Gott dem Blut Christi beimisst. Der Sühndeckel war nichts weniger als der Thron Gottes in der Mitte seines Volkes, und Aaron durfte ihm nicht ohne Blut nahen, denn Gott hatte gesagt, dass Er in der Wolke auf dem Sühndeckel erscheinen würde (vgl. 2. Mo 25,22). Durch diese Anordnung zeigte Gott, dass Er vor seinen Augen und auf seinem Thron immer das Blut haben musste als die alleinige Grundlage seines Wohnens inmitten des Volkes und ihrem Umgang mit Ihm, wie schwach und unvollkommen dieser Umgang in jener Haushaltung auch sein mochte. Das Blut, das auf den Thron Gottes gesprengt wurde, zeigt, dass es allen Ansprüchen der göttlichen Herrlichkeit und Majestät begegnete und genügte, denn es musste zu dem Ort passen, auf den es gesprengt wurde, sonst wäre es nicht dorthin gesprengt worden. So war es die Grundlage der Beziehungen zwischen Gott und seinem Volk.

Im Brief an die Hebräer sagt uns der Apostel, dass diese vorbildliche Handlung durch Christus erfüllt wurde, der – „gekommen als Hoherpriester der zukünftigen Güter, in Verbindung mit der größeren und vollkommeneren Hütte, die nicht mit Händen gemacht, das heißt nicht von dieser Schöpfung ist, auch nicht mit Blut von Blöcken und Kälbern, sondern mit seinem eigenen Blut – ein für alle Mal in das Heiligtum eingegangen ist, als er eine ewige Erlösung erfunden hatte“ (Heb 9,11.12). Denn es ist, wie uns das gleiche Kapitel lehrt, der Himmel selbst, der hierdurch vorgeschattet wird, in den Christus eingegangen ist, „denn Christus ist nicht eingegangen in das mit Händen gemachte Heiligtum, ein Gegenbild des wahrhaftigen, sondern in den Himmel selbst, um jetzt vor dem Angesicht Gottes für uns zu erscheinen“ (Heb 9,24). Die Erlösung, die Christus durch sein eigenes Blut vollbracht hat, ist, wie uns hier gesagt wird, nicht zeitlich, sondern ewig und bedarf folglich nicht der Wiederholung, wie der Gebrauch des Wortes „einmal“ ebenfalls zeigt. Daher spricht der Apostel in Hebräer 9 von dem Weg in das Allerheiligste, der nicht offenbart war, solange die erste Hütte noch Bestand hatte, der aber jetzt für uns geöffnet ist. Und in Hebräer 10 fordert er uns auf, hinzuzutreten zu dem Sühndeckel, „da wir Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum durch das Blut Jesu“, durch den Vorhang, der durch seinen Tod zerrissen worden ist, um uns den Eingang zu ermöglichen. Das Heiligtum, in das Christus durch sein eigenes Blut eingegangen ist und wo Er für uns erscheint, ist also, wie der Apostel es sagt, der Himmel selbst, der daraufhin der Ort unserer Anbetung und unseres Umgangs mit Gott geworden ist. Wenn also der Thron Gottes das Blut Christi so honoriert hat und uns auf diese Weise den Wert des Blutes verkündigt, indem Gott selbst uns einlädt herzuzutreten, weil das Blut auf den Thron und auf das Gewissen gesprengt wurde, und wenn wir nun das Recht haben, durch den Glauben in den Himmel einzutreten und dort im Geist anzubeten, dann ist es offenbar, dass die Behauptung, das Blut habe nicht die Macht, überhaupt ein Anrecht auf den Himmel zu verleihen, eine schlimme Herabwürdigung des herrlichen Vorrechts ist, die uns die Kostbarkeit dieses Blutes in den Augen Gottes verschafft hat, und auch eine Herabwürdigung der Art und Weise, in der Gott durch dieses Blut verherrlicht worden ist.

Nach diesem klaren und unmissverständlichen Zeugnis dieser Schriftstellen scheint es nicht mehr nötig, andere Stellen zu zitieren, die uns zeigen, auf welcher Grundlage wir das Recht auf einen Platz im Himmel bekommen haben, einen Platz der nächsten Nähe zu Gott, in der ein Geschöpf stehen kann; denn wir sehen in der Position der Ältesten in Offenbarung 5, dass dieses kostbare Blut Christi geretteten Sündern das Vorrecht einer größeren Nähe zu dem Thron verschafft hat, als die himmlischen Heerscharen sie haben. Es ist zu Recht darauf hingewiesen worden, dass die Engel Gott lieben und auch vollkommen ihren Nächsten, wenn auch nicht durch ein externes Gesetz, sondern durch die Beschaffenheit ihrer Natur. Doch dort sind die Engel „um den Thron her und um die lebendigen Wesen und die Ältesten“, d.h., sie bilden einen äußeren Kreis und sind damit notwendigerweise weiter vom Thron entfernt. Auch sitzen sie nicht auf Thronen und tragen keine Kronen auf ihren Häuptern als Könige und Priester für Gott, denn das sind Ehren, die ausschließlich den Erlösten vorbehalten sind, denn die zukünftige Welt ist auch nicht den Engeln unterworfen.

Aber der Leser wird vergeblich im Wort Gottes nach Beweisen dafür suchen, dass der Gehorsam Christi gegenüber dem Gesetz die Grundlage unseres Anrechts auf den Himmel ist. Es gibt keine Aussage von dieser Art. Und nachdem uns in der Offenbarung gesagt wird, dass es die blutgewaschenen Gewänder sind, die dem Sünder das Anrecht geben, vor dem Thron Gottes zu sein, welches Recht haben wir dann, zu sagen, dass noch etwas anderes nötig wäre, wenn es hierzu nicht einen einzigen Beweis in der Schrift gibt?

 

Alexander C. Ord

Der vom Himmel her redet

Fr, 10/06/2017 - 00:01

Bibelstellen: Hebräer 12,25

„Seht zu, dass ihr den nicht abweist, der redet! Denn wenn jene nicht entkamen, die den abwiesen, der auf der Erde die göttlichen Aussprüche gab: wie viel mehr wir nicht, wenn wir uns von dem abwenden, der von den Himmeln her redet!“ (Heb 12,25).

Hier haben wir den Charakter der Haushaltung, zu der wir als Gläubige berufen sind; das gilt grundsätzlich für die ganze bekennende Kirche, obwohl es nur wahr ist für diejenigen, die für Gott leben. Diese Stimme hat zu ihnen vom Himmel her geredet, und sie haben sie gehört, und es ist die Stimme von Jesus. So wird er hier gezeigt, der in die Herrlichkeit eingegangen ist und von dort her redet. So lernen wir also aus diesem Vers, dass derselbe Jesus, der auf der Erde sprach, nun vom Himmel her spricht.

Der Herr Jesus redet auf besondere Weise, denn er hat all das vollendet, worin sein Volk versagt hat und was ihr Glück einschränken könnte. Diese Stimme ist die Stimme dessen, der sich erniedrigte für unsere Sünden; der durch diese Welt müde und beschwert ging. Es ist der Mensch, der gekreuzigt wurde, der starb, begraben wurde, auferstand und auffuhr und nun vom Himmel her redet. Er redet als einer, der das alles erlebt hat und nun zur Rechten Gottes ist, und er lädt sein Volk ein, dorthin zu kommen.

Es ist die Freude des Kindes Gottes, wenn er die Stimme Jesu hört, die sich an ihn vom Himmel her wendet und das bezeugt, was er getan hat. Er spricht als Zeuge des Friedens, der sich seines Sieges bewusst ist – der so vollkommen die Sünde seines Volkes getragen hat, um sie für immer hinwegzutun durch sein ein für alle Mal vollbrachtes Opfer. Und aus dieser Position heraus sagt er: „Ich habe auf immerdar die Sünde weggetan, die dich von der Gegenwart Gottes ausgeschlossen hat, und ich bin eingetreten in die Ruhe und in die Herrlichkeit als dein Stellvertreter vor dem Vater.“ Wenn diese Stimme gehört und gekannt wird, dann haben wir Frieden.

John Nelson Darby

Abhängigkeit im Leben Jesu (44)

Do, 10/05/2017 - 00:01

Bibelstellen: Lukas 22,14.15; Markus 14,22-24

Dankbar bis zum Ende!

„Und als die Stunde gekommen war, legte er sich zu Tisch, und die Apostel mit ihm. Und er sprach zu ihnen: Mit Sehnsucht habe ich mich gesehnt, dieses Passah mit euch zu essen, ehe ich leide … Und er nahm einen Kelch, dankte und sprach: Nehmt diesen und teilt ihn unter euch. Denn ich sage euch, dass ich von jetzt an nicht von dem Gewächs des Weinstocks trinken werde, bis das Reich Gottes kommt“ (Lk 22,14.15.17).

„Und sie aßen, nahm er Brot, segnete, brach und gab es ihnen und sprach: Nehmt; dies ist mein Leib. Und er nahm einen Kelch, dankte und gab ihnen diesen; und sie tranken alle daraus. Und er sprach zu ihnen: Dies ist mein Blut, das des neuen Bundes, das für viele vergossen wird“ (Mk 14,22-24).

Mit 12 Jahren ging Jesus mit seinen Eltern zum Passahfest nach Jerusalem (Lk 2,41). Jetzt, ca. 21 Jahre später, ist Er mit seinen Jüngern zusammen, um mit ihnen sein letztes Passah vor seinen Leiden zu essen. Die Stunde war gekommen, wo Er geopfert werden sollte, von welchem das Passah ein Vorbild war: Christus, „unser Passah“, wie der Apostel Paulus Ihn in 1. Korinther 5,7 nennt. Es war ein einmaliger Augenblick, wo das Vorbild mit der Verwirklichung zusammentraf!

Mit Sehnsucht hatte Er sich danach gesehnt, wenige Stunden vor seinem Tod noch einmal Gemeinschaft mit seinen geliebten Jüngern zu haben. „Größere Liebe hat niemand als diese, dass jemand sein Leben lässt für seine Freunde“ (Joh 15,13) – so hatte Er ihnen kurze Zeit vorher gesagt. Dieser Tod mit allen seinen gesegneten zeitlichen und ewigen Folgen stand an diesem Abend vor Ihm. Er liebte die Seinen wahrhaftig bis ans Ende!

Im zubereiteten Obersaal feierten sie das letzte Passah, denn es konnte kein weiteres geben; und dort fand auch das erste Abendmahl statt, welches der Herr bis zu seinem Kommen zu seinem Gedächtnis einsetzte.

Dreimal dankt der Herr Jesus an diesem Abend im Gebet:

  • für den Kelch, der bei dem jüdischen Passah benutzt wurde, welcher symbolisch für die Erlösung Israels aus Ägypten stand.
  • für das Brot, welches sein Leib ist, den Er für die Gläubigen in den Tod gab. Während Er das Brot bricht, fordert Er sie dazu auf, dies zu seinem Gedächtnis zu tun (Lk 22,19).
  • für den Kelch, welcher symbolisch für sein Blut steht, mit dem die Gläubigen erlöst und für Gott erkauft werden.

Obwohl Er kurz davor stand, wie ein Lamm zur Schlachtbank geführt zu werden, nimmt Er sich ganz zurück und dankt für den Segen, den die Gläubigen durch seinen Tod empfangen sollten.

Wir werden dazu aufgefordert, in allem zu danken (1.Thes 5,18) und zu jeder Zeit für alles zu danken (Eph 5,20).

Wie wunderbar hat der Herr Jesus uns das unter schwersten Umständen vorgelebt. Sind wir auch in dieser Hinsicht seine Nachahmer? Ist das Brotbrechen für uns ein wöchentliches Pflichtprogramm, oder können wir mit aufrichtigen Herzen sagen: „Nach deinem Namen und nach deinem Gedächtnis ist das Verlangen der Seele“ (Jes 26,8)?

Jan Philip Svetlik

Das große Heil Gottes (Buchbesprechung)

Mi, 10/04/2017 - 00:01

Bibelstellen: 1. Joh 1,7

Das große Heil Gottes von F.B. Hole; 128 Seiten, Taschenbuch, 3,90 €. Erhältlich bei der Christlichen Schriftenverbreitung (www.csv-verlag.de)

Der Engländer Frank Binford Hole (1874-1964) war ein befähigter Bibelausleger. Er verstand es, biblische Wahrheiten klar, präzise und anschaulich zu erklären. Das zeigt sich auch in seinem Buch Das große Heil Gottes.

Das Heil, das Gott uns Gläubigen geschenkt hat, ist so gewaltig, dass es nicht mit nur einem einzigen Begriff beschrieben werden kann. Die Bibel zeigt verschiedene Aspekte des Heils wie Vergebung, Rechtfertigung, Erlösung, Versöhnung, Heiligung, Neugeburt etc. Diese Aspekte des Heils werden in dem Buch nacheinander behandelt. Am Ende eines jeden Kapitels werden Fragen beantwortet, die immer wieder zu diesen Themen gestellt werden. Die Antworten des Autors sind sehr nützlich und helfen, Missverständnisse zu vermeiden. Insgesamt scheint mir Das große Heil Gottes eines der besten Bücher zu diesem Thema zu sein. Diese Auslegung ist auch erfrischend einfach geschrieben und eignet sich gut zum Weitergeben.

Nachfolgend zwei Auszüge aus dem Buch (Seite 33-34 und 85):

Frage: Ist es im Blick auf den zukünftigen Aspekt der Erlösung ganz richtig, zu sagen: Wir sind erlöst worden? Wäre es nicht richtiger, zu sagen: Wir werden erlöst?

„Wir haben die Erlösung durch sein Blut.“ So sagt es die Schrift zweimal – in Epheser 1 und in Kolosser 1. Es kann daher nicht falsch sein, wenn wir mit aller Freimütigkeit sagen: Wir haben sie. Aber was wir beachten müssen: durch sein Blut. Diese Seite der Erlösung wurde in der Vergangenheit vollbracht. Die Erlösung des Leibes [durch die Macht Gottes] gehört dagegen ganz in die Zukunft. Aber Erlösung wird uns in der Schrift nie als ein fortschreitender Vorgang gezeigt. Es wir nie gesagt, dass wir täglich erlöst werden, wohl aber gibt es eine tägliche Errettung.

Frage: In 1. Johannes 1,7 lesen wir von der Reinigung durch das Blut Christi. Muss man einen Unterschied machen zwischen dieser Reinigung und der Reinigung, die wir betrachtet haben [der Reinigung durch das Wasser des Wortes Gottes]? Und wenn ja, wie?

Das Blut Christi bedeutet sein Leben, das Er im Tod für uns hingegeben hat, um das Gericht zu tragen, das wir verdient hatten. Wir sind dadurch rechtlich gereinigt. Die Reinigung, die bei der neuen Geburt durch das Wasser vollzogen wird, berührt unser Wesen und umfasst die Tatsache, dass wir eine neue Natur haben. Wir sind sittlich gereinigt. Wir haben beides nötig. Beides ist uns durch die Gnade Gottes zuteilgeworden.

Das große Heil Gottes ist die Übersetzung des englischen Buches The Great Salvation. Wer des Englischen mächtig ist, dem empfehlen wir gern das wertvolle Buch Salvation. Es enthält zwei Bände, die unter folgenden Titeln erschienen sind: The Great Salvation und Outlines of Truth (Outlines of Truth behandelt grundlegende Themen wie: Glaube und Werke; Friede und Befreiung; Gesetz und Gnade etc.). Salvation ist ebenfalls bei der Christlichen Schriftenverbreitung, Hückeswagen, erhältlich (Bestell-Nr. 10866, Paperback, 7,50 €).

Gerrid Setzer

Abhängigkeit im Leben Jesu (43)

Di, 10/03/2017 - 00:01

Bibelstellen: Matthäus 11,29.30

Vom Meister lernen

„Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“ (Mt 11,29-30)

Als der Herr Jesus seine Jünger dazu aufforderte, von Ihm zu lernen, stellt Er ihnen seine Gesinnung vor. Auch im Blick auf das Gebet möchte Er, dass wir von Ihm lernen, mit der richtigen Gesinnung und Motivation zu beten.

Zusammenfassend können wir aus den Gebeten Jesu in Lukas 10, Johannes 11 und Johannes 12 u.a. Folgendes lernen:

• Er begann sein Gebet damit, den Vater zu preisen und Ihm zu danken (Mt 11,25; Joh 11,41).
• Er hatte die Größe und die Macht Gottes vor Augen, wenn Er betete (Lk 10,21).
• Er betete mit Ergebenheit und Sanftmut im Blick auf den Willen Gottes (Lk 10,21).
• Er betete mit dem festen Vertrauen, dass der Vater sein Gebet erhören würde (Joh 11,41).
• Er betete dafür, dass der Vater seinen Dienst bestätigte, und mit der Motivation, dass der Vater die Ehre für die Erhörung des Gebets bekam (Joh 11,42).
• Er sprach mit seinem Vater offen über seine Gefühle und über das, was Ihn bewegte (Joh 12,28).
• Er macht die Verherrlichung des Vaters zu seinem höchsten Gebetsanliegen (Joh 12,29).

Welche dieser sieben Punkte kennzeichnen dein Gebetsleben?

Jan Philip Svetlik

Bei Gott zu Hause?

Mo, 10/02/2017 - 00:01

Bibelstellen: 2. Korinther 4,4

„Der Gott dieser Welt hat den Sinn der Ungläubigen verblendet“ (2. Kor 4,4).

Es ist eine Eigenart des Menschen, dass er sich nicht frei fühlt gegenüber Gott, er fühlt sich aber frei gegenüber Satan. Er hat Furcht vor Gott, aber Satan fürchtet er nicht. Er möchte natürlich nicht mit Satan in der Hölle sein, das ist für ihn ein schrecklicher Gedanke; aber es ist für ihn nicht schrecklich, mit ihm Tag für Tag zu wandeln.

Er fühlt sich frei gegenüber Satan und wandelt ungezwungen mit ihm auf der Erde; aber mit Gott zu wandeln ist für ihn schrecklich. Fühlst du dich frei gegenüber Gott? Ich weiß, dass du einmal gerne mit Gott im Himmel sein möchtest, aber sehnst du dich auch jetzt nach dieser Nähe? Das ist die Frage. Fühlst du dich zu Hause bei Gott? Ist dir wohl bei dem Gedanken, wenn er dich, so wie du bist, annimmt? Würdest du das Gott zutrauen, dich zu nehmen, wie du bist? Oder ist dir mulmig bei dem Gedanken, dass Gott dich annehmen könnte, wie du bist? Was ist daran so schrecklich, an Gott zu denken? Warum willst du Gott in deinem gegenwärtigen Zustand nicht vertrauen?

Du fürchtest dich nicht, Satan zu vertrauen. Satan ist der „Gott dieser Welt“ (2. Kor 4,4), deswegen fürchten sich die Menschen nicht vor ihm. Ist das nicht sonderbar? In der Welt Satans bewegen sich die Menschen ungezwungen, aber im Verhältnis zu Gott sind sie nicht ungezwungen. Sie gehen bereitwillig an Plätze der Versuchung, an denen Christus sicher nicht ist; aber an einem Platz, an dem Christus Gott verherrlichen könnte, sind sie befangen. Sie suchen ihre Vergnügungen dort, wo Christus kein Vergnügen gehabt hätte; und sie fürchten sich nicht vor Satan, obwohl sie wissen, dass er dort ist. Sie fürchten sich vor dem Licht, aber sie fürchten sich nicht vor der Finsternis. Finsternis ist ihr Element, Licht macht ihnen Angst. Was ist das für eine schreckliche Sache! „Gott ist Licht und gar keine Finsternis ist in ihm“ (1. Joh 1,5). Satan ist der Fürst, der „Weltbeherrscher dieser Finsternis“ (Eph 6,12). 

John Nelson Darby

Abhängigkeit im Leben Jesu (42)

So, 10/01/2017 - 00:01

Bibelstellen: Johannes 12,28

Gott redet – auch heute noch!

„Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme aus dem Himmel: Ich – werde ihn – verherrlichen“ (Joh 12,28).

Dreimal wurde die Stimme Gottes vom Himmel her gehört, während der Herr Jesus hier auf der Erde war – und jedes Mal betete der Sohn Gottes. Das Gebetsleben des Herrn Jesus war kein Monolog!

Er begann seinen öffentlichen Dienst in Abhängigkeit von Gott unter Gebet. Er betete bei seiner Taufe im Jordan in der Mitte von Sündern, woraufhin der Vater aus dem Himmel seine Liebe zu Ihm bezeugt und Ihn vor allen auszeichnet. Gegen Ende seines Dienstes betet der Sohn Gottes auf dem Berg der Verklärung (Lk 9,28). Er kam, um in Abhängigkeit von Gott den ewigen Ratschluss seines Vaters zu erfüllen. Wieder bezeugt der Vater die Liebe zu seinem Sohn. Dieses Mal zeichnet Er Ihn vor den größten Propheten des Alten Testaments aus. Sie taten zu bestimmten Zeiten Aussprüche Gottes, doch in Ihm redete Gott beständig zu seinem Volk (vgl. Heb 1,1).

Gott antwortet auf Gebete, welche dazu dienen, dass Er verherrlicht wird. In Apostelgeschichte 4 beteten die Jünger für Freimütigkeit, um das Wort Gottes zu den Menschen zu reden. Gott verherrlichte sich dadurch, dass Er ihnen als Antwort auf ihr Gebet Freimütigkeit, große Gnade und Kraft zum Zeugnis gab (vgl. Apg 4,31-33). Als Petrus im Gefängnis war, beteten die Gläubigen einmütig und ausharrend für ihren Bruder. Dieses gemeinsame Kämfpen im Gebet war Gott so wohlgefällig, dass Er noch in der gleichen Nacht darauf antwortete. „Und es wird geschehen: Ehe sie rufen, werde ich antworten; während sie noch reden, werde ich hören“ (Jes 65,24). Gott konnte auch nicht schweigen, als Paulus und Silas, mit den Füßen im Stock, im Kerker von Philippi beteten und Ihn vor den Ohren der anderen Gefangenen durch Lobgesang verherrlichten (Apg 16,24.25).

Ist dein Gebetsleben (sozusagen) nur ein Monolog oder erlebst Du auch, dass Gott zu dir spricht, wenn du in die Stille gehst? Wann hat Gott das letzte Mal durch sein Wort, durch den Heiligen Geist oder dann auch durch einen prophetischen Dienst direkt zu dir gesprochen? Betest du dafür, dass Er das tut?

 

Jan Philip Svetlik

Ist mein Christentum es wert, in der Welt verbreitet zu werden?

Sa, 09/30/2017 - 00:01

Bibelstellen: 1. Joh 1,6; Apg 11,26

Provokante Frage. Aber lesen wir sie genau. Nicht: Ist das Christentum es wert, in der Welt verbreitet zu werden, sondern: Ist mein und dein Christentum, es wert in der Welt verbreitet zu werden? In anderen Worten: Ist die Art und Weise, wie ich Christentum Tag für Tag lebe und praktiziere, ist das es wert in der Welt verbreitet zu werden? Ist es das, was die Welt braucht?

Bekannterweise wurden die Jünger zuerst in Antiochien Christen genannt (Apg 11,26). Freilich – kein Kompliment für die in den Augen der Welt sonderbar erscheinende Gruppe. Sie hatten plötzlich begonnen, immer von diesem Christus zu reden. Mit ihren Worten hatte sich auch ihr Verhalten radikal geändert. Alles drehte sich um Christus, alles wies auf ihn hin.

Genau das ist der Punkt. Diese Christen hatten ein einfaches Prinzip verstanden: Das Meister-Jünger-Prinzip. Der Meister lebt vor, wie er es von seinen Jüngern haben möchte. Sein Denken und Empfinden soll ihr Denken und Empfinden sein. Seine Reden sollen ihr Reden sein und sein Handeln soll ihr Handeln sein. Mit anderen Worten, hatten die ersten Christen verstanden, dass sie schuldig waren „selbst auch so zu wandeln, wie er gewandelt ist“ (1. Joh 1,6).

Ein hoher Maßstab, ja, aber einen anderen gibt es nicht. Mein und dein Christentum ist nur dann wert in der Welt verbreitet zu werden, wenn es Christus widerspiegelt und auf ihn hinweist!

 

Friedemann Werkshage

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