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Aktualisiert: vor 17 Stunden 46 Minuten

Gesammelte Brocken (172)

So, 11/26/2017 - 00:01

Die Gehirnchirurgen finden keinen Gedanken im Gehirn, und der Kosmonaut Juri Gagarin findet Gott nicht im All (wie es die Sowjetpropaganda 1961 verlauten ließ). Dennoch sind Gedanken Realität und dennoch ist Gott Realität.

Die Sünden unserer Mitmenschen, die sie gegen uns begehen, sollten wir nicht wie Trümpfe auf der Hand halten, um sie dann bei bester Gelegenheit auszuspielen. Sie gehören in den Ablagestapel und sollten auch dort bleiben.

Frieden und Freude sind kompatibel mit Leiden, aber nicht mit Auflehnung gegen Gottes Willen.

Wer nur auf die Probleme sieht und beständig über sie redet, bekommt Unruhe und Unfriede als Dauergäste.

Wer Gott durch die Brille der Umstände sieht, hat keine klare Sicht.

Boas, ein Vorausbild des wahren Erlösers

Sa, 11/25/2017 - 00:01

Bibelstellen: Ruth 2,1

Im Buch Ruth sehen wir in Boas ein schönes Bild von Christus, dem wahren Erlöser. Nachdem ein näherer Verwandter von Ruth (ein Bild des Gesetzes) abgelehnt hatte, Ruth und den Grundbesitz Elimelechs zu lösen, war Boas zur Stelle, um Ruth zu lösen. Dabei erfüllte er alle Voraussetzungen, die nötig waren, um zu lösen:

• Er war vermögend und hatte die (finanziellen) Mittel (Ruth 2,1).
• Er war ein Blutsverwandter von Noomi (Ruth 2,20; 3,12).
• Er war willig und bereit, Ruth zu lösen (Ruth 4,6.9.10).

So wie Boas alle Voraussetzungen erfüllte, um Ruth zu lösen, so erfüllte der Herr Jesus alle Voraussetzungen, um uns zu erlösen:

• Wie Boas ist der Herr Jesus ein „vermögender Mann“, der die „Mittel“ dazu hat, um uns zu erlösen. Als der einzig Sündlose ist Er in der Lage, durch sein vergossenes Blut Sünder zu erlösen. Er war unendlich reich, aber um unsertwillen wurde Er arm, damit wir durch seine Armut reich würden (vgl. 2. Kor 8,9).
• So wie Boas ein Blutsverwandter der Noomi war, so wurde der Herr Jesus unser „Verwandter“: Er wurde wahrer Mensch, um uns Menschen zu erlösen (vgl. Heb 2,14; Phil 2,7.8).
• Aber diese Eigenschaften hätten nicht ausgereicht, wenn der Heiland nicht auch willig und bereit gewesen wäre, uns zu erlösen. So wie Boas bereit war, Ruth zu lösen, so ist auch der Herr Jesus bereit, uns zu erlösen (vgl. Jes 6,8; Ps 40,7).

Das Gesetz konnte uns nicht erlösen. Obwohl es dem, der es halten würde, Leben versprach, war doch kein Mensch dazu in der Lage. Allein der Herr Jesus, von dem Boas ein schwaches Bild ist, kann uns erlösen (Röm 8,3; 1. Pet 1,18). Er hat auch den Beweis dazu erbracht, indem er das große und schwere Erlösungswerk zur Freude und zum Wohlgefallen Gottes vollbracht hat.

Ist er auch dein Erlöser?

Daniel Melui

Ein verhängnisvolles Selbstgespräch

Fr, 11/24/2017 - 00:01

Bibelstellen: 1. Sam 27,1

Und David sprach in seinem Herzen: Nun werde ich eines Tages durch die Hand Sauls umkommen; mir ist nichts besser, als dass ich schnell in das Land der Philister entkomme, und Saul wird von mir ablassen, mich weiterhin im ganzen Gebiet Israels zu suchen; und ich werde aus seiner Hand entkommen (1. Samuel 27,1).

Kurz bevor David diese Worte sprach, hatte Gott den König Saul in seine Hand gegeben. Doch David ließ es nicht zu, dass der böse König mit einem Speer an die Erde gespießt wurde. Als Saul diese erneute Gnadenerweisung Davids erlebt hatte, versprach er seinem Schwiegersohn feierlich, ihm nichts Böses mehr zu tun (1. Sam 26,7–25). Bald darauf setzte Saul allerdings wieder eine Verfolgung in Gang.

David wurde es zu viel. Sein Gottvertrauen war wie weggeblasen. Statt Gottes Angesicht zu suchen, führte er ein verhängnisvolles Selbstgespräch, das von einer großen Sorge erfüllt war: „Saul wird mich bald umbringen.“

Saul ihn umbringen? Das war unmöglich! Denn Gott, dessen Ratschluss zustande kommt, hatte David zum König über Israel bestimmt (1. Sam 16). Und mehrere Menschen hatten David dies im Lauf der Zeit auch noch „bestätigt“: sein Freund Jonathan (1. Sam 23,17), seine Frau Abigail (1. Sam 25,30) und sogar sein Erzfeind Saul selbst (1. Sam 26,5).

Doch David war voller Angst. Hastig floh er zu den Philistern. Er suchte damit ausgerechnet bei dem Volk Schutz, dessen Galionsfigur er im Terebinthental mit einem Kieselstein glorreich besiegt hatte! War Philistäa nicht ein absurder Zufluchtsort für David, den großen Helden und Thronanwärter Israels?

Kennen wir solche grundlose Ängste nicht auch aus unserem Leben? Eine Zeitlang vertrauen wir dem Herrn und klammern uns an sein Wort; aber dann werfen wir unsere Zuversicht plötzlich weg. Eigensinnig wählen wir einen Weg, der uns aus der Schusslinie des Feindes bringen soll. Doch wir verlieren dadurch die glückliche Gemeinschaft mit Gott und stürzen in noch größere und schmerzlichere Probleme.

David erlebte, dass Saul seine Jagd tatsächlich einstellte. Aber die enge Beziehung zum Philisterkönig Achis beeinflusste David negativ. David löschte bei seinen Streifzügen ganze Dörfer aus und fing an, gewohnheitsmäßig zu lügen (1. Sam 27,5–12). Schließlich reihte sich der Goliath-Bezwinger bei den Philistern ein, um gegen sein eigenes Volk zu kämpfen. Gott bewahrte David vor diesem fatalen Fehler, der seine Königsherrschaft über Israel wahrscheinlich unmöglich gemacht hätte: Die skeptischen Philister schickten David mit seinen kampferprobten Männern nach Hause. Ihr Wohnort Ziklag war jedoch nur noch eine rauchende Geisterstadt – alle Frauen und Kinder waren durch die Amalekiter weggeführt worden. Die Gefolgsleute sprachen davon, David zu steinigen (1. Sam 29,1–30,6). Die traurige Entwicklung, die mit dem verhängnisvollen Selbstgespräch begonnen hatte, erreichte nun ihren Tiefpunkt! David war am Ende. Am Ende? Nicht ganz. „David aber stärkte sich in dem HERRN, seinen Gott“ (1. Sam 30,7). David konnte nun wieder von Gott benutzt werden, und er besiegte die Amalektier durch einen Handstreich (1. Sam 30,7–20).

Was können wir aus dieser Geschichte lernen?

Erstens: Wir sollten uns vor den törichten Selbstgesprächen des Unglaubens hüten und stets daran denken, dass Gott zu seinem Wort steht und dass nichts geschehen wird, was diesem Wort zuwiderläuft. Wenn wir den unseligen, ängstlichen Gedanken in unserem Herzen Raum geben, werden unsere Füße uns bald zu Orten tragen, die wir besser nie gesehen hätten.

Zweitens: Wenn wir einen falschen Weg gegangen sind und die bitteren Früchte davon ernten, sollten wir das Angesicht unseres gnädigen Gottes aufsuchen. David blieb leider über ein Jahr bei den Philistern (1. Sam 27,7). Wir aber wollen nicht zögern, zu der unversiegbaren Quelle unserer Kraft zu gehen. Gott ist stets bereit, zu vergeben und einen Neuanfang zu schenken. Ihm sei Dank!

Gerrid Setzer

Gesammelte Brocken (171)

Do, 11/23/2017 - 00:01

Wir sollten nie vergessen, dass Gott unser Vater ist, aber auch, dass unser Vater Gott ist. (W. Kelly)

Reiße die Mauern der Sorgen nieder, damit der Strom des Friedens in dein Herz strömen kann!

Die Frage ist nicht, warum Gott Kriege zulässt, sondern warum wir Menschen immer Kriege anzetteln.

Wenn eins unserer Kinder körperlich in Gefahr ist, unternehmen wir alles, um die Bedrohung abzuwehren. Wenn die Seelen unserer Kinder in Gefahr sind – dann sind wir meistens nicht so wachsam. Wir unterschätzen notorisch das tödliche Gift der bösen Lehren und falschen Gedanken.

Psalm 112 und die Furcht

Mi, 11/22/2017 - 00:01

Bibelstellen: Psalm 112

1 Lobt den HERRN! Glückselig der Mann, der den HERRN fürchtet, der großes Gefallen hat an seinen Geboten! 

Wer Gott fürchtet, wird von vielen Ängsten befreit.

Dazu gehören die Ängste um die Familie, wie der nachfolgende Vers aus dem Psalm 112 zeigt:

2 Seine Nachkommen werden mächtig sein im Land;  es wird gesegnet werden das Geschlecht der Aufrichtigen. 

Auch die Ängste um die Finanzen schwinden:

3 Vermögen und Reichtum wird in seinem Haus sein, und seine Gerechtigkeit besteht ewig. 

Die Angst vor der Dunkelheit schwindet:

4 Den Aufrichtigen geht Licht auf in der Finsternis: Er ist gnädig und barmherzig und gerecht. 

Die Angst vor der Zukunft und vor Veränderung geht zu Ende:

5 Wohl dem Mann, der gnädig ist und leiht! Er wird seine Sachen durchführen im Gericht, 6 denn in Ewigkeit wird er nicht wanken. Zum ewigen Andenken wird der Gerechte sein. 

Und schließlich wird die Angst vor schlechten Nachrichten genommen:

7 Er wird sich nicht fürchten vor schlechter Nachricht; fest ist sein Herz, es vertraut auf den HERRN. 8 Befestigt ist sein Herz; er fürchtet sich nicht, bis er mit Genugtuung auf seine Bedränger sieht. 

Und die Angst vor dem Triumph des Bösen muss weichen:

9 Er streut aus, gibt den Armen; seine Gerechtigkeit besteht ewig; sein Horn wird erhöht werden in Ehre. 10 Der Gottlose wird es sehen und sich ärgern; mit seinen Zähnen wird er knirschen und vergehen; das Begehren der Gottlosen wird untergehen. 

So ist es: Gottesfurcht befreit von der Furcht vor tausend Dingen!

Gerrid Setzer

Abhängigkeit im Leben Jesu (56) - Die Stellung des Beters

Di, 11/21/2017 - 00:01

Bibelstellen: Mk 14,36

„Und er sprach: Abba, Vater ...“ (Mk 14,36)

In Gethsemane nennt der Herr Jesus Gott nicht den Herrn des Himmels und der Erde (vgl. Mt 11,25), sondern redet Ihn mit „Vater“, „mein Vater“ und „Abba, Vater“ an. Selbst als der mächtige Schatten des Kreuzes Ihn zu Boden wirft lebt Er ganz bewusst in der vertrauten Beziehung, die Er als Sohn zum Vater hat. Da gab es keine Distanz oder förmliche Zurückhaltung. Stattdessen offenbaren die Worte „Abba, Vater“ sein vollkommenes Vertrauen und seine tiefe Zuneigung zu dem, der gemeinsam mit Ihm nach Golgatha ging (vgl. 1. Mose 22,6).

Das Wort „Abba“ ist aramäischen Ursprungs und bedeutet soviel wie „Papa“. Es war das übliche Wort, mit dem Kinder im engen Familienkreis ihren Vater anredeten. Im Neuen Testament kommt es neben der Stelle im Markus-Evangelium nur noch zwei mal vor – und beide Male wird damit die wunderbare Beziehung und Stellung verdeutlicht, die wir als Kinder und Söhne Gottes empfangen haben (vgl. Rom 8,15; Gal 4,6)!

Zu Gott „Abba, Vater“ zu sagen war für die Juden damals unerhört und völlig undenkbar. Da die Israeliten unter das Gesetz geknechtet waren, fürchteten sie sich vor Gott. Wir dagegen dürfen heute in der Freiheit der Söhne Gottes mit Vertauen und Freimütigkeit in die Gegenwart des Vaters treten (vgl. Eph 2,18). „Der Vater selbst hat euch lieb“, sagte der Herr Jesus zu seinen Jüngern, um sie zu ermutigen direkt zum Vater zu beten (Joh 16,27). Wir besitzen das unfassbare Vorrecht den Vater so anzusprechen zu dürfen, wie der Sohn Ihn in innigster Gemeinschaft angeredet hat! Niemand sonst hat das Recht mit Gott in einer so vertrauten und intimen Weise zu sprechen wie diejenigen, die der Vater mit der gleichen Liebe liebt, mit der Er auch den Sohn liebt (vgl. Joh 17,23.26)!

Je größer die Not, desto wichtiger, dass wir bewusst in der Beziehung leben, in die wir durch Gnade gestellt worden sind. Genießen wir die Beziehung, die wir als Kinder und Söhne zum Vater haben? Welche konkreten Auswirkungen hat das Bewusstsein dieser Beziehung und Stellung auf unser Gebetsleben? Wie kommt es, dass in unserem Leben so oft die Freude fehlt, obwohl Johannes schreibt, dass sie aus der Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn hervorgehen sollte (vgl. 1. Joh 1,3–4)?

Jan Philip Svetlik

Gesammelte Brocken (170)

Mo, 11/20/2017 - 00:01

Es ist ein Unterschied, ob man einen eigenen Plan hat und dann um Gottes Segen bittet oder ob man nach dem Plan Gottes fragt, um seinen ganzen Segen zu erlangen.

Wer sich selbst rechtfertigt, wird verurteilt werden. Wer sich selbst verurteilt, wird gerechtfertigt werden.

Viele sind beschäftigt mit ihrer Freude, um daraus die Gewissheit zu erlangen, ob sie wirklich gläubig sind. Doch nicht unsere Freude bringt diese Gewissheit, sondern die Beschäftigung mit seinem Kreuzesleiden.

Der Tod gehört zum Leben. Sagt man. Aber zum ewigen Leben gehört er nicht.

Geld bietet keine Unterstützung, wenn wir in innere Not geraten, genauso wenig wie eine goldene Krone etwas nützt, wenn man Kopfschmerzen hat.

Die ,guten alten Zeiten' sind nichts anderes als das Produkt eines schlechten Gedächtnisses oder einer großen Einbildungskraft. Siehe Prediger, Kapitel 7,10.

Abhängigkeit im Leben Jesu (55) - Die Gebetshaltung - Mehr Schein als Sein?

So, 11/19/2017 - 00:01

Bibelstellen: Lukas 21,36

„Er ... kniete nieder, ... fiel auf die Erde ... auf sein Angesicht und betete ...“

An dieser Stelle wird das erste Mal erwähnt, welche Haltung der Herr Jesus beim Gebet einnahm: Er kniete nieder. Indem Er sich hinkniete nahm Er äußerlich die Haltung ein, die Ihn innerlich kennzeichnete: Abhängigkeit und Unterwürfigkeit. Wer beim Gebet kniet, drückt dadurch sein Unvermögen und seine Hilfsbedürftigkeit aus. Aber die Tatsache, dass der Herr betete zeigt auch, dass Er seinen Vater selbst in dieser düsteren Stunde durch Vertrauen ehrte. „Wer im Schutz des Höchsten sitzt, wird bleiben im Schatten des Allmächtigen“ (Ps 91,1).

Die Schwere dessen, was vor Ihm steht, lässt Ihn zu Boden sinken. Sein heiliges Angesicht, dass noch kurze Zeit vorher auf dem Berg in Herrlichkeit gestrahlt hatte, berührt jetzt den Staub des verfluchten Erdbodens. Nur wenige Stunden später sollte Er im Staub des Todes liegen (Ps 22,15). Doch an dem Berg, wo Er einmal in Angst und Bestürzung niederkniete und auf seinem Angesicht lag, werden einmal seine Füße stehen, wenn Er erscheint in Macht und großer Herrlichkeit (Sach 14,4)!

Das Wort Gottes zeigt uns, dass Männer Gottes in unterschiedlichen Haltungen gebetet haben. Abraham blieb vor dem HERRN stehen, als er mit Gott um Seelen in Sodom rang (1. Mose 18,22). Mose warf sich vor Ihm nieder, als das Volk furchtbar versagte (5. Mose 9,18). David setzte sich vor dem HERRN nieder, um mit ihm zu sprechen, nachdem er von Nathan eine prophetische Botschaft bekam (2. Sam 7,18). Salomo kniete nieder und breitete seine Hände zum Himmel aus, während er bei der Einweihung des Tempels betete (1. Kön 8,54). In dieser Haltung betete auch Esra, als er sich mit anderen über das Versagen des Volkes Gottes demütigte (Esra 9,5). Elia beugte sich zur Erde und legte sein Angesicht zwischen seine Knie, als er 7 Mal dafür flehte, dass Gott nach mehr als 3 Jahren wieder Regen geben möge (1. Kön 18,42). Daniel hatte die Gewohnheit drei mal am Tag seine Knie im Gebet vor Gott zu beugen (Dan 6,10). Auch von Paulus lesen wir öfter, dass er beim Beten kniete (vgl. Apg 20,36; 21,5; Eph 3,14).

Es ist interessant und gleichzeitig einleuchtend, dass Knien die häufigste Gebetshaltung ist, die wir im Wort Gottes finden. Denn durch diese Haltung drücken wir aus, dass wir auf Gott geworfen sind und uns Ihm unterordnen. Wie viele Siege haben Männer und Frauen Gottes schon auf den Knien errungen! Doch wir sollten, auch was die Gebetshaltung angeht, keine ungeschriebenen Gesetze aufstellen. Neben dem Gebet in der Kammer ist es bspw. auch ein großer Segen beim spazieren gehen oder Auto fahren mit Gott zu reden!

Knien wir uns zum Gebet hin weil wir es schon immer so gemacht haben oder nehmen wir diese Haltung bewusst ein, um auszudrücken, dass wir abhängig von Gott sind und uns seinem Willen unterordnen möchten? Spiegelt unsere äußere Gebetshaltung in der Regel unsere innere Haltung vor Gott wieder? Was bedeutet es praktisch im Schatten des Allmächtigen zu bleiben?

Jan Philip Svetlik

Gesammelte Brocken (169)

Sa, 11/18/2017 - 00:01

„Die Erkenntnis bläht auf, die Liebe aber erbaut“ (1. Kor 8,1). Bloße Kopferkenntnis bläht den auf, der sie hat. Die Liebe aber erbaut den anderen. Etwas Aufgeblähtes platzt sehr schnell, etwas Gebautes bleibt bestehen.

Der schriftliche Brief Gottes, die Bibel, wird oft nicht gekannt und gelesen von allen Menschen. Der lebendige Brief Christi, die Summe der Gläubigen, aber wohl (2. Kor 3,2)! Das sollten wir in unserem Verhalten bedenken.

Viele Menschen verschlingen einen literarischen Glückskeks nach dem anderen. In dem einen Buch wird Lach-Yoga empfohlen; in dem anderen Buch wird der Lebenszufriedenheitsindex beleuchtet, der von Norwegen angeführt wird; in dem nächsten wird der Blick über den monetären Tellerrand zum moralischen Handeln gelenkt. Aber was macht wirklich glücklich? Und vor allen Dingen dauerhaft? Was bringt Lebenszufriedenheit? Die Antwort ist alt. Sehr alt sogar. Trotzdem gilt sie immer noch: Es ist Christus.

Ein bekannter Psychotherapeut sagte einmal: „Die unglücklichsten Menschen sind diejenigen, die nicht geliebt werden.“ Das ist doch sicher wahr. Wie gut, dass Christen den Sohn Gottes kennen dürfen, der sie geliebt hat und liebt!

Besser den Mantel an einen Feind verlieren als den Charakter der Sanftmut Christi einbüßen.

Abhängigkeit im Leben Jesu (54) - Im Gebet wachen

Fr, 11/17/2017 - 00:01

Bibelstellen: Lukas 21,36

„Wacht aber, zu aller Zeit betend“ (Lk 21,36).

Nachdem der Sohn Gottes seinen Jüngern ein Stück weit sein Herz geöffnet hat sagt Er: „Bleibt hier und wacht mit mir“ (Mt 26,38). Er bittet sie darum mit Ihm zu wachen, aber nicht darum für Ihn zu beten. In der Stunde des Schreckens sehnte sein menschliches Herz sich nach Mitgefühl. Doch wie sollte ein Mensch für Ihn vor Gott eintreten? Diesen Kampf musste Er alleine auf den Knien kämpfen; und genau dafür entfernte Er sich von seinen engsten Vertrauten. Wenn schon Er, der einzig sündlose Mensch, so sehr das Bedürfnis nach Gebet empfunden hat, wie viel größer sollte unser Bedürfnis danach sein!

Was bedeutet es eigentlich zu wachen? Wachen steht im Gegensatz zu schlafen. Wenn jemand schläft, dann nimmt er die Realität um sich herum nicht (mehr) wahr und ist dementsprechend auch nicht vorbereitet wenn der Feind angreift. Ein unwachsamer Christ hat keine lebendige Gemeinschaft mit seinem Herrn und verschläft die Gelegenheiten zum Dienst, die Gott ihm gibt. Zu wachen dagegen bedeutet, dass wir den Herrn in alle Umstände des Alltags miteinbeziehen, Ihn stets vor uns stellen (Ps 16,8) und die Verbindung nach oben nicht abreißen lassen. Wenn wir wachsam sind verwandelt sich alles in Gebet! Der Herr selbst hatte seinen Jüngern gesagt: „Wacht aber, zu aller Zeit betend“ (Lk 21,36). Durch Wachen erkennen wir Satans Angel hinter dem Wurm, denn der Geistliche beurteilt alles (1. Kor 2,15)!

Zwei Mal schreibt der weiseste Mann der Welt: „Ein wenig Schlaf, ein wenig Schlummer, ein wenig Händefalten, um auszuruhen – und deine Armut kommt herangeschritten, und deine Not wie ein gewappneter Mann“ (Spr 6,10 ; 24,33). Wie viel besser ist es stattdessen die Hände zum Gebet zu falten! Doch wir müssen aufpassen, dass das Gebet bei uns nicht zu einer bloßen Pflichtsache oder rituellen Handlung verkommt. Wie schnell passiert es, dass wir im Gebet „einschlafen“, indem wir anfangen förmlich zu werden oder Gott Vorträge zu halten! Dabei ist es sein Wunsch, dass wir vertrauensvoll, konkret und mit dankbaren Herzen beten! Paulus schreibt: „Verharrt im Gebet und wacht darin mit Danksagung“ (Kol 4,2).

Petrus nahm sich die Ermahnung des Herrn, zu wachen und zu beten, nicht zu Herzen. Daher ist es auch kein Wunder, dass er kurze Zeit später flieht als die Soldaten kommen. Aber nicht nur das: Ohne gebetet zu haben begibt er sich selbst in große Gefahr und folgt Johannes in den Hof des Hohenpriesters. Als dort kurze Zeit später der Hahn zweimal kräht, hat Petrus seinen Herrn bereits dreimal verleugnet. Jemand hat dazu treffend den einprägsamen Satz gesagt: „We should think on the 'stone's throw', lest we weep at the cock‘s crow.“

Doch Petrus hat aus seinen Fehlern gelernt! Deshalb wurde Er auch von Gott dazu befähigt andere zu warnen, nicht die gleichen Fehler zu machen. Mit einem Hirtenherz ermahnt er die Gläubigen: „Seid nüchtern, wacht; euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Dem widersteht standhaft im Glauben“ (1. Pet 5,8). Anstatt wie die zehn Jungfrauen zu schlafen, lebte der Apostel jetzt im Licht der Ewigkeit, denn er schreibt: „Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. Seid nun besonnen und seid nüchtern zum Gebet“ (1. Pet 4,7).

Wie oft ist mangelndes Gebet die Ursache dafür, dass wir versagen? Wie leicht fällt es uns am Wochenende abends länger wach zu bleiben, uns festzuquatschen oder im Internet zu surfen! Aber wie schwer fällt es uns abends mal eine Stunde dranzuhängen, um allein oder zusammen mit anderen im Gebet zu wachen! Woran liegt das?

Jan Philip Svetlik

Zurück zu den Evangelien

Do, 11/16/2017 - 00:01

Ein junger Bruder sagte einmal zu einem älteren Bruder: „Ich lese nicht mehr nur die Evangelien, ich lese jetzt die Briefe.“ Der Alte antwortete: „Du wirst wieder zu den Evangelien zurückkehren.“

Wenn man ganz jung zum Glauben kommt, beschäftigt man sich zuerst mit den Evangelien. Der Weg des Herrn ist gesäumt mit glorreichen Worten und Taten, die man gut verstehen und einordnen kann. Nach einer Zeit lernt man aber tiefere Wahrheiten kennen, wie sie in den Briefen des Neuen Testaments entfaltetet werden. Doch – kann es etwas Höheres geben als Christus? Und insofern kommt man wieder zu den Evangelien zurück.

Eine gewisse Andeutung davon mag man in den Säulen der Stiftshütte erkennen. In der Stiftshütte gab es drei Vorhänge, die jeweils an Säulen befestigt waren. Der erste Vorhang, der zum Vorhof führte, hatte vier Säulen. Hier mag man an die vier Evangelien denken. Der nächste Vorhang, der zum Heiligtum führt, hing an fünf Säulen. Hier mag man an die fünf Schreiber der neutestamentlichen Briefe denken. Dann kommt der dritte Vorhang, der ins Allerheiligste führt. An wie vielen Säulen war er befestigt? An vier! Und so kommt man wieder zu den vier Evangelien zurück.

Gerrid Setzer

Abhängigkeit im Leben Jesu (53) – Schriftkenntnis ohne Selbsterkenntnis

Mi, 11/15/2017 - 00:01

Bibelstellen: Lukas 22,40

„Als er aber an den Ort gekommen war, sprach er zu ihnen: Betet, dass ihr nicht in Versuchung kommt … Und er kommt zu den Jüngern und findet sie schlafend; und er spricht zu Petrus: Also nicht eine Stunde vermochtet ihr mit mir zu wachen? Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt“ (Mt 26,40.41; Lk 22,40).

Zweimal fordert der Herr Jesus seine Jünger in Gethsemane auf, zu wachen und zu beten, und geht ihnen jedes Mal selbst mit gutem Beispiel voran. Als die Jünger Ihn einige Zeit vorher dazu aufgefordert hatten, sie beten zu lehren, war es auch dieses Anliegen, das Er vor ihre Herzen stellte (vgl. Lk 11,4). Er wusste, wie wichtig das Gebet ist, um in der Versuchung bestehen zu können. Hat Er nicht selbst das große Bedürfnis gehabt, im Blick auf die herannahende Versuchung sein eigenes Herz vor seinem Vater im Gebet auszuschütten? Wie vollkommen stimmte das, was Er anderen sagte, mit dem überein, was Er selbst als abhängiger Mensch praktizierte!

Er zieht sich von den Menschen zurück und tritt in die Gegenwart Gottes. Eine Stunde verbringt Er dort in ringendem Gebet. Dann kommt Er zurück, um nach seinen Jüngern zu sehen. Doch anstatt zu beten und zu wachen schlafen sie. Nach wachenden Tröstern hatte Er sich gesehnt – doch Er fand keine. Selbst Petrus, der kurz vorher noch großspurig behauptet hatte, dass er sogar bereit war, mit seinem Meister zu sterben, schaffte es nicht, noch nicht einmal eine Stunde mit Ihm zu wachen.

Wieder zieht Er sich zum Gebet zurück. Die Vorstellung, in Kürze mit fremder Schuld beladen in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen, betrübte seine heilige Seele bis zum Tod. Es scheint, als ob der Knecht Gottes an diesem Abend dreimal jeweils eine Stunde im Gebet gewacht hat. Was für ein Vorbild! Seine Jünger dagegen schliefen jedes Mal, als Er zu ihnen kam. Nur wenige Stunden vorher hatte Er ihnen angekündigt, dass sie Ihn alle verlassen würden und dass Satan begehrte, sie zu sichten wie den Weizen (Joh 16,32; Lk 22,31). Wie sehr hätte sie allein schon die Kenntnis dieser Worte ins Gebet treiben müssen! Doch ihr Selbstvertrauen (Mt 26,35!) und mangelndes Gebet führten dahin, dass sie alle versagten! Als kurze Zeit später die Versuchung kam, „verließen ihn alle und flohen“ (Mk 14,50).

William Kelly schreibt eindrucksvoll dazu: „Es gibt nichts, was getrennt von Christus so stark dazu führt, die Abhängigkeit zu zerstören, wie eine große Kenntnis des Wortes Gottes. Und da liegt unsere Gefahr. Je größer unsere Kenntnis des Wortes Gottes – wenn sie getrennt ist von dem Bewusstsein unserer völligen Schwachheit, und daher auch von dem Bedürfnis des Wachens und Betens –, desto größer ist die Gefahr. Das ist eine ernste Warnung für unsere Seelen. Es gibt zweifellos viel Kenntnis der Schrift und sogenanntes Verständnis der Wahrheit; aber haben unsere Seelen auch einen beständigen Eindruck unserer Abhängigkeit und Schwachheit, und drücken wir sie Gott gegenüber auch aus? „Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt.“

Das Bewusstsein der eigenen Schwachheit – wenn es echt ist – sollte uns dahin führen, zu wachen und zu beten. Wenn wir aber nur von unserem schwachen Zustand reden, ohne dabei gleichzeitig unsere Abhängigkeit praktisch zu verwirklichen, dann ist das im Grunde genommen nichts anderes als fromme Heuchelei. Gegen geistliche Schwachheit ist Gebet die beste Medizin. Gegen Lauheit und Gleichgültigkeit hilft nur Buße und ein aufrichtiges Bekenntnis!

Ist unsere Schriftkenntnis gepaart mit einem tiefen Bewusstsein unserer Schwachheit und gelebter Abhängigkeit? Wann haben wir das letzte Mal eine Stunde im Gebet gewacht und unsere Abhängigkeit auf diese Weise verwirklicht? Ist es unser Verlangen, dem Vorbild des Sohnes Gottes auch im Blick auf Wachen und Beten ähnlicher zu werden?

Jan Philip Svetlik

Gesammelte Brocken (168)

Di, 11/14/2017 - 00:01

Geld bietet keine Unterstützung, wenn wir in innere Not geraten, genauso wenig wie eine goldene Krone etwas nützt, wenn man Kopfschmerzen hat.

Die „guten alten Zeiten“ sind nichts anderes als das Produkt eines schlechten Gedächtnisses oder einer großen Einbildungskraft. Siehe Prediger 7,10.

Wenn man in Eile ist, dann schaut man manchmal nicht auf die Uhr, weil man es nicht so recht wahrhaben will, wie die Zeit verrinnt. Sie vergeht natürlich trotzdem gleich schnell. Und wenn man die Ewigkeit aus den Gedanken verdrängt, dann bleibt sie trotzdem wahr.

Die Leute beschäftigen sich zuerst mit den Christen, dann mit dem Christentum. Wenn die Christen sie enttäuschen, haben sie keine Lust mehr, weiter zu forschen.

Das Programm vieler Menschen heute: „Rettet die Kröten und tötet die Föten.“

Kennst du den Himmel nur als Ziel der Lebensreise oder auch als gegenwärtigen Aufenthaltsort (für den Glauben)?

Abhängigkeit im Leben Jesu (52) – Die feurigen Pfeile des Bösen

Mo, 11/13/2017 - 00:01

Bibelstellen: Lukas 22,41

„Und sie kommen an einen Ort, mit Namen Gethsemane, und er … fing an, sehr bestürzt und beängstigt zu werden. Und er spricht zu ihnen: Meine Seele ist sehr betrübt, bis zum Tod … Er sprach er zu ihnen: Betet, dass ihr nicht in Versuchung kommt. Und er zog sich ungefähr einen Steinwurf weit von ihnen zurück und kniete nieder …“ (Mk 14,32–35; Lk 22,40.41).

Der Fürst dieser Welt stand im Begriff, noch einmal alle Geschütze aufzufahren, um den Fürst des Friedens von dem Pfad des Gehorsams abzubringen. Doch er sollte in Ihm keine Schwachstelle finden, die einen Angriffspunkt bot (Joh 14,30). In der Wüste hatte Satan, die alte Schlange, versucht, den Herrn zu verführen. Hier in Gethsemane erscheint er als brüllender Löwe, der Jesus durch den Tod, den König der Schrecken, erschüttern will. Er schießt feurige Pfeile auf den treuen Knecht Gottes ab, um Ihn in Angst und Schrecken zu versetzen.

In weniger als 24 Stunden würden die Hände und Füße Jesu mit Nägeln durchgraben an das Fluchholz geschlagen werden. Finsternis, Gottesferne und das schonungslose Gericht dessen, der zu rein ist von Augen, um Böses zu sehen, stehen in diesem Augenblick vor den Augen seines Herzens. Angst und Bestürzung überfallen Ihn. Wie muss Er, der Heilige, der die Gottlosigkeit hasste (Ps 45,7), sich davor gescheut und geekelt haben, mit Sünde in Berührung zu kommen; ja sogar damit überhäuft zu werden! Er kannte das Wort des Psalmisten, der prophetisch im Blick auf das Kreuz von Ihm schreibt: „Denn Übel bis zur Unzahl haben mich umgeben, meine Ungerechtigkeiten haben mich erreicht, dass ich nicht sehen kann; zahlreicher sind sie als die Haare meines Hauptes, und mein Herz hat mich verlassen“ (Ps 40,12).

Er zieht sich zurück – einen Steinwurf weit. Ca. 1000 Jahre vorher hatte der Mann nach dem Herzen Gottes mit einem Steinwurf den Riesen Goliath im Kampf besiegt. Der Löwe aus dem Stamm Juda dagegen kämpfte ohne Stein und Schleuder mit einer göttlichen Waffe, die mächtig ist, alles zu zerstören, was sich gegen den Willen Gottes stellt. Dieses Mal erhebt Er seine Augen nicht zum Himmel, sondern kniet nieder, fällt auf die Erde und beginnt zu beten, wie nie zuvor ein Mensch gebetet hat!

Bist du dir dessen bewusst, dass es auch deine Sünden waren, die den Sohn Gottes in diese furchtbare Not gebracht haben? Hat das, was dort in Gethsemane geschehen ist, eine Auswirkung auf deine Einstellung zur Sünde und im Blick auf Dinge, die uns schnell zum Sündigen verleiten? Was bedeutet es praktisch, jeden Gedanken unter den Gehorsam des Christus gefangen zu nehmen (vgl. 2. Kor 10,4.5)?

Jan Philip Svetlik

Gesammelte Brocken (167)

So, 11/12/2017 - 00:01

Der Mann der Herrlichkeit, vertraut mit der Schönheit des Himmels, wurde zum Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut.

Gott sortiert Gebete nicht nach Konfessionen.

Gott hat es sich unendlich viel kosten lassen, damit er uns sein Heil umsonst anbieten kann.

Die Verheißungen Gottes sind nicht wie Geschenkpapier, das man nach einmaliger Verwendung wegwirft, sondern wie eine Urkunde, die man sorgfältig verwahrt und immer wieder vorlegt.

Gott nannte sich gern: „der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs“. Am häufigsten nannte er sich „der Gott Jakobs“. Er schämte sich nicht, nach diesem Namen genannt zu werden. Das sollte uns Mut geben!

Dresscode der Neugeborenen

Sa, 11/11/2017 - 00:01

Bibelstellen: Hiob 1,21

„Und er sprach: Nackt bin ich aus meiner Mutter Leib gekommen, und nackt werde ich dahin zurückkehren; der HERR hat gegeben, und der HERR hat genommen, der Name des HERRN sei gepriesen!“ (Hiob 1,21).

Wenn Menschen auf die Welt kommen, gilt für alle derselbe Dresscode: Sie haben nichts an. Nackt kommen die Menschen aus dem Mutterleib hervor. Die Mutter des Kindes mag Königin sein und die kostbarsten Kleider tragen, aber das ändert nichts am Dresscode für das Kind.

Wir erblicken das Licht der Welt – und haben nichts. Wenn wir diese Welt verlassen, wenn wir den Blicken der Menschen entschwinden, ist es erneut so: Wir haben nichts in Händen. So gesehen gehen wir nackt zurück. Es gibt also einen „nackten Geburtstag“ und einen „nackten Todestag“.

Die große Frage ist, was dazwischenliegt. Wie wir unsere Zeit ausfüllen. Ob wir uns Schätze sammeln für die Erde und beispielsweise Wert auf teure Kleidung legen oder ob wir Schätze für den Himmeln sammeln.

Wenn wir auch definitiv mit leeren Händen in die andere Welt hinübergehen, so müssen unsere Hände dort nicht leer bleiben, sondern sie können gefüllt werden mit göttlichem Lohn – wenn wir für Gott gelebt und ihm gedient haben.

Gerrid Setzer

Reinigung durch Blut und Wasser

Fr, 11/10/2017 - 00:01

Bibelstellen: 1. Johannes 1,7; Johannes 15,3

Die Schrift spricht von der Reinigung durch das Wasser (Joh 3,5; 13,10; 15,3) und von der Reinigung durch das Blut (1. Joh 1,7). Wie können wir diese Dinge unterscheiden, die sich doch beide auf das Werk von Golgatha gründen?

Die Reinigung durch das Blut Jesu zeigt die „rechtliche Seite“. Wir waren als Sünder schuldig vor Gott geworden. Als wir an den Herrn Jesus geglaubt haben, wurde unsere Schuld durch sein Blut, seinen Tod, bedeckt und wir brauchen die göttliche Strafe nun nicht mehr zu fürchten.

Die Reinigung durch das Wasser des Wortes Gottes zeigt die „moralische Seite“. Wir waren Sünder vor Gott, und das Trachten unserer Herzen war nur böse den ganzen Tag. Als wir an den Herrn Jesus geglaubt haben, hat Gott in unserer Seele durch seinen Geist neues Leben bewirkt, und dadurch sind wir in unserem ganzen Denken vollkommen verändert worden. Wir verabscheuen nun das Böse und wenden uns davon ab, wie es der verlorene Sohn tat, als er zum Vater ging.

Stellen wir uns einen Dieb vor, der vor Gericht für schuldig erklärt wird und der deshalb den Schaden wiedergutmachen und zusätzlich noch Sozialstunden ableisten muss. Einerseits wird die Frage der Gerechtigkeit durch die Tilgung der Schuld geklärt, andererseits sollen die Sozialstunden dazu dienen, bei dem Dieb einen Prozess des Umdenkens in Gang zu setzen, damit das in Zukunft nicht noch einmal vorkommt. Nicht nur der Diebstahl wird behandelt, sondern der Dieb muss verändert werden.

So musste einerseits die Sündenfrage bei uns geklärt werden. Und wir konnten hier nichts wiedergutmachen. Das geschah aber durch das Blut Jesu. Anderseits musste die Sünderfrage geklärt werden. Und das geschah durch die „Waschung der Wiedergeburt“ (Tit 3).

Gerrid Setzer

Spötter kommen mit Spötterei

Do, 11/09/2017 - 00:01

Bibelstellen: 2. Petrus 3,3-10

Die Spötter, vor denen Petrus in 2. Petrus 3 warnt, sind keine oberflächlichen Leute, die sich über die Bibel lustig machen. Ihr Spott ist kein bloßer Sarkasmus, sondern Skepsis und Bibelkritik. Sie maßen sich an, die Aussagen des Wortes Gottes anhand rein menschlicher Überlegungen beurteilen zu können.

Ihre skeptische Frage: „Wo ist die Verheißung seiner Ankunft? Denn seitdem die Väter entschlafen sind, bleibt alles so von Anfang der Schöpfung an“, hat drei entscheidende Stoßrichtungen:

1. Argument: Die Vorgänge auf der Erde entsprechen immer gleichbleibenden Gesetzmäßigkeiten. Es gibt überhaupt nicht so etwas wie ein übernatürliches Eingreifen Gottes. Also wird es auch die „Ankunft“ des Herrn nicht geben.

Petrus zeigt anhand von zwei Beispielen, dass sie es hätten besser wissen können. Ihre Skepsis ist „nach ihrem Willen“. Was nicht sein darf, kann nicht sein, lautet ihre Devise. Gott hat schon auf übernatürliche Weise, „durch das Wort Gottes“, die Erde entstehen lassen (2. Pet 3,5; vgl. Ps 33,6+9). Auch die Naturgesetze, diese gleichbleibenden Gesetzmäßigkeiten, auf die sie so pochten, hat Gott selbst eingesetzt. Und Gott hat auch bei der Sintflut eingegriffen und die damalige Welt vernichtet.

Diese Beispiele sind nicht willkürlich gewählt. „Dasselbe Wort“ (Vers 7), dass die Erde entstehen ließ, wird auch das Gericht über sie bringen. Und der moralische Zustand der Welt vor der Flut entspricht dem Zustand der heutigen Welt (vgl. Lk 17,26–27). Gott wird die Welt noch einmal richten, zwar nicht durch Wasser, aber durch Feuer.

2. Argument: Seit Tausenden von Jahren hat sich nichts geändert. So wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Die verheißene Ankunft entspricht nicht unseren Erfahrungen.

Dieses Argument entkräftet Petrus mit einem Hinweis auf die Zeitrechnung Gottes (vgl. Ps 90,4). Wenn er das nahende Gericht ankündigt, dann wartet er noch 120 Jahre, wie bei Noah, oder auch Tausende von Jahren wie in unseren Tagen. Diese „tausend Jahre“ sind bei ihm wie ein Tag. Aber wenn er das Gericht bringt, dann geschehen die größten Umwälzungen innerhalb kürzester Zeit. Nur 40 Tage dauerte es, bis die Sintflut die ganze Erde überschwemmte hatte (1. Mose 7,17). Und so wird auch die Ankunft des Tages des Herrn „wie ein Dieb“ sein: plötzlich und unerwartet (vgl. 1. Thess 5,2–3).

Achtung: 2. Petrus 3,8 gibt uns keine Umrechnungsformel. Darum heißt es auch „wie tausend Jahre“ und „wie ein Tag“. Es zeigt einfach, dass Gott die Zeit anders berechnet als wir.

3. Argument: Der Herr zögert seine Ankunft hinaus. Er wollte ursprünglich kommen, aber jetzt zögert er und wird schließlich überhaupt nicht mehr kommen.

Wer so redet, der kennt Gott nicht. Sein Warten liegt nicht nur in der anderen Zeitrechnung Gottes begründet, sondern ist ein Beweis der Langmut Gottes, die immer noch auf Bekehrungen wartet. Er „will nicht“, d. h. es ist nicht sein Beschluss (stärkeres Wort als in 1. Tim 2,4), niemals entstammt es seinem Ratschluss, „dass irgendwelche verloren gehen“ (vgl. Hes 18,23). Alle sollen die Möglichkeit erhalten, Buße zu tun (das ist die Bedeutung von „zur Buße kommen“).

Fazit: Die zweifelnde Frage ist böse und falsch. Der Herr wird kommen. Der Tag, an dem die ganze Welt gerichtet wird, ist bereits festgesetzt, und der auferstandene Herr Jesus ist dazu bestimmt, das Gericht auszuführen (vgl. Apg 17,31). Dann wird den Zweiflern und Skeptikern endgültig der Mund gestopft. Sie werden anerkennen müssen, dass ihnen das alles „nach ihrem Willen verborgen“ war (Vers 5). Sie wollten dem Wort Gottes nicht glauben, denn das hätte sie gestört, „nach ihren eigenen Begierden zu wandeln“ (Vers 3). In der Hölle wird es keine unschuldig Unwissenden geben.

Marco Leßmann

Nicht für Menschen eifern

Mi, 11/08/2017 - 00:01

Bibelstellen: Johannes 3,26

Und sie kamen zu Johannes und sprachen zu ihm: Rabbi, der jenseit des Jordan bei dir war, dem du Zeugnis gegeben hast, siehe, der tauft, und alle kommen zu ihm. (Johannes 3,26)

Die Bedeutung von Johannes dem Täufer schwand in diesen Tagen. Und damit schwand auch die Bedeutung seiner Jünger. Bald würde die Zeit kommen, in der es keine Jünger des Johannes mehr geben würde (in Apostelgeschichte 19 finden wir sie das letzte Mal), sondern nur noch Jünger Christi.

Der Bedeutungsverlust behagte diesen Jüngern von Johannes nicht, und deshalb kamen sie klagend zu ihrem Meister. Was sollten sie nur tun? Alle gingen zu Jesus und wurden von seinen Jüngern getauft – und jetzt konnten sie nicht mehr so viel Leute taufen.

Auch heute gehen Dienste von Knechten Gottes zu Ende. Oder ihre Dienste werden irgendwie eingeschränkt. Der Himmel wirkt nun anderswo stärker. Das schmeckt nicht jedem. Der Bedeutungsverlust der persönlichen Lieblinge und der eigene Bedeutungsverlust führt manchmal zu Irritationen und zu Unmut.

Bei Johannes dem Täufer war das überhaupt kein Problem. Alles, was irgendwie zur Ehre des Herrn Jesus führte, war ihm völlig recht. Alles, was der Himmel wirkte, anerkannte er gerne und freudig an. „Er muss wachsen, ich aber abnehmen“ – das war sein Leitsatz. Er wollte nicht, dass man für seine Person eiferte; das war ihm völlig fremd. Es ging doch nur und wirklich nur um Christus.

Eine ähnliche Haltung finden wir bei Mose (siehe 4. Mose 11,24–29). Es weissagten bei dieser Gelegenheit zwei von den siebzig Männern im Lager weiter, obwohl doch die erste Bewegung des Geistes, die alle siebzig erfasst hatte, abgeebbt war. Waren die zwei vielleicht eigenwillig oder selbstherrlich? Ein junger Mann wurde aufgeregt und Josua wollte sogar, dass Mose das Weissagen unterbindet, denn Mose war doch der Prophet. Doch Mose wollte nicht, dass man für ihn eifert. Er sagt: „Gott möge doch das wirken, was ihm gefällt! Möge doch alle Propheten sein!“ Es ging nicht um ihn und seinen Status (so außerordentlich nützlich sein Dienst auch wahr), es ging um die Sache Gottes.

Wie wichtig ist das! Kein Mensch steht im Mittelpunkt. Weder unsere Lieblinge noch wir selbst. Wir wollen nicht für Menschen eifern, sondern nur für die Ehre Gottes!

Gerrid Setzer

Gesammelte Brocken (166)

Di, 11/07/2017 - 00:01

Rund drei Millionen Deutsche sind so überschuldet, dass sie ihren finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen können. Kein Wunder, dass Sendung wie „Raus aus den Schulden“ von RTL ein Renner sind. In dieser Sendung gibt ein gewiefter Berater Tipps, wie man gegen die Schulden kämpfen kann. Allerdings sind noch viel mehr Deutsche hoffnungslos überschuldet. Sie haben eine Schuld gegenüber Gott aufgehäuft, die sie niemals abtragen können. Die Schuldenberatung ist in diesem Fall ganz einfach. Es gibt einen, der alle Schuld auf einen Schlag abzahlen wird, man muss ihn nur darum bitten. Sein Name ist Jesus Christus

Ein kleiner Junge überredete einen sehr gottlosen Mann, zur Evangelisation zu kommen. Als der Mann zögernd am Eingang stand, schob ihn der Kleine an und sagte laut: „Hier ist er, Jesus, rette ihn!“ Und er wurde gerettet! (Nach W.T.P. Wolston.) Schlichter Glaube steht auch uns gut zu Gesicht.

In dem populären Buch Leben ohne Reue: 52 Impulse, die uns daran erinnern, was wirklich wichtig ist werden Ratschläge gegeben, was man tun sollte, um am Lebensende nicht das zu bereuen, was man im Leben getan hat. Aber alle Dinge, die genannt werden, kann man doch bereuen. Es gibt aber eine Sache, die man niemals bereuen kann: Das ist die Buße zur Errettung! „Denn die Betrübnis Gott gemäß bewirkt eine nie zu bereuende Buße zum Heil; die Betrübnis der Welt aber bewirkt den Tod“ (2. Korinther 7,10)

Bei manchen Menschen läuft die Gnadenzeit ab, obwohl sie noch leben. Kurz nach der Veröffentlichung des Werkes Der Antichrist, ein Fluch auf das Christentum fiel Friedrich Nietzsche in geistige Umnachtung. Er, der den Übermensch proklamiert hatte; er, der das Schwache auslöschen und das Starke nach vorne bringen wollte, war nichts anderes als ein Häufchen Elend, der unverständliche Laute von sich gab und von anderen jahrelang gepflegt werden musste, bis er im Alter von 55 Jahren starb.

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