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Aktualisiert: vor 17 Stunden 49 Minuten

Sein Leben für meins

Mo, 11/06/2017 - 00:01

Bibelstellen: Johannes 3,16

„11. September 2001, New York: Die Welt unter Schock. Selbstmordattentäter steuern Flugzeuge in das World Trade Center. 2759 Tote.“

„7. Juli 2005, London: Vier Selbstmordattentäter sprengen sich mit Rucksackbombe in die Luft. 56 Menschen getötet.“

„17. Mai 2010, Tel Aviv: Selbstmordattentäter reißt drei Menschen in den Tod“

„12. November 2015, Libanon: Selbstmordattentäter töten in Beirut mindestens 37 Menschen-“

„13. November 2015, Paris: Selbstmordattentäter sprengen sich in Paris in die Luft und reißen 130 Tote mit in den Tod.“

„14. Juli 2016, Nizza: Lastwagen rast in Menschenmenge. Terror in Nizza. Opferzahl erhöht sich auf 84.“

Von Tel Aviv über Paris und London, von Islamabad bis New York – spätestens durch die Anschläge im September 2001 sind Selbstmordattentäter in das kollektive Gedächtnis gerückt worden. Wo sie auftreten, hinterlassen sie Schrecken und Angst, Verwüstung und Tod.

Zuerst schienen sie weit weg, in Ländern wie Israel, Irak und Afghanistan, doch jetzt rücken sie erschreckend nahe. Schon längst richten sich die Attentäter mehr auf zivile Einrichtungen wie Einkaufzentren, Restaurants, Hotels, Märkte und öffentliche Transportmittel – da, wo wir am verletzlichsten sind, da, wo es jeden treffen kann. Schon längst spricht man von einem „Alltags-Terrorismus“. Die Opfer werden nicht mehr gezielt ausgesucht, sondern wahllos. Es kann jeden treffen. Dementsprechend sitzt die Angst tief.

Alle Selbstmordattentäter sind zum Äußersten bereit. Sie haben mit ihrem Leben abgeschlossen, und ihre Mission ist, aus Hass so viele wie möglich mit in den Tod zu reißen. Sie nehmen sich das Leben und rauben gleichzeitig das vieler anderer.

Szenenwechsel. Jerusalem im Jahr 33. Es ist still geworden. Langsam bricht die Dunkelheit herein. Einige Soldaten stehen um drei Kreuze herum und bewachen sie. Zwei Gekreuzigte stöhnen unter ihren Schmerzen. Um die Tortur zu verkürzen, bricht man ihnen die Beine. Nur der Mann in der Mitte ist ganz still. Auf dem Kopf trägt er einen Kranz aus Dornen. Aus Spott hatte man ihm diese „Dornen-Krone“ aufgesetzt und mit einen Stab darauf geschlagen. Tief waren die langen, spitzen Dornen in die Kopfhaut eingedrungen. Noch immer fließt Blut von seinem Körper herab und tropft auf  den Boden. Auch der Rücken zeigt deutliche Spuren der vorausgegangenen Geißelung. Durch was für Qualen muss dieser Mann gegangen sein. Normalerweise dauert so eine Kreuzigung Stunden und Tage. Doch dieser Mann in der Mitte hat plötzlich „Es ist vollbracht“ ausgerufen und war dann gestorben.

Dieser Mann ist Jesus. Er hat sein Leben gegeben. Auch er hat seine Mission damit erfüllt. Doch nicht um Menschen zu töten starb er, sondern um ihnen das Leben zu geben und sie zu erretten. Nicht aus Hass gab er sich in den Tod, sondern aus Liebe. Wie viel anders ist Jesus. Als man ihn angriff, heilte er noch seinen Angreifer. Als man falsche Anklagen gegen ihn vorbrachte, verteidigte er sich nicht. Als man ihn misshandelte, wehrte er sich nicht. Wie viel größer ist Jesus. Doch warum ist Jesus freiwillig in den Tod gegangen?

Weil wir Menschen in unserem Leben viele Sünden wie Lüge, Diebstahl, Hass, Egoismus, Ehebruch, Fluchen, Pornographie begangen haben. Doch Gott ist heilig. Er kann Sünde nicht dulden. Gott ist auch absolut gerecht. Er kann daher auch nicht einfach über unsere Sünden hinweggehen. Die Schuld muss beglichen werden, die Strafe muss ausgeführt werden. Darum ist es dem Menschen gesetzt, „einmal zu sterben, danach aber das Gericht“ (Hebräer 9,27). „Der Lohn der Sünde ist der Tod“ (Römer 6,23). Diesen Tod im Gericht Gottes hat jeder Mensch verdient, denn die Bibel sagt: Alle haben gesündigt! (vgl. Römer 3,23).

Doch weil Gott auch Liebe ist (1. Johannes 4,8) und will, dass alle Menschen errettet werden (1. Timotheus 2,4), ist er einen Weg gegangen, auf dem das möglich ist. Dort am Kreuz wurde Jesus nicht nur von den Menschen gequält, sondern gleichzeitig für Sünden von Menschen von Gott gestraft.

„Doch um unserer Übertretungen willen war er verwundet, um unserer Ungerechtigkeiten willen zerschlagen. Die Strafe zu unserem Frieden lag auf ihm, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden“ (Jesaja 53,5).

„Denn es hat ja Christus einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten“ (1. Petrus 3,18).

Ja, Gott hat so die Welt geliebt, „dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe“ (Johannes 3,16).

Nun geh in Gedanken wieder nach Jerusalem, zu dem Hügel, auf dem die drei Kreuze standen, und lass dich fragen: „Wie stehst du zu diesem Mann in der Mitte?“

Gotts sagt: „Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm“ (Johannes 3,36).

Glaube doch an Jesus Christus, den Sohn Gottes. Tue Buße über deine Sünde und bekenne sie vor Gott und nimm Jesus als deinen ganz persönlichen Retter an und unterstelle dein ganzes weiteres Leben Ihm.

„Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er [Gott] gerecht, dass er sie uns vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit“ (1. Johannes 1,9)

Das ist Gottes Angebot an jeden. Doch wenn du Jesus nicht glaubst und ihm den Rücken zudrehst, dann sprichst du dir dein eigenes Todesurteil und wirst für ewig den Zorn Gottes im ewigen Gericht erdulden müssen.

„Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn errettet werde. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes“ (Johannes 3,17.18).

„Und es ist in keinem anderen das Heil, denn es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel, der unter den Menschen gegeben ist, in dem wir errettet werden müssen“ (Apostelgeschichte 4,12).

„Glaube an den Herrn Jesus, und du wirst errettet werden“ (Apostelgeschichte 16,31).

Friedemann Werkshage

Der rettende Blick

So, 11/05/2017 - 00:01

Bibelstellen: Johannes 3,14.15

Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe (Johannes 3,14.15).

Gott sandte feurige Schlangen unter sein Volk Israel, weil sie sehr gesündigt hatten (4. Mose 21). Als sie dann um Hilfe schrien, gab Gott ihnen ein einfaches Rettungsmittel: Sie mussten nur auf eine Schlange aus Kupfer blicken, um am Leben zu bleiben.

Das war sehr einfach, denn die Schlange wurde auf eine Stange erhöht und war weithin sichtbar. Selbst ein Sterbender konnte noch zu ihr hinaufblicken. Niemand musste zu ihr hinlaufen oder hinkriechen.

Niemand musste sich Gedanken machen, ob der Blick intensiv genug war oder in der nötigen Ehrfrucht erfolgte oder mit ausreichender Demütigung. Darum ging es nicht. Es ging darum, im Glauben zu dem göttlichen Rettungsmittel zu blicken.

Allerdings gab es dazu auch keine Alternative. Auf die Wunden zu blicken und sie zu verbinden half nicht weiter. Auf Helfer zu blicken war wirkungslos. Auf die giftigen Schlangen zu sehen und sie zu jagen führte zu keinem Ergebnis. Es gab nur einen Weg zur Rettung.

Wer nicht verloren gehen und ewiges Leben haben will, muss im Glaubensvertrauen auf den erhöhten Menschensohn am Kreuz auf Golgatha blicken. Dort vollbrachte er das Sühnungswerk. Es ist so einfach, errettet zu werden! Wer aber einen anderen Weg gehen will, der wird unweigerlich verloren gehen.

So zeigt die Johannes 3,14.15 die Einfachheit sowie die Ausschließlichkeit der Errettung der Sünder durch den gekreuzigten Christus.

Gerrid Setzer

Er hat es getan!

Sa, 11/04/2017 - 00:01

Bibelstellen: Psalm 22,32

Der Herr Jesus hat es getan (vgl. Ps 22,32)! Er hat das große und schwere Werk der Erlösung vollbracht (vgl. Joh 19,30). Er hat getan, was kein anderer tun konnte. Er hat alles getan, was Gott wollte. Dazu musste er als Mensch auf diese Erde kommen und am Kreuz von Golgatha leiden und sterben.

Vom Himmel aus hätte der Herr Jesus das Erlösungswerk nicht vollbringen können. Auch ein Wort seiner Schöpfermacht hätte nicht dazu ausgereicht. Schon gar nicht das Werk von Engeln und Menschen. Niemals hätte es den heiligen und gerechten Ansprüchen Gottes genügen können. Nein, nur der Opfertod des Herrn Jesus war in der Lage, den Ansprüchen Gottes voll und ganz zu entsprechen. Sein ein für alle Mal geschehenes Opfer genügte allen Ansprüchen Gottes und entsprach zugleich allen Bedürfnissen des Menschen (vgl. Heb 10,10). Durch seinen Opfertod wurde Gott unendlich verherrlicht, Satan endgültig besiegt und unzählige Menschen errettet.

Weil der Herr Jesus alles getan hat, was zur Verherrlichung Gottes und zur Erlösung des Menschen nötig war, muss der Mensch nun nichts mehr tun. Alles ist getan. Das Werk ist vollbracht. Das Einzige, was dem Menschen noch zu tun bleibt, ist, das vollbrachte Erlösungswerk im Glauben anzunehmen und den Heiland dafür zu loben und zu preisen, dass er es getan hat!

Bist du dem Herrn Jesus dankbar, dass er es getan hat?

Daniel Melui

Charakterzüge des Christen

Fr, 11/03/2017 - 00:01

Bibelstellen: 1. Thessalonicher 1,3

„Unablässig eingedenk eures Werkes des Glaubens und der Bemühung der Liebe und des Ausharrens der Hoffnung auf unseren Herrn Jesus Christus“ 1. Thessalonicher 1,3

Die Thessalonicher waren jung im Glauben und hatten ein brennendes Herz für den Herrn Jesus. Das, was in ihrem Herzen war: Glaube, Liebe, Hoffnung, zeigte sich in ihrem Leben. Es war für andere sichtbar.

Glaube, Liebe, Hoffnung werden an verschiedenen Stellen in der Bibel zusammen genannt. Neben unserer Stelle auch in 1. Kor 13,13, 1. Thess 5,8. Wir finden hier aber eben auch, wie sich das ganz praktisch für alle Menschen sichtbar im Leben der Thessalonicher äußerte.

Werke des Glaubens: Ohne Werke ist der Glaube tot (Jak 2,26). Der Glaube in ihnen zeigte sich in den Werken. Ihr Vertrauen auf den lebendigen Gott und seine Zusagen trieb sie an, etwas für ihn zu tun. Das taten sie nicht in eigener Kraft oder aus fleischlichen Beweggründen. Sie taten sie unter der Leitung des Geistes Gottes. Gott hat eine Aufgabe für uns, die wir im Glauben ausüben sollen.

Bemühung der Liebe: Bei unserer Bekehrung ist die Liebe Gottes ausgegossen worden in unsere Herzen (Röm 5,5). Diese göttliche Liebe, die wir genießen, zeigt sich nun unter anderem gegenüber unseren Glaubensgeschwistern in tätiger Bruderliebe. Bemühung meint intensive Anstrengung. Die Thessalonicher setzen sich intensiv für ihre Glaubensgeschwister ein. Sie verwendeten ihre Kraft, Energie und Zeit für andere aus Liebe. Deshalb kann der Apostel ihnen auch in Kapitel 5,9.10 das schöne Zeugnis ausstellen, dass sie Bruderliebe gegenüber allen Geschwistern in Mazedonien praktizierten. Wie ist das bei uns? Wenn wir Gott lieben, dann lieben wir auch unsere Glaubensgeschwister (1. Joh 5,1). Welch positive Auswirkung hat das dann auf das Miteinander!

Ausharren der Hoffnung: Die Erwartung des Kommens des Herrn Jesus war lebendig in ihren Herzen. Das bewirkte Ausharren, eine intensive Ausrichtung auf sein Kommen. Zunächst waren die Thessalonicher nur belehrt darüber, dass der Herr Jesus wiederkommen würde, um sein Reich auf dieser Erde in Macht und Herrlichkeit aufzurichten. In Kapitel 4 stellt ihnen Paulus die Wahrheit vom Kommen des Herrn für sie und damit auch für uns vor. Warten wir mit Ausharren darauf, dass der Herr Jesus bald kommt, um uns für immer zu sich zu nehmen? Das bewirkt innere Freude, die unabhängig von äußeren Umständen ist. Es trennt uns auch in unserm Wandel von der Welt und führt zu einem aktiven Zeugnis für ihn in dieser Welt.

Das praktische Leben dieser Gläubigen war zur Freude des Herrn Jesus. Könnte der Herr Jesus auch über uns sagen, dass wir Werke des Glaubens, Bemühung der Liebe und Ausharren der Hoffnung zeigen?

Dirk Mütze

Sieben Vergleiche in 2. Petrus 2

Fr, 11/03/2017 - 00:01

Bibelstellen: 2. Petrus 2,12-22

Es gehört zu der Liebe eines echten Hirten, dass er die Schafe vor drohenden Gefahren warnen und schützen möchte. Deshalb warnt der Apostel Petrus seine Briefempfänger in 2. Petrus 2 vor den falschen Lehrern, die unter ihnen aufstehen würden. In sieben Bildern und Vergleichen zeichnet er ab Vers 12 ein düsteres Bild von diesen Verführern, um den Gläubigen zu erklären, woran sie diese bösen Leute erkennen können. Diese Vergleiche enthalten aber auch für uns deutliche Warnungen.

1. Vergleich: Unvernünftige, natürliche Tiere (2. Pet 2,12.13a)

Tiere sind von Natur unvernünftig. Sie haben eine (sterbliche) Seele, aber keinen Geist. Nichts, was mit Gott in Beziehung treten kann. Sie sind mit dieser Erde verbunden, werden irgendwann gefangen oder verderben, das heißt, sie haben keine Zukunft.

Diese falschen Lehrer waren also Menschen, die keine Beziehung zu Gott haben. Ihr ganzes Streben ist rein auf die Erde ausgerichtet, und sie leben so, als gäbe es nach dem Tod nichts mehr. Wie wilde Tiere sind sie ungezügelt und hemmungslos, begehen ihre Sünden am hellen Tag (2. Pet 2,13). In den Augen der Menschen mögen manche dieser Lehrer faszinierend wirken, doch Gott hat ein anderes Urteil: „wie Tiere“.

Warnung für uns: Lasst uns nicht zu denen gehören, die „auf das Irdische sinnen“ (Phil 3,19). Richten wir nicht unser ganzes Streben nur auf die Erde, und leben wir nicht, als hätten wir keine Zukunft im Himmel. Beherzigen wir die Ermahnung des Apostels Paulus: „Sinnt auf das was droben ist, nicht auf das, was auf der Erde ist“ (Kol 3,2)?

2. Vergleich: Flecken und Schandflecke (2. Pet 2,13b)

Diese Verführer mischen sich unter die Gläubigen, geben sich einen frommen Anstrich und wollen sogar an der Gemeinschaft der Gläubigen ihren Anteil haben („Festessen mit euch halten“). Sie kleiden sich mit dem (eigentlich) weißen Kleid des christlichen Bekenntnisses, halten aber unter christlichem Deckmantel an ihren Betrügereien fest.

Die wahren Christen stehen in Gefahr, mit ihnen gemeinsame Sache zu machen, sie sogar zu ihren Liebesmahlen zuzulassen. Aber in Gottes Augen sind sie die „Flecken und Schandflecke“ auf dem Kleid des Christentums. Durch ihr unchristliches Leben bringen sie das christliche Zeugnis in Misskredit.

Warnung für uns: Machen wir nicht gemeinsame Sache mit Ungläubigen, auch wenn sie sich noch so einen christlichen Anstrich geben. Unser Zeugnis wird nicht dadurch glaubwürdig, dass wir uns in die Gesellschaft der Welt begeben, sondern indem wir uns trennen von ihrem bösen Treiben.

3. Vergleich: Augen voll Ehebruch (2. Pet 2,14a)

Diese falschen Lehrer führen oft ein ausschweifendes, unmoralisches Leben (vgl. 2. Pet 2,2). Doch man hat den Eindruck, dass der Ausdruck „Augen voll Ehebruch“ hier auch eine übertragene Bedeutung hat. Sie bekennen sich zu Christus, nennen sich Christen, aber ihre Augen suchen ständig nach anderen „Männern“, nach irdischen und sündigen Dingen, die ihre Herzen gefangen nehmen. Das Ende dieser Entwicklung ist „Babylon“, die Hure (Off 17; 18), ein Bild der von Christus gänzlich abgefallenen und mit der Welt vermischten Christenheit.

Doch diese Leute treiben nicht nur Ehebruch, sondern mit ihren „Augen voll Ehebruch“ versuchen sie auch noch, andere zu ihrem sündigen Treiben zu verleiten. Dabei haben sie es besonders auf die „unbefestigten Seelen“ unter den Gläubigen abgesehen.

Warnung für uns: Machen wir mit unseren Augen (auch mit den Augen des Herzens) einen Bund, und lassen wir sie nicht umherschweifen, sondern richten wir sie einfältig allein auf Christus (Lk 11,34).

4. Vergleich: Der Weg Bileams (2. Pet 2,15.16)

Drei Warnungen finden wir im Neuen Testament in Verbindung mit Bileam. Petrus warnt uns vor dem Weg Bileams. Bileam war habsüchtig und wollte geistliche Dinge als Mittel zum Gewinn benutzen (vgl. 1. Pet 5,2; 1. Tim 6,5). Judas warnt uns vor dem Irrtum Bileams (Jud 11). Bileams Irrtum bestand darin, dass er glaubte, gleichzeitig Prophet Gottes und Wahrsager sein zu können. Schließlich werden wir in Offenbarung 2,14 vor der Lehre Bileams gewarnt. Durch Bileams Rat wurde das Volk Israel zu bösen Verbindungen mit den Moabitern verleitet.

Damit ist Bileam ein Bild von bösen Lehrern, die selbst von niedrigen Beweggründen geleitet werden und auch andere zu sündigem Treiben verleiten wollen (2. Pet 2,14.18).

Doch Gott trat dem bösen Propheten entgegen und warnte ihn. Er machte seine Torheit völlig offenbar (vgl. 2. Tim 3,9): Bileam wollte der Seher sein und sah doch weniger als eine Eselin.

Warnung für uns: Prüfen wir unsere Motive. Suchen wir in unserem Dienst für den Herrn seine Ehre und nicht unseren eigenen Vorteil. Und wenn Gott uns warnt und Stoppschilder in den Weg stellt, dann wollen wir sie nicht missachten.

5. Vergleich: Quellen ohne Wasser und Nebel, vom Sturmwind getrieben (2. Pet 2,17.18)

Petrus warnt vor Leuten, die sich als Quellen anbieten, die mit Gottes Wort hantieren, aber deren Reden „stolz und nichtig“ sind. Rhetorisch mag manches ausgefeilt sein, aber es bringt keinen Segen und hält einer Überprüfung anhand der Bibel nicht stand.

Wie Nebel reden sie undurchsichtig und unklar, legen sich nicht fest, sind nicht zu greifen. Sie predigen, was gerade „in“ ist, hängen ihre Fahne nach dem Wind. Am Ende löst sich alles, was sie sagen, in nichts auf.

Warnung für uns: Wir wollen nicht „Unmündige sein, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre“ (Eph 4,14). Lassen wir den Geist Gottes in uns wirken, so dass „Ströme lebendigen Wassers“ aus uns hervorkommen.

6. Vergleich: Sklaven des Verderbens (2. Pet 2,19)

Nun benutzt Petrus zur Beschreibung der Merkmale dieser falschen Lehrer noch das Bild der Sklaverei. Diese Menschen würden sich nie als Sklaven bezeichnen. Im Gegenteil: Sie propagieren mit ihrem zügellosen Leben größtmögliche Freiheit (nämlich indem man sich dem Wort Gottes gegenüber ungebunden fühlt). Aber diese vermeintliche Freiheit führt in die Sklaverei der Sünde, wie der Herr Jesus sagt: „Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Knecht“ (Joh 8,34).

Der besessene Gardarener ist davon ein treffendes Bild. Keine Fessel konnte ihn binden, er war äußerlich frei. Aber es gab kaum einen Gebundeneren als ihn. Nur wen der Sohn freimacht, der wird wirklich frei sein (Joh 8,36). Und wie herrlich beschreibt Römer 6,16.23 diese Befreiung! Sie führt nämlich in eine neue Knechtschaft: „Von der Sünde freigemacht und Gott zu Sklaven geworden.“

Warnung für uns: Suchen wir nicht vermeintliche Freiheit im Eigenwillen und in der Sünde, sondern lassen wir uns immer wieder neu von der Liebe Christi überwältigen, denn „von wem jemand überwältigt ist, diesem ist er auch als Sklave unterworfen“ (2. Pet 2,19).

7. Vergleich: Der Hund und die Sau (2. Pet 2,20.22)

Ein Hund bleibt ein Hund, auch wenn er für eine Zeit nicht seiner natürlichen Neigung nachgeht, immer wieder zu seinem Ausgeschiedenen zurückzukehren. Und eine Sau bleibt eine Sau, auch wenn sie gewaschen ist. „Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch“ (Joh 3,6; vgl. Jer 13,23). Die alte sündige Natur kann nicht kultiviert oder verbessert werden. Früher oder später wird sie sich wieder in ihrer alten Hässlichkeit zeigen.

Judas Iskariot war auch eine Zeit lang den „Befleckungen der Welt entflohen durch die Erkenntnis des Herrn und Heilandes Jesus Christus“. Selbst die anderen Jünger erkannten nicht, dass er kein echter Jünger war. Und auch Simon, der Zauberer, war bereits getauft, als sich zeigte, dass er nichts anderes als Geld und Ruhm im Sinn hatte. So gibt es viele, die sich äußerlich zum Christentum bekennen und auch von seinen Vorzügen profitieren, aber die doch nie im Herzen zu Gott umgekehrt sind. Weil sie aber den richtigen Weg kannten und ihn letztlich doch nicht gehen wollten, tragen sie für ihre ablehnende Haltung dem Wort Gottes und dem Herrn Jesus gegenüber eine umso größere Verantwortung (vgl. Heb 6,4.8; 10,26.31).

William Gurnall sagte einmal dazu: „Der fällt am tiefsten in die Hölle, der dem Himmel am nächsten war.“

Warnung für uns: Diese Verse sind nicht gedacht, um wahre Kinder Gottes, die noch Zweifel an ihrer Errettung haben, zu verunsichern (denn Kinder Gottes sind nicht nur den Befleckungen der Welt entflohen, sondern dem Verderben; 2. Pet 1,4). Sie sind aber sehr wohl eine Warnung an alle bloßen Bekenner. Deshalb die Frage: Bist du echt? Bist du schon von neuem geboren? Um im Bild zu bleiben: Das Schaf fällt zwar auch mal in den Dreck. Aber es fühlt sich dort nicht wohl und ist froh, wenn es wieder herausgezogen wird.

Marco Leßmann

Thema Neugeburt - Fragen und Antworten

Do, 11/02/2017 - 00:01

Bibelstellen: Johannes 3

Menschen, die an den Herrn Jesus glauben, bekommen neues, ewiges Leben geschenkt. Dieses Leben wird durch die Neugeburt in der Seele bewirkt.

Die wichtigste Belehrung darüber finden wir aus dem Mund des Herrn Jesus selbst in dem Gespräch mit Nikodemus (Johannes 3). Die nachfolgenden Fragen beziehen sich im Wesentlichen auf dieses Kapitel.

Fragen

1.) Warum kam Nikodemus bei Nacht zu Jesus, und was wollte er offenbar von ihm (Joh 3,1.2)?
2.) Was bedeutet es, das Reich Gottes zu sehen, und was bedeutet es, in das Reich Gottes einzugehen (Joh 3,3.5)? Warum muss man dazu von neuem geboren sein?
3.) Was ist mit dem Wasser und was mit dem Geist gemeint, die zur Neugeburt notwendig sind (Joh 3,5)?
4.) Was bedeutet diese Aussage: Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch; und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist (Joh 3,6)?
5.) Die Neugeburt bzw. der von neuem Geborene wird mit dem Wind verglichen. Wie könnte man diesen Vergleich erklären (Joh 3,7.8)?
6.) Warum sollte Nikodemus als Lehrer Israels die Belehrung über die Neugeburt kennen – wo finden wir dazu etwas im Alten Testament?
7.) Woran kann man erkennen, dass Nikodemus zu dem Zeitpunkt, als das Gespräch geführt wurde, noch nicht von neuem geboren war?
8.) Welche Bibelstellen machen deutlich, dass er später von neuem geboren wurde?
9.) Wenn sündige Menschen Anteil an Gottes Reich bekommen sollen, dann muss erstens ein Werk in ihnen geschehen, und zweitens musste ein Werk für sie geschehen. Ordne diese beiden Aussagen zwei Versen aus Johannes 3 zu.

Antworten

1.) Er fürchtete sich vor den anderen Pharisäern (vgl. Joh 9,22; 12,42; 19,39). Er wollte gewiss Belehrung über das Reich Gottes haben, wobei er dabei sicher an die äußere Herrschaft und den Glanz dieses Reiches dachte.
2.) Das Reich Gottes zu sehen bedeutet, den wahren Charakter des Reiches Gottes verstehen und genießen zu können. In dieses Reich einzugehen bedeutet, an den inneren Segnungen des Reiches Anteil zu bekommen. Die gefallene menschliche Natur ist nicht passend für Gott und sein Reich.
3.) Das Wasser ist ein Bild des Wortes Gottes (Joh 15,3; Eph 5,26). Mit dem „Geist“ ist hier die Person des Heiligen Geistes gemeint.
4.) Was aus dem sündigen Menschen hervorgeht, kann nur einen sündigen Charakter haben (vgl. Hiob 14,4; Ps 51,5). Was aus dem Geist Gottes hervorkommt (das ist das neue Leben), trägt den geistlichen Charakter seiner Quelle.
5.) Der Wind ist von den Menschen unabhängig, unsichtbar, nicht zu berechnen und nicht zu erklären. Wo Gott neues Leben wirkt, kann man nicht vorhersehen, beeinflussen, wahrnehmen und analysieren.
6.) Eine sehr deutliche Stelle finden wir In Hesekiel 36,23–29, wo die „Waschung der Wiedergeburt“ beschrieben wird.
7.) Seine Fragen machen sehr deutlich, dass er ein „natürlicher Mensch“ war, der nicht annimmt, was des Geistes Gottes ist. Außerdem schämt er sich noch der Person des Herrn.
8.) Später aber macht Nikodemus sich mit dem gestorbenen Christus eins, nachdem er vorher schon eine Lanze für den lebenden Christus brechen wollte (Joh 19,39; 7,50).
9.) Man muss von neuem geboren werden, und Christus musste für uns auf das Kreuz erhöht werden (Joh 3,7.14).

Gerrid Setzer

Die neue Geburt

Do, 11/02/2017 - 00:01

Bibelstellen: Johannes 3

Menschen, die an den Herrn Jesus glauben, bekommen neues, ewiges Leben geschenkt. Dieses Leben wird durch die Neugeburt in der Seele bewirkt.

Die wichtigste Belehrung darüber finden wir aus dem Mund des Herrn Jesus selbst in dem Gespräch mit Nikodemus (Johannes 3). Die nachfolgenden Fragen beziehen sich im Wesentlichen auf dieses Kapitel.

Fragen

1.) Warum kam Nikodemus bei Nacht zu Jesus, und was wollte er offenbar von ihm (Joh 3,1.2)?
2.) Was bedeutet es, das Reich Gottes zu sehen, und was bedeutet es, in das Reich Gottes einzugehen (Joh 3,3.5)? Warum muss man dazu von neuem geboren sein?
3.) Was ist mit dem Wasser und was mit dem Geist gemeint, die zur Neugeburt notwendig sind (Joh 3,5)?
4.) Was bedeutet diese Aussage: Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch; und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist (Joh 3,6)?
5.) Die Neugeburt bzw. der von neuem Geborene wird mit dem Wind verglichen. Wie könnte man diesen Vergleich erklären (Joh 3,7.8)?
6.) Warum sollte Nikodemus als Lehrer Israels die Belehrung über die Neugeburt kennen – wo finden wir dazu etwas im Alten Testament?
7.) Woran kann man erkennen, dass Nikodemus zu dem Zeitpunkt, als das Gespräch geführt wurde, noch nicht von neuem geboren war?
8.) Welche Bibelstellen machen deutlich, dass er später von neuem geboren wurde?
9.) Wenn sündige Menschen Anteil an Gottes Reich bekommen sollen, dann muss erstens ein Werk in ihnen geschehen, und zweitens musste ein Werk für sie geschehen. Ordne diese beiden Aussagen zwei Versen aus Johannes 3 zu.

Antworten

1.) Er fürchtete sich vor den anderen Pharisäern (vgl. Joh 9,22; 12,42; 19,39). Er wollte gewiss Belehrung über das Reich Gottes haben, wobei er dabei sicher an die äußere Herrschaft und den Glanz dieses Reiches dachte.
2.) Das Reich Gottes zu sehen bedeutet, den wahren Charakter des Reiches Gottes verstehen und genießen zu können. In dieses Reich einzugehen bedeutet, an den inneren Segnungen des Reiches Anteil zu bekommen. Die gefallene menschliche Natur ist nicht passend für Gott und sein Reich.
3.) Das Wasser ist ein Bild des Wortes Gottes (Joh 15,3; Eph 5,26). Mit dem „Geist“ ist hier die Person des Heiligen Geistes gemeint.
4.) Was aus dem sündigen Menschen hervorgeht, kann nur einen sündigen Charakter haben (vgl. Hiob 14,4; Ps 51,5). Was aus dem Geist Gottes hervorkommt (das ist das neue Leben), trägt den geistlichen Charakter seiner Quelle.
5.) Der Wind ist von den Menschen unabhängig, unsichtbar, nicht zu berechnen und nicht zu erklären. Wo Gott neues Leben wirkt, kann man nicht vorhersehen, beeinflussen, wahrnehmen und analysieren.
6.) Eine sehr deutliche Stelle finden wir In Hesekiel 36,23–29, wo die „Waschung der Wiedergeburt“ beschrieben wird.
7.) Seine Fragen machen sehr deutlich, dass er ein „natürlicher Mensch“ war, der nicht annimmt, was des Geistes Gottes ist. Außerdem schämt er sich noch der Person des Herrn.
8.) Später aber macht Nikodemus sich mit dem gestorbenen Christus eins, nachdem er vorher schon eine Lanze für den lebenden Christus brechen wollte (Joh 19,39; 7,50).
9.) Man muss von neuem geboren werden, und Christus musste für uns auf das Kreuz erhöht werden (Joh 3,7.14).

Gerrid Setzer

Gesammelte Brocken (165)

Mi, 11/01/2017 - 00:01

Hannah Arendt (geb. 1906) schrieb nach dem Zweiten Weltkrieg ein vielbeachtetes Buch über Totalitarismus. Ein Standardwerk bis heute. Sie schreibt dort, dass totalitäre Staaten die Familien zerstören, umso mehr Herrschaft über die Einzelnen zu erlangen. Auch heute werden Familien systematisch zerstört. Das kann keine guten Beweggründe haben und kein gutes Ende nehmen. Wir Christen sollten vor diesem dunklen Hintergrund, das Licht Gottes auf unsere Ehe und Familie scheinen lassen!

Wenn auf der Autobahn ein Unfall geschieht, dann weichen die Autos auf der linken Seite nach links und die Autos auf der rechten Seite nach rechts aus. So wird die Rettungsgasse gebildet. Autofahrer, die sich „quer stellen“, bringen andere ins Lebensgefahr und werden zurecht scharf kritisiert. Wie scharf sollten wir Christen eigentlich dafür kritisiert werden, dass wir durch unser Leben Menschen die Weg zur ewigen Rettung verbauen? Wenn wir schon im Straßenverkehr darauf achten, dass wir nicht mitverantwortlich für den Tod eines Zeitgenossen werden – wie viel mehr sollten nicht mitschuldig werden, dass andere den ewigen Tod erleiden!

Im Jahr 1830 sollte ein Mann namens George Wilson gehängt werden. Doch der Präsident Andrew Jackson sandte ihm die Begnadigung. Der Gefangene wollte sie aber – zu Überraschung aller! – nicht akzeptieren. Was nun? Was sollte jetzt geschehen? Der Oberrichter Marshall urteilte, dass man eine Begnadigung auch annehmen müsse, sonst sei sie wirkungslos. Also wurde der Mann gehängt. – Gott bietet seine Gnade allen Menschen an, er will sie retten vor dem ewigen Gericht. Doch, wie überraschend, wie unfassbar, viele lehnen diese Gnade einfach ab ...

Die Ankunft des Tages Gottes beschleunigen

Di, 10/31/2017 - 00:01

Bibelstellen: 2. Petrus 3,10-14

Zweimal kurz hintereinander spricht Petrus in 2. Petrus 3 davon, dass die jetzigen Himmel und die Erde durch Feuer aufgelöst und verbrannt werden (2. Pet 3,10.12). Warum zweimal? Einmal wird dieses Ereignis mit dem „Tag des Herrn“ verbunden und einmal mit dem „Tag Gottes“.

Der Tag des Herrn umfasst das Kommen des Herrn auf die Erde (mitsamt den einleitenden Gerichten) und die gesamte Zeit des 1000-jährigen Reiches. Der Tag Gottes bezeichnet die Ewigkeit nach der Zeit, wenn Gott eine neue Erde und neue Himmel machen wird, die ewigen Bestand haben werden.

Die zweimalige Erwähnung der Auflösung der jetzigen Himmel und der Erde zeigt, dass dieses Ereignis nötig ist, um erstens die alte Schöpfung zu beenden und die Erde samt allen ihren Werken zu verbrennen (2. Pet 3,10) und um zweitens die Entstehung der neuen Himmel und der neuen Erde vorzubereiten (2. Pet 3,12.13).

Mit diesen beiden Aspekten stellt Petrus eine zweifache Motivation für uns vor, ein heiliges, gottseliges, fleckenloses und untadeliges Leben zu führen (2. Pet 3,11.14).

1. „Da nun dieses alles aufgelöst wird …“ (2. Pet 3,11)

Die Welt wird endgültig gerichtet, und es bleibt nichts mehr übrig, worauf der natürliche Mensch sich stützt. Weil ich das weiß, trenne ich mich schon heute in meiner Lebensführung von der Welt („heiliger Wandel“). Ich „suche, was droben ist“, und setze mein Vertrauen auf jemand, der von dieser Auflösung der Elemente völlig unberührt bleibt – auf Gott, der das alles selbst herbeiführt („Gottseligkeit“).

2. „Da ihr dies erwartet …“ (2. Pet 3,14)

Ich erwarte neue Himmel und eine neue Erde, wo Sünde nicht mehr ist, sondern Gerechtigkeit wohnt und wo Gott alles in allem ist (1. Kor 15,28). Diesen herrlichen Zustand möchte ich heute schon genießen. Deshalb lebe ich im Selbstgericht („ohne Flecken und untadelig“) und erfreue mich der ungetrübten Gemeinschaft mit Gott („in Frieden“).

Wenn das meine Haltung ist, dann „beschleunige“ ich für mich persönlich die Ankunft des Tages Gottes, indem ich das, was diesen Tag später einmal ausmachen wird, schon heute verwirkliche und genieße.

Dann hat auch das „prophetische Wort“ sein Ziel erreicht: In meinem Herzen ist „Tag angebrochen“ (2. Pet 1,19).

Marco Leßmann

Leiden - durch, mit und für Menschen

Mo, 10/30/2017 - 00:01

Bibelstellen: Jesaja 53,3-5

Der Herr Jesus hat während seines Lebens auf dieser Erde durch Menschen, mit Menschen und für Menschen gelitten. Diese drei Aspekte seiner Leiden werden uns in Jesaja 53,3-5 vorgestellt.

In Vers 3 geht es um die Leiden des Herrn durch Menschen. Dies sind Leiden, die Menschen dem Herrn Jesus zugefügt haben. Der Herr der Herrlichkeit wurde von seinen Geschöpfen verhöhnt, verspottet, geschlagen und schließlich gekreuzigt (vgl. Mt 27,26.29-31). „Er war verachtet und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, und wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt; er war verachtet, und wir haben ihn für nichts geachtet.“ (Jes 53,3)

In Vers 4 geht es um die Leiden des Herrn mit Menschen. Dies sind Leiden, die der Herr Jesus auf sich nahm, indem er mit den ihn umgebenden leidenden Menschen zutiefst mitfühlte und ihre Schwachheiten und Krankheiten trug (vgl. Mt 8,17). „Doch er hat unsere Leiden getragen, und unsere Schmerzen hat er auf sich geladen. Und wir, wir hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt.“ (Jes 53,4)

In Vers 5 geht es um die Leiden des Herrn für Menschen. Dies sind die sühnenden Leiden, die der Herr Jesus als Stellvertreter für die an ihn glaubenden Menschen erduldete, als „er selbst unsere Sünden an seinem Leib auf dem Holz getragen hat“ (vgl. 1. Pet 2,24; 3,18).„Doch um unserer Übertretungen willen war er verwundet, um unserer Ungerechtigkeiten willen zerschlagen. Die Strafe zu unserem Frieden lag auf ihm, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden.“ (Jes 53,5)

Während seines ganzen Lebens litt der Herr Jesus durch Menschen und mit Menschen. Für Menschen hingegen litt er nur in den drei Stunden der Finsternis, als er, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht wurde, damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm (vgl. Mt 27,45.46; Mk 15,33.34; 2. Kor 5,21).

Hast du ihm heute schon dafür gedankt?

 

 

Daniel Melui

Abhängigkeit im Leben Jesu (51)

So, 10/29/2017 - 00:01

Bibelstellen: Lukas 22,39.40

Entschieden und abhängig – Der Segen guter Gewohnheiten

„Und er ging hinaus und begab sich der Gewohnheit nach an den Ölberg; es folgten ihm aber auch die Jünger. Als er aber an den Ort gekommen war, sprach er zu ihnen: Betet, dass ihr nicht in Versuchung kommt“ (Lk 22,39.40).

Wir müssen aufpassen, dass wir aus einer guten Gewohnheit kein Gesetz machen, sondern auch in dieser Hinsicht abhängig bleiben. Es kann bspw. sein, dass der Herr es einmal so führt, dass wir einer guten Gewohnheit nicht nachkommen können, weil Er an diesem Tag einen anderen Plan für uns hat. Sind wir dann so flexibel, dass wir mehr auf seine Stimme hören, als uns an unsere Gewohnheit zu klammern?

Der Herr Jesus war trotz guter Gewohnheiten immer von seinem Vater abhängig. Normalerweise lehrte Er die Volksmengen, die zu Ihm kamen (Mk 10,1), aber in Markus 1,37 weiß Er, dass es an diesem Tag der Wille seines Vaters ist, in anderen Dörfern das Evangelium zu predigen. Er war im Gebet unterwiesen worden und stellte Gottes persönliche Führung über seine gute Gewohnheit!

Auf der anderen Seite sollten wir uns nicht durch den Feind dazu verleiten lassen, gute Gewohnheiten aufzugeben. Der Teufel wird daher nichts unversucht lassen, um uns abzulenken oder zu stören, wenn wir bspw. an den Ort gehen möchten, an dem wir gewöhnlich beten. Das tat er auch schon bei Paulus (vgl. Apg 16,16.17). Daniel hatte die Gewohnheit, dreimal am Tag auf die Knie zu gehen, um mit dem lebendigen Gott zu reden und Ihn zu preisen. Dafür wurde er von seinen Widersachern bedroht und angegriffen. Trotzdem machte Er treu damit weiter und erlebte deshalb auch, wie Gott ihn aus dem Rachen des Löwen rettete. Das Festhalten an guten geistlichen Gewohnheiten ist mit großem Segen verbunden!

Wie bereits erwähnt, hatte der Herr Jesus die Gewohnheit, am Sabbat in die Synagoge zu gehen, um mit anderen Juden Gottes Wort zu lesen. Die ersten Christen hatten die Gewohnheit, sich täglich in den Häusers zu treffen, um dort Brot zu brechen. Das kann man auch heute noch tun, wenn die entsprechende Hingabe vorhanden ist. Später lesen wir davon, dass die Gläubigen am ersten Tag der Woche – am Tag des Herrn – zum Brotbrechen zusammenkamen (Apg 20,7). Wir werden heute dazu aufgefordert, die Zusammenkommen nicht zu versäumen, wie es leider bei einigen Sitte ist (Heb 10,25).

Gute geistliche Gewohnheiten müssen lebendig gehalten werden, da ansonsten die Gefahr besteht, dass sie zu einer reinen Förmlichkeit oder einem religiösen Ritual verkommen. Auch in den Versammlungsstunden besteht die Gefahr, dass nicht der Heilige Geist, sondern der „Geist der Gewohnheit“ den Verlauf bestimmt.

Ordnen wir unsere geistlichen Gewohnheiten der Leitung des Heiligen Geistes unter? Ist es vielleicht an der Zeit, eine gute geistliche Gewohnheit, die bei uns eingeschlafen ist, wieder aufzuwecken?

Jan Philip Svetlik

Ein großartiges Zeugnis

Sa, 10/28/2017 - 00:01

Bibelstellen: Johannes 3,27-36

Das abschließende Zeugnis von Johannes dem Täufer zeigt, wie er sich hinter der Person Christi gewissermaßen verbirgt. Siehe dazu Johannes 3,27–36 (dabei kann es sehr gut sein, dass die Worte in den Versen 35 und 36 nicht von Johannes dem Täufer stammen; die nachfolgenden Gegensätze bleiben natürlich trotzdem wahr).

  • Johannes der Täufer empfing etwas aus dem Himmel, sonst hatte er nichts (Joh 3,27). Der Vater hat dem Sohn alles in seine Hand gegeben (Joh 3,35).
  • Johannes der Täufer war ein Vorläufer, die „eigentliche Person“ war Christus (Joh 3,28).
  • Johannes der Täufer war der Freund, Christus ist der Bräutigam (Joh 3,29).
  • Johannes der Täufer musste abnehmen, Christus aber zunehmen (Joh 3,30).
  • Johannes der Täufer war von der Erde, Christus ist aber von oben und über allen (Joh 3,31).
  • Johannes der Täufer hatte eine beschränkte Botschaft, Christus sprach die Worte Gottes in der ganzen Kraft des Geistes (Joh 3,34).
  • Johannes der Täufer war Knecht, Christus ist der Sohn des Vaters, den der Vater liebt und an dem sich das ewige Schicksal aller Menschen entscheidet (Joh 3,35.36).

Gerrid Setzer

Abhängigkeit im Leben Jesu (50)

Fr, 10/27/2017 - 00:01

Bibelstellen: Lukas 22,39.41

Seine Gewohnheit

„Und er ging hinaus und begab sich der Gewohnheit nach an den Ölberg; … und … betete“ (Lk 22,39.41).

Der Herr Jesus hatte gute Gewohnheiten in Seinem Leben. Als Kind ging Er jedes Jahr mit Seinen Eltern zum Passahfest nach Jerusalem (Lk 2). Am Sabbat ging Er der Gewohnheit nach in die Synagoge, um dort mit anderen Juden das Wort Gottes zu lesen (Lk 4,16). Wenn Volksmengen zu Ihm kamen, hatte Er die Gewohnheit, sie zu lehren (Mk 10,1). Jeden Morgen nahm Er sich Zeit, um sich in der Stille von Gott das Ohr öffnen zu lassen und um von Ihm unterwiesen zu werden (Jes 50,4.5). Oft hielt Er sich am Ölberg auf, um dort zu beten (Luk 22,39; Joh 8,1; Lk 21,37-.38). An diesem Ort fordert Er auch die Jünger dazu auf und geht ihnen mit gutem Beispiel voran. Wie oft wird Er dort das Angesicht Gottes gesucht haben!

Auch David hatte die Gewohnheit, früh am Morgen Gemeinschaft mit Gott zu haben und im Gebet vor Ihm zu sein (vgl. Ps 5,3; 63,1). Wie wichtig ist diese Stille Zeit am Morgen, über die Gottes Wort sagt: „Aus dem Schoß der Morgenröte wird dir der Tau deiner Jugend kommen“ (Ps 110,3)! Doch es ist auch sehr hilfreich, falls es zeitlich möglich ist, während des Tages kurze Gebetszeiten haben, um die Gemeinschaft mit Gott frisch zu halten. Der Psalmist schreibt: „Siebenmal am Tag lobe ich dich um der Rechte deiner Gerechtigkeit willen … Um Mitternacht stehe ich auf, um dich zu preisen wegen der Rechte deiner Gerechtigkeit“ (Ps 119,164.62).

Gute Gewohnheiten zu pflegen, wie bspw. regelmäßig frühes Aufstehen, erfordert Disziplin, Entschiedenheit und Durchhaltevermögen. Im Leben Jesu sehen wir diese Dinge. Als Er bis spät in die Nacht hinein auf die Bedürfnisse der Menschen eingeht und ihre Krankheiten und Schwachheiten auf seinem Geist trägt, steht Er trotzdem am nächsten Morgen vor Sonnenaufgang auf, um an einem öden Ort den Tag mit Gebet zu beginnen (Mk 1,33–35). Gegen Ende seines Dienstes ist Er immer noch ein „Frühaufsteher“, der die Menschen früh morgens im Tempel lehrt (vgl. Lk 21,38).

Wie kommt es, dass wir im Berufsleben in der Regel Disziplin an den Tag legen, während wir sie im geistlichen Leben oft schleifen lassen? Haben wir Entschiedenheit und Durchhaltevermögen im Blick auf gute geistliche Gewohnheiten? Suchen wir früh morgens den „glänzenden Morgenstern“?

Jan Philip Svetlik

Jesus aber übergab er ihrem Willen

Do, 10/26/2017 - 00:01

Bibelstellen: Lukas 23,25

Gerade noch wollte Pilatus den Herrn freilassen. Doch dann diese folgenschweren Worte: „Jesus aber übergab er ihrem Willen“ (Lukas 23,25). Überliefert in die Hände von Sündern, würde der Mensch unmissverständlich deutlich machen, was sein Wille war. Die Worte des Herrn würden ihre Erfüllung finden: „Aber dies ist eure Stunde und die Gewalt der Finsternis“ (Lukas 22,53). Unter der Herrschaft Satans würden die Menschen ihrem ganzen Hass freien Lauf lassen. Bespuckt, geschlagen, gegeißelt, ans Kreuz geschlagen, verhöhnt – gab es etwas, was die Menschen ausgelassen hatte, um auszudrücken, was sie von dem Herrn Jesus hielten?

Und der Herr? „Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtung geführt wird, und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scheren; und er tat seinen Mund nicht auf“ (Jesaja 53,7). In all dem Chaos, dem Tumult und der Unruhe ist er völlig ruhig. Nur einige Stunde früher hatte er im Garten Gethsemane den Kelch der Leiden aus der Hand des Vaters genommen – Leiden, die noch viel weiter gehen würden als das, was Menschen ihm antun würden. Leiden, die das Gericht und den Zorn eines heiligen und gerechten Gottes bedeuteten. „Denn es hat ja Christus einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führe“ (1. Pet 3,18); „den, der Sünde nicht kannte, hat er zur Sünde gemacht“ (2. Kor 5,21).

Wie bewegend sind da doch die Worte des Herrn im Garten: „Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst“ (Matthäus 26,39). Er, der Reine, Heilige und Sündlose, er konnte nicht wünschen, zur Sünde gemacht und für fremde Sünden gerichtet zu werden. Doch wie in seinem Leben so auch in seinen Sterben blieb dieser Grundsatz seines Lebens unerschütterlich bestehen: „Meine Speise ist, dass ich den Willen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe“ (Johannes 4,34). „Siehe, ich komme …. um deinen Willen, o Gott, zu tun“ (Hebräer 10,7).

Was für ein krasser Unterschied! Auf der einen Seite der blinde Hass und Eigenwille des Menschen, auf der anderen Seite die Liebe und der Wille des Herrn, den Willen seines Gottes und Vaters zu tun. Noch in seinen letzten Worten an seine Jünger, bevor er leiden sollte, hatte der Herr gesagt: „Ich werde nicht mehr vieles mit euch reden, denn der Fürst der Welt kommt und hat nichts in mir; aber damit die Welt erkenne, dass ich den Vater liebe und so tue, wie mir der Vater geboten hat. – Steht auf lasst uns von hier weggehen“ (Johannes 14,30.31). Er blieb gehorsam bis zum Ende, selbst wenn es es den Tod am Kreuz bedeuten würde (vgl. Philipper 2,8).

Was für ein Vorbild für uns!

„Wenn ihr mich liebt, so haltet meine Gebote“ (Johannes 14,15).

„Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt“ (Johannes 14,21).

„Wenn jemand mich liebt, wird er meine Worte halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen“ (Johannes 14,23).

Friedemann Werkshage

Abhängigkeit im Leben Jesu (49)

Mi, 10/25/2017 - 00:01

Bibelstellen: Joh 16,32-17,1

Das einzigartige Gebet

„Ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir …  seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden. Dies redete Jesus und erhob seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, damit dein Sohn dich verherrliche“ (Joh 16,32–17,1).

Einsam und unverstanden ging der Herr Jesus über diese Erde. Je näher Er dem Kreuz kam, desto einsamer wurde Er. Wie muss es Ihn geschmerzt haben, zu wissen, dass auch seine engsten Vertrauten Ihn nur wenige Stunden vor seiner Kreuzigung verlassen würden. Doch gleichzeitig ruhte Er in dem festen Vertrauen, dass sein Vater immer bei Ihm war. Weil Er Ihm in permanenter Hingabe diente, hatte Er auch das tiefe Bewusstsein seiner Gegenwart (vgl. Joh 8,29).

Zweimal wird im Blick auf Abraham und Isaak gesagt: „Sie gingen beide miteinander“ (1.Mo 22,6.8). David sagt in Psalm 23,4: „Auch wenn ich wanderte im Tal des Todesschattens, fürchte ich nichts Übles, denn du bist bei mir.“ Mit diesem Vertrauen blickt der Sohn Gottes hier zum Himmel auf und betet.

Was können wir aus diesem erhabenen und einzigartigen Gebet Jesu für unser Gebetsleben lernen? Dazu nur ein paar kurze Punkte:

  • Der Sohn Gottes machte die Verherrlichung des Vaters zu seinem ersten Gebetsanliegen. Er bittet um seine eigene Verherrlichung, damit Er den Vater vom Himmel aus verherrlichen kann. Wie würde Er das tun? Indem Er denen, die an Ihn glauben, ewiges Leben schenkt. Dadurch wird Christus, der selbst das ewige Leben ist, in denen gesehen, die das ewige Leben „ausleben“. Sie zeigen etwas von Ihm, und das verherrlicht den Vater.
  • Der Herr Jesus sprach im Gebet über Tatsachen. Er redete von dem Willen des Vaters und von dem, was Er selbst und was seine Jünger getan hatten. Das dürfen wir auch tun. Wir müssen nicht denken: Weil Gott sowieso alles weiß, brauchen wir Ihm die Dinge nicht mehr zu sagen. Wir können Ihm danken, unsere Bitten vor Ihn bringen und mit Ihm über die Dinge reden, die uns beschäftigen.
  • Sechsmal spricht Er Gott in diesem Gebet als Vater an. Einmal nennt Er Ihn „heiliger Vater“ und einmal „gerechter Vater“. Gott ist Vater von Ewigkeit her – eine Herrlichkeit, die erst durch das Kommen des Sohnes Gottes voll geoffenbart wurde. Der Sohn lebte im beständigen Genuss dieser Beziehung und drückt sie auch im Gebet aus. Darüber hinaus nennt Er Attribute des Vaters, die mit seinen Gebetsinhalten in Verbindung stehen. Wir dürfen in unseren Gebeten Gott so anreden, wie Er sich geoffenbart hat und wie es unseren konkreten Gebetsanliegen entspricht. Weil wir Kinder und Söhne Gottes sind, dürfen wir unseren Schöpfer als Vater anreden – ja, sogar „Abba, Vater“ sagen (Röm 8,14)! Wenn wir das Bedürfnis seiner Gnade empfinden, können wir uns an Ihn als den Gott aller Gnade wenden (1. Pet 5,10). Wenn wir und andere Trost benötigen, haben wir in Ihm den Gott allen Trostes (2. Kor 1,3). Wenn wir vor scheinbar unlösbaren Problemen stehen, kennen wir den Allmächtigen, für den kein Ding unmöglich ist.
  • Er bittet für seine Jünger um Bewahrung, um Einheit und um Heiligung, damit sie seine Freude in sich haben und die Liebe des Vaters genießen.

In diesem Gebet finden wir auch die einzige Stelle im Wort Gottes, wo der Sohn, der sich immer dem Willen des Vaters unterordnete, zu Ihm sagt: „Ich will.“ Der hebräische Knecht sagte zu seinem Herrn: „Ich will nicht frei ausgehen“ (2. Mo 21,5). In Gethsemane betete der Herr: „Nicht wie ich will, sondern wie du willst“ (Mt 26,39). Wenn es aber um diejenigen geht, die Er erkauft hat, sagt Er ausdrücklich, dass Er will, dass sie bei Ihm sind, damit sie Seine Herrlichkeit sehen (Joh 17,24).

Können wir auch in einsamen Stunden mit Frieden im Herzen sagen: „Ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir“? Stützen wir uns im Vertrauen auf die Zusagen Gottes, der sagt: „Siehe ich bin bei euch alle Tage … Ich will dich nicht verlassen und dich nicht versäumen“ (Mt 28,20; Heb 13,5)? Ist es unser Gebet, dass sich das ewige Leben in unserem täglichen Leben zeigt, damit der Vater dadurch verherrlicht wird?

Jan Philip Svetlik

Ruth, die Ährenleserin

Di, 10/24/2017 - 00:01

Bibelstellen: Ruth 2

Ruth, die Ährenleserin (1)

Ruth 2,2.3
„Lass mich doch aufs Feld gehen und unter den Ähren lesen … Und sie ging hin … und sie traf zufällig auf das Feldstück des Boas.“

Ruth, die Moabiterin, war mit ihrer Schwiegermutter nach Betlehem (bedeutet Brothaus) gekommen. Sie hatte sich bewusst entschieden, an den Gott Israels zu glauben und inmitten des Volkes Gottes zu leben.

Sie ist darin ein Vorbild auf einen Menschen, der eine bewusste Entscheidung für den Herrn Jesus trifft, der sich bekehrt. Der Glaube an den Herrn Jesus weckt auch das Verlangen, mehr von ihm kennenzulernen und sich mit seinem Wort zu beschäftigen.

So war es auch bei Ruth. Betlehem war das Brothaus, der Ort, an dem Gott Nahrung gab. Doch wie schon ein Sprichwort „Ohne Fleiß, kein Preis“ sagt, so gibt es den Segen aus dem Wort Gottes auch nur dann, wenn wir uns damit beschäftigen. Alleine die Anwesenheit in Betlehem hätte nicht viel genutzt. So hilft auch das Leben unter anderen Christen nicht viel, wenn die Bibel geschlossen bleibt oder wir die Zusammenkünfte, wo das Wort Gottes erklärt wird, nicht besuchen.

Ruth machte sich auf, um Ähren zu lesen, und in Ruth 2,7 erfahren wir, dass sie es voller Eifer und Ausdauer tat. Sie geht hinter den Schnittern her, die das Korn schneiden. Sie ist hierin ein Vorbild auf einen jungen Gläubigen, der sich voller Eifer mit dem Wort Gottes beschäftigt und die Zusammenkünfte der Gläubigen besucht, wo das Wort Gottes „geschnitten“, d.h. erklärt wird. Denn sein Wort ist die Nahrung für unseren inneren Menschen. Es nährt und kräftigt uns in unserem Glaubensleben. So wie wir regelmäßig Nahrung für unseren Körper nötig haben, so brauchen wir auch regelmäßig Nahrung für unseren inneren Menschen. Das Ergebnis ist inneres Wachstum und Frucht für Gott (siehe auch Kol 1,6).

Ruth war sich dabei der Gnade Gottes bewusst. Sie hatte als Moabiterin nach dem Gesetz kein Anrecht, inmitten des Volkes Gottes zu sein (5. Mo 23,3). Was kann da helfen? Nur die Gnade! Denn in dem gleichen Gesetz hatte Gott Vorsorge für den Fremdling getroffen, dass er am Rande des Feldes auflesen durfte (3. Mo 23,22).

So hat uns allein die Gnade Gottes gerettet (Eph 2,8), und durch seine Gnade gibt er uns aus seiner Fülle (Joh 1,16). Wir stehen unter seinem Segen, aber das ist nur die eine Seite. Es ist auch an uns, dass wir uns mit Fleiß und Eifer mit seinem Wort beschäftigen, damit er uns wirklich segnen kann. Wenn wir ihn lieben, lieben wir auch sein Wort. Wie ist das bei mir und dir? Lesen wir regelmäßig sein Wort unter Gebet? Nehmen wir uns Zeit, darüber nachzudenken? Besuchen wir regelmäßig die Zusammenkünfte, um sein Wort zu hören?

Ruth sagte: „Lass mich doch.“ Sie hatte den Wunsch, ihre Zeit für die Beschäftigung mit Gottes Wort zu nutzen. Lass dich auch anspornen.

Ruth, die Ährenleserin (2)

Ruth 2,14
„Und Boas sprach: Tritt herzu … Da setzte sie sich zur Seite der Schnitter.“

Wir haben gesehen, dass Ruth eifrig war im Ährenlesen. Aber es ist auch einmal Ruhe nötig. Boas, der Eigentümer des Feldes, lädt sie nun zum Mittagessen ein. Er sorgt für die Arbeiter auf seinem Feld und auch für Ruth.

Boas ist ein Vorausbild auf den Herrn Jesus. Mit welcher Fürsorge kümmert er sich um die Seinen! „Tritt herzu“ heißt: Komm zu mir, ich möchte Gemeinschaft mit dir haben. Ist das nicht etwas Großes? Der Herr Jesus möchte Gemeinschaft mit dir und mir haben. Ob jung im Glauben oder schon lange bekehrt, ob der erste Tag im Dienst für den Herrn oder schon lange für ihn tätig – er lädt uns ein, bei ihm zu sein.

Bei allem Dienst für ihn brauchen wir auch Zeiten der Ruhe. Und die gibt er uns in der Gemeinschaft mit sich selbst. Kennen wir solche Zeiten der Stille mit ihm, wenn wir in Ruhe über sein Wort nachdenken und mit ihm reden im Gebet? Dann merken wir etwas von seiner Nähe und Fürsorge. Dann wird ER uns größer und wichtiger. Da gibt er uns Rat für Entscheidungen und seinen Frieden.

Bei den Jüngern in Markus 3–6 war es auch so. Der Herr Jesus hatte sie berufen, aber nicht zuerst für den Dienst. Das kam erst an zweiter Stelle! Zuerst, damit sie bei ihm seien (Mk 3,14). In Markus 6,31 sagt er dann zu ihnen: „Kommt her und ruht ein wenig aus.“ Kommt her oder tretet herzu. Da können wir die Gemeinschaft mit ihm ganz persönlich genießen und auch unseren „geistlichen Akku“ für den Dienst aufladen.

Ruth setzte sich zur Seite der Schnitter. Sie hatte nicht nur Gemeinschaft mit Boas, auch mit seinen Leuten. So haben auch wir als Gläubige durch den Herrn Jesus Gemeinschaft miteinander. Wir haben den gleichen Gegenstand unseres Glaubens, wir haben das gleiche Ziel, wir gehen einen gemeinsamen Weg, und wir bilden als Gläubige alle die Versammlung Gottes, den Leib Christi.

Gemeinschaft mit dem Vater, dem Sohn und untereinander – in diese Beziehungen sind wir gebracht durch den wahren Boas. „Was wir gesehen und gehört haben, verkündigen wir euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und zwar ist unsere Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. Und dies schreiben wir euch, damit eure Freude völlig sei“ (1. Joh 1,3.4).

Leben wir praktisch in dieser Gemeinschaft? Dann kennen wir auch völlige Freude. Eine Freude, die die Welt nicht kennt, die nur in der täglichen Gemeinschaft mit ihm erfahren wird.

Ruth, die Ährenleserin (3)

Ruth 2,14
„Iss von dem Brot und tunke deinen Bissen in den Essig … und er reichte ihr geröstete Körner; und sie aß und wurde satt.“

Vorher hatte Ruth gearbeitet, um Nahrung für sich und ihre Schwiegermutter zu haben. So ist unser Einsatz und unsere Zeit gefragt, uns mit Gottes Wort zu beschäftigen. Darin zu forschen, dazu auch mal eine gute Betrachtung zur Hand zu nehmen, um das Wort Gottes kennenzulernen und zu verstehen.

Dann gibt es auch die Zeiten zu seinen Füßen, wie auch bei Maria in Lukas 10. Dort teilt der Herr Jesus, der wahre Boas, selbst sein Wort aus. Wir denken da zum Beispiel an die Wortverkündigung am Sonntag. Der Herr benutzt einen Bruder, um sein Wort weiterzugeben. Aber er selbst ist es, der uns sein Wort gibt. Und womit nährt er uns?

  1. Brot: Wir denken hier an den Herrn Jesus als das Brot vom Himmel (Joh 6). Es zeigt uns den Herrn Jesus, der vom Himmel hier auf die Erde kam, und dann hier in seiner Gesinnung, in seinen Taten und in seinen Worten. So sehen wir ihn besonders in den Evangelien. Wie viel können wir von ihm lernen! Er ist das große Vorbild für uns, in seiner Abhängigkeit von Gott, in seiner Hingabe an Gott, in seinem Dienst für Gott, in seinem Verhalten gegenüber den Menschen um ihn her.
  2. Essig: Der Essig erinnert uns an die Bitterkeit seiner Leiden (Ps 69,21), ganz besonders am Kreuz. Wir denken an einen gestorbenen Christus. Diesen Tod hat er für uns erduldet, um uns von unseren Sünden zu erretten und uns in Beziehung zu Gott zu bringen. Wir denken aber auch daran, dass wir mit ihm gestorben sind (Röm 6,1–11; Kol 3,3) und nun in Neuheit des Lebens wandeln sollen. Wir haben mit der Sünde und der Welt nichts mehr zu tun. Wenn wir wirklich verstehen, wie viel er um unserer Schuld und Sünde willen leiden musste, haben wir den Wunsch, mit ihm und für ihn zu leben. „Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat“ (1. Joh 4,19).
  3. Geröstete Körner: Das war die Nahrung des Landes, das vorjährige Korn (Jos 5,11). Das Land Kanaan spricht von den himmlischen Örtern, wie sie uns der Epheserbrief zeigt. Wir dürfen uns von einem verherrlichten Christus nähren (Eph 1,20.21). Wie hat Gott ihn verherrlicht, nachdem er das große Werk auf dem Kreuz vollbracht hat! Er hat ihn auferweckt aus den Toten und zu seiner Rechten, mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt, gesetzt. Wir dürfen seine Herrlichkeiten anschauen und uns im Glauben bereits jetzt in den himmlischen Örtern aufhalten (Eph 2,6) und die himmlischen Segnungen genießen. Die Körner waren im Feuer geröstet. So wird dem Herrn Jesus in Ewigkeit der „Brandgeruch Golgathas“ anhaften. Wenn wir seine Herrlichkeiten sehen, denken wir auch immer an das, was er auf Golgatha getan hat.

„Sie wurde satt.“ Wenn er gibt, dann tut er es aus seiner Fülle. Er kennt auch heute unsere geistlichen Bedürfnisse. Wenn wir mit geöffneten Herzen aufmerksam auf sein Wort hören, dann bekommen wir genug geistliche Nahrung. Seine Person, als Mensch auf der Erde, in seinen Leiden und als der Verherrlichte reicht aus.

Brauchen wir da noch Nahrung und „Genuss“ in dieser Welt? Fülle dein Herz mit ihm und er führt dich weiter!

Ruth, die Ährenleserin (4)

Ruth 2,14.18
„Und sie wurde satt und ließ übrig … und sie zog hervor und gab ihr, was sie übrig gelassen hatte.“

Ruth hatte von Boas Nahrung bekommen. Sie hatte gegessen und war satt geworden. Es war so viel gewesen, dass sie nicht alles aufessen konnte. Aber sie hatte es nicht achtlos stehen lassen, sondern offensichtlich sorgfältig eingepackt und mit nach Hause genommen. Nun konnte sie es ihrer Schwiegermutter weitergeben, damit diese auch essen konnte.

Wir haben gesehen, dass wir insbesondere in den Zusammenkünften zur Wortverkündigung von dem Herrn Jesus selbst durch sein Wort Nahrung bekommen. Er stellt sich selbst vor unsere Herzen und gibt uns Kraft und Wegweisung für unseren Glaubensweg. Er beschäftigt und verbindet uns mit sich und der himmlischen Herrlichkeit.

Sein Wort ist so reich, dass wir gar nicht alles fassen können. In Matthäus 14,15–21 wird uns die sogenannte Speisung der 5.000 berichtet. Mit Frauen und Kindern waren es sicher mehr als 20.000 Menschen. Und der Herr speist sie alle mit der geringen Menge von fünf Broten und zwei Fischen, die ihm gegeben wurden. Und es blieben zwölf Handkörbe voll übrig! Mehr als vorher da war! So nutzt er das wenige, was wir haben. Unsere Schwachheit und die beschränkten Fähigkeiten eines Bruders in der Wortverkündigung hindern den Herrn nicht, die Fülle zu geben. Sind unsere Herzen für ihn geöffnet, sehen wir nicht auf den Bruder, sondern auf den Herrn. Dann können wir wirklich aus seiner Fülle empfangen. Wir verstehen vielleicht nicht alles, es bleibt etwas übrig, aber wir werden weiter wachsen und sind vielleicht später in der Lage, mehr zu verstehen.

Oder erinnern wir uns nach einem Vortrag nur an unglückliche Formulierungen und Versprecher? Wissen wir am nächsten Tag zwar noch, wer gesprochen hat, aber nicht mehr worüber? Das bedeutet dann, die Nahrung, die der Herr gibt, achtlos liegen zu lassen.

Bei Ruth war es nicht so, und bei uns soll es auch nicht so sein. Sie ging mit der Nahrung sorgsam um, nahm sie mit und gab weiter.

Wir wollen auch aufmerksam zuhören, um sein Wort gut zu behalten. Stichpunkte während des Vortrages mitzuschreiben, kann dabei sehr nützlich sein. Wir sollten dann auch nach der Stunde weiter darüber nachdenken und uns mit anderen Gläubigen darüber austauschen. Und vielleicht kennen wir solche, die wegen Alter, Krankheit, Versorgung der Kinder oder aus beruflichen Gründen nicht zur Wortverkündigung kommen konnten. Dann können wir etwas von dem weitergeben, was wir in uns aufgenommen haben, und so auch andere ermuntern und sie durch sein Wort stärken.

Das ist dann Freude der Gemeinschaft, Freude am Wort Gottes und Freude im Herrn Jesus.

Dirk Mütze

Abhängigkeit im Leben Jesu (48)

Mo, 10/23/2017 - 00:01

Bibelstellen: Lukas 22,31.32

Fürbitter gesucht!

„Der Satan hat begehrt … Ich aber habe für dich gebetet“ (Lk 22,31.32).

Der Sohn Gottes wusste alles, was mit Ihm geschehen würde (Joh 18,4). Aber nicht nur das: Er kannte auch die Zukunft von Petrus. Er ist der Allwissende, der Gott des Wissens (1. Sam 2,3) – trotzdem lebte Er in Abhängigkeit und betete für seinen Jünger. Der Herr hatte in der Gebetsnacht zu Beginn seines öffentlichen Dienstes sicherlich schon intensiv für Petrus und die anderen Jünger gebetet (Lk 6,12). Wie oft wird Er in den drei Jahren, wo Er täglich mit ihnen zusammen war, für sie gebetet haben! In Johannes 17, kurz vor seiner Kreuzigung, betet Er noch einmal für sie. Er hört auch nicht auf, sich für uns zu verwenden, bis wir, trotz unseres häufigen Versagens, das andere Ufer sicher erreicht haben (vgl. Heb 7,25; Mt 14,22.23; Ps 107,30).

Durch Gebet wird die Absicht des Feindes zunichtegemacht! Deswegen ist für uns nicht nur Gebet, sondern auch Gebetskampf angesagt! Paulus schreibt in Verbindung mit der Waffenrüstung: „Zu aller Zeit betend mit allem Gebet und Flehen in dem Geist“ (Eph 6,18). Wissen wir, was es praktisch bedeutet, im Gebet zu flehen und zu Gott zu schreien (vgl. Ps 119,147)? Es werden heute Brüder und Schwestern gesucht, die für andere Gläubige im Gebet ringen und mitkämpfen (vgl. Kol 4,12; Röm 15,30). Das gilt sowohl im Blick auf diejenigen, mit denen wir regelmäßig Gemeinschaft haben, aber besonders auch im Blick auf solche, die sich in die Welt verirrt haben.

Die Kraft der Fürbitte wird an dem Beispiel von Paulus deutlich. Nach vier Jahren Gefangenschaft ist er immer noch davon überzeugt, dass ihm durch die Gebete der Philipper die Gnade geschenkt wird, im Gefängnis nicht aufzugeben, sondern Gott weiter durch Vertrauen zu ehren (vgl. Phil 1,18.19)!

Samuel war ein Fürbitter. Er sagte im Blick auf das Volk Gottes, das immer wieder versagte: „Fern sei es von mir, gegen den HERRN zu sündigen und aufzuhören, für euch zu bitten“ (1. Sam 12,23). Einmal schrie er eine ganze Nacht zu dem HERRN, weil Saul gesündigt hatte (1. Sam 15,11). Dass Fürbitter auch selbst großen Segen bekommen, macht das Beispiel Hiobs deutlich. Er bekam die Aufgabe, für seine Freunde zu beten, weil sie ungeziemend von Gott gesprochen hatten. Gott bekannte sich wunderbar dazu: „Und der HERR wendete die Gefangenschaft Hiobs, als er für seine Freunde betete“ (Hiob 42,10).

Wie groß ist heute das Versagen im Volk Gottes! Wie sollen wir uns im Blick auf dieses Versagen verhalten? Gott möchte, dass wir mit der Gesinnung Daniels vor Ihm in den Riss treten, Sünden bekennen und Fürbitte tun (vgl. Dan 9). Mose hat das öfter mit Hingabe getan: „Da sprach er, dass er sie vertilgen wollte, wenn nicht Mose, sein Auserwählter, vor ihm in den Riss getreten wäre, um seinen Grimm vom Verderben abzuwenden“ (Ps 106,23). „Und ich warf mich vor dem HERRN nieder, wie das erste Mal, vierzig Tage und vierzig Nächte – Brot aß ich nicht, und Wasser trank ich nicht –, wegen aller eurer Sünden, die ihr begangen hattet, indem ihr tatet, was böse war in den Augen des HERRN, um ihn zu reizen. Denn mir war bange vor dem Zorn und dem Grimm, womit der HERR über euch ergrimmt war, so dass er euch vertilgen wollte. Und der HERR erhörte mich auch dieses Mal“ (5. Mo 9,18.19). Später musste Gott sagen: „Und ich suchte einen Mann unter ihnen, der die Mauer zumauern und vor mir in den Riss treten würde für das Land, damit ich es nicht verderben würde; aber ich fand keinen“ (Hes 22,30). Jesaja berichtet Ähnliches: „Und er sah, dass kein Mann da war; und er staunte, dass kein Vermittler eintrat“ (Jes 59,16). Sprechen diese Verse noch zu unseren Herzen oder haben wir bereits resigniert?

Wie wichtig ist der Dienst der Fürbitte! Fürbitter werden am Richterstuhl des Christus einmal großen Lohn empfangen – vielleicht z.T. viel mehr als solche, die in der Öffentlichkeit gedient haben. Viele bedauern heute den Niedergang in der Christenheit; aber wo sind diejenigen, die nicht nur trauern, sondern die auch mit Hingabe den Dienst der Fürbitte tun? Gott hält auch heute nach solchen Ausschau, die vor Ihm in den Riss treten. Glauben wir, dass der Dienst der Fürbitte sehr wertvoll ist in den Augen Gottes und dass Er auch konkret darauf antwortet? Unser persönliches Gebetsleben gibt die Antwort auf diese Frage. Bei mehr Fürbitte würde der Herr sicherlich auch wieder mehr Segen schenken, und viele Versammlungen würden heute nicht so schnell auseinanderbrechen! „Wenn ihr dies wisst, glückselig seid ihr, wenn ihr es tut“ (Joh 13,17).

Jan Philip Svetlik

Mauer überspringen

So, 10/22/2017 - 00:01

Bibelstellen: Psalm 18,30

Mit dir werde ich gegen eine Schar anrennen, und mit meinem Gott werde ich eine Mauer überspringen (Psalm 18,30).

David, der den Psalm 18 gedichtet hat, soll nach Gottes Plan über das Volk Israel regieren. Doch viele kämpfen gegen ihn, und Schwierigkeiten verstellen David den Weg. Wie reagiert der Mann nach dem Herzen Gottes auf dieses entmutigende Szenario? Er marschiert im Gottvertrauen den feindlichen Scharen und der „Mauer der Schwierigkeit“ entgegen! David weiß, dass Gott seine Füße flink und seine Arme stark macht (Ps 18,34.35.37), und in dieser Zuversicht rennt er siegesgewiss vorwärts. So hatte es David schon als junger Mann gehalten, als er dem Riesen Goliath mit der Schleuder in der Hand entgegeneilte und den Sieg davontrug (1. Sam 17,48).

Was machen wir, wenn es heftigen Widerstand gibt und sich Probleme auftürmen? Es gibt im Prinzip drei Möglichkeiten.

Erstens: Wir lassen uns von der scheinbaren Übermacht der Schwierigkeiten beeindrucken und fangen gar nicht erst an zu kämpfen. Wir starren auf unsere Schwachheit und kapitulieren direkt. – So war es beim Volk Israel: Als es nach der Wüstenreise vor dem verheißenen Land stand, ließ es sich durch Kundschafter mutlos machen, die von hünenhaften Bewohnern und hohen Stadtmauern berichteten. Das Volk weigerte sich daraufhin, in den göttlich gewiesenen Kampf zu ziehen (4. Mo 13,26–14,4). Weil sie Gott misstrauten, sandte Er sie in die Wüste zurück, wo die ganze „Generation des Unglaubens“ in jahrelangen Märschen aufgerieben wurde.

Zweitens: Wir reden unsere Probleme klein oder unsere Kraft groß, damit wir mehr Mut bekommen, der Feindschaft selbstbewusst zu trotzen und die Herausforderung irgendwie zu meistern. – So ähnlich war es bei den Israeliten: Weil sie den Kundschaftern geglaubt hatten, konnten sie nicht mehr mit der Hilfe Gottes im Krieg gegen die Kanaaniter rechnen. Sie stürzten sich dennoch, obwohl Mose sie ausdrücklich gewarnt hatte, leichtsinnig in den Kampf und handelten sich eine schmerzhafte und verdiente Niederlage ein (4. Mo 14,39–44).

Drittens: Wir setzen unser Vertrauen auf Gott und gehen mutig vorwärts, weil wir an seine unbegrenzten Machtressourcen denken und mit seiner Barmherzigkeit rechnen. – So machte es Josua: Er baute auf Gottes Zusagen und führte das Volk Israel nach der vierzigjährigen Wüstenwanderschaft mutig und erfolgreich gegen die Kanaaniter in den Kampf. Durch Glauben wurde das Bollwerk Jerichos zu Boden gerissen und der Feind besiegt (Jos 6).

Wer sich wie David bewusst macht, dass man auf Gott stets zählen kann, wird den feindlichen Scharen nicht nur entgegengehen, sondern gegen sie anrennen! Der, der auf Gott vertraut, wird die Mauer nicht mühevoll überwinden, sondern sie überspringen. „In diesem allen“, schreibt der Apostel Paulus, „sind wir mehr als Überwinder durch den, der uns geliebt hat“ (Röm 8,37). Mehr als Überwinder – durch Ihn! Das kann auch heute noch unsere Erfahrung sein, wenn wir es wirklich mit Ihm „wagen“ und uns nicht durch Hindernisse auf dem Weg aufhalten lassen, den Gott uns führen will.

Gerrid Setzer

Abhängigkeit im Leben Jesu (47)

Sa, 10/21/2017 - 00:01

Bibelstellen: Lk 22,33

Zweifel überwinden

„Ich aber habe für dich gebetet, damit dein Glaube nicht aufhöre; und du, bist du einst umgekehrt, so stärke deine Brüder“ (Lk 22,33).

Auf dem See Genezareth hatte der Herr Jesus seinen Jünger nicht untergehen lassen, als dieser aufgrund von Zweifeln plötzlich anfing zu sinken. Schon dort war Petrus, im Bild gesprochen, nur aufgrund von Gottes mächtigem Wirken durch Glauben bewahrt worden (vgl. 1. Pet 1,5).

Jetzt musste er erneut lernen (vgl. Lk 5,8), wie abgrundtief verdorben sein natürliches Herz war. Diese bittere Selbsterkenntnis würde sein Glaubensvertrauen auf eine harte Zerreißprobe stellen. Es bestand die Gefahr, dass er an sich selbst verzweifelte. Der Feind wartete nur auf die Gelegenheit, seine feurigen Pfeile des Zweifels abzuschießen und den Glauben von Petrus zu zerstören.

Doch der Herr machte seinem Jünger Mut mit den Worten: „Ich aber habe für dich gebetet, damit dein Glaube nicht aufhöre.“ Er lässt den glimmenden Docht nicht erlöschen, sondern facht ihn wieder an (vgl. Jes 42,3)! Das wunderbare Ergebnis seiner Fürbitte sehen wir in Apostelgeschichte 2, wo Petrus, erfüllt mit Heiligen Geist, mit großer Freimütigkeit die erste christliche Predigt hält.

Wenn ein Gläubiger gesündigt hat, wird der Teufel versuchen, ihm einzureden, dass er gar nicht richtig bekehrt ist. Das Einzige, was wir in dieser Situation tun können, ist, den Schild des Glaubens zu ergreifen (Eph 6,16) und dem Feind standhaft im Glauben zu widerstehen (1. Pet 5,9). Außerdem hilft es, sich Folgendes bewusst zu machen: Der „Verkläger der Brüder“ wird niemals einem Ungläubigen einreden, dass er sich nicht bekehrt hat – denn er möchte ja grade verhindern, dass jemand, der nicht errettet ist, darüber nachdenkt! Zweifel über die Errettung streut der Satan nur bei wahren Jüngern Jesu, die Gott in seiner Gnade auserwählt hat. Paulus schreibt: „Wer wird gegen Gottes Auserwählte Anklage erheben? Gott ist es, der rechtfertigt; wer ist es, der verdamme?“ (Röm 8,33.34). Doch dabei bleibt der Apostel nicht stehen. Er ist völlig davon überzeugt, dass weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges uns von der Liebe Gottes trennen kann (Röm 8,38.39). Das schließt unser eigenes Versagen mit ein!

Als die Zeit Jesu hier auf der Erde dem Ende entgegenging, sagte Er zu seinem Vater im Blick auf seine Jünger: „Ich habe sie behütet, und keiner von ihnen ist verloren gegangen“ (Joh 17,12). Das sagte Er, obwohl Er wusste, dass ihn kurze Zeit später alle verlassen und Petrus ihn dreimal verleugnen würde. Sollte es heute anders sein?

Warum ist es für Jünger Jesu so wichtig, dass sie zum einen den Herrn und zum anderen ihre eigenen Herzen besser kennenlernen? Was bedeutet es praktisch, dem Satan standhaft im Glauben zu widerstehen? Wie hat der Herr Jesus dem großen Lügner widerstanden, als er von ihm in der Wüste und später in Gethsemane angegriffen wurde?

Jan Philip Svetlik

Ich kenne die Meinen

Fr, 10/20/2017 - 00:01

Bibelstellen: Johannes 10,14

„Ich kenne die Meinen und bin gekannt von den Meinen“, sagt der Herr Jesus (Joh 10,14). Es ist ein tröstlicher Gedanke, dass er uns kennt. Er weiß, wie wir beschaffen sind, was wir benötigen. Er kennt uns durch und durch mit unseren Schwächen und Fehlern, und trotzdem liebt er uns und kümmert sich in wahrer Hirtenliebe um uns.

Ebenso erfrischend ist es, zu wissen, dass wir ihn kennen. Wir wissen, dass er für uns sein Leben gelassen hat und dass ihm an uns liegt.

Doch Johannes 10,14 geht noch viel weiter. Denn das „Kennen“ bedeutet hier nicht nur, zu wissen wer jemand ist. „Kennen“ ist hier der Ausdruck einer Beziehung zwischen zwei Personen. Wenn ich meinen kleinen Sohn frage, warum er nicht zu der alten Tante auf den Schoß gehen möchte, dann antwortet er: „Weil ich die gar nicht kenne.“ Und damit meint er nicht, dass er nicht weiß, wer das ist. Nein, er will damit ausdrücken, dass er keine Beziehung zu ihr hat. In diesem Sinn wird der Herr auch zu denen, die ihn nur mit den Lippen, aber nicht mit dem Herzen als Herrn bekannt haben, sagen: „Ich habe euch niemals gekannt“ (Mt 7,23). Und damit meint er nicht, dass er nicht wusste, wer sie waren, sondern dass er nie eine Beziehung zu ihnen gehabt hat.

Aber hier in Johannes 10 gibt es solche, die er kennt und die ihn kennen. Er ist für sie gekommen, hat sein Leben für sie gelassen, damit sie durch ihn ewiges Leben haben, „Leben im Überfluss“. Und der Besitz dieses Lebens hat sie in eine innige Lebensbeziehung zu diesem guten Hirten gebracht, die sie im Glauben genießen können. Und was für eine Qualität und Tiefe hat diese Beziehung! „Wie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne.“ Die Beziehung zwischen uns und unserem Herrn ist von der gleichen Art und Qualität wie die Beziehung zwischen dem ewigen Vater und dem ewigen Sohn. Wie kann das sein? Weil wir das ewige Leben haben, Teilhaber der göttliche Natur sind, die in der Lage ist, den allein wahren Gott und den, den er gesandt hat, Jesus Christus, zu erkennen (Joh 17,3).

Und dann fügt der Herr Jesus noch einmal hinzu: „Und ich lasse mein Leben für die Schafe.“ So viel wert war ihm diese tiefe Beziehung zu uns, dass er sich selbst hingegeben hat. Und das ist das herrliche Ergebnis seiner Hingabe, dass er uns jetzt kennt – und wir ihn!

Marco Leßmann

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