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Aktualisiert: vor 18 Stunden 15 Minuten

Abhängigkeit im Leben Jesu (101)

Fr, 06/08/2018 - 00:01

Bibelstellen: Apg 1,1-2

Der Triumph des Gekreuzigten

„… von allem, was Jesus anfing, sowohl zu tun als auch zu lehren, bis zu dem Tag, an dem er aufgenommen wurde, nachdem er den Aposteln, die er sich auserwählt hatte, durch den Heiligen Geist Befehl gegeben hatte“ (Apg 1,1.2).

Gekreuzigt, gestorben, begraben. Unfassbar, wenn man bedenkt, dass diese Dinge dem Herrn der Herrlichkeit und Urheber des Lebens widerfahren sind! Aber seine Geschichte endet nicht mit dem Grab. Er ist durch den Geist lebendig gemacht, von Gott auferweckt, aufgenommen in die Herrlichkeit und zur Rechten der Majestät in der Höhe mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt! Er ist „erwiesen … als Sohn Gottes in Kraft dem Geist der Heiligkeit nach durch Toten-Auferstehung“ (Röm 1,4). Er lebt für Gott und aus der Kraft Gottes (vgl. Röm 6,10; 2. Kor 13,4).

Von seiner Taufe bis hin zu seiner Auferstehung wurde Er „gerechtfertigt im Geist“ (1. Tim 3,16). Der Geist drückte quasi sein Siegel auf alles, was der Herr Jesus während seines Lebens tat, und bestätigte schließlich, indem Er Ihn aus den Toten auferweckte, dass Er tatsächlich der Sohn Gottes ist. Doch selbst nach der Auferstehung Jesu wirkte der Geist weiter in Ihm. Der lebendige Sieger von Golgatha gab den Aposteln durch den Heiligen Geist Befehle! Tut Er das im übertragenen Sinn mit den Gläubigen nicht auch heute noch (vgl. Apg 13,1–4)?

Christus hat den Heiligen Geist durch seinen Tod und seine Auferstehung nicht verloren. Die Fülle der Gottheit wohnte hier auf der Erde in Ihm (vgl. Kol 1,19) – und das wird auch im Himmel für alle Ewigkeit so sein (vgl. Kol 2,9)!

Uns hat der Sohn Gottes das Versprechen gegeben, dass der Heilige Geist bis in Ewigkeit bei uns sein wird  – völlig unabhängig davon, ob wir durch die Entrückung oder durch Tod und Auferstehung in die Herrlichkeit eingehen (vgl. Joh 14,16).

Wir haben den Geist auch als Unterpfand empfangen. Er ist die Garantie dafür, dass wir die Herrlichkeit erreichen und unser himmlisches Erbe, das in den Himmeln für uns aufbewahrt wird, tatsächlich einmal in Besitz nehmen werden (vgl. Eph 1,14 ; 1. Pet 1,4). Außerdem gibt uns der in uns wohnende Geist einen Vorgeschmack davon, was uns im Himmel erwartet.

Die folgende kurze Geschichte gibt eine schwache Illustration von dieser wunderbaren Wahrheit: Ein Vater möchte mit einem Schiff ein weit entferntes Land besuchen und verspricht seinem Jungen, ihn mit auf die Reise zu nehmen. Für die Reise schenkt er seinem Sohn ein Fernglas. Das Fernglas ist für den Jungen die Garantie dafür, dass der Vater ihn wirklich mit auf die Reise nehmen wird. Aber nicht nur das: Gegen Ende der Reise nimmt der Sohn sein Fernglas in die Hand und hält Ausschau nach dem ersehnten Ziel. Während die anderen Passagiere des Schiffes noch nichts erkennen können, sieht er bereits das Festland. Das Fernglas gibt ihm bereits während der Reise eine klarere Vorstellung von dem Ort, zu dem sie reisen. Genau das tut der Heilige Geist: Er befähigt uns heute schon dazu, mit den Augen unseres Herzens himmlische Dinge zu sehen, die Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben.

Wann hast du Gott das letzte Mal bewusst für die Gabe des Heiligen Geistes gedankt? Wie oft denkst du heute schon über das nach, was dich im Himmel erwartet?

Jan Philip Svetlik

Das Spiel deines Lebens

Do, 06/07/2018 - 00:01

Bibelstellen: Römer 3,23;6,23; Johannes 3,16; 1. Johannes 1,9

Das Spiel deines Lebens

„Nach sieben Minuten ist das Spiel dann für diesen Stürmer vorbei. Rot für dieses aggressive Foul. Der Schiri hat ein genaues Auge. Jetzt wilde Diskussionen. Doch es bleibt bei der Entscheidung.“ So ähnlich werden wir es auch bei der WM 2018 in Russland sicher öfters hören. Es ist wohl die wichtigste Aufgabe des Schiedsrichters, darauf zu achten, dass die Spielregeln eingehalten werden. Jedes Foul muss geahndet werden.

Ähnlich ist es bei dir und mir. Jedes „regelwidrige Verhalten“ – die Bibel nennt es Sünde – sieht Gott, der Schiedsrichter im „Spiel unseres Lebens“. Er „läuft in unserem Leben mit“. Lüge, Hass, Diebstahl, Egoismus, Unmoral, Gewalt, Streit, Untreue, Trunkenheit – Gott sieht das alles. Und es gibt keinen, der sagen könnte, er hätte noch nie „gefoult“. Die Bibel sagt dazu: „Es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt“ (Römer 3,23).

Anders als im Fußball straft Gott nicht jedes Foul in unserem Leben direkt. Aber dennoch ignoriert er unsere Fouls nicht, sondern wird einmal gerecht damit umgehen. Die Bibel sagt, dass jeder Mensch – auch du! – einmal sterben muss, „danach aber das Gericht“ (Hebräer 9,27). Das Urteil steht schon fest: „Der Lohn der Sünde ist der Tod“ (Römer 6,23) – ewiges Gericht im Feuersee, der Ort der Qualen, der Schmerzen, der Verzweiflung.

Du kannst absolut sicher sein: Gott ist 100%ig unparteiisch und gerecht. Es spielt keine Rolle, was für ein „Star“ du im Spiel deines Lebens warst. Wenn du am Ende deines Lebens vor Gott stehen wirst, ist nur eine einzige Frage relevant:

Was hast du mit Jesus Christus gemacht?

Gott wird dich einmal richten. Das Urteil und die Strafe stehen fest. Schonungslos. Erbarmungslos. Schrecklich. Die Schuld daran trägst du selbst: Es ist die Strafe für deine eigenen Sünden. Gott ist perfekt. Er kann Sünde nicht dulden. Er muss sie strafen. Alles andere wäre nicht gerecht. Aber Gott will auch, dass du errettet wirst. Darum hat er aus Liebe eine Möglichkeit gegeben, damit du errettet werden kannst:

„Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. … Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet“ (Johannes 3,16.18).

An Jesus Christus entscheidet sich alles! Jeder, der an ihn glaubt und seine Sünden Gott bekennt, darf wissen: „Dort am Kreuz hat Jesus Christus die Strafe Gottes für meine Sünden bereits getragen. Er nahm freiwillig auf sich, was ich verdient habe. Darum wird Gott mich nicht mehr richten. Er straft nicht zweimal, denn er ist gerecht.“

„Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit“ (1. Johannes 1,9).

Um vom Gericht Gottes errettet zu werden, müssen wir eine bewusste und aktive Entscheidung für Jesus Christus fällen. Darum ändere dein Leben um 180 Grad und erfahre, wie Gott Frieden, Freude, Sinn und Hoffnung gibt!

(Zu diesem Artikel gibt es einen Flyer. Die Printdatei kann hier runtergeladen werden!)

Friedemann Werkshage

Abhängigkeit im Leben Jesu (100)

Mi, 06/06/2018 - 00:01

Bibelstellen: Heb 9,14

Die Kraft des ewigen Geistes

„Christus, der durch den ewigen Geist sich selbst ohne Flecken Gott geopfert hat“ (Heb 9,14).

33 Jahre lang tat der Herr Jesus den Willen Gottes und lebte ein gottgeweihtes Leben der Hingabe. Der Geist gab Ihm die Kraft, unter Fasten 40 Tage lang in der Wüste von Satan versucht zu werden, Dämonen auszutreiben und Menschen zu heilen. Gerade im Lukas-Evangelium, wo die Menschheit des Herrn Jesus im Vordergrund steht, lesen wir, dass die Kraft des HERRN von Ihm ausging und Er in dieser Kraft heilte und Wunder tat (vgl. Lk 5,17; 6,19; 8,46).

Doch das größte Opfer seines Lebens stand noch aus: Er sollte in Schwachheit gekreuzigt werden (vgl. 2. Kor 13,4). Als der Knecht Gottes schließlich dort am Fluchholz zwischen Himmel und Erde hing, musste Er sagen: „Meine Kraft ist vertrocknet wie eine Tonscherbe“ (Ps 22,15). Doch genau an diesem Platz äußerster Schwachheit vollbringt Er das größte Werk seines Lebens! In welcher Kraft tut Er das? Er opfert sich selbst Gott in der Kraft des ewigen Geistes.

Stehst du vor einer großen Aufgabe und weißt nicht, woher du die Kraft nehmen sollst, um sie zu bewältigen? Fühlst du dich schwach und unfähig im Blick auf Herausforderungen, die wie Berge vor dir stehen? Vergiss nicht, dass der ewige Geist Gottes, der in dir wohnt, dir immer die Kraft geben möchte, die du brauchst, um den Willen Gottes zu tun.

Gott möchte zuerst in dir wirken, bevor Er durch dich wirkt! Er möchte dich durch seinen Geist am inneren Menschen stärken, damit der Christus in deinem Herzen wohnt und du in seiner Liebe gewurzelt bist (vgl. Eph 3,16.17). Aber nicht nur das: Er kann in der Kraft des Heiligen Geistes in dir sogar Dinge bewirken, die du nie für möglich gehalten hättest – über die Maßen mehr, als was wir erbitten oder erdenken (vgl. Eph 3,20).

Verwunderst du dich, wenn du zurückblickst, manchmal darüber, dass Gott in dir Dinge gewirkt hat, die du vor ein paar Jahren nicht für möglich gehalten hättest? Was sollte das Bewusstsein, dass der ewige Geist Gottes in dir wohnt, in dir bewirken?

Jan Philip Svetlik

Gesammelte Brocken (210)

Di, 06/05/2018 - 00:01

Der Glaube bringt Menschen zu Gott, die Liebe bringt Gott zu den Menschen. (Nach Martin Luther)

Gott ist nicht Anteilseigner in unserem Leben, sondern wir gehören ihm ganz.

Iss, was gar ist, 
trink, was klar ist,
red, was wahr ist.
(Martin Luther)

Die Menschen machen sich in unserer Gesellschaft einen Kopf um die Mülltrennung, aber die Trennung vom Ehepartner/Lebenspartner wird leichtfertig vollzogen.

Nach einem Erfolg sagte der Offizier gern zu seinen Soldaten: „Nach einem Sieg müsst ihr den Helm immer enger schnallen.“ – Das ist auch für uns Christen wahr. Die Zeit nach einem Glaubenssieg ist sehr gefährlich.

Zufriedenheit hat weniger damit zu tun, was wir haben, sondern mehr damit, wie wir im Inneren sind.

Wenn wir nichts tun können, ist Selbstvertrauen der Gipfel der Anmaßung. Wenn Gott alles tun kann, ist Mutlosigkeit der Gipfel der Dummheit. (CHM)

Abhängigkeit im Leben Jesu (99)

Mo, 06/04/2018 - 00:01

Bibelstellen: Galater 5,22-33

Die Frucht des Geistes

„Sohn eines Fruchtbaumes ist Joseph, Sohn eines Fruchtbaumes am Quell“ (1. Mo 49,22).

Der Herr Jesus war der Mann, der wie ein Baum ist, gepflanzt an Wasserbächen (vgl. Ps 1,3). Er brachte beständig Frucht für Gott, indem Er den Vater in dieser Welt offenbarte und seinen Willen tat. Auch die neunfache Frucht des Geistes (vgl. Gal 5,22.23) kam in seinem Leben deutlich zum Vorschein.

Er bewies die Liebe zu seinem Vater durch seinen Gehorsam, der darin gipfelte, dass Er sein Leben aufgab. Er frohlockte im Geist und freute sich, als Er in widerwärtigen Umständen den Vater für seine Wege lobte (Lk 10,21). Inmitten von Gefahren, Hass und Anfeindung genoss Er einen Frieden, der allen Verstand übersteigt (vgl. Mk 4,37.38 ; Joh 18,1–11). Mit was für einer Langmut hat Er mehr als drei Jahre seine unverständigen Jünger im Geist der Liebe ertragen! Er nahm sich Zeit, in Ruhe die Volksmenge zu entlassen, und begegnete selbst solchen, die Ihn geringschätzig behandelten, mit bewundernswerter Freundlichkeit.

Unermüdlich ging Er umher, tat Gutes und offenbarte die Güte Gottes (vgl. Apg 10,38). Er war der treue Zeuge Gottes in dieser Welt, der sich von nichts und niemanden davon abbringen ließ, seinem Gott in Treue zu dienen. Als man Ihn angriff und verleumdete, verteidigte Er sich nicht, sondern offenbarte eine Sanftmut, die die von Mose bei weitem überstieg. Auch seine Selbstbeherrschung war einzigartig: Er fastete 40 Tage lang in der Wüste, stand regelmäßig vor der Morgendämmerung auf, verbrachte ganze Nächte im Gebet und wartete stets geduldig auf die Zeit Gottes.

Seinen Jüngern sagte der Meister einmal: „Ich habe euch auserwählt und euch dazu bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibe“ (Joh 15,16). Was meint Er mit diesen Worten? Wie können wir heute, in unserem Alltag, Frucht für Gott bringen? Der Kontext von Johannes 15 macht deutlich, dass es bei dieser Frucht darum geht, dass sich das Leben des Weinstocks in den Reben offenbart. Wir bringen Frucht für Gott, wenn das Leben des Herrn Jesus – der in uns lebt – an uns gesehen wird. Das wiederum geschieht in der Kraft und durch das Wirken des Heiligen Geistes.

Wenn wir danach streben, zu lieben, uns zu freuen, in Frieden zu sein, langmütig mit anderen umzugehen, Freundlichkeit zu zeigen, Gutes zu tun, treu zu dienen, sanftmütig zu reagieren, wenn wir bedrängt werden, und nicht in Ausschweifung zu verfallen, sondern mit Entschiedenheit den Weg der Nachfolge zu gehen, dann sind wir im Einklang mit dem Geist Gottes. Der Heilige Geist selbst wird diese Dinge in uns hervorbringen, wenn wir willig dazu sind und Ihm Raum geben!

Strebst du danach, dass die Frucht des Geistes täglich an dir gesehen wird? Deckt sich die Absicht des Geistes mit deinem Willen? Was ist das höchste Ziel deines Lebens?

Jan Philip Svetlik

Schöne Gesinnung bei Levi-Matthäus

So, 06/03/2018 - 00:01

Bibelstellen: Matthäus 9,9-10; Markus 2,14-15; Lukas 5,27-29

Es ist nicht viel, was wir über den Jünger Levi-Matthäus lesen. Aber der Vergleich der drei Berichte über ihn in Matthäus, Markus und Lukas zeigt eine schöne Gesinnung bei diesem Jünger.

Lukas sagt bei der Berufung Levis zwar, dass er ein Zöllner war, aber bei der Aufzählung der Jünger in Lukas 6,14–16 lässt er diese Berufsbezeichnung weg. Levi hatte seinen Beruf aufgegeben. Er war nicht mehr der Zöllner, sondern ein Vollzeitjünger des Herrn.

Aber wenn Matthäus selbst über sich schreibt, dann nennt er sich auch noch bei der Aufzählung der Jünger (Mt 10,2–4) „Matthäus, der Zöllner“. Er hat die Gnade nicht vergessen, die ihn vom Zollhaus in die Nachfolge Jesu berief.

Lukas beschreibt außerdem, dass Levi dem Herrn Jesus ein großes Mahl in seinem Haus machte (Lk 5,29). Markus erwähnt ebenfalls, dass es das Haus Levis war, und fügt hinzu, dass viele der von Levi eingeladenen Zöllner und Sünder (anschließend) dem Herrn Jesus nachfolgten (Mk 2,15).

Doch wenn Matthäus selbst über diese Begebenheit berichtet, dann hören wir weder etwas davon, dass er es war, der dieses Mahl gemacht hat, noch, dass es ein großes Mahl war. Es fehlt auch der Hinweis, dass es in seinem Haus stattfand und dass er es für den Herrn ausgerichtet hat. Er beschreibt ebenfalls nicht, dass viele der Gäste dem Herrn Jesus nachfolgten.

Matthäus spricht also weder von dem, was er getan hat, noch davon, welche Ergebnisse sein Dienst hervorgebracht hat. Alles, was seine eigene Person in den Mittelpunkt stellen könnte, lässt er weg. Nachahmenswerte Gesinnung!

Doch dem Herrn hat es gefallen, uns genau diese Details, die Matthäus weglässt, durch andere Schreiber mitteilen zu lassen. Damit ehrt er in gewisser Weise seinen Jünger, der sich selbst so wenig wichtig nahm.

Marco Leßmann

Abhängigkeit im Leben Jesu (98)

Sa, 06/02/2018 - 00:01

Bibelstellen: Lk 4,18-22

Propheten gesucht!

„Eifert aber …, dass ihr weissagt“ (1. Kor 14,1).

Ob der Sohn Gottes zu den Volksmengen predigte oder mit Einzelnen redete – alles geschah unter der Leitung des Geistes. In der Synagoge in Nazareth weissagte Er, indem Er genau das passende Wort für den Augenblick vor die Herzen der Zuhörer stellte. Die Anwesenden wunderten sich über die Worte der Gnade, die aus seinem Mund hervorkamen (vgl. Lk 4,18–22).

Doch sein Weissagen bestand nicht nur in ermunternden, sondern oft auch in ermahnenden Worten. Nachdem die Herzenszustände der Zuhörer in der Synagoge offenbar wurden, sagte Er: „In Wahrheit aber sage ich euch: Viele Witwen waren in den Tagen Elias in Israel, als der Himmel drei Jahre und sechs Monate verschlossen war, so dass eine große Hungersnot über das ganze Land kam; und zu keiner von ihnen wurde Elia gesandt als nur nach Sarepta im Gebiet von Sidon zu einer Frau, einer Witwe“ (Lk 4,25.26). Durch diese Weissagung stellte Er die Juden in das Licht Gottes, woraufhin sie, rasend vor Wut, Ihn zur Stadt hinausstoßen und den Berg hinabstürzen wollen.

Seine Worte waren Geist und Leben – allezeit in Gnade, aber auch mit Salz gewürzt. Er hatte keine Angst davor, unter der Leitung des Geistes die Wahrheit zu predigen und auf die Gewissen zu legen, denn Er war frei von Menschenfurcht. Weil Er auf Gott vertraute, wurde Er von Ihm in Sicherheit gesetzt (vgl. Lk 4,29.30; Spr 29,25).

Wie ist das bei uns heute? Leitung des Geistes und Weissagung sind Dinge, die jeden Tag geschehen können und nicht auf besondere Dienste oder Zeitpunkte beschränkt sind. Wer nicht im Alltag lernt, sich vom Geist leiten zu lassen, der wird wohl kaum plötzlich auf Knopfdruck in Versammlungsstunden oder bei öffentlichen Diensten damit rechnen können, geleitet sein.

Paulus schreibt: „Den Geist löscht nicht aus; Weissagungen verachtet nicht; prüft aber alles, das Gute haltet fest“ (1. Thes 5,19–21). Wir löschen das Wirken des Geistes in den Zusammenkünften aus, wenn wir z.B. nicht in Ruhe auf den Herrn und die Leitung des Geistes warten und stattdessen dem Eigenwillen Raum geben! Wie oft kommt es vor, dass jemand schnell aufspringt, aus Angst davor, dass ein anderer vor ihm aufstehen könnte. Oder wie häufig passiert es, dass jemand nur deshalb predigt, weil er eine Stille von fünf oder zehn Minuten nicht ertragen kann.

Jemand hat im Blick auf den Dienst der Weissagung sehr treffend gesagt: „Gestern war Unwissenheit die vorherrschende Sünde, und deswegen waren Lehrer nötig. Heute haben wir es oft mit der Stumpfheit des Gewissens zu tun – dafür ist die Stimme eines Propheten notwendig … Eine Wahrheit zu ergreifen und von der Wahrheit ergriffen zu sein, sind zwei ganz verschiedene Dinge. Sollten wir nicht zu Gott schreien um wahre Propheten, Männer von gottseligem Wandel, die begabt sind, ernst, eindringlich und ohne Rücksicht auf den eigenen Ruf zu sprechen? … Niemand sage, dass die Liebe die Ausübung einer solchen Gabe verbiete. Die Liebe ruft danach.“

Betest du dafür, dass Weissagung geschieht? Eiferst du danach, selbst zu weissagen? Bist du bereit, von Glaubensgeschwistern verachtet und abgelehnt zu werden, wenn du den Eindruck hast, dass der Geist dich dazu leitet, Missstände offen beim Namen nennen?

Jan Philip Svetlik

Gesammelte Brocken (209)

Fr, 06/01/2018 - 00:01

Bei den Tauschbörsen dieser Welt wechseln ungefähr gleichwertige Sachen den Besitzer. Aber Gott bietet uns einen großartigen Tausch an: Er nimmt uns unsere schäbigen Sorgen und gibt uns dafür seinen großartigen Frieden. „Seid um nichts besorgt, sondern in allem lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden; und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und euren Sinn bewahren in Christus Jesus“ (Phil 4,6.7).

Gott kann auch auf der krummen Linie unseres Lebens gerade schreiben.

Wenn Christus gesagt hat, dass er bald kommen wird und sein Lohn mit ihm, dann können wir nicht sagen: „Es geht nur um Christus, der Lohn ist mir egal.“ Beides gehört zusammen, auch wenn die Person des Herrn Jesus natürlich an erster Stelle steht.

Das Glaubensprofil kann man nicht mit einem Geldstück messen.

Der Lohn ist nicht das Motiv, um Christus zu dienen, aber doch Motivation.

Nur weil Christus den Zorn Gottes erlebte, können wir die Liebe Gottes genießen.

Abhängigkeit im Leben Jesu (97)

Do, 05/31/2018 - 00:01

Bibelstellen: Apg 4,27

Die Salbung von dem Heiligen

„… deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast“ (Apg 4,27).

Der treue Zeuge Gottes machte direkt zu Beginn seines öffentlichen Auftretens klar, worin sein Dienst bestand und wer Ihm die Autorität zur Ausübung dieses Dienstes gegeben hatte. In der Synagoge in Nazareth liest Er aus dem Buch Jesaja die Worte: „Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, Armen gute Botschaft zu verkündigen; er hat mich gesandt, Gefangenen Befreiung auszurufen und Blinden das Augenlicht, Zerschlagene in Freiheit hinzusenden, auszurufen das angenehme Jahr des Herrn“ (Lk 4,18; vgl. Jes 61,1.2). Petrus bestätigt das Jahre später, als er sagt: „Jesus, den von Nazareth, wie Gott ihn mit Heiligem Geist und mit Kraft gesalbt hat, der umherging, wohltuend und alle heilend, die von dem Teufel überwältigt waren; denn Gott war mit ihm“ (Apg 10,38). Gott hat seinen Sohn nicht nur aufgrund seiner persönlichen Vortrefflichkeit mit dem Geist versiegelt (vgl. Joh 6,27); Er hat Ihn auch durch die Salbung mit dem Geist öffentlich für seinen Dienst autorisiert!

Johannes schreibt den Kindern Gottes: „Ihr habt die Salbung von dem Heiligen und wisst alles“ (1. Joh 2,20). Durch die Salbung mit dem Heiligen Geist sind wir grundsätzlich in der Lage, die Gedanken Gottes zu verstehen (vgl. 1. Joh 2,27). Der Geist Gottes, der uns in die ganze Wahrheit leiten möchte, gibt selbst jungen Gläubigen die Fähigkeit, die Stimme des guten Hirten von der Stimme eines Fremden zu unterscheiden (vgl. Joh 10,4.5).

Allerdings werden wir in der Praxis dieses geistliche Unterscheidungsvermögen nur dann haben, wenn wir auch geistlich leben. Paulus schreibt: „Der Geistliche beurteilt alles“ (1. Kor 2,15). Die Korinther dagegen verhielten sich fleischlich, weil sie einander beneideten und miteinander stritten. Daher konnten sie im Verständnis der Wahrheit keinen Fortschritt machen (vgl. 1.Kor 3,2.3).

Gott hat in seiner Gnade seiner Gemeinde Lehrer gegeben, die wertvolle Auslegungen über das Wort Gottes geschrieben haben. Es wäre vermessen, zu sagen, dass wir diese „Hilfen“ heute nicht nötig haben. Gleichzeitig besteht aber die große Gefahr, dass solche Bibelkommentare uns davon abbringen, eigenständig über die Heilige Schrift nachzudenken – wodurch großer Segen verloren geht. Ein geschätzter Bibelausleger schreibt dazu: „Nichts ist so schädlich wie diese Trägheit, die es vorzieht, bei einigen wenigen Gedanken zu verweilen (Anmerkung: Gemeint sind die Gedanken von Bibelauslegern), anstatt das göttliche Wort selbst zu ergründen, was der Seele versagt bleibt, die den Herrn nicht ernsthaft mit Fleiß, Geistlichkeit und Ergebenheit sucht, nämlich die Erkenntnis, die Er allein geben kann.“

Lebst du ein geistliches Leben, in dem die Gesinnung Jesu sichtbar wird? Wie viel denkst du unter Gebet über das Wort Gottes nach? Lebst du in praktischer Gemeinschaft mit Gott, und hast du das aufrichtige Verlangen, seinen Willen zu tun? Wenn das der Fall ist, dann wirst du auch erkennen, aus welcher Quelle die Lehre kommt (vgl. Joh 7,16).

Jan Philip Svetlik

Die christliche Lehre attraktiv machen

Mi, 05/30/2018 - 00:01

Bibelstellen: Titus 2,9.10

Die Anweisungen an die Knechte in Titus 2,9.10 sind ein deutlicher Beweis dafür, dass es nicht die Aufgabe der Christen ist, die soziale Ungerechtigkeit der Welt zu bekämpfen. Natürlich entsprach es nicht dem Plan Gottes, dass Menschen über Menschen herrschen. Das ist eine Folge des Sündenfalls (vgl. 1. Mo 4,7). Sklaverei ist absolut nicht gottgewollt.

Aber Gott hebt diese Missstände nicht auf (siehe auch 1. Kor 7,21). Er macht die Christen nicht zu Weltverbesserern. Er will keine Revolution auf der Straße. Aber Er bewirkte eine „Revolution“ in den Herzen der Knechte. Er ließ sie in ihrem sozialen Stand, äußerlich blieben sie gebunden, vielleicht sogar unterdrückt und misshandelt. Aber innerlich befreite er sie aus einer noch viel größeren Knechtschaft: der Sklaverei der Sünde.

Und das sollte man jetzt auch in ihrem Verhalten sehen. Hatten sie früher zwangsweise gehorcht, so sollten sie jetzt eine Haltung der Unterordnung offenbaren. Sie sollten sich nicht mehr nur widerwillig fügen, sondern danach suchen, wie sie ihren Herren wohlgefällig sein konnten. Selbst wenn sie manchmal gebildeter waren als ihre Herren, sollten sie doch nicht widersprechen. Und wenn sie sich früher schon mal etwas angeeignet hatten, was ihnen ja, wie sie dachten, zustand, dann sollten sie jetzt nichts mehr unterschlagen.

Und wenn Knechte dann noch gebürtige Kreter waren, dann würde die Veränderung in ihrem Verhalten doppelt auffallen. Früher „immer Lügner“, heute „nichts unterschlagend“. Früher „böse Tiere“, heute „in allem wohlgefällig“. Früher „wilde Tiere“, heute untergeordnet, „nicht widersprechend“. Früher „faule Bäuche“, heute „alle gute Treue erweisend“.

Sie hatten den Herrn Jesus Christus angezogen, waren bei ihrem Meister in die Lehrer gegangen, der freiwillig Knecht wurde und alle Misshandlungen willig erduldete. So bildete ihr verändertes Verhalten eine Zierde (oder Schmuck) für die „Lehre, die unseres Heiland Gottes ist“. Jeder, der sie sah, musste bekennen: „Schaut euch diese Knechte an. Solche Resultate bringt diese Lehre hervor.“

Wie adelt Gott das Leben dieser Knechte! Sie konnten doch denken: „Welche guten Werke kann ich schon für Gott tun? Ich bin ja total gebunden.“ O doch, sie taten ein gewaltiges Werk. Ihr Verhalten machte die christliche Lehre anziehend für andere. Welch ein Ansporn für alle, die glauben, sie könnten kaum etwas für den Herrn wirken.

Marco Leßmann

Abhängigkeit im Leben Jesu (96)

Di, 05/29/2018 - 00:01

Gesalbte Könige und Priester

„Er ging nach seiner Gewohnheit am Tag des Sabbats in die Synagoge und stand auf, um vorzulesen. Und es wurde ihm das Buch des Propheten Jesaja gereicht; und als er das Buch aufgerollt hatte, fand er die Stelle, wo geschrieben war: ‚Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, Armen gute Botschaft zu verkündigen‘“ (Lk 4,16–18).

Die erste Salbung, die uns in Gottes Wort mitgeteilt wird, geschah, als Jakob in Bethel Öl auf einen Stein goss und ihn als Denkmal für das Haus Gottes aufstellte (vgl. 1. Mo 28,18; 31,13). Von diesem Moment an war dieser Stein für Gott geweiht – und daher von allen anderen Steinen unterschieden. Das ist auch die Bedeutung der Salbung, die der Herr Jesus im Jordan erlebte. Der auserwählte Knecht des HERRN wurde öffentlich von den Menschen abgesondert, um Gott zu dienen (vgl. Jes 42,1.2).

Im Alten Testament wurden Könige, Priester und Propheten im Blick auf ihren öffentlichen Dienst gesalbt. David nannte Saul „den Gesalbten des HERRN“. David selbst wurde bereits  Jahre zuvor gesalbt, bevor er seine Regierung als König über Israel antrat. Seit dem Tag, als das Öl seinen Kopf berührte, waren seine Gedanken auf seine Berufung gerichtet – und das prägte natürlich auch sein Verhalten.

Die Geschichte des Volkes Israel zeigt deutlich, dass alle Könige, Priester oder Propheten auf die eine oder andere Weise versagt haben. Doch Christus – der Gesalbte Gottes – versagte niemals! Über Ihm öffnete sich der Himmel sowohl zu Beginn als auch gegen Ende Seines öffentlichen Dienstes – und jedes Mal war nichts als Lob und Anerkennung zu hören.

Gott hat uns, die Gläubigen der Gnadenzeit, mit dem Heiligen Geist gesalbt und der Stellung nach zu Königen und Priestern gemacht. Als heilige Priester besteht unser Dienst darin, in das Heiligtum – die Gegenwart Gottes – zu treten, um Ihn dort anzubeten (vgl. 1. Pet 2,5). Als königliche Priester kommen wir aus der Gegenwart Gottes hervor, um den Menschen die Herrlichkeit des Gottes zu verkündigen und um Seinen Sohn in unserem Leben sichtbar werden zu lassen. Sowohl die Anbetung als auch das Zeugnis vor der Welt geschieht „durch den Geist Gottes“ (Phil 3,3 ; vgl. Apg 1,8).

Übrigens: Königssöhne sitzen am Tisch des Königs, wühlen nicht im Müll und bewerfen sich auch nicht mit Dreck. Wenn wir würdig unserer Berufung leben wollen, müssen wir u.a. auch das königliche Gesetz praktisch verwirklichen: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Jak 2,8). Der König der Könige kam auf diese Erde und hat es uns vorgelebt – jahrelang, Tag für Tag.

Wahre Liebe ist das Gegenteil von Egoismus und zeigt sich durch Opferbereitschaft und Hingabe. Sie ist auf das Wohl anderer ausgerichtet. Jünger Jesu sollen durch Liebe untereinander erkannt werden (vgl. Joh 13,35). Liebe ist außerdem die erste Eigenschaft, die bei der Frucht des Geistes erwähnt wird (vgl. Gal 5,22)!

Betest du als heiliger Priester Gott täglich für das an, was Er in sich selbst ist, und für das, was Er getan hat und tut, oder ist das bei dir auf sonntags beschränkt? Wann hast du den Menschen in deinem Umfeld das letzte Mal den Herrn Jesus groß gemacht? Wodurch zeigt sich deine Liebe zu Gott und dass du deinen Nächsten liebst wie dich selbst?

Jan Philip Svetlik

Die Gegenpartei beschämen

Mo, 05/28/2018 - 00:01

Bibelstellen: Titus 2,7+8

Titus wird von dem Apostel Paulus aufgefordert, sich den jungen Männern als Vorbild darzustellen (oder vorzuhalten). Sie sollten an ihm lernen, wie man sich so verhält, dass „der von der Gegenpartei beschämt wird, da er nichts Schlechtes über uns zu sagen hat“ (Titus 2,8.9).

Zwei Tatsachen sollten uns bewusst sein:

  1. Es gibt eine Gegenpartei, solche, die „eine Gelegenheit wollen“ (2. Kor 11,12), um uns zu schaden. Diesen Leuten sollen wir durch unser korrektes Verhalten die „Gelegenheit abschneiden“, d.h. ihnen keinen Anlass zur Kritik geben.
  2. Wenn sich in unserem Verhalten etwas Verwerfliches findet, dann wird dadurch das Zeugnis der Christen insgesamt geschwächt („über uns“). Mein Fehlverhalten kann das ganze christliche Zeugnis in Misskredit bringen.

Wie kann das verhindert werden bzw. wie kann der von der Gegenpartei in seiner Hoffnung, etwas Kritikwürdiges in meinem Verhalten zu finden, beschämt werden? Drei Punkte nennt Paulus:

  1. Unverfälschte Lehre (o. Belehrung): Hier geht es vorrangig um die Art und Weise, wie gelehrt wird. Auf zweierlei Weise kann die Lehre verfälscht werden: Entweder verfälsche ich die Lehre durch meine Worte; ich mische Falsches bei, überbetone einzelne Wahrheiten oder lasse etwas von der Wahrheit weg. Oder ich verfälsche die Lehre durch mein Leben, indem ich ganz anders lebe, als ich lehre.
  2. Würdiger Ernst: Wieder kann sich der würdige Ernst sowohl in meinen Worten als auch in meinem ganzen Verhalten zeigen. Meine Worte sollen Ehrfurcht vor dem Wort Gottes zeigen. Ich rede ohne Witz und Ironie, benutze keinen „Straßenjargon“ und bin nicht auf Zuhörerbegeisterung aus. Aber zu einer würdigen Rede gehört unbedingt auch ein würdiges Verhalten.
  3. Gesunde Rede: Meine Rede soll in sich gesund sein, d.h. wohldurchdacht, ausbalanciert, unangreifbar. Gesunde Rede ist das Ergebnis eines gesunden Sinnes. Aber auch die Wirkung meiner Worte soll gesund, d.h. heilsam sein.

Wie wurde die Gegenpartei des Herrn Jesus beschämt! Wie oft hatten sie versucht, ihn in der Rede zu fangen! Ohne Erfolg. Das deutlichste Beispiel einer beschämten Gegenpartei finden wir in Johannes 8,1–9. Sie brachten die Ehebrecherin zu ihm, „um ihn zu versuchen, damit sie etwas hätten, um ihn anzuklagen“. Aber schließlich „gingen sie einer nach dem anderen hinaus“. Am Ende seines Dienstes, der immer unter der kritischen Beobachtung der Vasallen des Widersachers gestanden hatte, suchten sie „falsches Zeugnis gegen Jesus, um ihn zu Tode zu bringen; und sie fanden keins“. Nachahmenswertes Vorbild!

Marco Leßmann

Ein feierlicher Moment

So, 05/27/2018 - 00:01

Bibelstellen: Offenbarung 19,11

„Und ich sah den Himmel geöffnet, und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf saß, genannt „Treu und Wahrhaftig“, und er richtet und führt Krieg in Gerechtigkeit“ (Off 19,11).

Es wird ein überaus feierlicher und ernster Moment sein, wenn der Schöpfer ein zweites Mal in seine Schöpfung eintreten wird (vgl. Heb 1,6). Dann wird Er nicht mehr kommen, um zu leiden und zu sterben, sondern um die Geschicke dieser Erde in die Hand zu nehmen und für tausend Jahre in Gerechtigkeit zu regieren (vgl. Mt 24,30). Er wird in Macht und großer Herrlichkeit erscheinen – nicht mehr als der Heiland der Verlorenen, sondern als der Richter der Lebenden und der Toten. Sein Handeln wird nicht mehr durch Gnade und Liebe gekennzeichnet sein, sondern durch absolute Gerechtigkeit. Er wird die heiligen und gerechten Ansprüche Gottes auf der ganzen Erde geltend machen und Gott im Gericht verherrlichen.

In Offenbarung 4,1 lesen wir von einer geöffneten Tür im Himmel, durch die Johannes sozusagen in den Himmel eintrat und die Dinge sah, über die er in den folgenden Kapiteln berichtet. Doch in Offenbarung 19 sehen wir den Himmel selbst geöffnet und Christus aus dem Himmel heraustreten, um zu richten und Krieg zu führen in Gerechtigkeit. Als Er das erste Mal in Niedrigkeit kam, wurde sein Kommen nur von wenigen bemerkt. Doch beim zweiten Mal wird es anders sein: Der ganze Erdkreis wird sein Erscheinen wahrnehmen (vgl. Mt 24,27). Sein Gericht wird sich auf alle Menschen erstrecken.

Das Gericht wird nicht von Gott ausgehen, sondern von einem Menschen, den Gott dazu bestimmt hat (vgl. Apg 17,11). Der Herr Jesus hat als Mensch das Recht und die Kompetenz, Gericht zu halten. In Johannes 5,22 lesen wir, dass der Vater das ganze Gericht dem Sohn übergeben hat, und in Johannes 5,27, dass Gott Ihm Gewalt gegeben hat, Gericht zu halten, weil Er des Menschen Sohn ist. Aber der Herr Jesus hat nicht nur das Recht, sondern auch die Kompetenz, das Gericht auszuführen. Diese hat Er sich durch sein Menschsein erworben. Wer könnte sich auch besser als Richter eignen als derjenige, der den Menschen vollkommen kennt und selbst ein vollkommenes Leben als Mensch auf dieser Erde geführt hat?

Jeder muss dem Herrn Jesus einmal begegnen – entweder heute als Heiland oder vielleicht schon morgen als Richter. Wie steht es um dich? Ist Er dein Heiland oder wird Er einmal dein Richter sein? Das ist eine ernste Frage, die keinen Aufschub duldet: Darum schicke dich an, noch heute deinem Gott zu begegnen (vgl. Amos 4,12)!

Daniel Melui

Gesammelte Brocken (208)

Sa, 05/26/2018 - 00:01

Wer Christus, den Felsen, kennt, der wird nicht im Morast der Langeweile versinken.

Wenn wir mehr den Stolz ablegen würden, dann hätten wir auch weniger Sorgen. Denn: „Demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zur rechten Zeit, indem ihr alle Sorge auf ihn werft“ (1. Petrus 5,6.7).

„Kein Mensch hat Macht über den Wind, den Wind zurückzuhalten; und niemand hat Macht über den Tag des Todes“ (Prediger 8,8). So ist das bei uns Menschen. Aber von Christus heißt es: „Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, damit ich es wiedernehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selbst. Ich habe Gewalt, es zu lassen, und habe Gewalt, es wiederzunehmen. Dieses Gebot habe ich von meinem Vater empfangen“ (Johannes 10,8).

Bist du bei der Ernte dabei, wenn Frucht zum ewigen Leben gesammelt wird (Johannes 4,38), oder reihst du dich in die Schlange derer ein, die bei der Lorbeer-Ernte mithelfen wollen?

Bist du sein oder bist du nicht sein? Das ist hier die Frage!

Was die Liebe alles tut

Fr, 05/25/2018 - 00:01

Bibelstellen: 1. Korinther 13,7

„Die Liebe … erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles“ (1. Kor 13,7).

In diesem Vers kommt viermal „alles“ vor. Das ist natürlich nicht absolut zu verstehen, das Ganze findet seine Begrenzung in den Wegen und im Willen Gottes. Wir nehmen alles an, was aus der Hand Gottes hervorgeht.

Wenn es in diesem Vers um die Energie der Liebe geht, wird eine große Breite vorgestellt, so weit wie möglich, so uneingeschränkt wie möglich – während vorher konkrete Punkte vorgestellt wurde („die Liebe neidet nicht“ etc.). Das ist sehr augenfällig.

Die Liebe erträgt alles. Sie nimmt alles in Kauf, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen (dasselbe Wort im Grundtext wird in 1. Kor 9,12 verwendet). Die Liebe nimmt alles auf sich, um Gottes Werk zu tun.

Die Liebe erduldet alles. Die Liebe harrt aus, sie hält durch, sie lässt sich durch schwere Umstände nicht unterkriegen. Paulus schreibt in 2. Timotheus 2,10: „Deswegen erdulde ich alles um der Auserwählten.“ Die Liebe bleibt dran.

Wenn man alles ertragen und alles erdulden soll, dann braucht man eine innere Motivation – und das ist der Glaube und die Hoffnung. Die Liebe ist überzeugt davon, dass Gott wirkt („Glaube“) und wirken wird („Hoffnung“). Die Liebe ist nicht misstrauisch, wenn davon gesprochen wird, dass Gott ein Werk getan hat. So freute sich Barnabas darüber, dass Saulus von Tarsus sich bekehrt hatte, und er versuchte auch andere von diesem „Wunder“ zu überzeugen (Apg 9,27). Die Liebe ist auch nicht voller Zweifel, wenn es darum geht, dass Gott etwas wirken wird. Paulus hatte im Blick auf die Galater und im Blick auf die Korinther Hoffnung, obwohl bei ihnen manches im Argen lag (2. Kor 7,16; Gal 5,10).

Nur da, wo die drei christlichen Kardinaltugenden – Glaube, Liebe, Hoffnung – sich finden, wird man die Kraft haben, alles zu ertragen und alles zu erdulden. Mögen wir in der Kraft der Liebe vorangehen!

Gerrid Setzer

Gesammelte Brocken (207)

Do, 05/24/2018 - 00:01

Manche reduzieren ihr Glaubensbekenntnis auf: „Gott ist Liebe“. Mit dieser Maximal-Verknappung lassen sich sogar schlimme moralische Verfehlungen rechtfertigen.

Macht das Leid mich fertig – oder werde ich fertig mit dem Leid?

Ein Brot aus Getreide, das dazu beiträgt, dass das irdische Leben etwas verlängert wird, muss man bezahlen. Das Brot des Lebens, das zum ewigen Leben führt, gibt es umsonst.

Selbstverständliches und Selbstverdientes sind Fremdwörter in der Gemeinschaft mit Gott.

Um irdische Segnungen zu bekommen, muss man oft hart arbeiten. Um die himmlischen Segnungen zu bekommen, muss man nur glaubend annehmen.

Empfänger des Heils zu werden, ist für uns Menschen ganz einfach, indem man Buße tut und glaubt. Urheber des Heils zu werden, war für Christus schwer, indem er den Zorn Gottes am Kreuz trug und starb.

Die Gnade Gottes ist keine Postwurfsendung, man muss sie sich schon abholen.

Besonnenheit

Mi, 05/23/2018 - 00:01

Bibelstellen: Titus 2,6

Achtmal wird im Neuen Testament zur Besonnenheit aufgefordert, fünfmal davon im Titusbrief. Und dort fällt auf, dass die Ermahnung zur Besonnenheit das Einzige ist, wozu Titus die jungen Männer ermahnen sollte. Offenbar hat diese Gruppe es besonders nötig.

Zwei Verse haben mir geholfen zu verstehen, was mit Besonnenheit (oder gesundem Sinn) gemeint ist. In Sprüche 8,12 haben wir bei „Besonnenheit“ eine Anmerkung: „wohl durchdachte Entschlüsse“. Die Aufforderung, besonnen zu sein, ist also eine Warnung gegen vorschnelles und unüberlegtes Urteilen und Handeln. Gerade jüngere Männer neigen dazu. Sie sehen einen Missstand und wollen ihn sofort beheben. Besonnenheit würde ihnen helfen, zuerst die Auswirkungen ihrer Entscheidungen und das Ende ihres Handelns zu überdenken. Natürlich ist manchmal auch entschlossenes Handeln nötig. Pinehas konnte durch ein solches Eingreifen das göttliche Gericht von Israel abwenden (4. Mo 25). Aber bei der Rückkehr der zweieinhalb Stämme in Josua 22 hätte er vielleicht mehr Besonnenheit an den Tag legen sollen.

In Römer 12,3 sehen wir, dass Besonnenheit das Gegenteil von Hochmut und Selbstüberschätzung ist. Auch diese Neigung findet man gerade bei jüngeren Männern. Besonnenheit hilft, in dem Maß des Glaubens zu bleiben, das Gott uns zugeteilt hat, und nicht hoch von uns zu denken, auch im Dienst für den Herrn, als könnten wir irgendetwas bewirken.

Ein gesunder Sinn im Dienst für den Herrn führt zu einem gesunden Urteil, zu gesunder Rede und bewirkt Gesundheit im Glauben und gesundes Wachstum bei den Empfängern.

Unbesonnenes Handeln führte unter Rehabeam zur Spaltung im Volk Israel (vgl. 1. Kön 12). Das besonnene Handeln der Apostel verhinderte eine Spaltung unter den ersten Christen (vgl. Apg 15).

Lasst uns besonnen sein!

Marco Leßmann

Gesammelte Brocken (206)

Di, 05/22/2018 - 00:01

Worte eines Christen, der aufgrund seines Glaubens verfolgt, verhaftet und gefoltert wurde (20 Jahre Arbeitslager): „Gib nie in der Freiheit das auf, was wir in der schlimmsten Verfolgung nicht aufgegeben haben!“

Du brauchst den Weg der Entmutigung nicht alleine zu gehen – denn Christus kommt hinzu. Das haben schon die Emmaus-Jünger erfahren (Lk 24). Das wird auch deine Erfahrung sein.

Jemand sagte mal zu Recht: Du wirst nie wissen, dass Jesus für alles genügt, bis Jesus wirklich noch alles ist, was du noch hast.

Evangelium: Es gibt kein „Zu schlecht“, aber es gibt ein „Zu spät“.

Es herrscht heute in religiösen Dingen oft Buffet-Mentalität: Man stellt sich sein Glaubensmenü selbst zusammen.

Manche Leute haben ein Problem mit Gott (“Warum lässt er das alles zu?“ etc.). Sie verstehen jedoch nicht, dass Gott ein Problem mit ihnen hat (weil der Mensch sündig ist).

Es ist nicht einfach zuzugeben, dass wir ein moralischer Voll-Flop sind. Aber nur über diese Erkenntnis und die Buße öffnet sich das Tor zum göttlichen Segen.

Verstand

Mo, 05/21/2018 - 00:01

Bibelstellen: 2. Mose 31,1-5

Das erste Mal begegnet uns das Wort „Verstand“ in der Bibel in 2. Mose 31: „Und der HERR redete zu Mose und sprach: Siehe ich habe Bezaleel … mit Namen berufen und habe ihn mit dem Geist Gottes erfüllt, in Weisheit und in Verstand und in Kenntnis und in jedem Werk; um Kunstreiches zu ersinnen …, um zu arbeiten in jedem Werk“ (2Mo 31,1–5).

Wenn Gott ein Wort das erste Mal erwähnt, teilt er uns dabei oft etwas Grundsätzliches mit. Gott hatte Mose Anweisungen zum Bau des Zeltes der Zusammenkunft gegeben. Er hatte den Auftrag, es genau so zu machen, wie Gott es ihm gezeigt und gesagt hatte. Und Gott hatte dafür auch einen Mann, nämlich Bezaleel – und andere ihm als Hilfe – bestimmt, damit er diesen Auftrag praktisch umzusetzte.

Alles, was Bezaleel dafür an Fähigkeiten brauchte, bekam er von Gott: Er wurde erfüllt mit dem Geist Gottes, denn es ging um eine Aufgabe im Werk des Herrn. Er bekam auch die praktischen Fähigkeiten, um das Richtige zu tun. Dazu gehörte auch der Verstand.
Was lernen wir daraus?

  1. Jede Fähigkeit, die wir als Menschen haben: Unseren Verstand (Intelligenz), Kreativität, handwerkliches Geschick, etc. kommt von Gott. Wir können uns nichts darauf einbilden, als ob es aus uns selbst käme.
  2. Wir können unseren Verstand nur richtig unter der Leitung des Geistes Gottes gebrauchen. Gottes Wille, den er uns in seinem Wort offenbart hat und den der Geist Gottes uns klarmacht, lenkt auch unseren Verstand in die richtige Richtung (vgl. 2. Kor 10,5).
  3. Wenn wir unseren Verstand der Leitung des Geistes Gottes unterwerfen, kann Gott uns für jede Aufgabe gebrauchen, die er uns gibt (vgl. 2. Tim 3,16.17).

Bezaleel und die mit ihm waren kamen dem Auftrag Gottes gehorsam nach: „Und Bezaleel und Oholiab und alle Männer … taten nach allem, was der HERR geboten hatte“ (2. Mo 36,1). Ihr Gehorsam wird von Gott gesehen und in seinem Wort festgehalten.

Ein Ansporn, auch für dich und mich. Der Herr hat uns einen Verstand gegeben, damit wir unsere Aufgaben für ihn auch in unserer täglichen, irdischen Arbeit tun, wie er es will.

Dirk Mütze

Christi Vorzug

So, 05/20/2018 - 00:01

Bibelstellen: Johannes 20,17

Es ist beachtlich, dass der Herr die besondere Würde seiner Person hervorhob, wenn er sich unter den Menschen bewegte, und auch, wenn er sich mit Jüngern verband.

Er sagte zu den Menschen, die um eine Ehebrecherin sich säumten: „Wer von euch (nicht: uns!) ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein auf sie“ (Joh 8). Oder bei einer anderen Gelegenheit: „Unter den von Menschen Geborenen (nicht: unter uns Geborenen) war kein Größerer als Johannes der Täufer.“

Der Herr sagte zu Petrus, der behauptet hatte, dass sein Meister die Tempelsteuer zahlen würde: „Damit wir ihnen aber keinen Anstoß geben, geh an den See, wirf eine Angel aus und nimm den ersten Fisch, der heraufkommt, tu sein Maul auf, und du wirst einen Stater finden; den nimm und gib ihnen für mich und dich (nicht: für uns; auch nicht: für dich und mich, sondern: für mich und für dich).“ Und in Auferstehung sprach er von „meinem Vater“ und „eurem Vater“, aber nicht von „unserem Vater“ (Joh 20).

Er hat in allem den Vorrang!

Gerrid Setzer

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