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Aktualisiert: vor 22 Stunden 46 Minuten

Die Geschichte der Gnade Gottes

Fr, 08/25/2017 - 00:01

Gottes Handeln mit uns Kindern Gottes ist ein Handeln in Gnade. Und zwar vor der Zeit, durch die Zeit und in alle Ewigkeit.

Gnade vor der Zeit

Vor ewigen Zeiten, als wir noch nicht waren, hat Gott uns in seinem Ratschluss Gnade zugewendet. „… der uns errettet hat und berufen mit heiligem Ruf, nicht nach unseren Werken, sondern nach seinem eigenen Vorsatz und der Gnade, die uns in Christus Jesus vor ewigen Zeiten gegeben wurde“ (2. Tim 1,9). Dieses Tun Gottes in der Ewigkeit hat nichts mit unserer Verantwortung zu tun, sondern es ist eine Sache der unumschränkten und den menschlichen Verstand übersteigenden Gnade Gottes. Es ist die „Herrlichkeit der Gnade Gottes“ (Eph 1,6).

Gnade in der Zeit für den Sünder

In der Zeit wird das Evangelium der Gnade Gottes gepredigt (Apg 20,24). Der, der daran glaubt, wird umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist (Tit 3,7; Röm 3,24). Wenn aber durch Gnade, so nicht mehr aus Werken; sonst ist die Gnade nicht mehr Gnade (Röm 11,6).

Das, was der Mensch tun muss, ist die Gnade in Jesus Christus im Glauben annehmen. Dies ist die Seite der Verantwortung. Niemand kann sagen: Ich habe die Gnade nicht empfangen, Gott wollte sie mir nicht geben. Die Gnade steht für alle offen. Wer den Geist der Gnade schmäht und die Gnade als Deckmantel für die Sünde benutzt (Heb 10,29; Jud 4), der wird Gottes Gerechtigkeit im Gericht erleben müssen.

Gnade in der Zeit für die Heiligen

In der Zeit erleben Kinder Gottes täglich die Gnade Gottes. Wir bekommen Gnade im Sekundentakt, eine Gnade nach der anderen aus seiner Fülle (Joh 1,16). Und der Gott aller Gnade kann jede Gnade gegen uns überströmen lassen (1. Pet 5,10; 2. Kor 9,8). Wir empfangen „größere Gnade“, wenn dies nötig ist (Jak 4,6).

Es gibt aber auch die Seite unserer Verantwortung. Wir sollen …

… die Gnade Gottes am Thron der Gnade suchen (Heb 4,16).
… an der Gnade Gottes keinen Mangel leiden (Heb 12,15).
… durch die Gnade innerlich befestigt werden (Heb 13,9).
… in der Gnade Gottes stehen (1. Pet 5,12).
… in der Gnade Gottes wandeln (2. Kor 1,12).
… uns an der Gnade Gottes genügen lassen (2. Kor 12,9).
… stark sein in der Gnade (2. Tim 2,1).
… uns der Gnade Gottes immer mehr bewusst werden (2. Pet 3,18).
… völlig auf die Gnade zu hoffen (1. Pet 1,13).
… in der Gnade zu verharren (Apg 13,43).

Gnade in der Zukunft

Der Gott aller Gnade wird uns Kinder Gottes zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus führen, denn dazu hat er uns berufen (1. Pet 5,10). Bei der Erscheinung unseres Herrn in Macht und Herrlichkeit wird dann sichtbar werden, dass wir Denkmäler der Gnade Gottes sind (1. Pet 1,13). Jetzt ist das noch nicht offenbar.

Und Gott wird uns in den kommenden Zeitaltern – und das „umschließt“ – die Ewigkeit, den überragenden Reichtum seiner Gnade zeigen (Eph 2,7). Wir müssen im Himmel natürlich nicht mehr als Bedürftige begnadigt werden, aber wir dürfen immer wieder Schätze der Gnade sehen. Die Zeit der Verantwortung ist dann vorbei – und somit ist uns der Segen der Gnade ewig sicher.

Gerrid Setzer

Gesammelte Brocken (159)

Do, 08/24/2017 - 00:01

In der Weltgeschichte gab es drei wichtige Äpfel. Der Apfel im Garten Eden, der verbotenerweise verspeist wurde; der Apfel, den Newton auf die Erde fallen ließ, um Wichtiges zum Thema Schwerkraft zu formulieren; und dann noch die Firma Apple mit ihren wegweisenden Produkten. Natürlich schreibe ich das mit Augenzwinkern (zumal auch niemand weiß, ob es im Garten Eden ein Apfel war). Dennoch ist es gut, zu bedenken, dass alle die Fortschritte, die der Mensch in den Jahrtausenden gemacht hat, nicht imstande sind, die Folge der Sünde im Garten Eden wiedergutzumachen. Der Mensch hat kein Mittel gegen die Sünde und gegen die Folge der Sünde. Das hat nur Gott. Er allein.

Wichtiger als die Sonne ist der ganz einfach zu schreibende Buchstabe Jota (es ist nur ein Strich) in dem inspirierten Text der Bibel. Himmel und Erde werden vergehen, sein Wort wird nicht vergehen. Nicht mal ein Jota. Insofern ist ein Strich auf dem Papier wichtiger als das ganze Universum! Das zeigt, dass das Wort Gottes die größere Offenbarung ist als die Schöpfung.

Welcher Berg ist der höchste Berg auf der Erde? Der Mount Everest? Ja und nein. Wenn man vom Meeresgrund aus misst, ist es ein anderer Berg: der Vulkan Mauna Kea (hawaiisch für Weißer Berg) auf der Insel Hawaii. Er ragt etwa 4.205 Meter über der Erde empor, aber insgesamt kommt er auf stolze 10.203 Meter. Manche denken, das höchste Glück auf der Erde sei Reichtum oder Macht oder Ehre. Geht mehr als Millionär, Staatschef oder Popstar? Doch wer tiefer blickt, der weiß, dass es ein viel höheres Glück gibt: das Leben mit dem Herrn Jesus.

Schöpfungsmythen

Mi, 08/23/2017 - 00:01

Bibelstellen: 1. Mose 1,1

Die Menschen früherer Zeiten hatten oft merkwürdige Vorstellungen von der Entstehung der Welt. Ein paar Kostproben:

Die Babylonier:

Marduk, der Stadtgott Babylons, tötete die Göttin Tiamat, die das Salzwasser verkörpert. Er spaltete ihren Körper in zwei Hälften. Aus der einen Hälfte bildete er den Himmel und aus der anderen Hälfte die Erde. 

Die Pima-Indianer:

Aus der undurchdringlichen Finsternis trat plötzlich der erste Mensch. Er nahm einen Stein aus seinem Herzen, zerbrach ihn in kleine Kieselsteine, warf sie hoch in die Luft – so wurde das Universum gemacht.

Die Bewohner der Haida Gwaii:

Am Anfang gab es nur Wasser. Als das Wasser sich zurückzog, wurde nach und nach die Erde sichtbar. Der große Rabe flog umher und hörte plötzlich ein Wimmern, das aus einer Muschel drang. Als er die Muschel mit seinem Schnabel aufpickte, kamen die ersten Menschen heraus und bevölkerten von Haida Gwaii aus die ganze Erde.

Die Isländer:

Aus dem Körper des Riesen Ymir wurde die Welt gebildet. Aus seinem Fleisch entstand die Erde, aus den Knochen die Berge, aus dem Schädel der Himmel und aus dem Blut das Meer.

Jedes alte Volk hat seine Schöpfungsmythen, von denen etliche mündlich oder schriftlich überliefert wurden. Aber wenn man in eins der ältesten Bücher der Weltgeschichte hineinsieht, wird man skurrile Schöpfungslegenden vergeblich suchen. Mit eindrucksvollen und schlichten Worten beschreibt das erste Buch Mose das großartige Werk der Schöpfung. Der allmächtige Gott gebot und es stand da. Wenn man den Schöpfungsbericht in der Bibel liest (1. Mose 1-2), fühlt man sich direkt in die Gegenwart Gottes versetzt!

Gerrid Setzer

Ihn hört!

Di, 08/22/2017 - 00:01

Bibelstellen: Mt 17,5; Mk 9,7; Lk 9,35

Auf dem Berg der Verklärung richtet Gott, der Vater, die Blicke der Jünger auf den Herrn Jesus, indem er hervorhebt, was diese Person für sein Herz bedeutet: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; ihn hört“ (Mt 17,5; Mk 9,7; Lk 9,35). Angesichts der Herrlichkeit des Herrn verblasst jede menschliche Herrlichkeit. Mose und Elia entschwinden den Blicken der Jünger und sie sehen niemand mehr als Jesus allein (Mt 17,8; Mk 9,8; Lk 9,36).

Jahrhundertelang war es gut und richtig gewesen, auf Mose, den Gesetzgeber, und Elia, den Propheten, zu hören. Aber nun war Gott selbst in der Person des Sohnes da, und nun galt es, auf ihn zu hören. Das, was Gott im Alten Testament durch Mose und Elia gesagt hatte, wurde durch den Herrn Jesus natürlich nicht beiseitegesetzt, sondern bestätigt und erfüllt.

Ihn hört! Das ist Gottes Aufforderung auch an uns heute. Ihn hört! – nicht nur akustisch mit unseren Ohren, sondern vor allem mit unseren Herzen, indem wir sorgfältig auf das achten, was er uns sagt, und es bereitwillig tun (vgl. Jak 1,22.25). Der praktizierte Gehorsam seinen Worten gegenüber ist es, was echtes Christentum ausmacht. Sollen wir Christen uns nicht gerade dadurch auszeichnen, dass wir auf das hören, was Christus sagt?

Der Herr Jesus spricht in erster Linie durch sein Wort zu uns. Manchmal aber auch durch Mitgläubige oder Lebensumstände. Doch wo und wie auch immer wir seine Stimme vernehmen: Wir sollen das tun, was er uns sagt. Ihn hört!

Daniel Melui

Berufung zum Dienst

Mo, 08/21/2017 - 00:01

Bibelstellen: Markus 3,13-15; 6,30.31

Die Berufung der zwölf Apostel wird im Markusevangelium mit den Worten beschrieben: „Und er steigt auf den Berg und ruft herzu, welche er selbst wollte. Und sie kamen zu ihm; und er bestellte zwölf, damit sie bei ihm seien, und damit er sie aussende zu predigen und Gewalt zu haben, die Dämonen auszutreiben.“

Auch heute noch beruft der Herr in seinen Dienst. Er tut das vom „Berg“, vom Himmel aus (vgl. Eph 4,7-16). Jeder Auftrag zum Dienst geht von ihm aus. Er ist allein der Handelnde, der benutzt, wen er will. Jeder Diener sollte sich dessen bewusst sein und gehorsam und abhängig bleiben.

Zunächst mussten sie zu ihm kommen – auf den Berg. In der Abgeschiedenheit, abgesondert von der Welt, sollten sie eine Vorbereitungszeit „bei ihm“ bekommen, bevor er sie aussandte. „Damit sie bei ihm seien“ – welche Sehnsucht nach Gemeinschaft mit den Seinen drückt er mit diesen Worten aus! Natürlich wollte er sie aussenden, aber sein erster Wunsch war, dass sie bei ihm seien. Er, der Einsame, suchte nach Herzen, die ihm vertrauten und denen er sich anvertrauen konnte.

Als ein großer Teil seiner Jünger sich von ihm abwandte, weil ihnen seine Rede zu hart erschien, fragte er die Zwölf: „Wollt ihr etwa auch weggehen?“ Spüren wir etwas von seinem Verlangen nach Gemeinschaft? Ach, wie wenig Resonanz fand dieses Verlangen oft in den Herzen der Jünger. Wie waren sie so oft mit anderen Dingen beschäftigt. Und doch sagt er in unendlicher Gnade am Ende seines Weges über sie: „Ihr seid es, die mit mir ausgeharrt haben“, obwohl er wusste, dass sie ihn in Kürze alle verlassen würden. Findet dieses Verlangen deines Meisters nach Gemeinschaft mit dir in deinem Herzen einen Widerhall?

Zuerst bei ihm sein und dann ausgehen – das ist die gute Reihenfolge für den Diener. August van Ryn schreibt dazu: „Für jede Stunde, die wir vor Menschen stehen, sollten wir mehrere Stunden vor Gott verbringen – allein mit Ihm, um in seiner Schule Demut, Abhängigkeit und Gnade zu lernen. JWir lernen uns selbst in dem Maße besser kennen, wie wir Ihn besser kennenlernen.“ Erst in Markus 6,7 wurden die Jünger ausgesandt. Bis dahin sollten sie bei ihm sein und Anschauungsunterricht bei ihm bekommen. Und tatsächlich durften sie miterleben, wie ihr Meister lehrte (Mk 4,1-34) und Dämonen austrieb (Mk 5,1-20). Kein Diener sollte meinen, er könne ohne eine solche Vorbereitungszeit „bei ihm“ mit seinem Dienst beginnen.

„Und damit er sie aussende zu predigen und … Dämonen auszutreiben.“ Beachten wir die Reihenfolge. Erst die Predigt, dann die Wunderwerke. Als sie zurückkamen von ihrem Dienst, berichteten sie ihm „alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten“. Hast du die umgekehrte Reihenfolge bemerkt? Sicher, die Wunderwerke waren spektakulärer als die Worte, aber die Worte sollten den ersten Platz haben und die Wunder hatten den Zweck, zu bestätigen, dass die Worte von Gott kamen (vgl. Mk 16,20; Heb 2,3.4). Tut sich die Christenheit nicht bis heute schwer mit der vom Herrn gegebenen Reihenfolge?

Nach dem ausgeführten Auftrag sagt der Herr Jesus zu ihnen: „Kommt ihr selbst her an einen öden Ort für euch allein und ruht ein wenig aus.“ Er gibt ihnen die Möglichkeit, „alles zu berichten“, ihm den ausgestreuten Samen anzubefehlen. Er lässt sie ausruhen und Kraft schöpfen für neue Aufgaben. Und er zeigt ihnen – und damit auch uns –, dass wir über den Dienst, und sei er noch so segensreich gewesen, nicht den Herrn aus dem Auge verlieren. Er kennt die Gefahr, dass sich sogar der Dienst zwischen uns und ihn schieben kann (vgl. Lk 10,40). Aber wir können nichts ohne ihn tun. Und nur die stille Gemeinschaft mit dem Herrn bewahrt uns vor Hochmut und gibt unserem Dienst die richtige Ausrichtung und Kraft.

Marco Leßmann

Die Predigt, die nie gehalten wurde

So, 08/20/2017 - 00:01

Bibelstellen: Johannes 11,25.26

Der bekannte und viel bewunderte Professor einer bestimmten Hochschule saß in seinem Studierzimmer. Auf seinem Schreibtisch lagen zahlreiche Nachschlagewerke, doch ein Buch fehlte: die Bibel. Er bereitete gerade eine Predigt für den kommenden Sonntag vor. Er war gebeten worden, in der Universitätskirche zu predigen. Er wusste, dass er vor einem großen Publikum sprechen würde. Der Dekan und die Fakultät der Universität würden da sein, ebenso hunderte Studenten. Alle führenden Geschäftsläute der Stadt würden ihm zuhören. Die feine Gesellschaft nahm am Morgengottesdienst der prachtvollen Kirche teil, der für sein ausgewähltes Musikprogramm bekannt war. Er würde sein Bestes geben müssen. Es ging um seinen Ruf, das wusste er. Einige seiner Kollegen, die vor ihm gepredigt hatten, waren massiv kritisiert worden. Er musste alle ihre Fehler vermeiden. Er musste etwas Einmaliges entwerfen, etwas Modernes.

Er hatte den Kopf in die Hände gestützt und murmelte von Zeit zu Zeit vor sich hin. Plötzlich rief er: „Ich hab’s.“ Dann nahm er ein Blatt Papier und schrieb darauf: „Die neue Auffassung.“ – „Das wird mein Thema sein“, sagte er zu sich selbst: „Die neue Auffassung.“

Vor zwei Sonntagen hatte ein Prediger auf der Kanzel gestanden, der den Ruf hatte, dass er zum sogenannten Fundamentalismus neigte, und einige seiner Aussagen waren verhöhnt worden, während die jungen Leute ihn selbst einen „alten Kauz“ nannten. Durch eine Predigt über „Die neue Auffassung“ erhoffte sich der Professor die Chance einige Argumente dieses Predigers zu entkräften. Er wusste, dass das Publikum dies sehr begrüßen würde.

Nun war es an der Zeit, einen Entwurf zu machen. Doch er benötigte dazu eine Bibelstelle. Es war üblich, als Grundlage des sonntäglichen Morgengottesdienstes wenigstens einen Bibelvers zu benutzen. Welchen sollte er nehmen? Schließlich wählte er Apostelgeschichte 17,19: „Und sie ergriffen ihn, führten ihn zum Areopag und sagten: Können wir erfahren, was diese neue Lehre ist, von der du redest?“

„Das ist eine glückliche Wahl“, sagte der Professor zu sich selbst, „denn es gibt mir die Gelegenheit, etwas von meinen Kenntnissen in griechischer Geschichte und Literatur zu zeigen.“ Schnell begann er zu schreiben. Nach dem er rasch etwas über den Areopag, den Mars-Hügel und über die griechische Philosophie zu Papier gebracht hatte, überschrieb er den ersten Teil seiner Predigt mit: „Die alte Auffassung“.

„Es gibt in religiösen Dingen eine alte Auffassung“, schrieb er. „Diese alte Auffassung kann im Licht moderner wissenschaftlicher Forschung nicht länger aufrechterhalten werden. Alles, was unsere Väter glaubten, ist überholt. Wenn die großen Theologen der Vergangenheit heute ins Leben zurückkämen, würden sie ihre Überzeugungen verwerfen und sich unserer modernen Auffassung anschließen. Doch was genau ist diese alte Auffassung?“ Hier bot sich ihm die Chance, die Aussagen des vorigen Predigers zu widerlegen. Er würde den lächerlichen Glauben an ein unfehlbares Buch erwähnen. In dieser Welt gab es nichts Unfehlbares. Unfehlbarkeit würde den totalen Stillstand jeden Fortschritts bedeuten, und das war unmöglich. Es konnte kein unfehlbares Buch geben, und es gab weder jemals eine unfehlbare Wahrheit noch eine unfehlbare Person. Christus war nicht unfehlbar; Er machte seine Fehler.

Dann, dachte der Professor, würde er über den unwissenschaftlichen Glauben an eine Jungfrauengeburt sprechen, die letztlich nichts als eine Legende war, ohne historische Beweise. Dann notierte er sich etwas über die Auferstehung eines Menschen, der gestorben war. Die besten Gelehrten hatten diesem Glauben widersprochen. Kein vernünftiger Mensch zweifelt, so würde er argumentieren, dass Jesus, der gestorben ist, heute nicht als Auferstandener lebt, sondern in seinen Lehren, seinem Charakter, seiner Menschheit, seiner Führerschaft und seinem Beispiel. Die alte Auffassung von einer Existenz nach dem Tod, von einem Himmel und einer Hölle (er strich das Wort „Hölle“ durch und ersetzte es durch „einen Ort der Bestrafung“) kam als Nächstes an die Reihe. Ein solcher Glaube wurde ebenfalls als unsinnig gebrandmarkt. Wir wissen nichts über die Zukunft. Wahrscheinlich gibt es ein Weiterleben nach dem Tod, aber sicher nicht in der Form, die die Bibel lehrt. Wir wissen nichts Genaues darüber.

Dann kam er zum zweiten Teil seiner Predigt: „Die neue Auffassung“. Wie die Athener damals sind wir immer noch auf der Suche und sind jetzt auf der richtigen Spur. Er schrieb immer schneller, als er die verschiedenen Phasen der evolutionären Theologie des Modernismus entwickelte ...

Caroline, seine Tochter, war schwer erkrankt. Ihr Fieber hielt die ganze Nacht an, während Vater und Mutter ängstlich an ihrem Bett wachten. Immer wieder ging der Professor in sein Studierzimmer und fiel vor seinem Schreibtisch, auf dem seine Redenotizen lagen, auf die Knie. Dann weinte er leise und sagte: „O Gott, wenn du Gebete hörst, dann rette mein Kind, mein einziges Kind, meine Caroline.“

Der Morgen kam und der Doktor, der in aller Frühe erschien, musste enttäuscht feststellen, dass der Zustand des kleinen Mädchens sich sehr verschlechtert hatte. Sie atmete schnell. Manchmal murmelte sie in ihrem Delirium: „Papa, den Hügel hinauf.“ Der Arzt sah ernst aus. Er entschied, für einige Stunden zu bleiben.

Der Professor ging zurück in sein Studierzimmer. Er wollte beten, doch er konnte nicht beten.

Eine Stunde später klopfte der Hausarzt, ein alter Christ, an seiner Tür. Der Professor sprang auf. „Und, Doktor, wie geht es ihr? Reagiert sie auf Ihre Behandlung? Wird sie gesund werden?“

Der alte Mann gab ihm keine Antwort. Er sah dem Vater in die Augen, dann neigte er still den Kopf. Schließlich sagte er: „Kommen Sie, Herr Professor, und schauen Sie sich ihr hübsches Lächeln an. Es geht ihr jetzt besser – besser in dem Sinn, wie ein Christ darüber denkt, dass …“ Er sprach den Satz nicht zu Ende. Sie hatten das Krankenzimmer erreicht und dort lag Caroline mit geschlossenen Augen und einem friedlichen Lächeln auf ihrem bleichen Gesicht. Sie war tot.

Die traurige Nachricht verbreitete sich schnell. Unter den Studenten waren einige aufrichtige Gläubige. Als es Nacht wurde, versammelten sie sich unter dem Zimmerfenster des Professors und sangen mit gedämpfter Stimme:

Herr, bleib bei mir! Schon ist der Abend da,
die Finsternis bricht ein, bleib Du mir nah!
Rings schwarze Nacht, es sank des Tages Zier.
O Du, der Schwachen Hort, bleib Du bei mir!
Des Lebens kurzer Tag gar schnell sich neigt,
der Erde Lust wird matt, ihr Glanz erbleicht.
Nur Wechsel und Verwelken seh ich hier,
o Du, der ohne Wandel, bleib bei mir!

Sie wussten nicht, dass der Professor an seinem Schreibtisch saß, seine Rede zur Seite geschoben hatte und alle seine Nachschlagewerke auf das Regal zurückgestellt hatte. Er hatte seine Bibel in der Hand. Er hatte eine Stelle aufgeschlagen, die ihm aus früheren Zeiten vertraut war, und las mit Tränen in den Augen: „Euer Herz werde nicht bestürzt. Ihr glaubt an Gott, glaubt auch an mich. In dem Haus meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn es nicht so wäre, würde ich es euch gesagt haben; denn ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit, wo ich bin, auch ihr seid.“

Draußen erklang die nächste Strophe und während er zuhörte, schluchzte er leise.

Halt Du Dein Kreuz mir vor, wenn's Auge bricht,
zerreiß das Dunkel und führ mich zum Licht.
Die Schatten fliehn, dort glänzt des Himmels Tür,
im Leben und im Tod, Herr bleib bei mir!

Der Professor blätterte zum zweiten Mal in seiner Bibel und las wieder, diesmal: „Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist; und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Glaubst du dies?“ Mit zitternder Stimme rief er: „O Herr, ich glaube.“

Plötzlich wurden ihm die Augen geöffnet. Er sah die Sinnlosigkeit der neuen Auffassung des Modernismus. Er fühlte in seinem Innersten, dass es darin keine Hoffnung und keinen Trost für ihn gab. Alles, was er geglaubt hatte, erschien ihm leblos, kraftlos und unfähig, ihm das zu geben, was er in der Stunde der größten Not am meisten brauchte. Er fiel auf die Knie und betete. Und was für ein Gebet! Er bekannte seinen Irrtum und warf sich in die Arme seines vergebenden Herrn.

Am Montagmorgen gingen sie den Hügel hinauf. Der weiße, blumenübersäte Sarg, in dem Carolines Körper ruhte, wurde von vier Mitglieder der Fakultät getragen. Der Prediger las: „Denn dieses sagen wir euch im Wort des Herrn, dass wir, die Lebenden, die übrigbleiben bis zur Ankunft des Herrn, den Entschlafenen keineswegs zuvorkommen werden. Denn der Herr selbst wird mit gebietendem Zuruf, mit der Stimme eines Erzengels und mit der Posaune Gottes herabkommen vom Himmel, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen; danach werden wir, die Lebenden, die übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit bei dem Herrn sein. So ermuntert nun einander mit diesen Worten.“

Nachdem der Sarg in die Erde gelassen worden war, trat der Vater mit gebeugtem Kopf vor und sagte vor der ganzen versammelten Menge: „Freunde, mein liebes Kind hat uns verlassen. Sie ist bei Ihm, der für sie gestorben ist, und ich möchte Ihn vor diesem offenen Grab als meinen Heiland bekennen, der aus der Herrlichkeit des Himmels auf die Erde herabkam, um für unsere Sünden zu sterben, der begraben wurde und am dritten Tag auferstanden ist und der wiederkommen wird, um uns in seine herrliche Gegenwart zu bringen. Dann werde ich meine Caroline wieder in die Arme schließen. Dieser Glaube, den ich vor euch, liebe Studenten und Kollegen, so oft verleugnet habe, ist der einzige Glaube, der Frieden und Hoffnung gibt.“

Arno C. Gaebelein

Depeche Mode

Sa, 08/19/2017 - 00:01

Bibelstellen: Matthäus 11,28; Johannes 6,35; Johannes 14,27

Die Gruppe Depeche Mode ist ein Phänomen. Seit Jahrzehnten produziert sie viele erfolgreiche Songs. Doch was hat den Mitgliedern der Band der ungeheure Erfolg gebracht?

Dave Gahan, der Leader von Depeche Mode, unternahm 1995 einen Suizidversuch. Ein Jahr später spritzte er sich einen Cocktail aus Heroin und Kokain und war zwei Minuten lang klinisch tot. Gahan schaffte glücklicherweise den Ausstieg aus dem schrecklichen Drogenkarussell, bekannte aber in einem Interview ehrlich: „Dem Tod so gerade von der Schippe zu springen, ist eine bleibende Erinnerung. Zumal ich immer noch Momente habe, in denen ich davon träume und eine ähnliche Leere spüre wie damals. Dann frage ich mich, ob ich tatsächlich das Richtige mache und ob ich wirklich zufrieden mit mir und meinem Leben bin.“ Auf die Frage, was jetzt seine Überlebensstrategie sei, antwortete er: „Ich lebe von Tag zu Tag und versuche, meinen Frieden mit mir selbst zu machen.“ – „Das klingt, als wären Sie noch nicht am Ziel.“ – „Noch lange nicht“, antwortete Gahan offen.

Die innere Leere ist spürbar, täglich wird dem Frieden nachgejagt, aber noch lange ist nicht alles in Ordnung. – So redet ein Popstar, dem Millionen zujubeln. So reden aber auch viele andere Menschen. Anscheinend müssen wir das so für uns akzeptieren. Mehr geht nicht. Oder?

Doch. Definitiv. Wer an Jesus Christus als seinen Retter und Herrn glaubt, bekommt Sinnerfüllung und einen ungeahnten Frieden geschenkt. Hören wir, was Jesus Christus selbst gesagt hat: „Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird niemals dürsten“ (Johannes 6,35). Und: „Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch“ (Johannes 14,27). Wer Jesus Christus kennt, weiß, dass seine Sache mit Gott in Ordnung ist. Und das bedeutet Frieden und Segen – bis in alle Ewigkeit.

Gerrid Setzer

Abhängigkeit im Leben Jesu (37)

Fr, 08/18/2017 - 00:01

Bibelstellen: Johannes 12,26

Ehre von Gott oder von Menschen? „Wenn jemand mir dient, so wird der Vater ihn ehren“ (Joh 12,26). Welche Ehre suchen wir? Die Ehre, die von Gott kommt, oder Ehre von Menschen? Paulus sagt einmal: „Wenn ich noch Menschen gefallen wollte, so wäre ich Christi Knecht nicht“ (Gal 1,10).

Die folgenden drei Aussagen Jesu machen deutlich, wie wichtig es ist, dass wir allein die Ehre von Gott suchen. „Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmt und die Ehre, die von Gott allein ist, nicht sucht? … Wer von sich selbst aus redet, sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, dieser ist wahrhaftig, und Ungerechtigkeit ist nicht in ihm … Ich aber suche nicht meine Ehre; da ist einer, der sie sucht und der richtet“ (Joh 5,44; 7,18; 8,50).

Der Herr Jesus suchte in seinem Dienst ausschließlich die Ehre Gottes. Darum empfing Er von Gott, dem Vater, „Ehre und Herrlichkeit, als von der prachtvollen Herrlichkeit eine solche Stimme an ihn erging: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe“ (2. Pet 1,17). Der Vater ehrt die, die dem Sohn dienen. Das gilt in erster Hinsicht im Blick auf die Ewigkeit; aber sicherlich auch schon für diese Zeit. „Jesus sprach: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder Äcker verlassen hat um meinet- und um des Evangeliums willen, der nicht hundertfach empfängt, jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker unter Verfolgungen, und in dem kommenden Zeitalter ewiges Leben“ (Mk 10,29.30). Es ist nicht von ungefähr, dass die „Väter“ hier bei der Aufzählung des Lohnes ausgelassen werden. Wenn jemand bereit ist, in seinem Leben dem Reich Gottes die erste Priorität zu geben und um des Dienstes Jesu willen Dinge aufzugeben, dann darf er wissen, dass er einen Vater im Himmel hat, der weiß, was wir nötig haben, und uns alles, was wir brauchen, geben wird (vgl. Mt 6,32.33)!

Die Namen einiger Frauen, die Jesus mit ihrem Besitz dienten, sind im Wort Gottes verewigt worden (vgl. Lk 8,1-3). Maria war bereit, etwas sehr Kostbares für ihren Herrn zu opfern. Der Wert der Narde, mit der sie Ihn salbte, entsprach zur damaligen Zeit ca. einem ganzen Jahresgehalt! Was sagt der Herr über sie? „Sie hat getan, was sie vermochte“ (Mk 14,8). Es gibt wohl kaum eine größere Auszeichnung! Dann fügt Er noch hinzu: „Aber wahrlich, ich sage euch: Wo irgend das Evangelium gepredigt werden wird in der ganzen Welt, wird auch davon geredet werden, was diese getan hat, zu ihrem Gedächtnis“ (Mk 14,10). Damit erfüllte sich einmal mehr die Verheißung Gottes, die auch in unserer Zeit noch voll gültig ist: „Die, die mich ehren, werde ich ehren“ (1. Sam 2,30).

Die Pharisäer liebten die ersten Sitze – die Ehrenplätze – in den Synagogen. Wie ist das bei uns heute? Glauben wir, dass Gott die Verheißungen aus Markus 10,29.30 und Matthäus 6,32.33 auch in unserem Leben erfüllen wird, wenn wir bereit sind, Dinge für Ihn aufzugeben, die Prioritäten richtig zu setzen und „loszulassen“? Von Maria konnte gesagt werden: „Sie hat getan, was sie vermochte.“ Was kann der Herr über dein Leben sagen? 

Jan Philip Svetlik

Der Gratis-Sperling

Do, 08/17/2017 - 00:01

Bibelstellen: Matthäus 10,29.31; Lukas 12,6.7

„Werden nicht zwei Sperlinge für einen Cent verkauft? Und doch fällt nicht einer von ihnen auf die Erde ohne euren Vater; an euch aber sind selbst die Haare des Hauptes alle gezählt … Fürchtet euch nun nicht; ihr seid vorzüglicher als viele Sperlinge“ (Mt 10,29.31).

„Fürchtet euch nun nicht; ihr seid vorzüglicher als viele Sperlinge. Werden nicht fünf Sperlinge für zwei Cent verkauft? Und doch ist nicht einer von ihnen vor Gott vergessen … So fürchtet euch nun nicht; ihr seid vorzüglicher als viele Sperlinge“ (Lk12,6.7).

Mit einem Assarion (Cent) konnte man zu der Zeit, als der Herr Jesus hier auf der Erde war, zwei Sperlinge kaufen. Legte man zwei Cent auf den Teller, bekam man nicht vier Sperlinge, sondern direkt fünf. Als Mengenrabatt gab es den fünften Vogel gratis.

Auch der wertlose Gratis-Sperling war ganz in Gottes Hand: Er fiel nur zur Erde nieder, wenn der himmlische Vater es wollte. Und scherte sich auch niemand um den kleinen Sperling, so war er doch nicht von Gott vergessen.

Kinder Gottes sind wertvoller als viele Sperlinge. Wie sollte uns etwas zustoßen, was der Vater im Himmel nicht verfügt hat? Ist es möglich, dass er eines seiner geliebten Kinder vergisst? Kann er denen gegenüber gleichgültig sein, für die der Herr Jesus sein Blut gegeben hat?

Das ist undenkbar. Kinder Gottes stehen in der vollkommenen Fürsorge ihres himmlischen Vaters. Und weil es so ist, bekommt das, was der Herr seinen Jünger in Verbindung mit der „Sperling-Belehrung“ sagte, besonderes Gewicht: „Fürchtet euch nun nicht“ (Mt 10,26). „Und fürchtet euch nicht“ (Mt 10,28). Ja: „Fürchtet euch nun nicht“ (Mt 10,31).

Gerrid Setzer

Abhängigkeit im Leben Jesu (36)

Mi, 08/16/2017 - 00:01

Dienst du nur oder folgst du auch nach?

„Wenn mir jemand dient, so folge er mir nach; und wo ich bin, da wird auch mein Diener sein. Wenn jemand mir dient, so wird der Vater ihn ehren“ (Joh 12,26).

Heute wird viel Dienst im Namen Jesu getan. Aber wie viele Diener gibt es, die sich selbst verleugnen, täglich ihr Kreuz aufnehmen und sagen können, dass sie der Welt gekreuzigt sind und die Welt ihnen (vgl. Gal 6,14)? Karriere in dieser Welt machen zu wollen und Dienst für den Herrn passen nicht zusammen. Die Worte Jesu „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon“ (Mt 6,24) sind heute topaktuell!

Der Herr Jesus machte sich auf der Erde vollkommen eins mit den Interessen und dem Willen des Vaters. Er stellte sich so konsequent auf die Seite Gottes und trat für seine Interessen ein, dass diejenigen, die Gott schmähten, automatisch auch den Sohn Gottes verwarfen (vgl. Röm 15,3). Wenn sich heute jemand öffentlich auf die Seite des verworfenen Christus stellt, die Freundschaft mit der Welt bricht und dem Herrn Jesus dient, dann hat er das feste Versprechen, dass der Vater ihn ehren wird.

Aber Nachfolge hat auch etwas mit Nachahmung zu tun. Gehen wir in den Fußspuren des Knechtes Gottes? Dienen wir Ihm mit der Gesinnung und Herzenshaltung, die Er selbst hier gezeigt hat (vgl. 1.Pet 2,21-23)? Dazu gehört auch tägliche Abhängigkeit und ein lebendiges Gebetsleben!

Der Lohn für Treue im Dienst und in der Nachfolge ist, dass der Diener für alle Ewigkeit mit dem Herrn Jesus im Haus des Vaters – „wo ich bin“ – leben wird (vgl. 1.Thes 5,10; Joh 14,3). Das ist der Ort ewiger Freude, an dem der Sohn Gottes schon immer war und jetzt als verherrlichter Mensch ist (vgl. Joh 17,24). Bei Ihm zu sein und Ihn zu sehen, das macht den Himmel aus!

*Just one glimpse of Him in glory will the toils on earth repay

Woran wird in unserem Leben sichtbar, dass wir dem verworfenen Jesus von Nazareth nachfolgen? Wie sehr machen wir uns mit den Interessen Gottes eins und welche praktischen Konsequenzen hat das für uns? Können wir die Aussage „Die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen“ (Röm 15,3) auch auf unser Leben übertragen? Mit welcher Herzenshaltung dienen wir?

Jan Philip Svetlik

Der Mund im Römerbrief

Di, 08/15/2017 - 00:01

Bibelstellen: Römer 3,14; Römer 3,19; Römer 10,8.9; Römer 15,6

Es ist interessant, wie das Wort „Mund“ im Brief an die Römer verwendet wird:

  • „Ihr Mund ist voller Fluchen und Bitterkeit“ (Röm 3,14). Das ist das Urteil Gottes über den sündigen Menschen.
  • „Wir wissen aber, dass alles, was das Gesetz sagt, es zu denen redet, die unter dem Gesetz sind, damit jeder Mund verstopft werde und die ganze Welt dem Gericht Gottes verfallen sei“ (Röm 3,19). Gott überführt den Sünder, so dass ihm nichts mehr zu seiner Entschuldigung einfällt; der Mund des Sünders wird verstopft.
  • „,Das Wort ist dir nahe, in deinem Mund und in deinem Herzen‘; das ist das Wort des Glaubens, das wir predigen, dass, wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, du errettet werden wirst“ (Röm 10,8.9). Der wegen der Sünde verstopfte Mund öffnet sich, wenn mit dem Herzen geglaubt wurde, um Jesus als Herrn zu bekennen.
  • Damit ist die Voraussetzung geschaffen, um zusammen mit anderen Christen mit einem Mund den Gott und Vater unseres Herrn Jesus zu verherrlichen (Röm 15,6).

Fluchen – Schweigen – Bekennen – Preisen. Ist das die Geschichte deines Mundes?

Gerrid Setzer

Bei Gott ist die Zukunft schon da

Mo, 08/14/2017 - 00:01

Bibelstellen: Röm 8,30

Den Plan Gottes kann nichts aufhalten oder gar durchkreuzen. Was er sich vornimmt, wird so sicher eintreffen, als wenn es schon eingetroffen wäre.

In seinem Gebet zum Vater sagt der Herr Jesus: „Ich habe dich verherrlicht auf der Erde; das Werk habe ich vollbracht, das du mir gegeben hast, dass ich es tun sollte“ (Joh 17,4). Das geschah am Vorabend der Kreuzigung. Am nächsten Tag würde er das Werk am Kreuz auf Golgatha zum Heil verlorener Menschen und zur Verherrlichung Gottes ausführen. Es lag also noch vor ihm. Und doch sagt er: „Das Werk habe ich vollbracht.“ Es war schon wie bereits geschehen. Aus göttlicher Perspektive blickt er schon auf das vollbrachte Werk zurück. Er konnte durch nichts aufgehalten werden, diesen Weg bis zum Ende zu gehen. So kann nur Gott selbst sprechen!

Und genauso sicher verhält es sich mit dem Ziel unseres Weges. „Die er aber zuvorbestimmt hat, diese hat er auch berufen; und die er berufen hat, diese hat er auch gerechtfertigt; die er aber gerechtfertigt hat, diese hat er auch verherrlicht“ (Röm 8,30). Wir glauben an den Herrn Jesus und sind bereits gerechtfertigt. Aber keiner von uns ist bereits verherrlicht. Das wird erst geschehen, wenn er kommt, um uns zu sich zu nehmen. Und doch ist es bei Gott bereits eine feststehende Tatsache. Es ist so sicher, als wenn es schon geschehen wäre.

Wie groß ist unser Gott! Alles, was noch vor uns liegt, ist für ihn schon Realität. Er hat uns errettet in seiner unendlichen Liebe und er bringt uns an Ziel mit der gleichen Liebe und in seiner unendlichen Macht.

Dirk Mütze

Gott hält, was er verspricht

Mo, 08/14/2017 - 00:01

Bibelstellen: Jes 46,10

Wenn Gott sich vorgenommen hat, etwas auszuführen, kann ihn nichts hindern, das auch zu tun. Er ist allmächtig und allwissend. Er kennt und sieht die Dinge, lange bevor sie eingetreten sind. Er hat alles in seiner Hand.

„Der ich von Anfang an das Ende verkünde und von alters her, was noch nicht geschehen ist; der ich spreche: Mein Ratschluss soll zustande kommen, und all mein Wohlgefallen werde ich tun"(Jes 46,10).

Das gibt uns Mut in schwierigen Zeiten. Sowohl wenn sie in unserem persönlichen Leben kommen, als auch was die generelle Entwicklung um uns her angeht. Wir brauchen uns nicht zu sorgen. Gott wird von den Umständen nie überrascht, ihn bringt nichts in Verlegenheit, er ist nie ratlos! Er hat einen Plan und einen Weg für diese Welt und auch für dich. Gehe im Vertrauen darauf unter seiner Führung mit Mut voran.

Gott ist die Wahrheit, was er verspricht, hält er ein. „Und ihr wisst mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele, dass nicht ein Wort hingefallen ist von all den guten Worten, die der HERR, euer Gott über euch geredet hat. Sie sind euch alle eingetroffen, nicht ein Wort davon ist hingefallen“ (Jos 23,14).

Alle Zusagen, die er gemacht hat, sind eingetroffen. Und die, die die Zukunft betreffen, werden noch eintreffen. Ganz sicher!

Hier ein paar wichtige Verheißungen als tägliche „Mutmacher“:

 

  • „Und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren ewiglich, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben.“ (Joh 10,28)
  • „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.“ (Mt 28,20)
  • „Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit, wo ich bin, auch ihr seid.“ (Joh 14,3)

 

Dirk Mütze

Abhängigkeit im Leben Jesu (35)

Mo, 08/14/2017 - 00:01

Die entscheidende Blickrichtung

„Jesus vergoß Tränen … hob die Augen empor und sprach: Vater, ich danke dir …“ (Joh 11,35.41).

Der Mann von Sichar, der ermüdet am Brunnen saß, ist derselbe, der mit Heiligen Geist tauft, damit Menschen das ewige Leben genießen können (Joh 4). Der Sohn des Zimmermanns, der im Boot auf dem Kissen schlief, hat die Macht, dem Sturm und den Wellen zu gebieten und seine Jünger aus jeder Not zu erretten (Mk 4). Er war innerlich bewegt über das Elend der Menschen und gleichzeitig in der Lage, mit einem Wort Kranke augenblicklich gesund zu machen. Er ist wahrhaftiger Mensch und ewiger Gott. Er hat menschliche Gefühle und besitzt göttliche Kraft. Er ermutigt die Niedergeschlagenen und Er ruft die Toten aus den Gräbern hervor. Er weint mit den Weinenden und freut sich mit den sich Freuenden (vgl. Joh 12,1.2).

Der Blick auf die Konsequenzen der Sünde ruft Tränen hervor; doch der Blick nach oben führt zur Dankbarkeit. Wenn Tränen von Gebet begleitet werden, führt Traurigkeit nicht zur Resignation. Hanna betete unter Tränen. Sie schüttete ihre Seele vor dem Herrn aus und fasste Mut. Mit einem zerbrochenen Herzen war sie nach Silo gekommen, doch sie ging mit Zuversicht wieder nach Hause (vgl. 1. Sam 1,18). Gott erhörte ihr Flehen, weil ihre Motivation rein und ihr Anliegen in Übereinstimmung mit seinem Willen war.

Das Leben Jesu war von einem erwartungsvollen Blick nach oben gekennzeichnet. Als es darum ging, den Bedürfnissen von 5000 hungrigen Männern zu begegnen, nimmt Er fünf Brote und zwei Fische, blickt auf zum Himmel und dankt (Mt 14,19). Ein anderes Mal schaut Er auf zum Himmel und seufzt, während Er einen taubstummen Mann heilt (Mk 7,34). Am Grab von Lazarus richtet Er seine Augen zum Himmel und betet mit der festen Überzeugung, dass der Vater ihn erhören wird – und wieder strahlt die Herrlichkeit Gottes hervor! Schließlich blickt Er, wenige Stunden vor seinem Tod, noch einmal vertrauensvoll nach oben und betet, wie nie zuvor ein Mensch gebetet hat (Joh 17).

Als Josaphat sich mit dem Volk in einer menschlich gesehen ausweglosen Situation befindet, gibt er nicht auf. Er sagt dem HERRN im Gebet seine Hilflosigkeit, aber auch, dass er und das Volk von Ihm abhängig sind und ihr Vertrauen auf Ihn setzen: „In uns ist keine Kraft vor dieser großen Menge, die gegen uns kommt; und wir wissen nicht, was wir tun sollen, sondern auf dich sind unsere Augen gerichtet“ (2. Chr 20,12). Auch der Psalmist sagt im Vertrauen: „Ich erhebe meine Augen zu dir, der du in den Himmeln thronst!“ (Ps 121,3). Im Neuen Testament werden wir dazu aufgefordert, unsere Augen auf den Anfänger und Vollender des Glaubens zu richten, der jetzt mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt zur Rechten Gottes sitzt (Heb 12,2). Gelebte Abhängigkeit ist mit einem erwartungsvollen und anhaltenden Blick nach oben verbunden – bis Er uns gnädig ist (vgl. Ps 123,2).

Sind wir uns darüber bewusst, dass jede Träne, die wir hier weinen, von Gott aufgezeichnet wird und dass gleichzeitig seine Ohren auf unser Schreien gerichtet sind (vgl. Ps 56,8; 34,15)? Auf was richten wir heute unsere Augen? Bleibt unser Blick an den Umständen hängen, oder entscheiden wir uns dazu, darüber hinaus auf Den zu sehen, der über den Umständen steht und dem alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben ist?

Jan Philip Svetlik

Gottes Botschafter sehen

So, 08/13/2017 - 00:01

Bibelstellen: 1. Tim 6,16

Kaiser Trajan (53–117 n. Chr.), unter dessen Herrschaft das Römische Reich seine größte Ausdehnung erreichte, fragte einen Mann namens Josua, der an Gott glaubte: „Ihr sagt immer, Gott sei überall. Ich möchte ihn einmal sehen!“ – „Er kann nicht gesehen werden, denn kein sterbliches Auge kann Gottes Herrlichkeit sehen“, bekam er zur Antwort. 

Der Kaiser war damit nicht zufrieden. „Gut“, sagte Josua, „dann wollen wir erst einmal versuchen, einen seiner Botschafter zu sehen.“ Josua führte den Kaiser ins Freie hinaus und bat ihn, in die Sonne zu schauen. „Das kann ich nicht“, sagte der Kaiser, „ihr Licht blendet mich.“ Darauf erwiderte Josua: „Du kannst nicht das Licht eines Geschöpfes Gottes ertragen; wie kannst du erwarten, die prachtvolle Herrlichkeit des Schöpfers sehen zu können? Sein Anblick würde dich vernichten.“

[Aus dem Kalender Einblick, www.csv-verlag.de]

Abhängigkeit im Leben Jesu (34)

Sa, 08/12/2017 - 00:01




Gebetserhörung - Eine Bestätigung für den Dienst

„Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich aber wusste, dass du mich allezeit erhörst; doch um der Volksmenge willen, die umhersteht, habe ich es gesagt, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast." (Joh 11,41-42)

Die Krankheit von Lazarus sollte dazu dienen, dass der Sohn Gottes verherrlicht wird (Joh 11,4). Die gewaltige Kraft, die bei der Auferweckung von Lazarus tätig war, brachte die Herrlichkeit Gottes ans Licht (Joh 11,40). Was war Gottes Ziel mit diesem Zeichen und Wunder? Die Menschen sollten erkennen, dass Jesus wahrhaftig der Sohn Gottes ist (Joh 20,31). Als die Jünger bei einer anderen Begebenheit Jesus auf dem Wasser gehen sehen und beobachten, wie Er einen seiner Jünger dazu befähigt das gleiche zu tun, werfen sie sich vor Ihm nieder und rufen: „Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn!" (Mt 14,33). Gott lässt auch in unserem Leben manchmal kleine oder große Wunder geschehen. Warum tut Er das? Damit wir einen tieferen Eindruck seiner Größe bekommen und Ihn mit Bewunderung anbeten. Wann haben wir das zum letzten Mal mit ganzem Herzen getan?

Der Sohn Gottes war gekommen, um den Vater zu offenbaren und um Ihn durch gelebte Abhängigkeit zu verherrlichen. Am Grab von Lazarus handelt Er wieder in Abhängigkeit. Er betet laut hörbar und gibt dadurch dem Vater die Ehre für das, was vor den Augen der Menschen geschieht. In dem Bewusstsein, dass Er im Zentrum des Willens Gottes steht, macht Er den Hörer des Gebets groß und richtet die Aufmerksamkeit auf Ihn.
Ist das auch unser aufrichtiges Anliegen?
So wie der Vater den Sohn in diese Welt gesandt hat, um ihn hier zu verherrlichen, so hat der Sohn auch uns in diese Welt gesandt, um Ihn hier groß zu machen (vgl. Joh 20,21). Jünger Jesu sind u.a. daran erkennbar, dass sie sich mit Glaubensvertrauen an Seine Verheißungen klammern, dass sie seine Gebote halten und dass sie erleben wie Gott auf Gebet antwortet (vgl. Joh 15,7-8). Trifft das auf unser Leben zu?

Die Szene am Grab von Lazarus erinnert uns etwas an Elia auf dem Berg Karmel. Der Prophet rief dort laut hörbar vor der Volksmenge: „HERR, Gott Abrahams, Isaaks und Israels! Heute werde kund, dass du Gott in Israel bist und ich dein Knecht, und dass ich nach deinem Wort dies alles getan habe. Antworte mir, HERR, antworte mir, damit dieses Volk wisse, dass du, HERR, der Gott bist, und dass du ihr Herz zurückgewandt hast!" (1.Kön 18.36-37). Elia betete dafür, dass Gott seinen Dienst an Israel vor den Augen des Volkes bestätigt. Er wusste, dass er sich auf diesem Berg im Zentrum des Willens Gottes befand und konnte daher mit Freimütigkeit und Kühnheit diese Bitte aussprechen. Seine Motivation war zur Ehre Gottes und sein Gebet wurde erhört.

Ist es auch unser Wunsch, dass in unserer Zeit neu sichtbar wird, dass Gott der Hörer des Gebets ist? Geben wir Ihm durch unser Gebetsleben eine Plattform dafür, dass Er sich als der Hörer des Gebets erweisen kann? Teilen wir erlebte Gebetserhörungen mit anderen, damit Gott verherrlicht wird und mehr Menschen dazu ermutigt werden Ihm zu vertrauen?

Jan Philip Svetlik

Gutes reden!

Fr, 08/11/2017 - 00:01

Bibelstellen: 1. Samuel 19,4.5

„Und Jonathan redete zu seinem Vater Saul Gutes von David …“ (1. Samuel 19,4).

David ist an vielen Stellen ein schönes Vorausbild auf Christus, den wahren Mann nach dem Herzen Gottes (vgl. Apg 13,22). In Jonathan dagegen sehen wir das Bild eines Gläubigen, der aus Liebe zu seinem Herrn und Meister Ablehnung und Widerstand erfährt.

Jonathan hatte großes Wohlgefallen an David (1. Sam 19,1). Sein Vater Saul hingegen beneidete ihn und war ihm alle Tage feind (1. Sam 18,29). Da Jonathan seine Liebe zu David vor Saul nicht verbarg und offen zu ihm hielt, erfuhr auch er die Ablehnung und den Hass seines Vaters. Um zu erfahren, ob Saul David wirklich töten wollte, wie er es angekündigt hatte, redete Jonathan in der Gegenwart Sauls Gutes von David. Dabei hob er besonders sein rechtschaffenes Leben und seine mutigen Taten hervor. Auch die große Rettung aus der Hand Goliaths durch David ließ er nicht unerwähnt (1. Sam 19,4.5).

Das positive Bild, das Jonathan von David zeichnete, verfehlte seine Wirkung bei Saul nicht, so dass er auf seinen Sohn hörte und (vorübergehend) von seinem Plan abließ, David zu töten (1. Sam 19,6).

Jonathan redete Gutes von David. Das, was er von David sagte, hatte positive Auswirkungen auf Saul und führte dazu, dass dieser sein Verhalten (wenn auch nur für kurze Zeit) änderte. Die Frage, die sich uns stellt, ist: Wie reden wir von unserem Herrn, dem wahren David? Reden wir Gutes von ihm – auch in Gegenwart solcher, die ihn ablehnen und hassen? Oder schweigen wir lieber? Reden wir davon, was uns seine Person und sein Werk bedeuten? Sind unsere Herzen erfüllt von der Herrlichkeit seiner Person und der Größe seines Werkes?

Wir Christen haben in der Tat eine herrliche Botschaft. Eine Botschaft, die Leben verändert. Eine Botschaft, die sich um eine herrliche Person dreht: Wir dürfen die Tugenden dessen verkündigen, der uns aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat (1. Pet 2,9). Auch heute noch.

(Wie) redest du von deinem Herrn und Heiland?

Daniel Melui

Thema Errettung – Fragen und Antworten

Do, 08/10/2017 - 00:01

Bibelstellen: Hebräer 5,9; Römer 13,11; Epheser 2,8; Titus 3,5; Lukas 19,10;

Fragen

1.)    Ein anderes Wort für Errettung lautet …

2.)    Die Errettung steht im Gegensatz zum … (siehe 1. Kor 1,18; Lk 19,10). 

3.)  Die Errettung bezieht sich nach dem Neuen Testament für den, der zum Glauben gekommen ist, auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ordne die folgenden Aussagenden diesen drei Zeitformen zu: „Wir sind ein für alle Mal befreit worden von der ewigen Strafe der Sünde.“ – „Wir werden einmal herausgenommen aus der Welt der Sünde.“ – „Wir werden gerettet vor der beständigen Gefahr der Sünde.“

4.) Ordne die nachfolgenden Bibelstellen den drei verschiedenen Aspekten der Errettung zu (also   Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft): Heb 5,9; Röm 13,11; Eph 2,8; Tit 3,5; 2. Tim 1,9; Lk 19,10; Apg 16,30; Röm 5,10; Heb 7,25; 1. Thes 5,8.9; 1. Pet 1,5.9.

5.)    Jakobus fragt: „Was nützt es, meine Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, hat aber nicht Werke? Kann etwa der Glaube ihn erretten?“ (Jak 2,14). Was bedeutet das? Genügt denn der Glaube allein nicht zur Rettung (Apg 16,30 etc.)?

6.) Was bedeutet der Vers: „Bewirkt euer eigenes Heil [Errettung] mit Furcht und Zittern“ (Phil 2,12)? Um was für einen Aspekt der Rettung geht es, und wie ist diese Aussage zu verstehen?

7.) „Errettung“ bedeutet im Neuen Testament auch: Bewusst an einem Platz sein, wo man getrennt von der Welt und frei vom Gericht Gottes ist. An diesem Platz kann man innerlich und dann auch äußerlich sein. Erkläre dementsprechend folgende Bibelverse: Mk 16,16; Apg 2,40.41; 1. Pet 3,21; Röm 10,10.

Antworten

1 .)   Heil

2.)   Verloren gehen

3.)   Die Reihenfolge: 1, 3, 2

4.)   Vergangenheit: Eph 2,8; Tit 3,5; 2. Tim 1,9; Lk 19,19; Apg 16,30; Heb 5,9; 1. Pet 1,9

Gegenwart: Röm 5,10; Heb 7,25

Zukunft: Röm 13,11; 1. Thes 5,8.9; Röm 5,9; 1. Pet 1,5

5.)   Ein Glaube, der keine Werke hervorbringt, ist ein toter Glaube. Es ist ein bloßes Überzeugtsein, wie es auch die Dämonen haben. So ein Glaube rettet nicht. Es ist ein persönlicher, lebendiger Glaube an Jesus Christus nötig (und dieser Glaube bringt Werke hervor).

6.)   Wir sollen selbst geistlich aktiv werden, damit wir nicht den Gefahren erliegen, indem wir uns beispielsweise von den Feinden Angst machen lassen (Phil 1,28). Es geht um den gegenwärtigen Aspekt der Errettung, wobei unsere Verantwortung betont wird. Der Herr verwendet sich im Himmel gewiss für uns – die Frage aber ist, ob wir Gottes Wort gehorsam sind und ob wir vor der Sünde zittern. Das ist unser Anteil, um der Gefahr der Sünde zu entgehen.

7.)   Durch die Taufe vollziehen wir einen Trennungsstrich zu der Welt und sondern uns von dem System ab, das unter dem Gericht Gottes steht. – Auch das Bekenntnis zu Christus trennt uns (äußerlich) von der Welt, die unter dem Gericht Gottes steht, und bewahrt uns dann letztlich auch vor vielen Fallstricken.

Gerrid Setzer

Die christliche Visitenkarte - Teil 5: Treue

Mi, 08/09/2017 - 00:01

Bibelstellen: Lk 16,10; Eph 5,3

Im Wort Gottes werden die wahren Christen als Licht und Stadt auf dem Berg bezeichnet (Matthäus 5,14). Dies bedeutet, dass unser Christsein nach außen hin zum Guten sichtbar wird – und das umfasst viele Bereiche unseres Lebens, auch unsere Treue im Handeln. Als Richtschnur dürfen uns dazu einige Verse aus dem Alten und Neuen Testament dienen.

1.) Treu im Kleinen – Lukas 16,10: „Wer im Geringsten treu ist, ist auch in vielem treu, und wer im Geringsten ungerecht ist, ist auch in vielem ungerecht.“

Wir finden in diesem Vers einen universell anwendbaren Grundsatz. Wenn ich wenig habe und davon gerne gebe, gebe ich auch gerne, wenn ich einmal mehr habe. Wenn ich ein kleines Auto fahre und im Straßenverkehr gerne der Obrigkeit untertan bin, bin ich das auch noch mit einem großen Auto. Wenn ich in meinen Gedanken unrein bin, dann wahrscheinlich auch in meinem Handeln. Wenn ich zu Hause keine Ordnung halte, dann fällt es mir auch dort schwer, wo es jeder sieht. Beweist man im Kleinen Treue, wird man auch im Großen treu sein.

2.) Treue in der Ehe – Epheser 5,3: „Hurerei aber … werde nicht einmal unter euch genannt, wie es Heiligen geziemt.“

Untreue in der Ehe ist für Gott abscheulich, das sagt uns sein Wort klar. Wir Christen sollen darüber nicht einmal reden, das heißt, es soll für uns ebenso abscheulich sein, dass wir uns scheuen, über Hurerei (leichtfertig) zu sprechen. Es ist ein Zeugnis, wenn wir in diesen Dingen in der heutigen Zeit, in der alles auf den Kopf gestellt ist, treu sind im Blick auf das, was Gott uns über das Zusammenleben von Mann und Frau sagt. Wenn wir die Gnade haben, hierin treu zu sein, werden andere das bemerken.

3.) Treue wird belohnt – Matthäus 25,23: „Da sprach sein Herr zu ihm: Wohl, du guter und treuer Knecht! Über weniges warst du treu, über vieles werde ich dich setzen; geh ein in die Freude deines Herrn.“

Die Verwaltung von fremdem Besitz ist eine Aufgabe, in die man üblicherweise wächst. Je treuer, je erfolgreicher man sich in der Vergangenheit verdient gemacht hat, umso mehr wird man Vertrauen erfahren und Größeres anvertraut bekommen. Das gilt im Beruf wie im Glaubensleben. Mehr und mehr will unser Herr uns anvertrauen, wenn wir uns treu in dem erweisen, was er uns bereits gegeben hat.

4.) Untreue bewirkt den Zorn Gottes – Josua 22,20: „Hat nicht Achan, der Sohn Serachs, Untreue an dem Verbannten begangen? Und ein Zorn kam über die ganze Gemeinde Israels; und er kam in seiner Ungerechtigkeit nicht als Einzelner um.“

Untreue betrübt Gott und macht ihn zornig. Niemand von uns würde sich trauen, Gott zornig machen zu wollen. Doch wenn wir Gottes klare Anweisungen missachten, untreu gegen ihn sind, dann bewirkt seine gerechte Natur seinen Zorn gegen die Sünde. Gut, dass er uns im Herrn Jesus sieht und wir seinen Zorn nicht zu fürchten brauchen. Doch bitten wir um die Gnade, treu zu sein!

Treue ist eine wesentliche Eigenschaft Gottes (s. Nehemia 9,8). Dieser Fakt ist schriftlich im ewig gültigen Wort Gottes verbrieft (s. 1. Johannes 1,9 und 2. Timotheus 2,13). Wie gut, dass er nicht in dem Maße treu ist, wie wir es sind. Aber wie schön, dass er uns dahin bringen möchte, treu zu sein – ihm zur Freude und der Welt zum Zeugnis.

Marc Schultz

Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein

Di, 08/08/2017 - 00:01

Bibelstellen: Galater 6,3; Spr 28,26

Es wird heute sehr viel über Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen geredet. Sollen wir als Christen diese Eigenschaften kultivieren und sie auch an unsere Kinder weitergeben?

  • Was das Selbstbewusstsein betrifft, so sagt die Schrift, dass wir nichts sind (Gal 6,3).
  • Was das Selbstvertrauen betrifft, so sagt die Schrift, dass, wer auf sein Herz vertraut, ein Tor ist (Spr 28,26).
  • Wir sollten vielmehr ein gesundes Gottesbewusstsein entwickeln, ein Bewusstsein seiner Stärke. „Auf Gott ruht mein Heil und meine Herrlichkeit; der Fels meiner Stärke, meine Zuflucht, ist in Gott“ (Ps 62,8).
  • Und wir sollten Gottvertrauen pflegen, denn dann sind wir glückselig (Spr 16,20).

Wer wünschenswerte Eigenschaften wie Mut, Engagement und Zuversicht zeigt, dem mag Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein attestiert werden. Wenn aber diese Eigenschaften durch das Vertrauen auf die Kraft Gottes geboren werden, ist es das tatsächlich alles andere als das! Gottesbewusstsein und Gottvertrauen – das ist's, was wir brauchen.

Gerrid Setzer

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