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Aktualisiert: vor 17 Stunden 49 Minuten

Abhängigkeit im Leben Jesu (41)

Fr, 09/29/2017 - 00:01

Bibelstellen: Johannes 12,28

Die Antwort

„Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme aus dem Himmel: Ich habe ihn verherrlicht und werde ihn auch wiederum verherrlichen“ (Joh 12,28).

Auf das Gebet „Vater, verherrliche deinen Namen!“ folgt augenblicklich die Antwort aus dem Himmel: „Ich habe ihn verherrlicht und werde ihn auch wiederum verherrlichen.“ Der Wunsch des Herrn Jesus war so ausgezeichnet und dem Vater so wohlgefällig, dass Er dazu nicht schweigen konnte. Was bedeuten diese Worte? Die Werke, die der Sohn in Abhängigkeit vom Vater tat, verherrlichten Ihn. Das war auch bei der Auferweckung von Lazarus der Fall. Jetzt gibt der Vater dem Sohn die feste Zusage, dass Er seine Bitte erhören und sich wieder verherrlichen wird. Doch wie würde Er das tun? Indem Er seine eigene Herrlichkeit dazu gebrauchen würde, um seinen Sohn aus den Toten aufzuerwecken (vgl. Röm 6,4). Er würde nicht zulassen, dass sein Frommer die Verwesung sieht (vgl. Ps 16,10).

Das Weizenkorn musste in die Erde fallen und sterben, um viel Frucht für Gott zu bringen. Als der Auferstandene teilte der Herr Jesus seinen Jüngern sein Auferstehungsleben mit (vgl. Joh 20,22). Seine Auferweckung schließt die Auferweckung all derer mit ein, die an Ihn glauben (vgl. Eph 2,4.5). Weil Er seine Seele ausgeschüttet hat in den Tod, wird Er Frucht sehen von der Mühsal seiner Seele und mit Gewaltigen die Beute teilen (vgl. Jes 53,11.12).

Der Herr Jesus sprach ein kurzes, hingebungsvolles Gebet und bekam eine Antwort. Auch wir werden nicht um unseres vielen Redens willen erhört (Mt 6,7), sondern weil wir Dinge in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes bitten. Wenn wir die Herrlichkeit des Vaters zu unserem vorrangigen Anliegen machen und unsere persönlichen Wünsche dem unterordnen, dann bekommen alle Dinge ihren richtigen Platz. Als der Herr Jesus seine Jünger beten lehrte, war das erste Anliegen, das Er ihnen vorstellte: „Unser Vater, der du bist in den Himmeln, geheiligt werde dein Name“ (Mt 6,9). 

Wenn wir mit dieser Haltung beten, sind wir in der Lage, etwas im Namen Jesu zu bitten, wodurch der Hörer des Gebets sich verherrlichen kann (vgl. Joh 14,13).

Sind wir uns darüber bewusst, welche gewaltigen Auswirkungen das kurze hingebungsvolle Gebet Jesu „Vater, verherrliche deinen Namen!“ noch bis heute hat? Mit welcher Hingabebereitschaft und welchem Herzensdrang verlangen wir danach, dass Gott durch unser Leben verherrlicht wird?

Jan Philip Svetlik

Zwei wichtige Fragen

Do, 09/28/2017 - 00:01

Bibelstellen: 1. Mose 3,9; Matthäus 2,1

Die erste Frage des Alten Testaments lautet: „Wo bist du?" (1. Mo 3,9). Es ist Gott, der nach dem Menschen fragt, als dieser in Sünde gefallen war und sich vor seinem Schöpfer versteckt hat. Es ist wichtig für jeden Menschen zu wissen, dass eine Entfernung und Entfremdung durch die Sünde zu Gott eingetreten ist - dass aber Gott den verlorenen, schuldigen Menschen sucht, um die Gemeinschaft wieder aufzunehmen. Die Sünde machte den Menschen nicht nur zu einem verlorenen Sündern, sondern sie machte Gott auch zu einem suchenden Gott.

Die erste Frage des Neuen Testaments lautet: „Wo ist der König der Juden, der geboren worden ist?" (Mt 2,1). Hier fragen die Magier aus dem Morgenland die Schriftgelehrten in Jerusalem, wo sie den König finden können, dessen Stern sie gesehen haben. Es ist wichtig für jeden Menschen zu begreifen, dass Gott in Jesus uns den Erretter, der in Bethlehem geboren wurde, gesandt hat. Wir müssen uns nun alle aufmachen und ihn „suchen" - ihm im Glauben begegnen. Alles hängt von dieser Begegnung ab.

Gott fragt: „Wo bist du?" Und wenn wir Menschen nun mit unserem Versteckspiel aufhören und hinter den Bäumen unseres Eigenwillens hervorkommen und ehrlich antworten: „Und wo bist du, wie kann alles wieder gut werden?" - dann wird Versöhnung zustande kommen. Gott liebt den Sünder und darum hat er Jesus als Retter gesandt. Hast du dich schon von Gott finden lassen, indem du dein Verlorensein erkannt und Jesus gehuldigt hast?

 

Gerrid Setzer

Abhängigkeit im Leben Jesu (40)

Mi, 09/27/2017 - 00:01

Bibelstellen: Joh 12,27.28

Mein Äußerstes für Sein Höchstes!

„Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen. Vater, verherrliche deinen Namen!" (Joh 12,27-28).

Trotz allem Widerstand und der Vorahnung dessen, was Ihn auf Golgatha erwartete, hat der Sohn Gottes nie seinen Auftrag aus den Augen verloren. Beim Eintritt in diese Welt sagte Er: „Siehe, ich komme, um deinen Willen, o Gott, zu tun" (Heb 10). Jetzt, ca. 33 später, stellt Er sein Angesicht fest, um nach Jerusalem zu gehen (Lk 9,51) - die Stadt, die die Propheten tötet und diejenige steinigt, die zu ihr gesandt sind (Mt 23,37). Weder die Juden (Joh 11,8), noch Herodes (Lk 13,31-32), noch seine eigenen Jünger konnten Ihn davon abhalten (Mt 16,21-23). Seine Entscheidung stand felsenfest: „Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was durch die Propheten über den Sohn des Menschen geschrieben steht" (Lk 18,31).

„Vater verherrliche deinen Namen!" Welche bedingungslose Hingabe und Gott-Geweihtheit liegt in diesem Gebet! Der Sohn Gottes war gekommen, um seinen Vater durch den Tod zu verherrlichen. Er wollte Ihn vor den Menschen und Engeln groß machen - auch wenn Ihn die Erfüllung dieses Verlangens alles kostete. Während seines Lebens sagte Er: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen." Doch wie sehr Gott die Welt wirklich liebt und wie gerecht und heilig Er ist, konnte nur das Kreuz vollkommen offenbaren. In 6000 Jahren Menschheitsgeschichte ist Gott nie so sehr verherrlicht worden wie durch das Leiden und Sterben Jesu am Kreuz von Golgatha.

So wie das Licht am hellsten in der Dunkelheit scheint, so wird Gott oft am meisten verherrlicht, wenn wir Ihm in Leiden vertrauen und darin ausharren. Wir verherrlichen Ihn wenn wir uns in schweren Umständen seinem Willen ohne Rebellion ergeben und „Ja, Vater" sagen! Gott wurde wunderbar verherrlicht, als Paulus und Silas Ihm, mit den Füßen im Stock, im Kerker von Philippi Loblieder sangen und die Gefangenen ihnen dabei zuhörten (Apg 16,25). Petrus, wie fast alle der zwölf Apostel, sollte seinen Meister durch seinen Märtyrer-Tod verherrlichen (vgl. Joh 21,19). Stephanus verherrlichte den Herrn Jesus besonders in dem Moment, wo die Juden ihn steinigten, denn gerade im Anblick des Todes strahlte das Leben Jesu bei ihm am hellsten hervor (Apg 7,55-60).

Wie wird Gott in unserem Leben verherrlicht? Indem das Leben Jesu an unserem sterblichen Körper offenbar wird (vgl. 2. Kor 4,10). Doch das geschieht nur, wenn wir in der Praxis verwirklichen, dass wir mit Christus der Sünde gestorben sind und Ihn jetzt in der Kraft des Heiligen Geistes in uns leben lassen (vgl. Gal 2,20). Ohne Tod, kein Leben!

Wie reagieren wir wenn Gott uns oder jemanden der uns sehr nahe steht zu einer „lebensgefährlichen" Aufgabe beruft? Sagen wir dann auch - im Licht der Ewigkeit - ganz nüchtern und ausgewogen: „Vater, verherrliche deinen Namen!"? Paulus ging es nicht in ersten Linie darum, aus dem Gefängnis frei zu kommen, sondern darum, dass Christus an seinem Leib erhoben wird, sei es durch Leben oder durch Tod (vgl. Phil 1,20). Ist das auch dein größtes Ziel?

Jan Philip Svetlik

Der zerrissene Vorhang

Di, 09/26/2017 - 00:01

Bibelstellen: Markus 15,38

Nachdem das Erlösungswerk des Herrn Jesus vollbracht war, zerriss der Vorhang des Tempels in zwei Stücke, von oben bis unten (Mk 15,38). Drei Punkte lassen sich in diesem Zusammenhang hervorheben:

Der Vorhang des Tempels zerriss

Nachdem der Herr Jesus gestorben war, zerriss der Vorhang des Tempels, der das Heiligtum vom Allerheiligsten trennte. Gott öffnete dadurch den Zugang zum Allerheiligsten, um einerseits zu zeigen, dass die Herrlichkeit Gottes nicht mehr im Allerheiligsten war - der jüdische Gottesdienst war zu einer hohlen und leblosen Sache geworden, und um andererseits deutlich zu machen, dass der Zugang zu Gott nun für jeden offen stand. Nach dem Tod des Herrn konnte der Vorhang nicht länger ganz bleiben. Gott zerriss ihn: das Judentum wurde weggetan und der Zugang zu Gott geöffnet. „Wir haben nun Freimütigkeit zum Eintritt in das Heiligtum durch das Blut Jesu, auf dem neuen und lebendigen Wege, den er uns eingeweiht hat durch den Vorhang hin, das ist sein Fleisch" (Heb 10, 19). Auf der Grundlage des kostbaren Blutes Jesu dürfen wir mit Freimütigkeit ins Heiligtum eintreten.

Der Vorhang des Tempels zerriss vollständig

Der Vorhang des Tempels zerriss vollständig in zwei Stücke. Der Zugang in die Gegenwart Gottes ist durch den Tod des Herrn am Kreuz vollständig geöffnet. Wir können Gott nun nahen ohne Hindernisse und Umwege. Eine priesterliche Vermittlung ist nicht (mehr) nötig. Jeder Gläubige ist ein Priester und hat durch das Gebet freien Zutritt in die Gegenwart Gottes. Zugleich kann Gott nun gleichsam aus dem Allerheiligsten heraustreten und seiner Gerechtigkeit entsprechend Gnade üben. Er kann nun in Gnaden auf den Sünder zugehen und dem Glaubenden Vergebung seiner Sünden schenken. Auch in dieser Hinsicht gibt es für Gott keine Hindernisse mehr. Der Weg ist vollständig geebnet.

Der Vorhang des Tempels zerriss von oben bis unten

Der Vorhang zerriss nicht von unten nach oben, sondern von oben nach unten. Der Mensch hätte - wenn es möglich gewesen wäre - den Vorhang von unten nach oben zerrissen. Doch der Vorhang zerriss von oben nach unten: ein von Gott gewirktes Wunder. Gott selbst zerriss den Vorhang und bezeugte durch dieses Wunder die Vollgültigkeit des Opfers Christi. Das war in gewisser Weise eine der Auferweckung Christi vorausgehende Bestätigung dafür, dass Gott das Werk des Herrn Jesus völlig angenommen hatte. Aufgrund des vollkommenen Opfers Christi hat Gott selbst den Zugang in seine Gegenwart geöffnet. Was für herrliches Vorrecht: ein vollgültiges Opfer wurde gebracht und der Zugang in die Gegenwart Gottes steht nun jedem Glaubenden offen!

 

Daniel Melui

Abhängigkeit im Leben Jesu (38)

Mo, 09/25/2017 - 00:01

Bibelstellen: Johannes 12,27

Seelennot

„Jetzt ist meine Seele bestürzt, …“ (Joh 12,27).

Der Sohn Gottes hatte mit seinen Jüngern über den Weg der Nachfolge gesprochen. Er sprach mit ihnen über die Kosten, aber auch über den Lohn, der auf sie wartete. Dann steht plötzlich das Kreuz vor seiner heiligen Seele. Der Gedanke daran, dass Er in wenigen Tagen wegen fremder Schuld von Gott verlassen würde und sterben musste erschütterte Ihn. Doch das war der Preis, den Er zahlen musste, damit Menschen von der Hölle gerettet, in alle Ewigkeit zusammen mit Ihm im Haus des Vaters leben können.

Der Herr Jesus spricht im Gebet mit seinem Vater ganz offen darüber, wie Er sich fühlt. Er verwendet keine Floskeln oder angelernten Gebetsredewendungen, sondern sagt die Dinge so, wie sie sind und wie Er sie empfindet. Tun wir das auch, wenn wir beten? In den Psalmen lesen wir oft davon, wie der Geist Gottes in Gläubigen wirkte und sie ihre Empfindungen in Gebeten aufschreiben ließ. Gott sind unsere Gefühle nicht egal. Im Gegenteil! Er hat Mitgefühl, gibt wahrhaftigen Trost und schenkt zur richtigen Zeit die Ermutigung, die wir brauchen.

Der Sohn Gottes hat Angst und Bestürzung in einem viel tieferen Maß erlebt, als wir es jemals erleben werden. Deshalb ist Er auch in der Lage uns zu 100% zu verstehen und mit uns mitzuempfinden (Heb 4,15), wenn wir durch Umstände gehen, die uns Angst machen. „In all ihrer Bedrängnis war er bedrängt“ (Jes 63,9) schreibt Jesaja im Blick auf den jüdischen Überrest, der einmal durch die furchtbare Drangsalszeit gehen wird. Auch die Märtyrer in Smyrna, die dem Tod ins Auge sahen, konnte der Herr Jesus aus eigener Erfahrung verstehen (Offb 2,8-9). Er weiß auch, wie Du dich in diesem Moment fühlst!

Am Grab von Lazarus seufzte Jesus tief im Geist, als Er die weinenden Menschen sah (Joh 11,33). Er war im Geist erschüttert, als Judas im Begriff stand Ihn zu verraten und sich kurze Zeit später selber das Leben zu nehmen (Joh 13,21). Hier ist seine Seele bestürzt, weil der Tod, König der Schrecken (vgl. Hiob 18,14), vor Ihm steht. Mit diesem Hintergrund ist es ergreifend, was der Sohn Gottes kurze Zeit später zu seinen Jüngern sagt: „Euer Herz werde nicht bestürzt, sei auch nicht furchtsam“ (Joh 14,1). Weil Er bestürzt und erschüttert war, brauchen wir es nicht mehr zu sein. Der Psalmist schreibt: „Vertraut auf ihn allezeit, o Volk! Schüttet euer Herz vor ihm aus! Gott ist unsere Zuflucht“ (Ps 62,8). Wir haben das feste Versprechen, dass Gott mit jeder Versuchung auch den Ausgang schaffen wird, so dass wir sie ertragen können (vgl. 1. Kor 10,13). „Was beugst du dich nieder, meine Seele, und bist unruhig  in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihn noch preisen  für die Rettung seines Angesichts“ (Ps 42,5).

Sagen wir dem Herrn Jesus im Gebet ganz offen, wie wir uns fühlen und auch wovor wir uns fürchten, in dem Bewusstsein, dass Er uns vollkommen versteht? Haben wir das Vertrauen, dass Ihm wirklich jeden Tag an uns liegt und dass Ihm auch unsere Gefühle nicht egal sind? Was bedeutet es in der Praxis für unser Gebetsleben, dass wir „Abba Vater“ sagen dürfen?

Jan Philip Svetlik

Abhängigkeit im Leben Jesu (39)

Mo, 09/25/2017 - 00:01

Bibelstellen: Joh 12,27

Innere Zerrissenheit

„Jetzt ist meine Seele bestürzt, und was soll ich sagen? Vater, rette mich aus dieser Stunde!" (Joh 12,27).

Je mehr der Sohn Gottes sich Jerusalem näherte, desto größer wurde der Schatten des Kreuzes, der auf seinen Weg fiel. Die Leiden des Vorauswissens über das, was dort auf Golgatha mit Ihm geschehen sollte, nahmen immer weiter zu. Er konnte nicht wünschen mit Sünde in Berührung zu kommen und von Gott verlassen zu werden. Einerseits schreckte Er davor zurück, andererseits wollte Er um jeden Preis den Willen des Vaters tun. Er spricht die innere Not im Gebet aus und auch den Wunsch aus dieser Stunde gerettet zu werden. Im Blick auf das Kreuz gab es nur einen, der Ihn wirklich verstehen konnte - und das war sein Vater. An Ihn wendet Er sich und öffnet Ihm sein Herz.

Wir können unsere Nöte nicht mit dem vergleichen, was auf dem Weg nach Golgatha vor der Seele des Sohnes Gottes stand. Trotzdem können wir einige grundsätzliche Dinge von seinen Worten lernen, die Er im Gebet zu seinem Vater sagte.

Es kann passieren, dass wir in Umstände kommen, wo wir nicht mehr wissen, wofür wir beten sollen. Was tun wir dann? Gerade in solchen Umstände dürfen wir Gott unsere Herzen ausschütten und ihm sagen, wie wir uns fühlen und was in uns vorgeht. Wir dürfen auch dafür beten, dass Gott uns Barmherzigkeit schenkt, indem Er uns bspw. aus schweren Umständen befreit. Gott verspricht uns zwar nicht, dass Er dann unser Gebet erhören wird, aber Er verspricht uns, dass sein Friede, den nichts erschüttern kann, unsere Herzen bewahrt (vgl. Phil 4,6).

Oft wird Gott mehr verherrlicht, wenn Er die Umstände nicht ändert, sondern uns die Gnade gibt, die wir brauchen, um Ihn inmitten der Umstände durch Vertrauen und Ausharren zu ehren! Paulus flehte dreimal am Thron der Gnade darum, dass der Herr Jesus den Dorn aus seinem Fleisch entfernen sollte. Doch der Herr erklärte ihm, dass Er, anstatt die Umstände zu ändern, Ihm jede Gnade geben würde, damit der Apostel Ihm in Schwachheit dienen konnte (vgl. 2. Kor 12,9-10). Am Thron der Gnade gibt es sowohl Barmherzigkeit als auch Gnade. Beides schenkt Gott zur rechtzeitigen Hilfe - denn Er kommt nie zu spät!

Manchmal sind Kinder Gottes von dem Leid, was die Sünde in diese Welt gebracht hat, so überwältigt, dass sie gar nicht mehr wissen was sie beten sollen. Doch der Geist Gottes, der uns dazu befähigt „Abba Vater" zu sagen, verwendet sich besonders in solchen Situationen für uns in unaussprechlichen Seufzern, die Gott vollkommen verstehen kann (vgl. Rom 8,26). Der Herr Jesus selbst hat am Grab von Lazarus geweint und tief im Geist geseufzt (Joh 11,33). Wenn wenn wir in Situationen kommen, wo wir nicht mehr wissen, wie es weitergehen soll und worum wir bitten sollen, so gibt es dennoch eine Sache, die wir ganz sicher wissen: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken" (Rom 8,28).

Wann haben wir uns das letzte Mal die Zeit genommen, Gott wirklich alle Anliegen zu sagen, die uns auf der Seele liegen (Phil 4,6), und alle unsere Sorgen auf Ihn zu werfen (1. Pet 5,7)? Beten wir normalerweise dafür, dass Gott die Prüfungen in unserem Leben wegnimmt oder dafür, dass Er uns in den Prüfungen die Gnade schenkt, die wir brauchen, um Ihn zu verherrlichen? Wie oft beten wir dafür, dass Gott die Umstände ändert und wie oft dafür, dass Er uns durch die Umstände verändert?

 

Jan Philip Svetlik

Das Buch Esther (09) - Zusammenfassung

So, 09/24/2017 - 00:01

Bibelstellen: Esther 1-10

Überblick:

Das Buch Esther beschließt die überaus interessante Serie der historischen Bücher der Bibel. Es zeigt uns die Juden ausserhalb des Landes ihres Erbteils, wobei sie „Lo-Ammi“ genannt werden (Hos 1,9). Obwohl sie zerstreut sind, stehen sie unter der Fürsorge Gottes in Vorsehung, der hinter den Kulissen zu ihrem Guten wirkt. Um diesen Punkt zu unterstreichen finden wir in diesem Buch den Namen Gottes nicht. Dennoch zeigt sich seine Gegenwart und Macht deutlich im gesamten Buch.

Die Begebenheiten im Buch Esther sind von höchstem Interesse für den Bibelleser, weil sie eine große prophetische Bedeutung enthalten. In diesem Buch schatten viele Dinge das Handeln Gottes mit den Juden voraus, nachdem die abgefallene Christenheit von ihm nicht mehr anerkannt wird. So wie Gott in jenen Tagen wirkte, um die Juden vom teuflischen Plan Hamans sie umzubringen zu retten, wird er auch in der Zukunft (der großen Drangsal) den göttlichen jüdischen Überrest in der großen Verfolgung des Tieres und des Antichristen erretten. Am Ende ragt ein Mensch (Mordokai) über allen anderen heraus, dem Herrlichkeit und Ehre gegeben wird. Er ist ein Bild des Herrn Jesus Christus.

Bruce Anstey

Das Wort - fruchtbringend und wachsend (02)

Sa, 09/23/2017 - 00:01

Bibelstellen: Markus 4,26-29

„Und er sprach: Also ist das Reich Gottes, wie wenn ein Mensch den Samen auf das Land wirft, und schläft und aufsteht, Nacht und Tag, und der Same sprießt hervor und wächst, er weiß selbst nicht wie. Die Erde bringt von selbst Frucht hervor, zuerst Gras, dann eine Ähre, dann vollen Weizen in der Ähre. Wenn aber die Frucht sich darbietet, so schickt er alsbald die Sichel, denn die Ernte ist da."

Wie das Gleichnis von dem Sämann (Mk 4,1-20), kann auch dieses Gleichnis auf uns, die Gläubigen, angewendet werden. Während wir durch das Vorbild des wahren „Sämanns“ angespornt werden, es ihm gleich zu tun und den Samen des Wortes Gottes fleißig auszustreuen, zeigt uns dieses Gleichnis, dass Gott allein es ist, der das Wachstum bewirkt (1. Kor 3,6). Wir können pflanzen und begießen, aber Gott muss das Wachstum geben.

In dem Schlafenlegen zeigt sich das Vertrauen, das wir zu Gott haben dürfen (Pred 11,1; Jes 55,11). Er muss nicht nur alles wirken, sondern Er wird es auch tun. Dieses Vertrauen in die Kraft des Wortes und das Wirken Gottes bewahrt uns auch vor eigenwilligem „Nachhelfen“ in der evangelistischen Arbeit. Haben wir noch dieses Vertrauen?

"Er weiß selbst nicht wie" – wie Gott neues Leben und Wachstum in einem Menschen bewirkt, können wir nicht erklären. Aber es wird sich, wenn es echt ist, früher oder später zeigen. Die normale Entwicklung einer Pflanze wird hier in drei Wachstumsstufen gezeigt: Halm, Ähre und Frucht. Auch im Leben eines Gläubigen gibt es diese drei Wachstumsstufen, die in 1. Johannes 2 beschrieben werden: Kindlein, Jünglinge, Väter. Das Ziel dieses Wachstums ist „das Maß des vollen Wuchses der Fülle des Christus“ (Eph 4,13). Ihn völlig zu erkennen und unsere herrliche Stellung, die wir in Ihm haben, das kennzeichnet einen erwachsenen Christen. Das Vollmaß dieses Wachstums werden wir erst erreicht haben, wenn der Herr Jesus wiederkommt, um „die Ernte einzufahren“, um uns zu sich zu holen. Dann werden wir „hingelangt sein zu der Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes“. Wir werden „ihm gleich sein, denn wir werden ihn sehen, wie er ist“ (1. Joh 3,2).

Bis dahin gilt die Aufforderung: „Wachst aber in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus“ (2. Pet 3,18).

 

Marco Leßmann

Das Buch Esther (08) - Israel und die Nationen, das Purim-Fest

Fr, 09/22/2017 - 00:01

Bibelstellen: Esther 8-10

Viele aus den Völkern werden Juden – Ein Bild der Verbindung der Nationen mit Israel im tausendjährigen Reich

„Die Furcht vor Mordokai“ und den Juden kommt über alle und „viele aus den Völkern des Landes wurden Juden“ (Est 8,17; 9,3). Im zukünftigen Millenium (der tausendjährigen Regierung Christi) werden sich „viele Nationen dem HERRN anschließen“ (Sach 2,15; 8,23; Jes 11,10; 14,1-2; 55,6). „Aus den Völkern (Nationen) haben sich die willigen Herzens versammelt und werden mit dem Volk des Gottes Abrahams verbunden“ (Ps 47,9 – vgl. die Fussnote in der Übersetzung von J. N. Darby).

„Das Wort des Königs und seine Anordnung“ ist nun, dass die Juden ihre heidnischen Feinde „überwältigen“ (Est 9,1-4). Es ist ein Bild Israels, das die Stellung des „Hauptes“ über alle Nationen gemäss Gottes ursprünglichem Willen, einnimmt (5. Mose 28,13; Ps 18,44). Entsprechend „richten die Juden unter allen ihren Feinden eine Niederlage an“ (Est 9,5-19). An dem zukünftigen Tag wird Israel Gericht über die Nationen ausüben, die ihr Land umgeben (Ps 47,3; 118,10-12; Jes 11,14; Jer 51,20-23; Micha 4,13; 5,5-6.8; Sach 12,6; Mal 4,3).

Mordokai hält Festfeier – Ein Bild der Freude im tausendjährigen Reich

Im Anschluss setzt Mordokai ein „Fest“ (das sogenannte „Purimfest“) ein, an dem „die Juden“ in allen Landschaften des Reiches „ruhen“ (Est 9,20-32). Sie senden einander Teile und haben große Freude, Festfeier und Wonne. Es spricht von der Ruhe im tausendjährigen Reich, welche die Erde an diesem Tag prägen wird, an dem das Volk wirklich glücklich sein wird.

Danach legt König Ahasveros „dem Land und den Inseln des Meeres eine Abgabe auf“ (Est 10,1). An dem zukünftigen Tag, wenn alle Nationen Israel unterworfen sein werden, werden sie tributpflichtig und Israel der Nutzniesser des Reichtums der Nationen sein (Jes 60,5-6.16; 61,6; Ps 72,10).

Weiter veranlasst der König „die Beschreibung der Größe Mordokais“ (Est 10,2). Es bezieht sich auf die Zeit, in der die Herrlichkeit Christi weit und breit auf der Erde verkündet wird – „Dieser wird groß sein“ (Lk 1,32; 4. Mose 14,21; Jes 11,9; Hes 43,2; Hab 2,14).

Von Mordokai wird daraufhin gesagt, dass er „der Zweite nach dem König Ahasveros“ war und seine tägliche Beschäftigung darin bestand, „das Wohl seines Volkes zu suchen  und zum Frieden seines ganzen Geschlechts zu reden“ (Est 10,3). In der zukünftigen Welt wird Christus den höchsten Platz im Reich einnehmen und seine Energie zum Segen seines irdischen Volkes Israel einsetzen. Dann wird es auf der Welt Frieden geben (Ps 46,10; Hos 2,20; Sach 9,10; Jes 60,18).

Bruce Anstey

Wir wurden zuerst geliebt

Do, 09/21/2017 - 00:01

Bibelstellen: 1. Joh 4,19

Ein kleines Mädchen spielte mit der Puppe, während die Mutter am Schreiben war. Als die Mutter ihre Arbeit beendet hatte, rief sie ihre Tochter: „Du kannst jetzt kommen!" „Ich bin so glücklich, dass du jetzt Zeit für mich hast", antwortete sie, „denn ich möchte dir meine Liebe zeigen." „Aber ich dachte, du würdest mit der Puppe Freude haben." „Es ist so langweilig mit der Puppe, denn sie gibt mir keine Antwort auf meine Liebe." „Du liebst mich also", fragte die Mutter, „weil ich dich wiederlieben kann?" „Nein", antwortete die kleine Philosophin, „ich liebe dich deshalb, weil du mich geliebt hast, als ich noch keine Antwort auf deine Liebe geben konnte."

Gut überlegt, kleines Mädchen! Und wie wahr ist das im Blick auf Gott: „Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat"!

[Nach "Outline Studies in John" von Robert Lee]

Gerrid Setzer

Das Buch Esther (07) - Mordokai bekommt Regierungsgewalt

Mi, 09/20/2017 - 00:01

Bibelstellen: Esther 8

Esther bekennt sich zu ihrer Beziehung mit Mordokai – Ein Bild des jüdischen Überrests, der Christus als seinen Messias anerkennt

Nachdem Haman getötet ist, legt Esther König Ahasveros ihre Beziehung zu Mordokai offen. Ebenso wird der gottesfürchtige jüdische Überrest mit Freude bekennen, dass er zu Christus gehört, nachdem dieser zurückgekehrt und der Antichrist gerichtet ist. „HERR, unser Gott, über uns haben Herren geherrscht außer dir; durch dich allein gedenken wir deines Namens“ (Jes 26,13; Joh 20,28). Hamans Haus (d. h. sein Besitz) wird Esther übergeben, die alles freudig Mordokai übergibt (Est 8,1-2). Es ist ein Bild von dem Tag, an dem die Juden voller Freude Christus seinen rechtmässigen Platz geben werden und ihm alles weihen, was sie haben. „Dein Volk wird voller Willigkeit sein am Tag deiner Macht“ (Ps 110,3).

Mordokai wird der Siegelring des Königs übergeben – Ein Bild der Regierungsgewalt im Reich, die Gott Christus verleiht

Was folgt ist, dass „der König seinen Siegelring abzieht und ihn Mordokai übergibt“ (Est 8,2). Es spricht davon, wie Gott Christus den Platz der Herrschaft und Autorität auf der Erde einräumt, den sich der Antichrist widerrechtlich aneignen wollte, vgl. Jes 22,15-25 und Hes 21,25-27.

Als Antwort auf das Flehen Esthers, befreit Mordokai (in der Autorität des Königs) die Juden von dem furchtbaren Erlass, der über sie erlassen worden war. Er schreibt Briefe, die ihre Befreiung autorisieren und lässt sie in allen Landschaften veröffentlichen. Die Juden sind frei (Est 8,3-14)! Es schattet die Befreiung voraus, die Christus für den jüdischen Überrest bewirken wird.

Anschliessend „geht Mordokai vom König hinaus in königlicher Kleidung von purpurblauer und weisser Baumwolle und mit einer grossen goldenen Krone und in einem Mantel aus Byssus und Purpur“ (Est 8,15; 9,3-4; 10,3). Es ist ein Bild von Christus in seiner amtlichen königlichen Herrlichkeit. Entsprechend haben die Juden „Freude und Wonne und Ehre“, was sich auf die Freude des Überrests am Tag ihrer Befreiung bezieht (Jes 25-26).

 

Bruce Anstey

Das Wort - fruchtbringend und wachsend (01)

Di, 09/19/2017 - 00:01

Bibelstellen: Markus 4,26-29

„Und er sprach: Also ist das Reich Gottes, wie wenn ein Mensch den Samen auf das Land wirft, und schläft und aufsteht, Nacht und Tag, und der Same sprießt hervor und wächst, er weiß selbst nicht wie. Die Erde bringt von selbst Frucht hervor, zuerst Gras, dann eine Ähre, dann vollen Weizen in der Ähre. Wenn aber die Frucht sich darbietet, so schickt er alsbald die Sichel, denn die Ernte ist da."

Das ist ein Gleichnis, das nur bei Markus zu finden ist. Es entspricht vollkommen dem Zweck dieses Evangeliums, da es den Herrn Jesus als den treuen Diener zeigt, der selbst auf dem Ackerfeld Hand anlegt. Er begann selbst das Werk des Säens als Er über die Erde ging und das Wort predigte. Und anders als in Matthäus 13, wo Engel mit der Ernte beauftragt werden, schickt Er selbst die Sichel, um die Früchte einzubringen.

Er beginnt das Werk und vollendet es auch selbst. In der Zwischenzeit ist Er abwesend und greift nicht sichtbar in das Geschehen ein. Doch in dem ausgestreuten Samen des Wortes wohnt eine Leben und Wachstum bewirkende Kraft (Joh 6,63; Kol 1,5-6; Apg 6,7;7,17;12,24). Es ist der Same der Wiedergeburt (1. Pet 1,23). Gott selbst, der Heilige Geist, bewirkt durch das Wort Gottes diese neue Geburt in einem Menschen, ohne dass man Ihm dabei zusehen kann. Aber das Ergebnis, die Frucht, sieht man sehr wohl (Joh 3,8).

"Er weiß selbst nicht wie" - was bedeutet das im Hinblick auf den Herrn Jesus? Könnten wir nicht sagen: Hier steht der Herr Jesus nicht als Gott vor uns, der allwissend ist, sondern als abhängiger Mensch, der das Wachstum allein Gott überlässt (vgl. Joh 17,8-9.14-15). Auch in Markus 13,32 weiß der Sohn etwas nicht. Welche Erniedrigung!

Ist es dem Säenden inzwischen gleichgültig, was mit dem Samen geschieht? Nein, als der wahre „Ackerbauer“ wartet Er geduldig auf die köstliche Frucht (Jak 5,7) und Er weiß genau, "wann die Frucht es zulässt". Sein Auge ist mit Interesse auf das Ackerfeld gerichtet.

„Sogleich“, das heißt sobald das letzte Samenkorn aufgegangen ist, kommt Er selbst und bringt die Ernte ein. Voller Jubel wird Er mit seinen Garben heimkehren, deren Samen Er unter Tränen ausgesät hatte (Psalm 126,6). Und „von der Mühsal seiner Seele wird Er Frucht sehen und sich sättigen“ (Jes 53,11). Was für ein Augenblick für Ihn! Und auch für uns!

Marco Leßmann

Das Buch Esther (06) - Ehrung Mordokais, Gericht Hamans

Mo, 09/18/2017 - 00:01

Bibelstellen: Esther 6-7

Die öffentliche Ehrung Mordokais – Ein Bild von der Verherrlichung Christi bei seiner Erscheinung

In der gleichen Nacht, in der Haman darüber nachdenkt, Mordokai zu töten, kann der König nicht schlafen und ebenso „schlummert und schläft der Hüter Israels nicht“ (Ps 121,4). Das trifft in besonderer Weise auf die Zeit zu, in der der Antichrist versuchen wird, den Namen Christi von dieser Erde auszulöschen. Die Nacht vergeht mit einer außergewöhnlichen Wendung für die Juden. Der König hält die Zeit für gekommen, Mordokai öffentlich zu ehren und ihn mit „königlichem Kleid“ und der „königlichen Krone“ vor dem ganzen Volk zu ehren! Als der Tag gekommen ist, wird der verachtete Mensch Mordokai vor allen mit Herrlichkeit, Würde und Ehre durch die Straßen geführt (Est 6,1-11). Es ist es ein Bild der Erscheinung Christi bei seinem zweiten Kommen, wenn er mit Macht und Herrlichkeit auf diese Erde kommen wird, und ihn „jedes Auge sehen wird“ (Off 1,7; 2. Thess. 1,10).

Haman wird an seinen eigenen Galgen gehängt – Ein Bild des Gerichts über den Antichristen

Als Esther sieht, dass die göttliche Vorsehung zum Vorteil und Segen der Juden ausschlägt und der König Mordokai vor dem Volk ehrt, fasst sie Mut und kommt umgehend in seine Gegenwart beim Gelage, um ihr Herz auszuschütten. Ähnlich wird der gottesfürchtige Überrest sein Herz ausschütten, wenn er Christus mit Herrlichkeit bekleidet sehen wird (Sach 12,10-14).

Esther beschuldigt Haman seiner Bosheit und fleht den König zu seiner Zerstörung an. Der König erhört ihre Bitte und Haman wird an seinen eigenen Galgen gehängt (Est 7,1-10)! Es entspricht der Zeit, in der Gott die Wehklage des Überrests erhören und den Antichristen richten wird. „Keiner Waffe, die gegen dich gebildet wird, soll es gelingen; und jede Zunge, die vor Gericht gegen dich aufsteht, wirst du schuldig sprechen (Jes 54,17).

Wir staunen darüber, wie genau diese Bilder sind! Mordokai ist erhöht und dem ganzen Volk in königlicher Kleidung erschienen (Kapitel 6) und im Anschluss daran wird Haman gehängt (Kapitel 7). Dieselbe Reihenfolge finden wir in der Prophetie. Unmittelbar nachdem Christus in Herrlichkeit erscheint, wird der Antichrist (zusammen mit dem Tier) im Gericht weggetan und in den Feuersee geworfen (2. Thes 2,8; Off 19,11-20).

Bruce Anstey

Ein evangelistisches Gespräch

So, 09/17/2017 - 00:01

Bibelstellen: Joh 4

Johannes 4 zeigt uns an dem  Beispiel unseres hochgelobten Herrn, wie wir mit Menschen über den Glauben reden können:

  • Es ist oft gut, wenn man sich mit den Menschen allein unterhalten kann. Sie fühlen sich dann freier. Hier waren die Jünger in die Stadt gegangen.
  • Man sollte den Menschen in ungeheuchelter Demut begegnen. Jesus bittet um einen Schluck Wasser.
  • Es ist hilfreich, wenn wir an etwas aus dem Lebensumfeld der Mitmenschen anknüpfen können, was ihre Neugierde weckt. Hier war es das Wasser und der gestillte Durst.
  • Das Herz anzurühren ist, wenn man Zeit dafür hat, sicher eine gute Methode, um anschließend das Gewissen erreichen zu können.
  • Es ist unerlässlich das Gewissen in das Licht Gottes zu bringen. Dazu kann es nötig sein, auch konkrete Sünden anzusprechen (wie das unmoralische Leben dieser Frau). Dabei kann man aber unnötige Schärfe vermeiden. Christus leitete den in diesem Zusammenhang entscheidenden Satz mit den Worten ein: „Du hast recht geredet …“ 
  • Es ist kann auch nicht ausbleiben, die religiösen Überzeugungen der Menschen als Unwissenheit darzustellen.
  • Doch vor allem darf man über das Heil Gottes sprechen. Damit können ruhig auch christliche Wahrheiten entfaltet werden. Man muss nicht ständig in der Angst leben, die Menschen zu überfordern.

Gerrid Setzer

Das Buch Esther (05) - Esther naht sich dem König

Sa, 09/16/2017 - 00:01

Bibelstellen: Esther 5

Esther naht sich dem König – Ein Bild des jüdischen Überrests, der zu Gott ruft

Sobald Esther über das furchtbare Los ihres Volkes in Kenntnis gesetzt ist, wird ihr geboten, „dass sie zum König hineingehe, ihn um Gnade anzuflehen und vor ihm für ihr Volk zu bitten“ (Est 4,4-9). Aber das war etwas, was sie bisher noch nicht getan hat und wovor sie sich fürchtet, denn niemand kann aus freien Stücken in die Gegenwart des Königs treten ohne getötet zu werden. Es spricht von der Tatsache, dass niemand nach seinen eigenen Vorstellungen zu Gott kommen kann. Das Gesetz ist jedoch dergestalt, dass die Person, welcher der König „das goldene Zepter“ (ein Bild der göttlichen Gnade) entgegenreicht, leben und nicht sterben würde. Gnade hat es dem Menschen ermöglicht Gott zu nahen (Est 4,10-11).

Mordokai, der zu Esther immer noch aus einer Entfernung redet (durch „Hatak“), dringt auf sie ein zum König zu gehen, selbst wenn es hieße ihr Leben "in ihre Hand zu nehmen", denn allein darin besteht die Möglichkeit der Befreiung für ihr Volk (Est 4,12-14). Nach vielem Gebet und Fasten entscheidet sich Esther schließlich zum König zu gehen (Est 4,15-17).  So wird auch der Überrest einmal nach vielen Seelenübungen Gott nahen aufgrund der grossen Leiden, die durch die Verfolgung über sie kommen.

Als Esther nun dem König naht, nachdem sie eine längere Zeit nicht in seiner Gegenwart gewesen war, erlangt sie Gnade in seinen Augen. Ihr wird „das goldene Zepter“ gereicht (Est 5,1-2). Es unterstreicht die Tatsache, dass Gott an denen Wohlgefallen hat, die im Glauben zu ihm kommen (Spr 15,8). In derselben Weise wird der gebrochene und bedrängte Überrest Gott im Gebet und Flehen suchen und Gnade zur Zeit ihrer grossen Drangsal erhalten. Es ist bemerkenswert, dass es „am dritten Tag“ ist, an dem Esther in die Gegenwart des Königs tritt. Die Zahl drei redet in der Schrift von Auferstehung (Jona 1,17; 2,10; Mt 12,40) und weist auf die nationale Wiederherstellung Israels hin (Hes 37,1-28; Dan 12,1-2), wenn Gott für den gottesfürchtigen jüdischen Überrest einschreiten wird, um Befreiung zu bewirken. Hosea 6,1-2 sagt: „Kommt und lasst uns zu dem HERRN umkehren; denn er hat zerrissen und wird uns heilen, er hat geschlagen und wird uns verbinden. Er wird uns nach zwei Tagen wieder beleben, am dritten Tag uns aufrichten; und so werden wir vor seinem Angesicht leben“.

Nachdem Esther in die Gegenwart des Königs getreten ist, schüttet sie nicht sofort ihr ganzes Herz vor ihm aus. Stattdessen bittet sie darum, dass der König und Haman zu einem Mahl kommen, dass sie bereitet hat, um dort ihr eigentliches Anliegen vorzubringen. Als die Zeit gekommen ist zögert sie den Ausspruch ihres Anliegens erneut um einen Tag hinaus (Est 5,3-14). Es deutet darauf hin, dass der Überrest anfangs noch einen gewissen Mangel an Vertrauen gegenüber Gott haben wird, sein Herz offenzulegen. Das wird sich jedoch in der Not ändern, sodass sie doch zu ihm kommen werden (vergleiche die Busspsalmen 25, 32, 38, 41 und 51. Achte darauf, wie sich ihre Herzensübungen dort fortschreitend vertiefen).

Bruce Anstey

Freigemacht

Fr, 09/15/2017 - 00:01

Bibelstellen: Markus 5,1-20; Römer 8,6; 6,20.22

Der Besessene im Land der Gadarener ist eine eindrückliche Illustration von der Knechtschaft der Sünde, in der der natürliche Mensch ist, und von der Befreiung aus dieser Knechtschaft durch die Gnade Gottes.

Die Sünde treibt den Menschen in die „Grabstätten“. Ihr Lohn ist der Tod. Getrennt von Gott – geistlich tot – fristet der natürliche Mensch sein Dasein, und jedem von ihnen ist es „gesetzt, einmal zu sterben“. Geschlecht um Geschlecht wird vom Tod ereilt.

Dabei glaubt der Mensch sich frei. Es gefällt ihm nicht, sich irgendeiner Autorität zu unterwerfen. Alles, was ihn in den eigenwilligen Auswüchsen des Fleisches einengen will, empfindet er als Fesseln, die er nach und nach in Stücke reißt. Doch diese Freiheit ist eine große Lüge Satans. Denn je mehr der Mensch die angebliche Freiheit seiner sündigen Natur auslebt, desto stärker begibt er sich in die Knechtschaft der Sünde und Satans.

Jeder Versuch, ihn zu bändigen, das heißt seine sündige Natur zu zügeln, zu unterdrücken oder zu verbessern, ist zum Scheitern verurteilt. Und die Welt ist voll von solchen Verbesserungsversuchen. Doch Fleisch bleibt Fleisch und „die Gesinnung des Fleisches ist Feindschaft gegen Gott, denn sie ist dem Gesetz Gottes nicht untertan, denn sie vermag es auch nicht“ (Rö 8,7; vgl. Joh 3,6).

Doch wen der Sohn Gottes frei macht, der wird wirklich frei sein (Joh 8,36). Die Leute der Stadt finden den Besessenen bekleidet und vernünftig dasitzen. Das ruhelose Herz ist zur Ruhe gekommen. Wo früher die Blöße der alten sündigen Natur zu sehen war (Lk 8,27), sieht man jetzt die „Kleider des Heils“ (Jes 64,5). Und die selbstzerstörerische Gesinnung des Fleisches (Mk 5,5) hat einer erneuerten, „vernünftigen“ Gesinnung des Lebens und des Friedens Platz gemacht (Rö 8,6). Sie zeigt sich sofort in dem Verlangen nach der Gemeinschaft mit dem, dem er seine Befreiung zu verdanken hat (Mk 5,18).

Früher war er Sklave der Sünde und frei von der Gerechtigkeit. Jetzt ist er von der Sünde freigemacht und in eine wunderbare neue Knechtschaft gekommen, ist „Gott zum Sklaven“ geworden, mit dem großartigen Auftrag, den Seinigen zu verkünden, wie viel der Herr an ihm getan und wie er sich seiner erbarmt hat (Rö 6,20.22; Mk 5,19).

Marco Leßmann

Das Buch Esther (04) - Haman

Do, 09/14/2017 - 00:01

Bibelstellen: Esther 3-9

Haman – Ein Bild des Antichristen

In Kapitel 3 sehen wir, wie König Ahasveros „Haman“ den Agagiter im Reich erhebt und ihn über alle Fürsten setzt. Haman, „der Widersacher der Juden“, ist ein Bild des Antichristen. Seine Erhöhung im Reich ist ein Schatten der Zeit, in der Gott es zulassen wird, dass der Antichrist einen Platz der Vorherrschaft und Macht auf der Erde einnimmt - insbesondere im Land Israel. Haman nutzt seinen Platz an der Macht zu seiner eigenen Verherrlichung und zwingt alle dazu, sich vor ihm in Ehrerbietung zu beugen. Der Antichrist, „der Mensch der Sünde“, wird das Gleiche tun, wenn er später Anbetung einfordern wird (2. Thes 2,3-4).

Hamans Verschwörung, um die Juden aus dem Reich zu entfernen – Ein Bild der großen Drangsal

Die Weigerung Mordokais, sich vor Haman niederzubeugen, hat den Hass Hamans zur Folge (Est 3,2). In ähnlicher Weise wird der Antichrist Gott nicht beachten und versuchen den Namen Gottes von der Erde zu vertilgen.

Haman macht sich auch daran „alle Juden im ganzen Königreich zu vertilgen“ (Est 3,5-15), ein Bild der furchtbaren Verfolgung, die der Antichrist in der grossen Drangsalszeit in seinem Versuch bewirken wird,  die gottesfürchtigen Juden, den Überrest, zu vernichten. Haman hat 10 Söhne, die ihm bei der Ausführung seines Plans offensichtlich helfen (Est 5,11.14; 9,7-10). Vielleicht sind sie ein Bild der 10 verbündeten Nationen Westeuropas, die „das Tier“ genannt werden und dem Antichristen dabei behilflich sind, seine Verfolgung des gottesfürchtigen Überrests durchzusetzen. Der König gibt Haman seinen „Siegelring“, um den bösen Plan zu autorisieren (Est 3,10). Es spricht davon, dass Gott dem Antichristen gestatten wird, seinen Verfolgungsplänen gegen den gottesfürchtigen Überrest für eine Zeit nachzugehen. Er tut das, um ihre Echtheit zu prüfen und sein Werk in ihnen zu vertiefen.

Die bösen Absichten Hamans führen dazu, dass das Leben der Juden in großer Gefahr ist. Entsprechend gross ist das Weinen und die Wehklage in jeder einzelnen Landschaft (Est 4,1-3). Es ist ein Bild der Betrübnis und tiefen Seelenübung, durch die der jüdische Überrest in der großen Drangsal gehen wird. Auch Mordokai „legt Sacktuch an und Asche und geht in die Stadt hinaus und erhebt ein lautes und bitterliches Geschrei“. Darin erkennen wir die Gefühle von Christus wieder. Er wird in tiefster Weise alles mitempfinden, was der Überrest während der Zeit ihrer Bedrängnis durchmachen wird (Jes 63,9). Besonders im Buch der Psalmen sehen wir die mitempfindenden Leiden Christi mit dem Überrest vorgestellt.

Bruce Anstey

Gesammelte Brocken (183)

Mi, 09/13/2017 - 00:01

Gebet ist kein Luxus, sondern tägliche Notwendigkeit.

Unser Christenleben ist manchmal wie eine Sonnenfinsternis: Auf den ersten Blick für andere faszinierend, aber allzu lange sollte man besser nicht hinsehen ...

Freude wird stets im Verhältnis zu Gebet und Danksagung zunehmen. J. N. Darby

Wir Christen haben der Welt innerlich gekündigt und bald verlassen wir sie ganz.

Ist es nicht bezeichnend, dass ein Politiker gerade diese Frage (offenbar süffisant) gestellt hat: WAS IST WAHRHEIT? (Joh 18,38).

Hast du schon einmal über Sünden geweint? Trockene Augen sind oft ein Hinweis auf ein hartes Herz.

Sät Gerechtigkeit!

Mi, 09/13/2017 - 00:01

Bibelstellen: Hosea 10,12

„Sät euch zur Gerechtigkeit, erntet der Güte entsprechend: Pflügt euch einen Neubruch, denn es ist Zeit, den Herrn zu suchen, bis er kommt und euch Gerechtigkeit regnen lässt“ (Hos 10,12).

Wenn wir auch keine Landwirte sein mögen, so säen wir doch. Und zwar jeden Tag. Wie gut ist es, wenn wir Gerechtigkeit säen. Gott wird uns in seiner Güte eine gute Ernte schenken. 

Damit Frucht hervorkommen kann, müssen unsere harten Herzen zunächst aufgebrochen werden: Wir sollten einen Neubruch pflügen. Umso länger wir damit warten, desto härter wird der Boden. Deshalb wollen wir jetzt einen Neuanfang machen. Es ist Zeit, den Herrn zu suchen.  

Und wie lange müssen wir pflügen und säen? Bis der Herr seinen sichtbaren Segen schenkt, bis es Gerechtigkeit regnet - bis er eine gerechte Antwort auf die praktizierte Gerechtigkeit gibt (vgl. 1. Sam 26,23). Das bedeutet dann eine gute Ernte. 

Es genügt natürlich nicht, nur einmal guten Samen auszusäen. Wir sollten es gewohnheitsmäßig tun. Zur gegebenen Zeit werden wir das herrliche Ergebnis sehen.

„Denn wer für sein eigenes Fleisch sät, wird von dem Fleisch Verderben ernten; wer aber für den Geist sät, wird von dem Geist ewiges Leben ernten. Lasst uns aber nicht müde werden, Gutes zu tun, denn zu seiner Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht ermatten“ (Gal 6,8.9)

Gerrid Setzer

Das Buch Esther (03) - Esther, Mordokai

Di, 09/12/2017 - 00:01

Bibelstellen: Esther 1-10

Esther – Ein Bild des jüdischen Überrests

In Kapitel zwei werden die Bemühungen vorgestellt, jemanden zu finden, der die Stelle Vastis einnimmt. In diesem Auswahlprozess rückt „Esther“ in den Blickpunkt (Est 2,1-7). Sie ist ein Bild des göttlichen Überrests aus den Juden. Römer 11 weist darauf hin, dass wenn das heidnische Christentum nicht mehr anerkannt und aufgrund seines Unglaubens beiseite gesetzt wird, Gott erneut mit Israel anknüpfen und einen Überrest dieser Nation in den Segen einführen wird.

Als Waise erhält Esther keine Unterstützung der Welt, was eine passende Beschreibung der Verzweiflung ist, die den göttlichen Überrest aus den Juden in der großen zukünftigen Drangsal kennzeichnen wird. Sie werden völlig auf Gott angewiesen sein.

Mordokai – Ein Bild von Christus

Obwohl Esther eine Waise ist, nimmt sich „Mordokai“ seiner Cousine an und kümmert sich um sie. Er ist ein Bild von Christus, der sich in Vorsehung um den jüdischen Überrest kümmern wird.

Bevor Esther in eine Beziehung zum König gebracht werden kann, muss sie sich einem Reinigungsprozess unterziehen (Est 2,8-14). Es spricht von den Ergebnissen, welche die Übungen des jüdischen Überrests während der großen Drangsal hervorbringen wird. In dieser Zeit werden sie geläutert und für ihren König zubereitet (Dan 12,10; Mal 3,2-4; Sach 13,9).

Während der Zeit der Reinigung Esthers hat Mordokai höchstes Interesse an ihrem Wohlergehen. Obwohl er nicht öffentlich mit ihr kommunizieren kann, weil ihre Zeit der Reinigung noch nicht abgeschlossen ist, kommt er täglich an den Ort, wo sie sich aufhält, um sich nach ihrem Wohlergehen zu erkundigen.  In gleicher Weise wird Christus während der großen Drangsal nicht unmittelbar mit dem jüdischen Überrest kommunizieren, aber ihren Fortschritt mit grösstem Interesse verfolgen. Er wird das gewissermaßen aus einer Distanz heraus tun (Jes 8,17; 18,4; 54,8; Hld 5,6; 1. Mose 42,7.23-24; 43,30). Er wird damit fortfahren bis das Werk der Busse und Reinigung in dem Überrest vollendet ist, um sich ihnen anschliessend selbst zu offenbaren (1. Mose 45).

Die Begebenheit am Ende des zweiten Kapitels, bei der Mordokai sich für das Wohlergehen des Königs einsetzt (als „Bigtan und Teresh“ einen Aufstand versuchen), zeigt, wie Christus mit grösster Sorgfalt für die Herrlichkeit Gottes eintritt und hinter den Kulissen wirkt, um sie aufrechtzuerhalten (Est 2,21-23).

Bruce Anstey

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