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Aktualisiert: vor 22 Stunden 46 Minuten

Den Herrn früh suchen!

Mo, 08/07/2017 - 00:01

Bibelstellen: Spr 8,17; Ps 63,2; Jes 26.9

Der Herr Jesus verheißt denen, die ihn früh suchen, dass sie ihn finden werden (Spr 8,17; vgl. auch Ps 63,2 und Jes 26,9). Wir sollen den Herrn früh suchen, und zwar in dreierlei Hinsicht: in Bezug auf das ganze Leben, in Bezug auf einen Tag und in Bezug auf die Art und Weise, wie wir Fragen und Schwierigkeiten angehen und bewältigen.

Ein für allemal ihm folgen!

Wie schön, wenn jemand schon früh im Leben den Herrn Jesus sucht! (Vgl. 2. Chr 34,3.) Die Erfahrung zeigt, dass es Kindern und jungen Leuten im Allgemeinen leichter fällt, ihren verlorenen Zustand vor Gott zu erkennen und den Herrn Jesus als Heiland der Sünder anzunehmen. Welch segensreiche Folgen hat ein Leben, das dem Herrn schon in jungen Jahren übergeben wird! Und welch ein Verlust andererseits ist das Leben eines Menschen, das sich selbst oder der Welt gelebt wird! Vielleicht gehören wir aber auch zu denen, die den Herrn bereits als persönlichen Heiland angenommen haben, nun aber nebenher auch die Welt und ihre Vergnügungen genießen und die entschiedene Nachfolge dem Herrn nach auf spätere Jahre aufschieben möchten. Das wäre ein großer Verlust für uns und für unseren Herrn! Wie viel Leid und Enttäuschungen bleiben dem erspart, der schon von frühster Jugend an treu dem Herrn nachfolgt!

Täglich sein Angesicht suchen!

Das Wörtchen „früh“ lässt sich auch auf den Beginn eines Tages beziehen. Indem wir unseren Tag mit ihm beginnen, wird uns bewusst, dass wir seine Gnade und Hilfe für jeden Schritt, den wir unternehmen, und für jede Aufgabe, die er uns gibt, nötig haben. Besonders am Morgen, wenn wir noch nicht von all den Sorgen und Problemen des Tages in Beschlag genommen sind, kann der Herr deutlich zu unseren Herzen reden und sich selbst unseren Herzen groß machen. Ist es nicht ein großes Vorrecht, dass wir ihn täglich mit allem, was uns bewegt, aufsuchen dürfen und ihn von Beginn des Tages an mit in unsere Umstände nehmen dürfen?

Mit dem Herrn fange alles an!

Das Wörtchen „früh“ hat vielleicht noch eine dritte Bedeutung. Im Leben eines Gläubigen gibt es viele Entscheidungen zu treffen und Probleme zu lösen. Wie gehen wir die Dinge an? Versuchen wir ihnen zuerst in eigener Kraft und menschlicher Weisheit zu begegnen oder gehen wir „früh“, von Anfang an, mit unseren Problemen zu ihm? Er wird uns nicht im Stich lassen. Sobald wir ihn um Rat und Hilfe fragen, wird unser Herz ruhig und still. Er wird sich unser annehmen, auch wenn er uns manchmal warten lassen muss oder eine Lösung, einen Ausweg zeigt, den wir (so) nicht erwartet haben. Es ist noch immer wahr, dass der Herr sich von denen finden lässt, die ihn früh suchen.

Daniel Melui

Ehescheidung und Wiederheirat

So, 08/06/2017 - 00:01

Bibelstellen: 5. Mose 24,1-4; Matthäus 5,32; Matthäus 19,8-9; 1. Korinther 7,10

Das Thema „Ehescheidung und Wiederheirat“ ist unter Christen ein heißes Eisen. Die Meinungen gehen weit auseinander. Manche sagen, dass Scheidung und/oder Wiederheirat unter bestimmten Bedingungen und in Ausnahmefällen legitim seien, andere lehnen beides ab und betrachten es in jedem Fall als verwerflich. Wieder andere haben kaum Schwierigkeiten mit häufigen Trennungen und mehrfachen Eheschließungen. Einigkeit besteht oft aber noch darin, dass die lebenslange Verbindung zwischen Mann und Frau das verbindliche Ideal Gottes ist, das wir hochhalten, ehren und umsetzen wollen.

Sehen wir uns Bibelstellen, die dazu etwas sagen, nacheinander an.

Es sollte uns bewusst sein, dass die Vorschriften des Gesetzes sich an den „Menschen im Fleisch“, an den ersten Menschen, richten. Wir Christen haben die volle Offenbarung der Gedanken Gottes durch den Herrn Jesus und gehören ihm, dem zweiten Menschen, an. Darum können wir das, was das Gesetz sagt, nicht einfach auf uns übertragen, obgleich wir wichtige Prinzipien lernen und Gottes Weisheit, Güte und Gerechtigkeit in den Anordnungen des Gesetzes erkennen.  

5. Mose 24

„Wenn ein Mann eine Frau nimmt und sie heiratet, und es geschieht, wenn sie keine Gnade in seinen Augen findet, weil er etwas Anstößiges an ihr gefunden hat, dass er ihr einen Scheidebrief schreibt und ihn in ihre Hand gibt und sie aus seinem Haus entlässt; und sie geht aus seinem Haus und geht hin und wird die Frau eines anderen Mannes; und der andere Mann hasst sie und schreibt ihr einen Scheidebrief und gibt ihn in ihre Hand und entlässt sie aus seinem Haus; oder wenn der andere Mann stirbt, der sie sich zur Frau genommen hat: So kann ihr erster Mann, der sie entlassen hat, sie nicht wieder nehmen, dass sie seine Frau sei, nachdem sie verunreinigt worden ist. Denn das ist ein Gräuel vor dem Herrn; und du sollst das Land nicht in Sünde bringen, das der Herr, dein Gott, dir als Erbteil gibt“ (5. Mo 24,1-4).

Das Gesetz Moses geht hier auf das Thema Scheidung und Wiederheirat ein. Einige Punkte schälen sich heraus:

  • Die Scheidung wird nicht angeordnet oder empfohlen, es wird lediglich festgestellt, dass es Entlassung gibt.
  • Der Grund für die Entlassung nach 5. Mose 24 konnte nur sein, dass der Mann etwas Anstößiges bei der Frau fand, das sie in Missgunst brachte und bei dem Mann Hass hervorrief. Eine Ehe durfte nicht nach Gutdünken geschieden werden.
  • Mose spricht von einer mehrfachen Wiederheirat. Der Scheidebrief war auch dazu da, die Auflösung der Ehe zu bestätigen, um eine legale Wiederheirat möglich zu machen.
  • Die entlassene Frau durfte, nach 5. Mose 24, nicht wieder zu ihrem ersten Ehemann zurückkehren, wenn sie einen anderen Mann geheiratet hatte. Dabei spielte es keine Rolle, ob dieser neue Mann sie entlassen hatte oder gestorben war.

Wir sehen, dass unter Gesetz eine Entlassung und Wiederheirat innerhalb des Volkes Gottes unter bestimmten Umständen möglich war, wenn es auch nicht empfohlen wird. Bei Mischehen war eine Scheidung jedoch geboten (Esra 9 und 10). Ausgeschlossen war die Scheidung dann, wenn der Mann einer Frau ihre Jungfräulichkeit böswillig in Abrede gestellt oder sie vergewaltigt hatte (5. Mo 22,19.29).

Bei Ehebruch sah das Gesetz nicht die Scheidung vor, sondern grundsätzlich die Todesstrafe (3. Mo 20,10; 5. Mo 22,22). Allerdings wird die Todesstrafe ausdrücklich nur angeordnet, wenn zwei miteinander Geschlechtsverkehr hatten, die jeweils mit einer anderen Person verheiratet waren. Wenn ein Verheirateter mit einer unverheirateten Person intim zusammen war, galt dies anscheinend nicht, was auf dem Hintergrund der praktizierten Vielweiberei auch verständlich ist. Ferner muss man bedenken, dass die Sünde der Hurerei nur schwer nachweisbar war, was die Vorschrift mit dem Wasser der Eifersucht zeigt (4. Mo 5,11-31). So ist es denkbar, dass in solchen Fällen doch eine Entlassung erwirkt und von einem Prozess vor Gericht Abstand genommen wurde. Joseph jedenfalls wollte seine Frau heimlich entlassen (Mt 1,19), nachdem er bemerkt hatte, dass Maria nicht von ihm schwanger geworden war (die öffentliche Vermählung von Joseph und Maria stand zu diesem Zeitpunkt allerdings noch aus).

Bevor wir uns jetzt den Stellen im Neuen Testament zuwenden, sollte noch erwähnt werden, dass Gott Israel einen Scheidebrief wegen Hurerei gegeben hatte. „Und ihre treulose Schwester Juda sah es; und ich sah, dass trotz all dem, dass ich die abtrünnige Israel, weil sie die Ehe gebrochen, entlassen und ihr einen Scheidebrief gegeben hatte, doch die treulose Juda, ihre Schwester, sich nicht fürchtete, sondern hinging und selbst auch hurte“ (Jer 3,7.8). Natürlich geht es hier nicht um eine buchstäbliche Ehe, so dass man mit einer Übertragung vorsichtig sein muss. Jedenfalls wird deutlich, dass Hurerei eine sehr ernste Sache ist und eine Beziehung zerstören kann.  

Matthäus 5

„Es ist aber gesagt: Wer irgend seine Frau entlässt, gebe ihr einen Scheidebrief. Ich aber sage euch: Jeder, der seine Frau entlässt, außer aufgrund von Hurerei, bewirkt, dass sie Ehebruch begeht; und wer irgend eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch“ (Mt 5,32).

In 5. Mose 24 wird der Fall erwähnt, dass ein Mann eine Frau mit einem Scheidungsbrief entlässt, weil er etwas „Anstößiges“ bei ihr gefunden hatte. Viele Schriftgelehrten waren großzügig darin, was unter diesem „Anstößigem“ verstanden werden kann. Der bekannte und liberale Rabbi Hillel lehrte beispielsweise, dass ein missratenes Essen ein Scheidungsgrund sei. Doch Mose hatte die Anordnung, die eine Rückkehr zum geschiedenen Ehepartner ausschloss, wenn ein Scheidebrief geschrieben worden war, gegeben, um die soziale Ordnung aufrechtzuerhalten, und nicht, um die Ehe zu etwas Unverbindlichem zu machen.

Der Herr Jesus bringt nun die vollen Gedanken Gottes über diese Angelegenheit ans Licht. Er wendet sich nicht direkt gegen den Scheidebrief, sondern zeigt seinen eigenen Maßstab im Blick auf eine Entlassung:

  • Wer seine Frau entlässt, ist dafür verantwortlich, dass sie Ehebruch begeht. Denn sie wird sich (sehr wahrscheinlich) mit einem anderen Mann verbinden. Und weil die ursprüngliche Ehe, moralisch gesehen, nicht aufgelöst wurde, ist das Ehebruch.
  • Doch wenn die Frau Hurerei getrieben hat, wird kein Ehebruch durch den Mann bewirkt, der sie entlässt. Denn die Frau hat den Ehebruch selbst schon begangen. Damit hat sie die Voraussetzung für eine legitime Entlassung durch den Mann gelegt.
  • Wer auch immer eine entlassene Frau heiratet, begeht Ehebruch.

Der Ausleger William Kelly schreibt zu Matthäus 5 (Bible Treasury, Band 3):

„Der Herr deutet an, dass, obwohl ernsteste Schwierigkeiten vorhanden sein mögen, dieses menschliche Verhältnis auf das Deutlichste durch Ihn anerkannt wird. Obwohl es eine irdische Beziehung ist, wird das Licht des Himmels darauf geworfen; die Heiligkeit der Ehe aufrechtzuerhalten und die Möglichkeit, etwas zuzulassen, das diese Heiligkeit antasten könnte, wird durch Christus abgewiesen. Die einzige Ausnahme besteht darin, dass etwas vorhanden ist, das die Ehe in den Augen Gottes schon zerstört[1] hat. In diesem Fall ist die Scheidung nur eine öffentliche Bestätigung der Tatsache, dass die Ehe in Gottes Augen durch die Sünde schon gebrochen war.“

Und ferner (auch Bible Treasury):

„Aber es können wirkliche Gründe vorhanden sein [nämlich Hurerei], und in diesem Fall ist für Gott das Eheband zerrissen. Wenn jemand die richtige Einsicht in das hat, was vor dem Herrn erlaubt ist, denke ich, dass niemand heiraten wird, solange der schuldige Partner noch lebt. Aber wenn es getan wird, sehe ich nicht ein, mit welchem Recht die Versammlung sich damit befassen sollte.“

H.A. Ironside vermerkt (in Notes of Matthew):

„Wenn wir diese Verse mit Matthäus 19,9 vergleichen, sehen wir, dass die Ehe, die durch Gott für das ganze Leben bestimmt war, durch die ernste Sünde der Hurerei, die durch den Mann oder die Frau begangen wurde, zerbrochen wurde. Das gibt der unschuldigen Partei die Freiheit, wieder zu heiraten, aber nach 1. Korinther 7 ‚in dem Herrn‘. Es ist Torheit, zu behaupten, wie es einige getan haben, dass das nur anwendbar ist auf unmoralisches Betragen vor der Ehe, das erst hinterher ans Licht gekommen ist (so wie in 5. Mose 24,1), aber nicht anwendbar ist, wenn dieselbe Sünde in der Ehe begangen wird. Das würde bedeuten, dass das Missachten des Treuegelöbnisses eine geringere Sünde ist als die sexuellen Sünden, die im ledigen Zustand begangen werden. Die Bedeutung dieses Abschnittes ist vollkommen deutlich. Der ehebrüchige Mann oder die Frau zerreißen das Band. Die offizielle Scheidung vor dem Gericht legalisiert die Trennung und der Unschuldige ist genau so frei vor Gott, als wenn eine Ehe noch nie stattgefunden hätte.“

Matthäus 19

In Matthäus 19,8-9 lesen wir: „Er spricht zu ihnen: Mose hat euch wegen eurer Herzenshärte gestattet, eure Frauen zu entlassen; von Anfang an aber ist es nicht so gewesen. Ich sage euch aber: Wer irgend seine Frau entlässt, nicht wegen Hurerei, und eine andere heiratet, begeht Ehebruch; und wer eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch."  

Hier wird der Mann, der sich im Eigenwillen scheiden lässt, als Ehebrecher bezeichnet und nicht, wie in Matthäus 5, als derjenige gesehen, der dafür sorgt, dass die Frau eine Ehebrecherin wird.  

Sehen wir uns Matthäus 19 etwas genauer an:

  • Die im Gesetz erwähnte Entlassung war ein Zugeständnis an die harten Männerherzen. Es entsprach nicht den ursprünglichen Gedanken Gottes, die eine lebenslange Einheit der Ehepartner vorsehen.
  • Wer seine Frau entlässt und eine andere Frau heiratet, begeht Ehebruch. – Nur wenn seine Frau Hurerei getrieben hat, gilt das nicht. Dann kann der Mann (bzw. im umgekehrten Fall auch die Frau) sich scheiden lassen und auch heiraten, ohne Ehebruch zu begehen.
  • Wer eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch. – Eine entlassene Frau darf nicht geheiratet werden. Denn entweder hat sie gehurt und damit die göttliche Einrichtung der Ehe mit Füßen getreten oder sie wurde aus Gründen entlassen, die von Gott nicht anerkannt werden. Wer aber selbst der Entlassende ist und dies aus dem einzigen legitimen Grund getan hat, der sollte doch auch frei sein, sich wieder verheiraten zu dürfen. (Dass die Scheidung auch von dem vorgenommen werden kann, der schuldig ist, wird hier offensichtlich nicht weiter erörtert.)

Ehebruch erschüttert die Ehe in ihren Fundamenten – und nur in diesem Fall macht der Ehepartner sich nicht schuldig, wenn er eine Ehescheidung vornimmt. Dass ein Christ vielmehr vergeben und dem Partner die Chance zu einem Neuanfang geben soll, ist klar und sollte unbedingt beachtet werden. „Ein Chris“, schreibt der Bibelausleger Rudolf Brockhaus, „handelt nicht im Geist der Gnade, wenn er die Scheidung einreicht.“

Und doch räumt der Herr dem Betrogenen die Möglichkeit einer Scheidung ein, weil es manchmal als zu schwer empfunden werden kann, einen Zustand der Hurerei und Unversöhnlichkeit dauerhaft zu ertragen. Die Scheidung ist dabei keine Empfehlung, sondern lediglich eine Möglichkeit, die sozusagen in einem Nebensatz erwähnt wird. Es ist eine „Notordnung“ für völlig verfahrene Situationen. Das Schöne, was vor dem Sündenfall gegeben wurde (1. Mo 2,24), kann leider nach dem Sündenfall nicht immer aufrechterhalten werden. 

Gerne zitiere ich an dieser Stelle nochmals eine Bemerkung von William Kelly (Bible Treasury, Band 4):

„Hier fügt der Herr etwas hinzu, was nicht im Gesetz gefunden wird, und Er stellt Gottes Gedanken über dieses Verhältnis in das volle Licht. Es gibt nur einen gültigen Grund, eine Ehe aufzulösen: Die Ehe muss sittlich bereits aufgelöst sein, um sie tatsächlich beenden zu können. Im Fall von Hurerei ist das Band vor Gott bereits gelöst[2]. Eine eheliche Verbindung ist unvereinbar mit dieser Sünde; das Verstoßen einer Frau offenbart anderen, was in den Augen des Herrn bereits stattgefunden hat. Alles wird vollkommen deutlich gemacht … Es war schon so sehr zur Gewohnheit geworden, eine Frau aus allerlei fadenscheinigen Gründen zu verstoßen, dass selbst die Jünger schockiert waren, vom Herrn etwas über die Unauflöslichkeit der Ehe zu hören.“

Auch in Markus 10,11.12 und in Lukas 16,18 finden wir Aussagen unseres Herrn zur Frage der Entlassung. Dort wird die Ausnahme („nicht wegen Hurerei“) nicht erwähnt. Das ist verständlich, denn Markus und Lukas erwähnen auch die Frage der Pharisäer nicht, ob man eine Frau aus jeder Ursache entlassen kann (siehe Mt 19,3). In Markus und Lukas wird schlicht der große Grundsatz vorstellt: Die Ehe ist für die Lebenszeit.

1. Korinther 7

„Den Verheirateten aber gebiete nicht ich, sondern der Herr, dass eine Frau nicht vom Mann geschieden werde (wenn sie aber auch geschieden ist, so bleibe sie unverheiratet oder versöhne sich mit dem Mann) und dass ein Mann seine Frau nicht entlasse(1. Kor 7,10).

Der Grundsatz lautet: Eine Ehe ist auf Lebensdauer. Scheidung und Entlassung sind nicht vorgesehen. Und wer doch geschieden ist, soll entweder unverheiratet bleiben oder sich wieder versöhnen und die Ehe wiederherstellen. Paulus berührt hier (und auch an anderen Stellen, wie z.B. Römer 7) nicht die Ausnahme, dass es eine legitime Scheidung aufgrund von Hurerei geben kann. Es geht ihm offenbar überhaupt nicht um Scheidung aufgrund von Hurerei. Denn sonst hätte er nicht nur von „versöhnen“ gesprochen, sondern auch von Buße und Bekenntnis. Außerdem hatte er in dem Abschnitt vorher deutlich gezeigt, wie man Hurerei vermeiden kann (1Kor 7,2.5).

Wenn eine Ausnahme an einer Stelle nicht erwähnt wird, bedeutet das nicht, dass es keine Ausnahme gibt. Ein Beispiel dafür ist Römer 14: Dort sagt Paulus, dass der Christ alles essen darf, weil alles rein ist (Röm 14,14). Er erwähnt nicht, dass Blut und Ersticktes verboten ist (vgl. Apg 15). Er will diese Ausnahmen hier nicht behandeln, sondern den Grundsatz zeigen: Ein Christ darf, im Gegensatz zum Juden, alles essen. Oder denken wir an 1. Korinther 7,2: „Aber um der Hurerei willen habe ein jeder seine eigene Frau, und eine jede habe ihren eigenen Mann.“ Wenn man das für sich allein nimmt, könnte man denken, dass alle heiraten müssen. Aber das ist natürlich nicht der Fall.

Es wird durch 1. Korinther 7,10 klargemacht: Wenn man geschieden ist aufgrund einer anderen Sache als Hurerei, muss man unverheiratet bleiben. Wenn man wegen eigener Hurerei geschieden ist, dann muss das erst recht gelten. Wer durch Hurerei den Grund für die Scheidung der Ehe liefert, kann unmöglich mit einer neuen Ehe „belohnt“ werden. Sonst müsste man nur huren, um das Band der Ehe loszuwerden! Wer aufgrund eigener Hurerei geschieden wurde oder wer geschieden ist, obwohl die Ehepartner keine neue Beziehung eingegangen sind, muss unverheiratet bleiben. 

Paulus schreibt in 1. Korinther 7,12: „Wenn ein Bruder eine ungläubige Frau hat, und diese willigt ein, bei ihm zu wohnen, so entlasse er sie nicht.“ Paulus zeigt hier, dass im Christentum im Gegensatz zum Judentum eine Ehe nicht deshalb geschieden werden soll, weil einer zum Volk Gottes gehört und ein anderer nicht. Und doch wird durch diese Worte auch deutlich, dass es unter bestimmten Bedingungen eine Entlassung geben kann (nämlich wenn die ungläubige Frau nicht einwilligt, bei ihm zu wohnen).

Paulus schreibt weiter: „Wenn aber der Ungläubige sich trennt, so trenne er sich. Der Bruder oder die Schwester ist in solchen Fällen nicht gebunden“ (1. Kor 7,15). Wenn eine Trennung (auch Ehescheidung) von der ungläubigen Seite „durchgeboxt“ wird, dann muss der Gläubige nicht verzweifelt an der alten Verbindung festhalten wollen, indem zum Beispiel eine Frau ihrem Mann jeden Tag das Essen bringt. Sie kann, darf und sollte diese Trennung als Faktum akzeptieren. Aber dieses „Nicht-gebunden-Sein“ geht vielleicht noch weiter und könnte auch eine neue Heirat mit einschließen (siehe dazu einen Brief von J.N. Darby am Ende dieses Aufsatzes). Man beachte eine ähnliche Ausdrucksweise in Römer 7,3 im Blick auf das Band der Ehe.  

Nun zu 1. Korinther 7,27.28: „Bist du an eine Frau gebunden, so suche nicht frei zu werden; bist du frei von einer Frau, so suche keine Frau. Wenn du aber auch heiratest, so hast du nicht gesündigt; und wenn die Jungfrau heiratet, so hat sie nicht gesündigt; solche werden aber Trübsal im Fleisch haben; ich aber schone euch.Sprechen diese Verse nicht auch von der Wiederverheiratung? Denn frei sein könnte bedeuten, dass eine Bindung nicht mehr besteht. (Wörtlich steht hier gelöst; es wird als Zeitform Perfekt verwendet, was eine in der Vergangenheit geschehene Handlung beschreibt). Dann würde sich das „bist du frei von einer Frau“ auf jemand beziehen, der einmal verheiratet war. Wenn so jemand heiratet, sündigt er nicht (wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind). Und direkt danach wird die „Jungfrau“ zusätzlich erwähnt: Das sind die, die noch nie verheiratet waren. Auch diese sündigen (grundsätzlich) nicht, wenn sie diesen Schritt in die Ehe tun. Man kann aber auch daran denken, dass Paulus in diesen Versen Männer und Frauen getrennt anspricht.

In 1. Korinther 7,39 ist zu lesen: „Eine Frau ist gebunden, solange ihr Mann lebt; wenn aber der Mann entschlafen ist, so ist sie frei, sich zu verheiraten, mit wem sie will, nur im Herrn.Die Ausnahme der Hurerei wird auch hier nicht behandelt. Es war offenbar nicht das, was die Korinther bewegte; außerdem hatte der Herr Jesus dazu ja schon Belehrungen gegeben.

Vorläufiges Resümee

Nun, wenn es eine legale Scheidung geben kann, dann muss es meines Erachtens auch eine legale Wiederheirat für den geben können, der nicht verantwortlich dafür ist, dass die Ehe in die Brüche ging. Wenn jemand dennoch wartet, dass die Ehe wieder in Ordnung kommt und unverheiratet bleibt, mag das angemessen und lobenswert sein. Dass die Heirat eines Geschiedenen einen anderen Charakter hat als die Heirat einer Jungfrau, zeigen Stellen wie 3. Mose 21,7.14 und Hesekiel 44,22, woraus man auch als Christ gewisse Belehrungen ziehen kann.  

Nun wollen wir noch einige bestimmte Fragen anschauen, die in diesem Zusammenhang immer wieder erörtert werden.

Für immer ein Fleisch?

Es gibt es manche Christen, die sagen, dass eine Ehescheidung nicht nur falsch, sondern auch nicht möglich sei. Dieser Lehre zufolge bleiben Mann und Frau, solange sie auf der Erde leben, ein Fleisch. Auch eine Scheidung und eine neue eheliche Verbindung ändern daran angeblich nichts. Doch hier verwechselt man das, was nicht sein soll, mit dem, was sein kann.

Wenn zwei Personen immer ein Fleisch bleiben, hätte die unter Gesetz entlassene Frau unbedingt zu ihrem ersten Mann zurückkehren müssen. Das aber war durchaus nicht erlaubt, wie wir das in 5. Mose 24 gesehen haben. Und auch Jeremia 3,1 sagt das ganz klar.

Außerdem müsste man im Fall einer Scheidung und Wiederheirat danach streben, die alte Verbindung wiederherzustellen und damit die neue Ehe zu zerstören. Undenkbar, dass das nach Gottes Gedanken ist!

In Johannes 4,17.18 sagt der Herr zu der Frau am Jakobsbrunnen: „Du hast recht gesagt: Ich habe keinen Mann, denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann.“ Der Herr sagt, dass sie fünf Männer gehabt hat, während sie jetzt eine „wilde Ehe“ führte. Der Herr sagt nicht, dass sie nur einen Ehemann gehabt hätte. Das aber wäre zwingend gewesen, wenn man auf immer „ein Fleisch" mit einer Person bleibt, die man geheiratet hat. Es ist deutlich: Wenn zwei Menschen sich das „Ja-Wort“ geben, fügt Gott sie in der Ehe zusammen und sie sind ein Fleisch (Mt 19,6) – auch wenn es unter Umständen geschieht, die Gott missbilligt.  

Es gibt ein bemerkenswertes Beispiel aus der Schrift, wo eine bestehende Ehe zerstört wurde, um eine ursprüngliche Ehe wiederherzustellen: David heiratete Michal, die Tochter Sauls (1. Sam 18,20.27). Michal liebte David und rettete ihn vor ihrem Vater (1. Sam 19). Als David auf der Flucht war, wurde Michal aber einem anderen Mann gegeben (1. Sam 25,43.44). Dann wurde David König – und ließ seine ehemalige Frau wieder zurückholen (2. Sam 3,14-16). Was war die Folge? Paltiel, der neue Mann Michals, weinte bitterlich. Und die Beziehung zwischen Michal und David war überhaupt nicht wie früher. Michal liebte David nicht mehr, sondern sie verachtete und spottete über ihn (2. Sam 6,16.20). Ihre Ehe blieb bezeichnenderweise kinderlos (2. Sam 6,23). Kurz: Das alles stand nicht unter dem Segen Gottes. Und wenn heute so etwas geschehen würde, würde der Segen gewiss auch fehlen.

Zusammengefügt von Gott?

Manchmal will man eine Trennung wie folgt begründen: „Meine Heirat war nicht nach den Gedanken Gottes, denn ich habe als Gläubiger eine Ungläubige geheiratet. Ich habe eigenwillig geheiratet. Die Ehe war nicht von Gott zusammengefügt – und darum kann sie jetzt aufgelöst oder annulliert werden.“ Doch so eine Argumentation geht ins Leere. Denn die Ehe ist eine von Gott eingesetzte Institution, und wer davon Gebrauch macht, ist von Gott zusammengefügt. Wenn ein Mann Vater und Mutter verlässt und seiner Frau anhängt – dann werden die zwei ein Fleisch sein (Mk 10,8). Das hat der Schöpfer so bestimmt. Wer heiratet,ist von Gott zusammengefügt. Ob die Eheleute von Gott zusammengeführt wurden, steht auf einem anderen Blatt und hat damit nichts zu tun.

Ohne Trauschein?

Es gibt heutzutage leider oft den Fall, dass zwei Menschen ohne Trauschein jahrelang zusammen leben und oft auch Kinder bekommen[3]. Nehmen wir an, der Mann würde nach einigen Jahren sagen: „Wir waren nie verheiratet, also ist Trennung auch kein Problem. Ich lasse mich ja nicht scheiden.“ Und so verlässt er unbekümmert die Partnerin (und die Kinder).  

Ich denke, so einfach geht es nicht, denn die drei Punkte aus 1. Mose 2,24 waren weitgehend erfüllt: Vater und Mutter wurden verlassen, der Frau wurde angehangen und die zwei wurden ein Fleisch. Auch wenn die dazu gehörende Heirat (in Deutschland vor dem Standesbeamten) fehlte, so kann auch so eine enge Beziehung nicht einfach ohne weiteres aufgegeben werden. Es ist hier nicht so eindeutig, wie wenn eine Ehe vorliegen würde, aber wenn zwei Menschen wie ein Ehepaar leben (obwohl man es andererseits schlicht als Hurerei bezeichnen muss), dann kann man dies nicht einfach ignorieren, insbesondere dann, wenn Kinder in dieser Beziehung leben.

Lebenslanger Ehebruch?

Es wird gesagt: „Einen Geschiedenen zu heiraten, ist Ehebruch. Wer in so einer Verbindung lebt, lebt im ständigen Ehebruch. Demgemäß ist Gemeindezucht (Ausschluss aus der Gemeinschaft) vorzunehmen und ein entsprechendes abweisendes Verhalten an den Tag zu legen. Und das, solange die Ehe besteht.“

Doch da gibt es ein Problem: Wenn die Heirat ständiger Ehebruch ist, aber die Scheidung der neuen Verbindung auch eine große Sünde ist – dann kann die betreffende Person nie mehr aus dem Zustand des Sündigens herauskommen. Das ist doch undenkbar! Was ist zu tun? Es muss aufrichtig Buße getan werden über die Sünden der Vergangenheit, und man sollte fortan „nicht mehr sündigen“ (Joh 8,11). Es darf eine Aufhebung der Zucht und eine echte Wiederherstellung geben. Dabei ist nicht zu leugnen ist, dass Unordnung im Ehe- und Familienleben eine gewisse Zurückhaltung in der Ausübung geistlicher Tätigkeiten auferlegt (in Anlehnung an 1. Tim 3,2).

Zwei alte Briefe

Zum Schluss möchte ich noch zwei alte Briefe von J.N. Darby zu diesem Thema anführen. J.N. Darby war ein herausragender Bibellehrer, dessen Meinung ruhig etwas zählen darf, auch wenn sie natürlich nicht verbindlich ist oder an die Meinung eines Paulus heranreicht. Doch sehen wir uns die Briefe einmal an.

Zum Hintergrund des ersten Briefes zunächst noch ein Wort: Eine unbekehrte Frau, die ein Kind hat, wird von ihrem unbekehrten Mann verlassen, und der Mann heiratet eine andere. Auch die Frau heiratet einen Mann und ist glücklich mit ihm. Sie kommt zum Glauben und will am Brotbrechen teilnehmen. Wie ist der Fall nun zu beurteilen?

Darby schreibt (Letters, Bd 1., S. 347):

„Ich meine, dass die Versammlung sie so akzeptieren muss, wie sie sie bei ihrer Bekehrung antrifft. Ich denke, dass ich einen Heiden, der verheiratet und geschieden war, der allerlei erlebt hat und wieder verheiratet ist und sich danach bekehrte und getauft wurde, sicher so aufnehmen würde, wie ich ihn antreffe. Ich betrachte die Handlungsweise des Mannes als Auflösen des Ehebandes (Mt 19,9) und denke, dass die Versammlung die Person so annehmen muss, wie sie sie bei der Bekehrung antrifft. Die einzige Frage in diesem Zusammenhang ist der Zustand ihres Gewissens, als sie das letzte Mal heiratete. Betrachtete sie sich selbst als frei oder als wenn sie eine Sünde beging? Das kann Einfluss auf den jetzigen Zustand ihres Gewissens haben. Aber ich betrachte sie für die Versammlung als mit ihrem gegenwärtigen Ehepartner verheiratet. Allerdings geziemt es sich für sie, in angemessener Demut ihren weiteren Weg zu gehen.“

Dann noch ein anderer Brief, der tiefer in die Thematik eingreift (J.N. Darby: Letters, Bd. 2, S. 130):

„Wenn ich gesagt habe, dass das Band zerrissen war, dann meinte ich damit, dass Gott den Christen nicht erlaubte, das Band zu zerreißen; doch wenn Ehebruch begangen worden war, hatte der Ehebrecher das Band zerrissen, und der Herr gestand der anderen Seite zu, es als zerrissen zu betrachten und danach durch eine formelle Scheidung zu handeln. Er forderte das nicht, aber Er erlaubte es. Diese Legalisierung ist Unterordnung gegenüber den Obrigkeiten, die für die allgemeine Ordnung zuständig sind, genau wie das bei der Scheidung nach dem jüdischen Gesetz der Fall war.

In vielen Teilen der Vereinigten Staaten, wie z.B. in Illinois, herrscht eine so lockere Moral, dass Christen sehr eng sein müssen. Dass jemand weggelaufen ist und eine Zeit abwesend war, reicht für eine Scheidung nicht aus, da er zurückkommen kann und das Band nicht zerrissen ist. Die Gerichte in England würden niemand, der wieder heiratet, wegen Bigamie für schuldig sprechen, wenn der Partner mehr als sieben Jahre weggeblieben ist.

Auf der anderen Seite kann ich nach 1. Korinther 7 nicht daran zweifeln, dass Christen, die offensichtlich durch den ungläubigen Partner verlassen wurden, in jeder Hinsicht frei waren, das heißt, frei zum Heiraten; aber das unterstellt ein absichtliches Im-Stich-Lassen durch den, der wegging. Der Christ durfte das nie tun. Wenn er aber genötigt war, den Partner zu verlassen, sollte er unverheiratet bleiben oder zurückkehren. Römer 7,3 hat damit nichts zu tun, denke ich. Da geht es um die Zugehörigkeit zu einem anderen Mann (nicht darum, mit ihm verheiratet zu sein), während das Eheband besteht. Dann ist die Frau des Ehebruchs schuldig, nicht aber, wenn der Ehepartner gestorben ist. Hier ist von offizieller Scheidung keine Rede, sondern von sündigen Taten, während die Ehe noch besteht. Das ist deutlich. Markus 10 macht Matthäus 19 nicht kraftlos; das Wegsenden der Frau durch den Mann wird als eigenwillige Tat angesehen. Wenn er sie verstößt, hat er durch Eigenwillen ein Band zerrissen, das durch Gott geschaffen war. Heiratet er wieder, begeht er Ehebruch. Durch diese sündige Tat wird das Band zerrissen, und eine gesetzliche Scheidung ist erlaubt. Wenn das alles vor der Bekehrung stattgefunden hat, würde ich den Fall akzeptieren, wie ich ihn antreffe. Aber wenn nur von Weglaufen die Rede ist, würde ich, wenn die Person, die wieder geheiratet hat, ein Christ ist, diese Ehe schwerlich als im Herrn geschlossen betrachten können. Gibt es Beweise von Untreue? Wenn das der Fall ist, lasst sie sich um eine offizielle Scheidung bemühen. Danach sind sie frei, wieder zu heiraten.

Aber wenn das nicht geschieht, kann ich es nicht akzeptieren, dass sie ebenso wie Ungläubige ihren eigenen Willen tun. Eine solche Ehe ist dann nicht in dem Herrn. Selbst von Witwen wird gesagt: ,allein in dem Herrn'.

Für mich ist Matthäus 5 ebenso deutlich wie Matthäus 19, aber ich meine, dass die Person offiziell geschieden sein muss, sonst bleibt sie nach dem Gesetz verheiratet, und eine neue Verbindung ist ein Konkubinat. In allen Fällen ist Vergebung erlaubt.“

Schlussgedanken

Die Ehe gilt für Lebenszeit. Das ist der große Grundsatz der Heiligen Schrift. Die Ehe zwischen Mann und Frau ist ein Bild von der unverbrüchlichen Verbindung zwischen Christus und seiner Versammlung (Eph 5). Ein leichtfertiger Umgang mit der Verbindlichkeit der Ehe ist weder aus dem Alten Testament noch aus dem Neuen Testament zu erkennen. Der Herr Jesus erlaubt die Scheidung nur, wenn Hurerei (Unzucht) vorliegt. Der Christ aber ist zum Frieden und zur Versöhnung berufen.

Wenn eine Ehe aufgrund von Ehebruch geschieden wurde, dann ergibt sich nach meinem Dafürhalten für den „unschuldige“ Partner die Möglichkeit, eine neue eheliche Verbindung eingehen zu können. Dem Partner, der sich des Ehebruchs schuldig gemacht hat, eröffnet sich diese Möglichkeit natürlich nicht.

Wer, auch unter den kompliziertesten Umständen, Scheidung und Wiederheirat kategorisch ablehnt und in diesen Fällen stets Gemeindezucht fordert, sollte sich daran erinnern, dass die Ehe für den Menschen zum Segen gegeben wurde. Im Blick auf den Sabbat sagte der Herr, dass der Sabbat um des Menschen willen gemacht wurde und nicht der Mensch um des Sabbats willen (Mk 2,27). Und so wurde doch auch die Ehe um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um der Ehe willen. Das sollte berücksichtigt werden, wenn man es mit schwierigen Fällen zu tun hat. Wir sollten aufpassen, dass wir nicht den Einzelnen aus dem Auge verlieren sowie auf Prinzipien und Praktiken beharren, die wir nicht aufs i-Tüpfelchen mit der Bibel begründen können.

Es bleibt aber auch wahr, dass Scheidung und Wiederheirat nur in begründeten Ausnahmefällen möglich ist. Das wird auch dadurch deutlich, dass die Bibel, wenn sie über dieses Thema spricht, Scheidung und erst recht Wiederheirat gar nicht in Betracht zieht. Gerade in unserer Zeit, ist es wichtig zu betonen: Die Ehe ist auf Lebenszeit.  

 

[1] Die Formulierung, dass die Ehe durch Hurerei zerstört wurde, ist sicher nicht sehr glücklich. Denn das würde ja bedeuten, dass man sich scheiden lassen muss. Das ist nicht im Sinn der Schrift und entspricht auch nicht den Gedanken der hier zitierten Ausleger. Der deutsche Ausdruck „Ehebruch“ verleitet zu dem Gedanken, dass die Ehe zerbrochen sei, dass ist aber tatsächlich nicht der Fall. Es geht um Unzucht, die die Ehe erschüttert und in einer Ehescheidung münden kann.

[2] Siehe dazu die vorige Fußnote.

[3] Es ist klar, dass das ein Zustand ist, der nicht so bleiben darf, sondern durch eine rechtmäßige Eheschließung vor dem Standesbeamten rasch beendet werden sollte.

Gerrid Setzer

Gesammelte Brocken (158)

Sa, 08/05/2017 - 00:01

Wir sollen nichts in den Bibeltext hineinlegen, sondern etwas herausholen.

„Jesus Christus ist derselbe.“ Weil er vollkommen ist, muss er sich nicht ändern. Weil er treu ist, will er sich nicht ändern.

Frieden kommt nicht durch die Abwesenheit von Problemen, sondern durch die Gegenwart Gottes.

Sorgen verändern nichts. Gott verändert.

Wer nicht missioniert, wird missioniert.

Der Ewige wurde Mensch, um sterben zu können, damit wir Sterbliche in Ewigkeit leben können.

Der große Knall

Fr, 08/04/2017 - 00:01

Bibelstellen: Hebräer 11,3

Durch Glauben verstehen wir, dass die Welten durch Gottes Wort bereitet worden sind. (Hebräer 11,3)

Die Urknall-Theorie ist heute das Standardmodell zur Erklärung dafür, wie das Universum entstanden sein soll. Dieser Theorie nach war die ganze Materie vor vielen Millionen Jahren in einem Körnchen verborgen. Dann kam der große Knall. Seitdem breitet sich das Universum aus – und auf der Erde entstand dabei zufällig Leben.

Eigentlich wurde der Begriff „Urknall“ (Big Bang) gebraucht, um die Absurdität dieser Theorie zu beschreiben. Dieser ironische Unterton ist aber heute vielen nicht bewusst, und so nehmen sie den großen Knall für bare Münze.

Aber ist das Universum wirklich durch einen Knall entstanden? Wie kann denn aus Chaos eine Ordnung entstehen? Woher kam die Materie überhaupt? Und wer führte die gewaltige Energie zu, um den Urknall auslösen? Wie kann aus toter Materie Leben hervorkommen? Auf solche Fragen bekommt man doch nur ausweichende Antworten.

Hast du schon einmal von dem Wissenschaftler Louis Pasteur (1822-1895) gehört? Auf vielen Milchpackungen kannst du seinen Namen finden, denn Pasteur hat ein Verfahren zur Haltbarmachung flüssiger Lebensmittel erfunden: die Pasteurisierung. Dieser gewiefte Mann sagte einmal etwas sehr Wichtiges: „Leben kann nur aus Leben entstehen.“

Das ist doch klar: Hinter dem Leben steht der lebendige Gott, hinter der Schöpfung der Schöpfer. Die Bibel beginnt mit diesen feierlichen Worten: „Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde“ (1. Mose 1,1). Und wenig später heißt es: „Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen in unserem Bild, nach unserem Gleichnis“ (1. Mose 1,26). Nicht der Zufall hat uns und das Universum erschaffen, sondern der große Gott!

Gerrid Setzer

Christliche Erziehung

Do, 08/03/2017 - 00:01

Bibelstellen: Sprüche 22,6

„Erziehe den Knaben seinem Weg entsprechend; er wird nicht davon weichen, auch wenn er alt wird“ (Spr 22,6).

Das Geheimnis christlicher Erziehung kann man in zwei Sätzen zusammenfassen: Erstens: Verlasse dich in Bezug auf deine Kinder auf Gott. Zweitens: Erziehe deine Kinder für Gott. Das Erste ohne das Zweite ist Gottlosigkeit; das Zweite ohne das Erste ist Gesetzlichkeit. Beides zusammen ist gesundes praktisches Christentum.

Es ist das Vorrecht aller christlichen Eltern, sich in Bezug auf ihre Kinder vertrauensvoll auf Gott zu stützen. Jedoch besteht in der Regierung Gottes eine unauflösliche Verbindung zwischen diesem Vorrecht und der ernsten Verantwortung der Erziehung. Es ist ein jämmerlicher Selbstbetrug, wenn Eltern sagen, dass sie sich hinsichtlich der Errettung ihrer Kinder ganz auf Gott verlassen oder dass Gott schon dafür sorgen wird, dass sie ein moralisch einwandfreies Leben führen, während sie ihre Pflicht vernachlässigen, ihre Kinder zu erziehen. Wir legen dies ernstlich allen christlichen Eltern ans Herz, besonders denen, die gerade erst Eltern geworden sind. Es besteht eine große Gefahr darin, wenn wir uns den Pflichten für unsere Kinder entziehen und sie anderen Personen übertragen oder sie gar vernachlässigen. Wir wollen nicht die Mühen und damit verbundenen Sorgen auf uns nehmen.

Aber wir werden feststellen, dass die Mühe, das Leid und die Sorgen, die durch die Vernachlässigung unserer Pflicht entstehen, tausendfach schlimmer sind als die, die mit der Pflichterfüllung verbunden sind. Jeder, der Gott wahrhaft liebt, geht gerne den Weg der Pflicht. Jeder Schritt auf diesem Weg gibt uns den Zugang zu den unendlichen Hilfsmitteln, die wir in Gott haben, wenn wir seine Gebote halten. Wir müssen einfach täglich und stündlich zu den unerschöpflichen Schätzen unseres Vaters kommen. Dort bekommen wir alles, was wir an Gnade und Weisheit und moralischer Kraft brauchen, um uns zu befähigen, die heiligen Aufgaben unserer Verantwortung als christliche Eltern zu erfüllen.

Charles Henry Mackintosh

Ich weiß ...

Mi, 08/02/2017 - 00:01

Bibelstellen: Römer 10,9

Wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, wirst du errettet werden (Römer 10,9).

Ich weiß, dass in der Nähe ein kompetenter Arzt praktiziert, aber ich kuriere meine Krankheiten besser mit Apfelblütentee.

Ich weiß, dass um die Ecke ein hervorragender Bäcker ist, aber ich bevorzuge Schlammkuchen.

Ich weiß, dass mein Freund erfolgreich als Rechtsanwalt arbeitet, aber ich vertraue im Paragraphen-Dschungel lieber auf die Ratschläge eines Farmarbeiters aus Nicaragua.

Ich weiß, dass Gott existiert, aber ich bestimme mein Leben lieber selbst und werde nach meiner eigenen Fasson selig.

Wer etwas nur mit dem Kopf bejaht, kommt nicht weiter. Um Gottes Rettung und Segen zu erleben, muss man im Herzen von der eigenen Hilflosigkeit überzeugt sein und im Vertrauen auf die Gnade Gottes zum Herrn Jesus kommen. Wer das tut, wird von Gott gerecht erklärt und von ihm in ewige Sicherheit gesetzt.

Man kann den Himmel um 45 Zentimeter verpassen: Das ist der Abstand zwischen Kopf und Herz!

Gerrid Setzer

Sein Wort: Leuchte und Licht

Di, 08/01/2017 - 00:01

Bibelstellen: Psalm 119,105

„Dein Wort ist Leuchte meinem Fuß und Licht für meinen Pfad“ (Ps 119,105).

Als der Herr Jesus auf dieser Erde war, war er das Licht der Welt (Joh 9,5). Durch den Glauben an ihn sind wir nun Kinder des Lichts und sollen als solche wandeln (Eph 5,8). Denn jetzt sind wir das Licht der Welt (Mt 5,4).

Aber wie sieht das praktisch aus? Was gibt uns als Gläubigen Orientierung für unseren Weg? Wir leben in einer Zeit, in der es moralisch dunkel ist. Die Welt ist von Finsternis gekennzeichnet (Joh 1,5; 3,19; Eph 4,18). Da bekommen wir also keine Orientierung. Wenn wir unseren Weg so gehen wollen, dass es Gott gefällt, brauchen wir göttliche Wegweisung. Dazu hat er uns sein Wort gegeben.

Sein Wort „ist Leuchte meinem Fuß“. Da stehe ich in einer konkreten Entscheidungssituation und frage mich, was ich tun soll. Sein Wort zeigt mir den nächsten Schritt, den ich gehen soll. Das Licht des Wortes bewahrt uns, dass wir stolpern (zweifeln) oder gar fallen (sündigen). Wir können dann sicher gehen. Wir sehen nicht immer schon den zweiten oder dritten Schritt klar. Aber wenn wir den ersten Schritt im Licht seines Wortes und im Vertrauen auf ihn gegangen sind, dann wird wieder der nächste Schritt klar und so weiter. Das hält uns abhängig von ihm.

Sein Wort ist „Licht für meinen Pfad“. Es ist auch wahr, dass uns sein Wort Licht für den ganzen Weg als Kinder Gottes gibt, nicht nur für einzelne Entscheidungen. Sein Wort belehrt uns über alle Bereiche unseres Lebens. Ob es zum Beispiel um unser Verhalten in Ehe und Familie als Kinder oder Eltern, um unser Berufsleben, unseren Umgang mit anderen Menschen, um seine Gedanken über den Platz des Zusammenkommens, um unsere Verantwortung, die gute Botschaft weiterzusagen, geht – wir finden die Antworten in seinem Wort. Er hat uns seinen Willen bereits offenbart. Lesen wir eifrig in seinem Wort, damit es Licht auf unseren Pfad wirft. Das gibt uns Lebensausrichtung.

Dann finden wir in seinem Wort auch unser vollkommenes Vorbild, den Herrn Jesus. Ihn nachzuahmen in unserem täglichen Leben bedeutet, in der Kraft des neuen Lebens zu wandeln. Er hat gesagt: „Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben“ (Joh 8,12)

Wenn sein Wort und damit der Herr Jesus selbst der Maßstab für unser tägliches Leben ist, wandeln wir im Licht. Dann können wir in einer dunklen Welt in Übereinstimmung mit ihm zu seiner Freude unseren Weg gehen. Im ganzen Land Ägypten war es damals dunkel, aber in den Wohnungen der Israeliten war Licht (2. Mo 10,23). Das können wir auch heute noch erleben.

Dirk Mütze

Mit offenen Augen beten

Mo, 07/31/2017 - 00:01

Bibelstellen: Markus 13,33; Markus 14,38; Epheser 6,18

Wir sollen wachen und beten. Das schützt uns vor der Welt, dem Fleisch und dem Teufel. 

„Gebt acht, wacht und betet; denn ihr wisst nicht, wann die Zeit ist“ (Markus 13,33). Der Zusammenhang dieses Abschnittes spricht von Drangsal in der Welt. In der Drangsal ist es nötig, dass wir wachen und beten, damit wir nicht zu Fall kommen. (Dabei ist klar, dass Christen die Drangsalszeit selbst nicht erleben müssen.) 

„Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt; der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber schwach“ (Markus 14,38). Das Fleisch ist schwach. Schnell tun wir etwas, was wir eigentlich gar nicht wollen. Deshalb sollen wir wachen und beten. 

„Zu aller Zeit betend mit allem Gebet und Flehen in dem Geist, und hierzu wachend in allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen“ (Epheser 6,18). In Epheser 6 geht es um unseren Kampf gegen den Teufel und seine Genossen. Angesichts dieser Feinde sollen wir wachen und beten.

Gerrid Setzer

Gesammelte Brocken (181)

So, 07/30/2017 - 00:01

Man muss eine Speisekarte nicht nur lesen, sondern man muss auch die bestellen Speisen essen, um satt zu werden. So muss man die Bibel nicht nur lesen, sondern auch das Gelesene verdauen, damit man erbaut wird.

Der hässliche Dorn im Fleisch von Paulus brachte schöne Blüten der Gnade Gottes hervor.

Es geht nicht darum, dass Gott uns aus der Prüfung herausholt, sondern dass wir etwas aus der Prüfung herausholen.

Die metaphysische Obdachlosigkeit ist in Deutschland leider sehr verbreitet, auch wenn viele Menschen ein Dach über dem Kopf haben (aber es fehlt eben das Gottesbewusstsein).

Wer die Welt durch die rosarote Brille sieht, wird sein blaues Wunder erleben.

Wenn Gott in der Herrlichkeit auf Christus blickt, sieht er uns. Wenn er auf uns auf der Erde sieht, erblickt er Christus.

 

Geboren – neu geboren

So, 07/30/2017 - 00:01

Geboren am 11.01.1988 – Neu geboren am 05.02.2010
So war es vor einiger Zeit auf großen Plakaten des Deutschen Roten Kreuzes zu lesen. Es wurde für Blutspenden geworben. Eine wichtige und gute Sache – wenn jemand nach einem Unfall oder bei einer Operation auf lebensrettende Bluttransfusionen angewiesen ist. Wie dankbar bin ich dann dem anonymen Spender, der sein Blut für mich gespendet hat! Es ist überlebenswichtig – aber nur für diese Erde.
Aber da hat ein anderer, Jesus Christus, sein Blut für dich und mich am Kreuz auf Golgatha gegeben. Er gab es, damit wir wirklich von neuem geboren werden, neues Leben bekommen können. Er hat am Kreuz unser Sündenproblem gelöst. Sein Blut rettet uns vor dem Gericht Gottes, dem ewigen Tod! „Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, die Gnadengabe Gottes aber ewiges Leben in Christus Jesus, unserem Herr“ (Römer 6,23). Durch sein Blut, das er für uns gegeben hat, können wir ewiges Leben bekommen.
Hast du schon ewiges Leben? „Wer den Sohn hat, hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht“ (1. Joh 5,12). Ich habe das Leben, wenn ich an den Herrn Jesus, den Sohn Gottes, glaube und dass er für meine Schuld am Kreuz gestorben ist. Damit ich leben kann.
Du kennst dein Geburtsdatum; kennst du auch das Datum, als du von neuem geboren wurdest?

Dirk Mütze

Schuldig sein

Sa, 07/29/2017 - 00:01

Bibelstellen: Römer 1,14; Römer 8,12; Römer 13,8; Römer 14,1; Römer 15,27

Der Römerbrief macht sehr deutlich, dass die Gläubigen keine Schuld mehr vor Gott haben. Dennoch stehen wir anderweitig in der Schuld, haben wir anderweitig Verpflichtungen:

„Sowohl Griechen als Barbaren, sowohl Weisen als Unverständigen bin ich ein Schuldner“ (Römer 1,14). Wir sind schuldig, das Evangelium weiterzugeben.

„So denn, Brüder, sind wir Schuldner, nicht dem Fleisch, um nach dem Fleisch zu leben, denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr sterben; wenn ihr aber durch den Geist die Handlungen des Leibes tötet, so werdet ihr leben“ (Römer 8,12). Wir sind schuldig, in der Kraft des Geistes Gottes zu leben.

„Seid niemand irgendetwas schuldig, als nur einander zu lieben; denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt“ (Römer 13,8). Wir sind schuldig, unseren Nächsten zu lieben.

„Wir aber, die Starken, sind schuldig, die Schwachheiten der Schwachen zu tragen und nicht uns selbst zu gefallen“ (Römer 14,1). Als solche, die wir die christliche Freiheit verstanden haben, sind wir schuldig, die Geschwister mit einem engen Gewissen zu tragen.

„Es hat ihnen nämlich wohlgefallen, auch sind sie ihre Schuldner. Denn wenn die Nationen ihrer geistlichen Güter teilhaftig geworden sind, so sind sie schuldig, ihnen auch in den leiblichen zu dienen“ (Römer 15,27). Wir sind schuldig, denen materielle Güter zu geben, die uns geistlich versorgen.

Gerrid Setzer

Mit aufgedecktem Angesicht

Fr, 07/28/2017 - 00:01

Bibelstellen: 2. Korinther 3,18

Wir alle aber, mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauend, werden verwandelt nach demselben Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, als durch den Herrn, den Geist (2. Korinther 3,18).

Dies ist heute unser Vorrecht, das Vorrecht eines jeden Gläubigen. „Wir alle“ steht im Gegensatz zu dem einen Mann Mose. „Wir alle“, denn Gott macht hier keinen Unterschied: Auch der schwächste Gläubige hat dieses Vorrecht vor Gott. Wo immer es um dieses Vorrecht geht, um das, was der Herr Jesus erwirkt und uns durch Gnade gegeben hat, gibt es keinen Unterschied. Geistliche Kraft hingegen erlebt nicht jeder Gläubige gleich, hier sehen wir eine weite Bandbreite. So wie in Adam kein Unterschied darin besteht, dass alle gesündigt haben, so unterscheidet sich doch, in welchem Maß der Einzelne in Sünde lebt. Und so verhält es sich auch mit dem zweiten Menschen, dem letzten Adam: All diejenigen, die zu ihm gehören, haben dieses gesegnete Vorrecht.

Mose sah etwas nur allein und sah es nur für einen kurzen Moment; für uns hingegen ist dieses Vorrecht dauerhaft. Der Gläubige hat hier auf der Erde das Recht, sich Gott zu nahen und seine Herrlichkeit „mit aufgedecktem Angesicht“ zu sehen. Sein Herz ist unverhüllt, weder das Angesicht Christi noch unseres bedeckt, die Decke für immer weggenommen. Im Heiligen Geist kommt zu uns nicht nur ein Erlöser, der unsere Übertretungen und Sünden trägt. Vielmehr trat dieser Erlöser nach dem Werk der Gnade in die Gegenwart Gottes als Zeuge für die Vollkommenheit dessen, was er erwirkt hat. Und der Heilige Geist lädt uns ein, auf ihn zu schauen in seiner Herrlichkeit gemäß der Vollkommenheit der Erlösung. Dass wir dieses Vorrecht haben, mindert in keiner Weise die Gnade, die den Erlöser sandte, noch den Preis, den er für die Erlösung zahlte, ganz im Gegenteil! Und so wird dieses Vorrecht den himmlischen Charakter unseren Wegen aufprägen.

William Kelly

Durch Gottes Wort wiedergeboren

Do, 07/27/2017 - 00:01

Bibelstellen: 1. Petrus 1,23; Jakobus 1,18

Die Bibel ist das lebendige und bleibende Wort der Wahrheit, durch das Menschen wiedergeboren werden (1. Pet 1,23; Jak 1,18). Oft sind es ganz bestimmte Bibelworte, die Menschen innerlich aufwühlen und zum lebendigen Glauben führen. Das zeigt sich auch in der langen Geschichte der christlichen Kirche.

Die packende Macht von Gottes Wort haben viele Menschen erfahren. Sehen wir uns dazu einige Beispiele aus der Kirchengeschichte an:

Augustinus von Hippo (354-430), einer der sogenannten Kirchenväter, suchte verzweifelt nach innerem Frieden. Schließlich kam er durch ein Bibelwort zur Ruhe, das sich eigentlich an Gläubige richtet, aber das der Heilige Geist dennoch benutzte, um Augustinus auf den Retter Jesus Christus hinzuweisen: „Lasst uns anständig wandeln wie am Tag; nicht in Schwelgereien und Trinkgelagen, nicht in Unzuchthandlungen und Ausschweifungen, nicht in Streit und Neid; sondern zieht den Herrn Jesus Christus an, und treibt nicht Vorsorge für das Fleisch zur Befriedigung seiner Begierden“ (Röm 13,13).

Martin Luther (1483-1546), der bekannte deutsche Reformator, lebte sehr streng als Mönch, ohne die Angst vor Gott und seinem Gericht loszuwerden. Doch ein Satz aus dem Römerbrief öffnete ihm die Augen für die große Wahrheit, dass man allein durch Glauben gerechtfertigt wird: „Der Gerechte aber wird aus Glauben leben“ (Röm 1,17).

Johannes Calvin (1509-1564), ein Reformator, der vor allem in Genf wirkte, wurde durch Jesaja 53 davon überführt, dass der Herr Jesus am Kreuz für ihn alles gut gemacht hat: „Um unserer Übertretungen willen war er verwundet, um unserer Ungerechtigkeiten willen zerschlagen. Die Strafe zu unserem Frieden lag auf ihm, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden“ (Jes 53,5).

John Knox (1514-1572), Vorreiter der Reformation in Schottland, fand Jesus, den Erretter, als er Johannes 14 las: „Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich“ (Joh 14,6).

John Bunyan (1628-1688), Autor des weit verbreiteten Buches Die Pilgerreise, kam aus der Finsternis in das wunderbare Licht Gottes durch dieses Wort: „Ihr seid gekommen … zu Gott, dem Richter aller; und zu den Geistern der vollendeten Gerechten; und zu Jesus, dem Mittler eines neuen Bundes; und zu dem Blut der Besprengung, das besser redet als Abel“ (Heb 12,22-24).

George Whitefield (1714-1770), ein sehr eifriger Prediger des Evangeliums, wurde in großer innerer Sündennot durch dieses Wort Gottes getröstet und für immer verändert: „Durch die Gnade seid ihr errettet“ (Eph 2,5).

John Newton (1725-1807), ein Prediger und Liederdichter, geriet mit einem Schiff in einen schrecklichen Sturm. Als er aufmerksam das Wort Gottes las, wurde er durch einen Vers aus dem Johannesevangelium auf den hingewiesen, der durch die Gnade sein persönlicher Herr und Heiland wurde: „Siehe, das Lamm Gottes!“ (Joh 1,36).

Walter Thomas Prideaux Wolston (1814-1917), ein begnadeter Evangelist, kam durch diese Bibelstelle zum lebendigen Glauben: „Glaube an den Herrn Jesus, und du wirst errettet werden“ (Apg 16,31).

William Kelly (1821-1906), ein herausragender Bibelausleger, bekehrte sich durch das Wort aus Offenbarung 20,12: „Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Thron stehen, und Bücher wurden geöffnet; und ein anderes Buch wurde geöffnet, welches das des Lebens ist. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken.“

Frederick Stanley Arnot (1858-1914), Pioniermissionar in Afrika, wurde durch den bekannten Vers aus Johannes 3 sehr beeindruckt: „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe“ (Joh 3,16). Er glaubte dieser Botschaft und fand Vergebung seiner Sünden und Ruhe für sein Gewissen.

Hast du die Worte der Bibel als Gottes Wort angenommen (1. Thes 2,13)? Kennst du die rettende Kraft dieses Wortes aus Erfahrung (1. Kor 1,18)? Bist du von neuem geboren worden durch das „Wasser des Wortes Gottes“ (vgl. Joh 3,5)? Vielleicht kannst du kein konkretes Bibelwort anführen, das dich zur Bekehrung gebracht hat, aber immer ist Glaube an Gottes Wort nötig, wenn jemand gerettet werden soll.

Und welchen Stellenwert nimmt Gottes Wort ein, wenn wir als Gläubige die gute Botschaft weitergeben möchten? Streuen wir wirklich den Samen des Wortes Gottes im festen Vertrauen aus, dass Gott dadurch Frucht hervorbringen wird? (Mk 4,26-28). Wenn wir auch in Gesprächen nicht Bibelwort an Bibelwort reihen können, so sollte uns doch stets bewusst sein, dass der Glaube aus der Verkündigung kommt und die Verkündigung aus Gottes Wort (Röm 10,17).

Gerrid Setzer

Gesammelte Brocken (157)

Mi, 07/26/2017 - 00:01

Lieber Bruder! Bist du eine Vater-Morgana? Immer, wenn deine Kinder meinen, dich sehen zu können, bist du schon wieder weg.

Wer den Navigationsbefehlen Gottes in seinem Leben folgt, braucht niemals bei der nächsten Gelegenheit zu wenden.

Trials are not intended to break us but to make us.

Kein normaler Mensch wird eine Giftschlange in ihrer Gefährlichkeit unterschätzen. Aber wenig sind sich die Menschen der Gefährlichkeit der „alten Schlange“ bewusst.

Willst du das Gewissen eines Menschen erreichen, dann gehe nur über das Herz! Gehst du über das Gewissen direkt, dann erreichst du nie das Herz. Wer zieht dem Wanderer den Mantel aus? Der Wind? Die Kälte? Der Sturm? Nein, er zieht ihn fester zu. In der Sonne zieht er ihn von selbst aus. (Adolf Henrich)

Alles, was im Widerspruch zur Bibel steht, sind „alternative Fakten“.

Die Güte und wir

Di, 07/25/2017 - 00:01

Bibelstellen: Sprüche 20,6; Titus 3,4.5

Das Dresdner Rathaus zieren 16 riesige Sandsteinfiguren, die verschiedene Tugenden darstellen sollen. Eine Sandsteinfigur heißt: „Die Güte“.

Es gibt ein sehr bekanntes Bild, das nach den Luftangriffen auf Dresden im Februar 1945 aufgenommen wurde. Es zeigt die Figur „Güte“, die auf die völlig zerstörte Stadt „herabblickt“.

Was für eine Ironie! Die Menschen wollen der Güte huldigen und richten dennoch ein Inferno an, das der Güte völlig widerspricht.

Mit der Tugend „Güte“ ist es bei uns Menschen offenbar nicht allzu weit her. „Die meisten Menschen rufen ein jeder seine Güte aus; aber einen zuverlässigen Mann, wer wird ihn finden?“ (Sprüche 20,6).

Doch Gott sei Dank dürfen wir einen gütigen Gott kennen, der diese Güte auch bewiesen hat: „Als aber die Güte und die Menschenliebe unseres Heiland-Gottes erschien, errettete er uns, nicht aus Werken, die, in Gerechtigkeit [vollbracht], wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit“ (Tit 3,4.5).

Gerrid Setzer

Irmas Injektion

Mo, 07/24/2017 - 00:01

„Wie einen Traum nach dem Erwachen wirst du, Herr, beim Aufwachen ihr Bild verachten“ (Ps 73,20).

In der Nacht vom 23. Juli auf den 24. Juli 1895 träumte Sigmund Freud den Traum von „Irmas Injektion“. Diesen Traum hat Sigmund Freud detailliert analysiert und später haben es noch viele andere getan. Bücher wurden geschrieben – und so wurde „Irmas Injektion“ zu einem der bekanntesten Träume der Menschheitsgeschichte.

Es geht mir jetzt nicht darum, wie sinnlos es ist, hinter den wahllos hingeworfenen Gedanken-Puzzlestücken eines Traumes ein vollständiges Bild zu suchen und das detalliert zu interpretieren, sondern es geht mir darum, dass so eine Analyse die große Ausnahme ist. Normalerweise werden Träume von uns – sicher völlig zu Recht – verachtet. Man wacht morgens auf und sagt: „Weißt du, was ich heute Nacht wieder für einen Unsinn geträumt habe?“ Und schnell vergisst man dann den Traum.

Diese Tatsache wendet Asaph in Psalm 73 auf die Gottlosen an. Wenn die Gottlosen in der Auferstehung „aufwachen“ und vor Gott als Menschen erscheinen werden, dann wird Gott ihre Erscheinung in Auferstehung verachten wie einen Traum. Er wird ihnen als Personen keine Bedeutung beimessen. Er wird, um es mal zugespitzt zu formulieren, sie in Ewigkeit komplett vergessen. Schrecklich ist es, zu den „Vergessenen Gottes“ in Ewigkeit zu gehören!

Gerrid Setzer

Es ist doch Frieden!

So, 07/23/2017 - 00:01

Bibelstellen: Apostelgeschichte 10,36; Epheser 2,17

Im Zweiten Weltkrieg besetzte die japanisch-kaiserliche Armee viele Inseln. In manchen Gebieten agierten die japanischen Soldaten sehr isoliert. So geschah es, dass sie die Kapitulation Japans im Herbst 1945 überhaupt nicht mitbekamen. Sie wussten nicht, dass Frieden war, und lebten in ständiger Angst und hielten sich in Alarmbereitschaft.

Der japanische Soldat Nakamura Teruo auf der indonesischen Insel Morotai ergab sich erst im Jahr 1974, nachdem ein indonesischer Suchtrupp ihn aufgestöbert hatte. Der Krieg war schon fast 30 Jahre zu Ende und er realisierte es immer noch nicht.

Viele Menschen, die an Gott denken, leben in Angst vor Gott. Sie denken daran, dass er jederzeit seine heiligen Forderungen geltend machen könnte. Sie verstehen nicht, dass der Herr Jesus am Kreuz Frieden erstritten hat und dass seitdem Frieden allen Menschen verkündigt wird (Apg 10,36; Eph 2,17). Gott war natürlich nie der Feind des Menschen, aber seit Jesus starb, wird der Frieden proklamiert – und viele Menschen haben das bald 2000 Jahre nach dem Werk am Kreuz immer noch nicht verstanden.

Gerrid Setzer

Seine Schulter(n)

Sa, 07/22/2017 - 00:01

Bibelstellen: Jesaja 9,5; Lukas 15,5

„Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter“ (Jes 9,5). „Und wenn er es gefunden hat, legt er es mit Freuden auf seine Schultern“ (Lk 15,5).

Jesaja 9,5 bezieht sich prophetisch auf den Herrn Jesus und seine Herrschaft (im Tausendjährigen Reich). Die Herrschaft ruht auf seiner Schulter (Einzahl!). Er ist das Kind, das geboren wurde (als Mensch), und der Sohn, der gegeben wurde (als Gott, der Sohn).

Dieser Vers zeigt uns etwas von der Größe seiner Person: Er ist Gott und Mensch in einer Person. Auf der Kraft und Verlässlichkeit seiner Schulter ruht die Herrschaft über die ganze Welt in völligem Frieden. Seine Herrschaft im Tausendjährigen Reich wird durch Ruhe und Frieden gekennzeichnet sein. Für diese Erde, die so viel Leid und Elend gesehen hat, wird dies eine noch nie dagewesene Zeit des Segens sein.

In Lukas 15,5 spricht der Herr Jesus von einem Mann, der ein verlorenes Schaf sucht, bis er es gefunden hat. Wenn er es gefunden hat, legt er es mit Freuden auf seine Schultern (Mehrzahl!) und trägt es nach Hause.

In dieser Begebenheit erkennen wir ein schönes Bild des Herrn Jesus als dem Hirten seiner Schafe. In seiner Hirtenliebe geht er dem verlorenen Schaf nach und sucht es, bis er es gefunden hat. Wenn er es gefunden hat, trägt er es mit Freuden auf seinen beiden Schultern nach Hause. Gibt es einen Ort, der von größerer Sicherheit und Geborgenheit spricht als der Platz auf seinen beiden Schultern?

Die Herrschaft über die ganze Welt ruht auf einer Schulter, aber sein verlorenes und wieder gefundenes Schäfchen trägt der gute Hirte auf seinen beiden Schultern! Wenn der Weg auch lang und beschwerlich ist – der gute Hirte trägt sein Schaf auf seinen beiden Schultern nach Hause! Was für ein großes Vorrecht, zu seinen Schafen zu gehören! Gehörst du auch dazu?

Daniel Melui

Versöhnung – Fragen und Antworten

Fr, 07/21/2017 - 00:01

Bibelstellen: Römer 5,10.11; 2. Korinther 5,18; Kolosser 1,20.22.23

Fragen

1.)  Durch die Sünde ist die Beziehung zwischen dem Geschöpf und dem Schöpfer gestört, es ist eine Entfremdung eingetreten. Worin zeigt sich das auf Seiten des Geschöpfes und auf Seiten des Schöpfers? 

2.)  Es gibt neben der Entfremdung auch Feindschaft zwischen dem Menschen und Gott. Zeige anhand der Schrift, worin die Feindschaft besteht und wie sie sich zeigt.

3.)  Wo wird im Neuen Testament ausdrücklich von Versöhnung einzelner Gläubiger mit Gott gesprochen?

4.)  Was bedeutet der Begriff „Versöhnung“ genau? Versuche, diesen Begriff mit anderen Worten zu beschreiben.

5.)  Was ist die fundamentale Grundlage dafür, dass Menschen mit Gott versöhnt werden können?

6.)  Muss auch ein Werk an dem Menschen geschehen, damit er mit Gott versöhnt werden kann?

7.)  Was bedeutet der Vers: „Gott war in Christus, die Welt mit sich selbst versöhnend, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnend“ (2. Korinther 5,19)? Inwiefern hat Gott den Menschen ihren Sünden nicht zugerechnet, als Christus auf der Erde war?

8.)  Was bedeutet dieser Vers: „Denn wenn ihre Verwerfung [nämlich die Verwerfung Israels] die Versöhnung der Welt ist, was wird …“ (Römer 11,15)? Wird denn die ganze Welt mit Gott versöhnt?

9.)  Was bedeutet es, dass Gott durch den Herrn Jesus alle Dinge mit sich versöhnen wird (Kolosser 1,20)? Was bedeutet hier „alle Dinge“? Und wann wird diese Versöhnung stattfinden?

Antworten

1.)   Der Mensch liebt die Gemeinschaft mit Gott nicht mehr; er ist entfremdet dem Leben Gottes (Epheser 4,17-19).  Nach dem Sündenfall versteckten Adam und Eva sich vor Gott (1. Mose 3,8). Der Mensch ist durch die Sünde derart verdorben, dass er nicht einmal Gott sucht (Römer 3,11). Das Geschöpf, an dem der Schöpfer große Freude hatte und das sehr gut aus seiner Hand hervorgekommen war, bereitet Gott nun großen Schmerz (1. Mose 6,6). Nun muss Gott den Menschen suchen (1. Mose 3).

2.)   Die Gesinnung des Fleisches ist Feindschaft gegen Gott (Römer 8,7), das ist die Haltung der Welt im Allgemeinen (vgl. Jak 4,4). Der Mensch ist der Feind Gottes geworden, Gott aber ist niemals der Feind des Menschen. Er hat seinen Sohn gegeben, als wir noch Feinde waren (Römer 5,10). Der Mensch hat seine Feindschaft gerade darin gezeigt, dass er Jesus verworfen und getötet hat.

3.)   Römer 5,10.11; 2. Korinther 5,18; Kolosser 1,22.23

4.)  Vom Grundtext her bedeutet dieses Wort: Gleich machen, so dass beide Seiten zufrieden sind. – In Übereinstimmung bringen. Distanz überbrücken. Hindernisse beseitigt. Wieder vertragen.

5.)   Das Kreuz von Golgatha (Römrt 5,10; Kolosser 1,22).

6.)   Ja. Die Sünden müssen weggetan werden, und wir brauchen neues Leben (siehe 2. Korinther 5,17.18).

7.)   Christus kam nicht als Richter.  Er rechnete die Schuld nicht ab. Er behandelte die Menschen in Gnade, wollte mit allen Versöhnung.

8.)   Das Angebot der Versöhnung wird nun „offiziell“ allen Menschen gemacht, nachdem Israel als Sondereigentum Gottes beiseitegesetzt worden ist.

9.)   Damit ist die materielle Schöpfung gemeint. Es geht nicht um die intelligenten Wesen – nicht um Menschen und Engel. Das findet seine erste Erfüllung im Tausendjährigen Reich und seine vollständige Erfüllung im ewigen Zustand.

Gerrid Setzer

Gesammelte Brocken (156)

Do, 07/20/2017 - 00:01

Nicht alle Dinge, die uns begegnen sind gut, aber sie wirken alle zum Guten mit.

Der Herr betete auch noch, als er seine Hände nicht mehr erheben oder falten konnte: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“

In der ersten Schöpfung lenkt Gott unsere Blicke auf die neue Schöpfung. In der neuen Schöpfung lenkt Gott unsere Blicke von der ersten Schöpfung weg. „Gott wird jede Träne von ihren Augen abwischen.“

Als Mose in seiner Mini-Arche in den Nil gelegt wurde, wurde er nicht dem Schicksal, sondern dem Schöpfer anvertraut.

Gott wird das ganze Universum einmal neu gestalten, die jetzige Himmel und die jetzige Erde werden vergehen.„Schon allein die Tatsache, dass die Sonne über dem Verbrecher leuchtet und der Mond den Pfad des Diebes beschien, genügt zu ihrem Untergang“ (Martin Luther).

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