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Aktualisiert: vor 18 Stunden 14 Minuten

Nicht reden? Unmöglich!

So, 04/29/2018 - 00:01

Bibelstellen: Apostelgeschichte 4

Fragen wir uns doch einmal, was die Menschen von den ersten Christen gedacht haben mögen. Siehe Apostelgeschichte 4: Gerade gefangen genommen, standen Petrus und Johannes vor dem Synedrium. Es war dasselbe Synedrium, vor dem noch vor kurzem der Herr gestanden hatte und dann zum Tod am Kreuz verurteilt worden war. Man mag schon fast rufen wollen: „Petrus, halt den Mund! Bist du völlig verrückt geworden? Du bringst alle noch durch dein Reden um!“ – so deutlich waren seine Worte an die Führer des Volkes. Aber Petrus, voll Heiligen Geistes, schwieg nicht, sondern redete, und die Menschen mussten erkennen, dass dieser mit Jesus gewesen war (Apg 4,13). Aber das Erstaunen über diese ungelehrten und ungebildeten Männer hielt nur kurz, und man drohte ihnen ernstlich, „nicht mehr in diesem Namen zu irgendeinem Menschen zu reden“ (Apg 4,17.18). Das ist genau der Punkt! Zum Schweigen bringen! Damals wie heute das erklärte Ziel Satans! Allerdings war und ist genau das der Auftrag an Jünger Jesu:

„... und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an [das] Ende der Erde“ (Apg 1,8). „Geht hin in die ganze Welt und predigt der ganzen Schöpfung das Evangelium“ (Mk 16,15).

Der Auftrag des Herrn hat sich bis heute nicht geändert. Wir sehen hier also den deutlichen Konflikt zwischen dem Gebot des Herrn und dem Bestreben Satans, in dem wir als Jünger Jesu stehen. Und wie antworten Petrus und Johannes?

„Ob es vor Gott recht ist, auf euch mehr zu hören als auf Gott, urteilt ihr; denn uns ist es unmöglich, von dem, was wir gesehen und gehört haben, nicht zu reden“ (Apg 4,19.20).

Da haben wir sie wieder! Diese Jünger des Herrn, die gehorsam blieben und im vollen Bewusstsein dessen standen, was der Herr Jesus für sie war und was sie in Ihm hatten. Ihre Herzen brannten für den Herrn! Dass Petrus und Johannes hier so reagieren, macht uns deutlich, dass sie schon bevor sie in diese gefährliche Situation gekommen waren, brennende Herzen hatten. Das verdeutlicht das Prinzip: Wir können in gefährlichen und stressigen Situationen, in denen unser Glaube geprüft wird, nur das zeigen, was wir bereits vor der Situation besaßen. Noch mal: Das war kein Kinderspiel hier. Die Führer des Volkes hatten unmissverständlich deutlich gemacht, was sie von dem Herrn hielten. Vielleicht sind den beiden Jüngern noch die Worte des Herrn in den Sinn gekommen:

Wenn die Welt euch hasst, [so] wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. [...] Erinnert euch an das Wort, das ich euch gesagt habe: Ein Knecht ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen“ (Joh 15,18.20).

Hier nun erfüllten sich diese Worte und haben es seitdem unzählige Male getan.

Friedemann Werkshage

Treue bei der täglichen Arbeit

Sa, 04/28/2018 - 00:01

Bibelstellen: 2. Mose 3; Richter 6; Lukas 5; 1. Könige 19

Viele, die von Gott zu einem besonderen Dienst berufen wurden, erhielten den Ruf, als sie ihrer täglichen Arbeit treu nachgingen.

Mose: Er weidete die Schafherde seines Schwiegervaters. Das hatte er schon vierzig Jahre lang getan. Doch demütig übte er diesen Dienst weiter aus. Da erschien ihm Gott in einem brennenden Dornbusch und ordinierte ihn zum Befreier seines geplagten Volkes Israel. 2. Mose 3.

Gideon: Er schlug Weizen aus in einer Kelter, weil die Midianiter das ganze Land beherrschten und die Nahrungsmittel wegnahmen. Da kam der Engel des Herrn zu ihm und gab ihm den Auftrag, der Retter seines Volkes von diesem schrecklichen Feind zu werden. Richter 6.

Elisa: Als der Prophet Elia zu Elisa kam und ihm symbolträchtig den Prophetenmantel umwerfen wollte, da pflügte Elisa gerade das Feld mit dem zwölften Joch von Rindern, das heißt: Er hatte schon elf Joche Rinder durch. Er hatte gewissermaßen die Energie von vierundzwanzig Rindern. 1. Könige 19.

Petrus: Er fischte die ganze Nacht, ohne allerdings einen Fisch zu fangen. Als er anschließend treubrav die Netze wusch, kam der Meister vorbei und stieg in sein Schiff. Kurz danach wurde Petrus als Menschenfischer berufen und ließ alles hinter sich. Lukas 5.

Wir sollten uns an dieser Stelle fragen: Nehmen wir treu und beständig unsere vielleicht etwas trockene Aufgabe wahr (wie Mose)? Sind wir gut dabei, auch wenn die Arbeitsbedingungen nicht optimal sind (wie Gideon)? Sind wir fleißig und hartnäckig (wie Elisa)? Arbeiten wir weiter, auch wenn es mal Misserfolge gibt (wie Petrus)?

Die in Treue ausgeführte tägliche Arbeit steht in einem engeren Verhältnis zum Dienst für den Herrn, als wir vielleicht glauben!

Gerrid Setzer

Materialismus – eine ernste Gefahr für uns

Fr, 04/27/2018 - 00:01

Bibelstellen: Jakobus 1,9

Verfolgungen kennen wir nicht – die jüngsten Generationen schon mal gar nicht. Dabei wollen wir nicht vergessen, dass es auch in unseren Ländern Christen gibt, die aufgrund ihres Glaubens diskriminiert und schikaniert werden. Aber eine derartige Verfolgung, wie wir sie bereits gesehen haben, erfahren wir heute nicht mehr. Das mag daran liegen, dass Satan, vor allem in westlichen Ländern, seine Strategie geändert hat. Haben wir ihn in dem vorigen Beitrag noch als brüllenden Löwen gesehen, erscheint er in unseren Ländern doch vor allem als Engel des Lichts. In den letzten Jahren haben wir es mit einer zunehmenden Demokratisierung zu tun, die uns Sicherheit, Freiheit und Ruhe gebracht hat. Eng damit verknüpft eine starke Liberalisierung, besonders der Wirtschaft, die uns vor allem Wohlstand gebracht hat. Wie kaum eine andere Zeit und wenig andere Länder dieser Erde sind wir durch Materialismus gekennzeichnet. Wir haben uns zu einer regelrechten Konsumgesellschaft entwickelt, deren Lebensstil maßgeblich auf die Sicherung und Steigerung des Konsums ausgerichtet ist. „Shop till you drop“ ist das Credo. Immer her, immer mehr! Das ist unser Zeitgeist. Während verfolgte Christen meist in äußerer Armut leben, aber in einem lebendigen Bewusstsein ihrer Hoheit (Jakobus 1,9), das heißt ihres geistlichen Besitzes in dem Herrn Jesus, scheint es bei uns gerade anders herum zu sein. Zwar nimmt der äußere Wohlstand allgemein zu, aber der geistliche Grundwasserspiegel sinkt immer weiter ab. Mehr und mehr werden geistliche Wahrheiten aufgegeben – wenn auch oft nicht immer in der Theorie, dann doch in der Praxis –, für die unsere Vorfahren hart auf ihren Knien gekämpft haben.

Es geht hier keineswegs darum, einer Art Asketentum das Wort zu reden. Aber Gott sucht heute geistlich gesinnte Männer und Frauen, die voll für Ihn allein einstehen und sich nicht dem Zeitgeist unterwerfen. Deren Leben ein lebendiges Zeugnis ist und ihr Reden nicht durchstreicht, sondern unterstreicht. Sei es unter den offenen und brutalen Angriffen Satans dort oder unter den eher subtilen und versteckten Angriffen hier – es wird uns alles kosten, um standhaft zu widerstehen. Wir müssen uns vor Augen führen, dass es so oder so Satans erklärtes Ziel ist, uns zum Schweigen zu bringen – sowohl in Bezug auf unser Reden als auch auf unser Leben. Letzteres „Reden“ ist eigentlich das lauteste und eindrücklichste. Schweige ich? Welche Sprache redet mein Leben? Was sehen die Menschen?

Friedemann Werkshage

Das Woll-Vlies Gideons

Do, 04/26/2018 - 00:01

Bibelstellen: Richter 6,36-40; Richter 7,13

Bevor Gideon in den Kampf ziehen wollte, erbat er sich von Gott ein Zeichen zur Bestätigung, und so legte er ein Woll-Vlies (ein gewebtes Tuch aus Lamm- oder Schafswolle) auf die Tenne. Am nächsten Morgen sollte der Tau auf dem Vlies sein, aber nicht auf dem Boden. Und so geschah es. Danach erbat er sich ein weiteres Zeichen: In der kommenden Nacht sollte der Tau nur auf den Boden, aber nicht auf das Woll-Vlies herabfallen.

Vielleicht ist die erste Bedeutung diese: Gott kann dafür sorgen, dass der Tau (ein Bild des Segens) auf dem erwählten Volk Israel ruht, während die Nationen trocken sind. So war es zur Zeit Josuas. Dies ist das erste Zeichen.

Doch es steht auch in der Hand Gottes, wenn das Volk Israel trocken ist, wenn sie die Segnungen nicht mehr erleben und die umliegenden Nationen die Segnungen des Landes vereinnahmen (denn die Midianiter kamen ja wie Heuschrecken in das Land und ließen keine Lebensmittel im verheißenen Land übrig; Richter 6,1–6). Gott ließ das als Züchtigung zu. Aber wenn das unter seiner Hand zugelassen wurde, dann kann Gott das auch wieder rückgängig machen, indem er die Feinde in Hand Gideons gibt!

Neben dieser mehr unmittelbaren und praktischen Lektion finden wir hier auch einen Hinweis auf den Herrn Jesus. Als Jesus, das Lamm Gottes, auf der Erde lebte, ruhte der ganze Segen und die ganze Anerkennung Gottes auf ihm, wovon der Tau ein Bild ist. Seine Umgebung war jedoch ein „dürres Erdreich“ (Jesaja 53,2). Das entspricht dem ersten Zeichen.

Doch am Kreuz auf Golgatha wurde Christus von Gott verlassen. Er genoss nicht mehr die Gemeinschaft mit seinem Gott. Seine Kraft war vertrocknet wie eine Tonscherbe, und schließlich wurde er in den Staub des Todes gelegt. Er hat das alles auf sich genommen, damit uns Menschen der Segen zuteilwerden kann – das Woll-Vlies war trocken und der Boden mit Tau benetzt. Das war das zweite Zeichen.

Kurz darauf wird in dem göttlichen Bericht übrigens das Gerstenbrot erwähnt, das den Sieg bringt (Richter 7,13). Das Gerstenbrot ist ein Hinweis auf den auferstandenen Christus – was das Bild vervollständigt, denn wir haben hier sein Leben, sein Tod und seine Auferstehung.

Gerrid Setzer

Das Woll-Vlies Gideons

Do, 04/26/2018 - 00:01

Bibelstellen: Richter 6,36-40; Richter 7,13

Bevor Gideon in den Kampf ziehen wollte, erbat er sich von Gott ein Zeichen zur Bestätigung, und so legte er ein Woll-Vlies (ein gewebtes Tuch aus Lamm- oder Schafswolle) auf die Tenne. Am nächsten Morgen sollte der Tau auf dem Vlies sein, aber nicht auf dem Boden. Und so geschah es. Danach erbat er sich ein weiteres Zeichen: In der kommenden Nacht sollte der Tau nur auf den Boden, aber nicht auf das Woll-Vlies herabfallen.

Vielleicht ist die erste Bedeutung diese: Gott kann dafür sorgen, dass der Tau (ein Bild des Segens) auf dem erwählten Volk Israel ruht, während die Nationen trocken sind. So war es zur Zeit Josuas. Dies ist das erste Zeichen.

Doch es steht auch in der Hand Gottes, wenn das Volk Israel trocken ist, wenn sie die Segnungen nicht mehr erleben und die umliegenden Nationen die Segnungen des Landes vereinnahmen (denn die Midianiter kamen ja wie Heuschrecken in das Land und ließen keine Lebensmittel im verheißenen Land übrig; Richter 6,1–6). Gott ließ das als Züchtigung zu. Aber wenn das unter seiner Hand zugelassen wurde, dann kann Gott das auch wieder rückgängig machen, indem er die Feinde in Hand Gideons gibt!

Neben dieser mehr unmittelbaren und praktischen Lektion finden wir hier auch einen Hinweis auf den Herrn Jesus. Als Jesus, das Lamm Gottes, auf der Erde lebte, ruhte der ganze Segen und die ganze Anerkennung Gottes auf ihm, wovon der Tau ein Bild ist. Seine Umgebung war jedoch ein „dürres Erdreich“ (Jesaja 53,2). Das entspricht dem ersten Zeichen.

Doch am Kreuz auf Golgatha wurde Christus von Gott verlassen. Er genoss nicht mehr die Gemeinschaft mit seinem Gott. Seine Kraft war vertrocknet wie eine Tonscherbe, und schließlich wurde er in den Staub des Todes gelegt. Er hat das alles auf sich genommen, damit uns Menschen der Segen zuteilwerden kann – das Woll-Vlies war trocken und der Boden mit Tau benetzt. Das war das zweite Zeichen.

Kurz darauf wird in dem göttlichen Bericht übrigens das Gerstenbrot erwähnt, das den Sieg bringt (Richter 7,13). Das Gerstenbrot ist ein Hinweis auf den auferstandenen Christus – was das Bild vervollständigt, denn wir haben hier sein Leben, sein Tod und seine Auferstehung.

Gerrid Setzer

Du bist mein geliebter Sohn

Mi, 04/25/2018 - 00:01

Bibelstellen: Markus 1,11

Der Heilige Geist gibt uns im Neuen Testament ein siebenfaches Zeugnis über die Beziehung Gottes, des Vaters, zu seinem Sohn (Mt 3,17; 17,5; Mk 1,11; 9,7; Lk 3,22; 9,35; 2. Pet 1,17). Sowohl am Anfang als auch am Ende des öffentlichen Dienstes des Herrn Jesus bezeugt der Vater vom Himmel her das Wohlgefallen, das er an seinem geliebten Sohn gefunden hat.

Gott hatte im Laufe der Jahrhunderte viele Diener, aber von keinem konnte er sagen: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden“ (Mk 1,11). Dieser Ausspruch des Vaters über seinen Sohn zeigt etwas von der Beziehung, die von Ewigkeit her zwischen Gott, dem Vater, und seinem Sohn bestand. Er gestattet uns gewissermaßen einen Blick in das Herz des Vaters, das ganz von seinem geliebten Sohn erfüllt ist. Derjenige, der von Ewigkeit her der Gegenstand seiner Liebe und seines Wohlgefallens war, war es auch dann, als er sich im Jordan von Johannes taufen ließ. Und derjenige, der von Ewigkeit her der Mittelpunkt der Gedanken und Ratschlüsse seines Herzens war, war es auch dann, als er als demütiger Knecht im Begriff stand, seinen öffentlichen Dienst zu beginnen. Gerade da, wo sich der Sohn so tief herabließ und seinen Platz unter den bußfertigen Israeliten einnahm, machte der Vater unmissverständlich deutlich, wer diese Person ist und was er an dieser Person fand: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden“ (Mk 1,9.11).

Dieser Ausspruch des Vaters über seinen Sohn zeigt uns einige herrliche Aspekte dieser göttlichen Beziehung:

• „Du“ – eine persönliche Beziehung
• „bist“ – eine fortwährende Beziehung
• „mein“ – eine innige Beziehung
• „geliebter“ – eine Beziehung der Liebe
• „Sohn“ – eine ewige Beziehung

Es gab nur Einen, an dem der Vater sein ganzes Wohlgefallen gefunden hat: an seinem eigenen geliebten Sohn, der seinen ganzen Willen getan hat!

Kennst du diesen Einen als deinen Herrn und Heiland? Erfüllt der Eine, der das Herz des Vaters erfüllt, auch dein Herz?

Daniel Melui

Du bist mein geliebter Sohn

Mi, 04/25/2018 - 00:01

Bibelstellen: Markus 1,11

Der Heilige Geist gibt uns im Neuen Testament ein siebenfaches Zeugnis über die Beziehung Gottes, des Vaters, zu seinem Sohn (Mt 3,17; 17,5; Mk 1,11; 9,7; Lk 3,22; 9,35; 2. Pet 1,17). Sowohl am Anfang als auch am Ende des öffentlichen Dienstes des Herrn Jesus bezeugt der Vater vom Himmel her das Wohlgefallen, das er an seinem geliebten Sohn gefunden hat.

Gott hatte im Laufe der Jahrhunderte viele Diener, aber von keinem konnte er sagen: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden“ (Mk 1,11). Dieser Ausspruch des Vaters über seinen Sohn zeigt etwas von der Beziehung, die von Ewigkeit her zwischen Gott, dem Vater, und seinem Sohn bestand. Er gestattet uns gewissermaßen einen Blick in das Herz des Vaters, das ganz von seinem geliebten Sohn erfüllt ist. Derjenige, der von Ewigkeit her der Gegenstand seiner Liebe und seines Wohlgefallens war, war es auch dann, als er sich im Jordan von Johannes taufen ließ. Und derjenige, der von Ewigkeit her der Mittelpunkt der Gedanken und Ratschlüsse seines Herzens war, war es auch dann, als er als demütiger Knecht im Begriff stand, seinen öffentlichen Dienst zu beginnen. Gerade da, wo sich der Sohn so tief herabließ und seinen Platz unter den bußfertigen Israeliten einnahm, machte der Vater unmissverständlich deutlich, wer diese Person ist und was er an dieser Person fand: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden“ (Mk 1,9.11).

Dieser Ausspruch des Vaters über seinen Sohn zeigt uns einige herrliche Aspekte dieser göttlichen Beziehung:

• „Du“ – eine persönliche Beziehung
• „bist“ – eine fortwährende Beziehung
• „mein“ – eine innige Beziehung
• „geliebter“ – eine Beziehung der Liebe
• „Sohn“ – eine ewige Beziehung

Es gab nur Einen, an dem der Vater sein ganzes Wohlgefallen gefunden hat: an seinem eigenen geliebten Sohn, der seinen ganzen Willen getan hat!

Kennst du diesen Einen als deinen Herrn und Heiland? Erfüllt der Eine, der das Herz des Vaters erfüllt, auch dein Herz?

Daniel Melui

Opfer!?

Di, 04/24/2018 - 00:01

Bibelstellen: Galater 2,20

In einigen Religionen waren Menschenopfer integraler Bestandteil von verschiedenen Zeremonien. Gerade die Inkas begingen diese abscheuliche Verbrechen (das Inkareich ging im Mittelalter unter). Die Inkas opferten gerne Mädchen, die 10–15 Jahre alt waren, ihren Göttern. Diese Mädchen wurden Capacochas genannt. Mit ihnen zahlte der Inka für seine Fehltritte. Denn man hatte Angst vor der Strafe der Götter, und so versuchte man, sie auf diese entsetzliche Weise zu besänftigen.

Das Evangelium der Bibel hat eine ganze andere Botschaft: Gott wurde Mensch, um sich für die Sünden seiner Geschöpfe am Kreuz auf Golgatha strafen zu lassen! Er fordert kein Menschenopfer, sondern er ist selbst Mensch geworden, um für uns sterben zu können. Nicht wir sterben für ihn, um unsere Schuld zu sühnen, sondern Jesus Christus stirbt für uns! Kannst du im Glauben und mit Überzeugung sagen: Der Sohn Gottes hat mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben (Galater 2,20)?

Gerrid Setzer

Opfer!?

Di, 04/24/2018 - 00:01

Bibelstellen: Galater 2,20

In einigen Religionen waren Menschenopfer integraler Bestandteil von verschiedenen Zeremonien. Gerade die Inkas begingen diese abscheuliche Verbrechen (das Inkareich ging im Mittelalter unter). Die Inkas opferten gerne Mädchen, die 10–15 Jahre alt waren, ihren Göttern. Diese Mädchen wurden Capacochas genannt. Mit ihnen zahlte der Inka für seine Fehltritte. Denn man hatte Angst vor der Strafe der Götter, und so versuchte man, sie auf diese entsetzliche Weise zu besänftigen.

Das Evangelium der Bibel hat eine ganze andere Botschaft: Gott wurde Mensch, um sich für die Sünden seiner Geschöpfe am Kreuz auf Golgatha strafen zu lassen! Er fordert kein Menschenopfer, sondern er ist selbst Mensch geworden, um für uns sterben zu können. Nicht wir sterben für ihn, um unsere Schuld zu sühnen, sondern Jesus Christus stirbt für uns! Kannst du im Glauben und mit Überzeugung sagen: Der Sohn Gottes hat mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben (Galater 2,20)?

Gerrid Setzer

Dann kommen wir in den Himmel

Mo, 04/23/2018 - 00:01

Bibelstellen: 1. Pet 5,8; 2. Kor 11,14; Mt 10, 28

Satan ist immer derselbe, auch wenn er sich unterschiedlich zeigt. Mal zeigt er sich als brüllender Löwe (1. Pet 5,8), mal als Engel des Lichts (2. Kor 11,14), doch immer ist es Satan.

Schauen wir zurück in die Vergangenheit Deutschlands (Nationalsozialismus) und auch nach anderen Ländern (Russland, China, Indien), so sehen wir, wie Satan sich vor allem als brüllender Löwe zeigte und zeigt. Wie einst bei Nehemia (vgl. Nehemia 6), versucht er, die Christen in Furcht zu versetzen, sie zu lähmen, sie zum Schweigen zu bringen. Oft unter totalitären, kommunistischen oder islamischen Regierungen werden Christen benachteiligt, ausgegrenzt, bedroht, verhaftet und gefoltert.

Der Grausamkeit, Brutalität und Unmenschlichkeit scheinen oft keine Grenzen gesetzt zu sein. Ein Mann wird über Tage am Schlaf gehindert. Jedes Mal, wenn er einschläft, prügelt man ihn wach. Ein anderer Christ ist in einem dunklen Loch gefangen – ohne Licht, ohne einen Mitgefangenen. Höchstens eine Ratte huscht hier und da durch seine Zelle. Der einzige Kontakt besteht zu seinem Gefängniswärter, der nichts Besseres zu tun hat, als jeden Morgen mit seinen eigenen Exkrementen das Brot des Christen zu „beschmieren“. Andere Christen müssen in der Kälte draußen arbeiten. Bevor sie nach einem langen Tag in ihre Zelle zurückkehren, müssen sie sich ausziehen, werden mit kalten Wasser überschüttet und müssen so in die ebenso kalte Zelle. Zudem müssen sie beißenden Spott und Hohn ertragen, dazu die Drohungen, dass man sich auch ihre Familien „kümmern“ würde etc.

Als Familienvater bekomme ich Angst – Angst vor mir selber, Angst um meine Familie, die ich über alles auf dieser Erde liebe. Dabei ist das Ganze für diese verfolgten Christen nicht ohne Ausweg. Oft müssen sie nur einfach ihre Unterschrift unter ein Schreiben setzen, in dem sie bestätigen, dass sie sich von Jesus und der Bibel abwenden und auch zu anderen Christen keinen Kontakt mehr suchen werden. Die Einstellung vieler verfolgter Christen wird jedoch in dem folgenden Szenario deutlich:

Die Geheimpolizei (in China) bedrängt einen christlichen Hausbesitzer, der seine Räume einer Hausgemeinde zur Verfügung stellt. Die Beamten sagten zu ihm: „Diese Versammlungen müssen aufhören! Wenn Sie sie nicht unterbinden, werden wir Ihr Haus konfiszieren und Sie auf die Straße werfen.“ Die Antwort des Hausbesitzers? Wahrscheinlich wird er antworten: „Sie wollen mein Haus? Und meinen Hof? Da müssen Sie sich an Jesus wenden, dem habe ich mein Haus gegeben.“ Die Polizisten werden nicht recht klug aus dieser Antwort. Sie sagen: „Wir wissen nicht, wie man zu ihrem Jesus kommt, aber Ihre Adresse kennen wir! Wenn wir Ihnen Ihr Haus wegnehmen, haben Sie und ihre Familie kein Dach mehr über dem Kopf!“ Darauf erwidert der Hausbesitzer: „Dann werden wir Gott nicht nur um das tägliche Brot bitten, sondern auch um das tägliche Dach.“ – „Wenn Sie so weitermachen, setzt es Prügel!“, schäumte die Verfolger. – „Dann bitten wir Jesus, die Blessuren zu heilen.“ – „Und dann lochen wir euch alle ein!“ Die Antwort des Christen ist vorhersehbar: „Wenn wir ins Gefängnis kommen, werden wir unseren Mitgefangenen die Gute Nachricht von Jesus weitergeben, der sie freimacht. Wir werden dort im Gefängnis neue Gemeinden gründen (Anmerkung: Gemeint sind Hausgemeinden, wie sie oft in China vorzufinden sind).“ – „Wenn ihr das versucht, töten wir euch!“ – „Dann kommen wir in den Himmel und werden für immer bei Jesus sein.“

(Aus: Ripken, Rik. Lewis, Gregg. Gottes unfassbare Wege. Wie mein Glaube durch verfolgte Christen radikal erneuert wurde, Brunnen Verlag Gießen, 2013, S. 272f.)

Sie hielten standhaft aus – als sähen sie den Unsichtbaren. Diese Christen wissen, was sie haben und dass niemand es ihnen rauben kann. Sie haben die Worte des Herrn verstanden:

„Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib zu verderben vermag in der Hölle“ (Mt 10,28).

Wir kennen viele Beispiele von verfolgten Christen, die durch Standhaftigkeit, Freude und Ruhe in der Verfolgung gekennzeichnet waren. Gerade mit dieser inneren Einstellung und Herzenshaltung, die nach außen nicht verborgen bleiben konnte, waren sie ihren Peinigern ein Zeugnis und brachten viele zum Fragen. Was hatten diese Christen, dass sie, trotz allem Widerstand, an ihrem Glauben festhielten?

Friedemann Werkshage

Dann kommen wir in den Himmel

Mo, 04/23/2018 - 00:01

Bibelstellen: 1. Pet 5,8; 2. Kor 11,14; Mt 10, 28

Satan ist immer derselbe, auch wenn er sich unterschiedlich zeigt. Mal zeigt er sich als brüllender Löwe (1. Pet 5,8), mal als Engel des Lichts (2. Kor 11,14), doch immer ist es Satan.

Schauen wir zurück in die Vergangenheit Deutschlands (Nationalsozialismus) und auch nach anderen Ländern (Russland, China, Indien), so sehen wir, wie Satan sich vor allem als brüllender Löwe zeigte und zeigt. Wie einst bei Nehemia (vgl. Nehemia 6), versucht er, die Christen in Furcht zu versetzen, sie zu lähmen, sie zum Schweigen zu bringen. Oft unter totalitären, kommunistischen oder islamischen Regierungen werden Christen benachteiligt, ausgegrenzt, bedroht, verhaftet und gefoltert.

Der Grausamkeit, Brutalität und Unmenschlichkeit scheinen oft keine Grenzen gesetzt zu sein. Ein Mann wird über Tage am Schlaf gehindert. Jedes Mal, wenn er einschläft, prügelt man ihn wach. Ein anderer Christ ist in einem dunklen Loch gefangen – ohne Licht, ohne einen Mitgefangenen. Höchstens eine Ratte huscht hier und da durch seine Zelle. Der einzige Kontakt besteht zu seinem Gefängniswärter, der nichts Besseres zu tun hat, als jeden Morgen mit seinen eigenen Exkrementen das Brot des Christen zu „beschmieren“. Andere Christen müssen in der Kälte draußen arbeiten. Bevor sie nach einem langen Tag in ihre Zelle zurückkehren, müssen sie sich ausziehen, werden mit kalten Wasser überschüttet und müssen so in die ebenso kalte Zelle. Zudem müssen sie beißenden Spott und Hohn ertragen, dazu die Drohungen, dass man sich auch ihre Familien „kümmern“ würde etc.

Als Familienvater bekomme ich Angst – Angst vor mir selber, Angst um meine Familie, die ich über alles auf dieser Erde liebe. Dabei ist das Ganze für diese verfolgten Christen nicht ohne Ausweg. Oft müssen sie nur einfach ihre Unterschrift unter ein Schreiben setzen, in dem sie bestätigen, dass sie sich von Jesus und der Bibel abwenden und auch zu anderen Christen keinen Kontakt mehr suchen werden. Die Einstellung vieler verfolgter Christen wird jedoch in dem folgenden Szenario deutlich:

Die Geheimpolizei (in China) bedrängt einen christlichen Hausbesitzer, der seine Räume einer Hausgemeinde zur Verfügung stellt. Die Beamten sagten zu ihm: „Diese Versammlungen müssen aufhören! Wenn Sie sie nicht unterbinden, werden wir Ihr Haus konfiszieren und Sie auf die Straße werfen.“ Die Antwort des Hausbesitzers? Wahrscheinlich wird er antworten: „Sie wollen mein Haus? Und meinen Hof? Da müssen Sie sich an Jesus wenden, dem habe ich mein Haus gegeben.“ Die Polizisten werden nicht recht klug aus dieser Antwort. Sie sagen: „Wir wissen nicht, wie man zu ihrem Jesus kommt, aber Ihre Adresse kennen wir! Wenn wir Ihnen Ihr Haus wegnehmen, haben Sie und ihre Familie kein Dach mehr über dem Kopf!“ Darauf erwidert der Hausbesitzer: „Dann werden wir Gott nicht nur um das tägliche Brot bitten, sondern auch um das tägliche Dach.“ – „Wenn Sie so weitermachen, setzt es Prügel!“, schäumte die Verfolger. – „Dann bitten wir Jesus, die Blessuren zu heilen.“ – „Und dann lochen wir euch alle ein!“ Die Antwort des Christen ist vorhersehbar: „Wenn wir ins Gefängnis kommen, werden wir unseren Mitgefangenen die Gute Nachricht von Jesus weitergeben, der sie freimacht. Wir werden dort im Gefängnis neue Gemeinden gründen (Anmerkung: Gemeint sind Hausgemeinden, wie sie oft in China vorzufinden sind).“ – „Wenn ihr das versucht, töten wir euch!“ – „Dann kommen wir in den Himmel und werden für immer bei Jesus sein.“

(Aus: Ripken, Rik. Lewis, Gregg. Gottes unfassbare Wege. Wie mein Glaube durch verfolgte Christen radikal erneuert wurde, Brunnen Verlag Gießen, 2013, S. 272f.)

Sie hielten standhaft aus – als sähen sie den Unsichtbaren. Diese Christen wissen, was sie haben und dass niemand es ihnen rauben kann. Sie haben die Worte des Herrn verstanden:

„Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib zu verderben vermag in der Hölle“ (Mt 10,28).

Wir kennen viele Beispiele von verfolgten Christen, die durch Standhaftigkeit, Freude und Ruhe in der Verfolgung gekennzeichnet waren. Gerade mit dieser inneren Einstellung und Herzenshaltung, die nach außen nicht verborgen bleiben konnte, waren sie ihren Peinigern ein Zeugnis und brachten viele zum Fragen. Was hatten diese Christen, dass sie, trotz allem Widerstand, an ihrem Glauben festhielten?

Friedemann Werkshage

Ewigkeitsklausel

So, 04/22/2018 - 00:01

Bibelstellen: Psalm 119,89

In Artikel 79 (Absatz 3) des deutschen Grundgesetzes wird das formuliert, was Juristen die Ewigkeitsklausel nennen. Diese Klausel besagt: Manche Bestimmungen des Grundgesetzes dürfen nicht geändert werden. Dazu gehört zum Beispiel, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Das ist sozusagen eine ewige Bestimmung.

Was die Bibel betrifft, können wir mit Fug und Recht sagen: Für sie gilt, und zwar komplett und im absoluten Sinn, die Ewigkeitsklausel! Denn das Wort Gottes ist unveränderlich und ewig. Das bezeugt sowohl das Alte als auch das Neue Testament:

„In Ewigkeit, Herr, steht dein Wort fest in den Himmeln“ (Psalm 119,89).

„Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen“ (Markus 13,31).

Gerrid Setzer

Ewigkeitsklausel

So, 04/22/2018 - 00:01

Bibelstellen: Psalm 119,89

In Artikel 79 (Absatz 3) des deutschen Grundgesetzes wird das formuliert, was Juristen die Ewigkeitsklausel nennen. Diese Klausel besagt: Manche Bestimmungen des Grundgesetzes dürfen nicht geändert werden. Dazu gehört zum Beispiel, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Das ist sozusagen eine ewige Bestimmung.

Was die Bibel betrifft, können wir mit Fug und Recht sagen: Für sie gilt, und zwar komplett und im absoluten Sinn, die Ewigkeitsklausel! Denn das Wort Gottes ist unveränderlich und ewig. Das bezeugt sowohl das Alte als auch das Neue Testament:

„In Ewigkeit, Herr, steht dein Wort fest in den Himmeln“ (Psalm 119,89).

„Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen“ (Markus 13,31).

Gerrid Setzer

Gesammelte Brocken (204)

Sa, 04/21/2018 - 00:01

Christus kam vom Himmel auf die Erde, damit wir von der Erde in den Himmel kommen können.

Quälst du deine Seele Tag für Tag durch das, was du siehst und hörst, oder sorgst du Tag für Tag dafür, dass dein innerer Mensch nachhaltig erneuert wird (2. Pet 2,8; 2. Kor 4,16)?

Viele Menschen strampeln sich ab, um ihr Leben etwas zu verlängern – Fitness wird zur Ersatzreligion. Aber sie tun nichts dafür, um ewiges Leben zu bekommen, wofür man sich nicht abstrampeln, sondern nur glauben muss.

Die bunten Luftballons der Selbstgerechtigkeit fliegen hoch und werden bewundert, aber den Himmel erreichen sie nicht.

Es sagte mal jemand: „Ich brauche keinen Spiegel, ich habe Kinder.“

Gesammelte Brocken (204)

Sa, 04/21/2018 - 00:01

Christus kam vom Himmel auf die Erde, damit wir von der Erde in den Himmel kommen können.

Quälst du deine Seele Tag für Tag durch das, was du siehst und hörst, oder sorgst du Tag für Tag dafür, dass dein innerer Mensch nachhaltig erneuert wird (2. Pet 2,8; 2. Kor 4,16)?

Viele Menschen strampeln sich ab, um ihr Leben etwas zu verlängern – Fitness wird zur Ersatzreligion. Aber sie tun nichts dafür, um ewiges Leben zu bekommen, wofür man sich nicht abstrampeln, sondern nur glauben muss.

Die bunten Luftballons der Selbstgerechtigkeit fliegen hoch und werden bewundert, aber den Himmel erreichen sie nicht.

Es sagte mal jemand: „Ich brauche keinen Spiegel, ich habe Kinder.“

Die Lüge Rahabs

Fr, 04/20/2018 - 00:01

Bibelstellen: Josua 2,1-7

Rahab, eine Hure aus Jericho, versteckte zwei israelitische Kundschafter in ihrem Haus und setzte den einheimischen Suchtrupp auf eine falsche Fährte. Wie ist ihr Verhalten zu beurteilen? Sie log eindeutig, als sie sagte, die Kundschafter seien geflohen, obgleich diese zwischen den Flachsstängeln auf ihrem Hausdach zitterten.

Man kann es sich einfach machen und sagen: Lüge ist Lüge und Lüge ist Sünde. Und deshalb muss ihre Tat verurteilt werden. Man kann auch sagen: Sie hat das Gute für andere gewollt und auch erreicht und damit ist alles in Ordnung.

Doch sollte man das nicht etwas differenzierter betrachten?

Rahab befand sich in einer Zwickmühle: Sie meinte, sich zwischen Wahrheit und Liebe entscheiden zu müssen. Sie wählte die Liebe. Liebe zu zeigen ist etwas Gutes! Auch zeigte sich ihr Glauben bei alledem (Heb 11; Jak 2). Das ist ebenfalls etwas Gutes. Und doch: In ihrer Handlung fehlt etwas. Eben die Wahrheit. Und das kann von Gott, der Licht ist, niemals gutgeheißen werden.

Natürlich muss man hier auch der Frage nachgehen, was sie anders hätte tun sollen. Es ist ja billig, das Verhalten eines anderen zu kritisieren und dann selbst keine Alternative aufzeigen zu können. Und wir verstehen auch, dass wir in dieser Extremsituation, in der es um Leben und Tod von anderen ging, sehr milde im Urteil sein sollten. Aber was hätte sie denn nun tun sollen? Wenn sie vielleicht ganz ruhig gesagt hätte: „Führt die Männer doch selbst heraus, wenn ihr meint, dass sie hier sind“, dann wäre der Effekt möglicherweise der gleiche gewesen und sie hätte nicht direkt die Unwahrheit gesagt. Oder aber: „Das Beste wäre, ihr würdet sie jetzt direkt im Gebirge suchen.“ Nun, Gott ist gewiss in der Lage, auch in derartigen Situationen zu helfen!

Wir können nicht von oben herab Rahab für ihr Verhalten, das so viel Anlass zu Lob gibt,  verurteilen. Wir können aber auch Rahabs Verhalten (und es gibt andere ähnliche Situationen im Alten Testament) nicht in jeder Hinsicht empfehlen. Notlügen sind nun eben auch Lügen!

Es kommt für uns verschärfend noch hinzu, dass wir als Christen die ganze Wahrheit Gottes kennen und dass der Heilige Geist in uns wohnt. Wir können darum gewiss nicht einfach einer Frau folgen, die in einer völlig verdorbenen Umgebung aufgewachsen war und in deren Herz der Glaube gerade erst schwach aufkeimte!

Wir sollten vermehrt beten: „Führe uns nicht in Versuchung.“ Wir wissen, wie schwach wir sind, und wir wissen, dass wir in schwierigen Situationen – in den Versuchungen – sehr schnell straucheln können. Deshalb scheuen wir die Erprobung und bitten um Verschonung. Allerdings dürfen wir andererseits auch festhalten, dass Gott uns nicht über Vermögen versuchen wird und dass er uns gerne hilft, unserer Berufung als Christ in vollem Maß zu entsprechen und uns stets als Nachfolger dessen zu erweisen, durch den die Gnade und die Wahrheit geworden ist.

Abschließend können wir vielleicht sagen, dass in der Tat von Rahab sowohl etwas Gutes als auch etwas Schlechtes zu finden war. Das Gute aber überwiegt eindeutig und der Wermutstropfen der Unwahrhaftigkeit wird im Neuen Testament auch nicht erwähnt.

Gerrid Setzer

Die Lüge Rahabs

Fr, 04/20/2018 - 00:01

Bibelstellen: Josua 2,1-7

Rahab, eine Hure aus Jericho, versteckte zwei israelitische Kundschafter in ihrem Haus und setzte den einheimischen Suchtrupp auf eine falsche Fährte. Wie ist ihr Verhalten zu beurteilen? Sie log eindeutig, als sie sagte, die Kundschafter seien geflohen, obgleich diese zwischen den Flachsstängeln auf ihrem Hausdach zitterten.

Man kann es sich einfach machen und sagen: Lüge ist Lüge und Lüge ist Sünde. Und deshalb muss ihre Tat verurteilt werden. Man kann auch sagen: Sie hat das Gute für andere gewollt und auch erreicht und damit ist alles in Ordnung.

Doch sollte man das nicht etwas differenzierter betrachten?

Rahab befand sich in einer Zwickmühle: Sie meinte, sich zwischen Wahrheit und Liebe entscheiden zu müssen. Sie wählte die Liebe. Liebe zu zeigen ist etwas Gutes! Auch zeigte sich ihr Glauben bei alledem (Heb 11; Jak 2). Das ist ebenfalls etwas Gutes. Und doch: In ihrer Handlung fehlt etwas. Eben die Wahrheit. Und das kann von Gott, der Licht ist, niemals gutgeheißen werden.

Natürlich muss man hier auch der Frage nachgehen, was sie anders hätte tun sollen. Es ist ja billig, das Verhalten eines anderen zu kritisieren und dann selbst keine Alternative aufzeigen zu können. Und wir verstehen auch, dass wir in dieser Extremsituation, in der es um Leben und Tod von anderen ging, sehr milde im Urteil sein sollten. Aber was hätte sie denn nun tun sollen? Wenn sie vielleicht ganz ruhig gesagt hätte: „Führt die Männer doch selbst heraus, wenn ihr meint, dass sie hier sind“, dann wäre der Effekt möglicherweise der gleiche gewesen und sie hätte nicht direkt die Unwahrheit gesagt. Oder aber: „Das Beste wäre, ihr würdet sie jetzt direkt im Gebirge suchen.“ Nun, Gott ist gewiss in der Lage, auch in derartigen Situationen zu helfen!

Wir können nicht von oben herab Rahab für ihr Verhalten, das so viel Anlass zu Lob gibt,  verurteilen. Wir können aber auch Rahabs Verhalten (und es gibt andere ähnliche Situationen im Alten Testament) nicht in jeder Hinsicht empfehlen. Notlügen sind nun eben auch Lügen!

Es kommt für uns verschärfend noch hinzu, dass wir als Christen die ganze Wahrheit Gottes kennen und dass der Heilige Geist in uns wohnt. Wir können darum gewiss nicht einfach einer Frau folgen, die in einer völlig verdorbenen Umgebung aufgewachsen war und in deren Herz der Glaube gerade erst schwach aufkeimte!

Wir sollten vermehrt beten: „Führe uns nicht in Versuchung.“ Wir wissen, wie schwach wir sind, und wir wissen, dass wir in schwierigen Situationen – in den Versuchungen – sehr schnell straucheln können. Deshalb scheuen wir die Erprobung und bitten um Verschonung. Allerdings dürfen wir andererseits auch festhalten, dass Gott uns nicht über Vermögen versuchen wird und dass er uns gerne hilft, unserer Berufung als Christ in vollem Maß zu entsprechen und uns stets als Nachfolger dessen zu erweisen, durch den die Gnade und die Wahrheit geworden ist.

Abschließend können wir vielleicht sagen, dass in der Tat von Rahab sowohl etwas Gutes als auch etwas Schlechtes zu finden war. Das Gute aber überwiegt eindeutig und der Wermutstropfen der Unwahrhaftigkeit wird im Neuen Testament auch nicht erwähnt.

Gerrid Setzer

Das Haus des Christen (02)

Do, 04/19/2018 - 00:01

Bibelstellen: Apg 16,31

2. Das Haus als Wirkungskreis der Gnade

Es zeigt sich bei uns immer so leicht die Neigung, die Gnade Gottes zu begrenzen, und fehlende Bereitschaft, sowohl an ihre Souveränität als auch an ihre Fülle zu glauben. Und diese Neigung tritt oft gerade bei denen stark hervor, die am eifrigsten auf den großen Wahrheiten der Erlösung bestehen. Es ist daher stets notwendig für uns, selbst das immer wieder neu zu untersuchen, was wir als die unbestrittenen Lehren der Schrift auffassen, nicht um uns selbst in Unruhe zu bringen oder Unsicherheit zu fördern, sondern mit dem aufrichtigen Wunsch, in jeder Beziehung ganz dem Wort Gottes unterworfen zu sein. Es gibt zum Beispiel viele geliebte Kinder Gottes, die die Bedeutung und Kraft der Worte des Paulus an den Kerkermeister: „Glaube an den Herrn Jesus und du wirst errettet werden, du und dein Haus“, übersehen. Sie erkennen die Notwendigkeit eines persönlichen Glaubens und die damit verbundene Zusicherung einer persönlichen Errettung; aber die hinzugefügte Verheißung wird, was die praktische Anwendung betrifft, sehr oft vergessen. Wenn also heute die Frage gestellt wird: „Was muss ich tun, damit ich errettet werde?“, so lautet die Antwort gewöhnlich nur: „Glaube an den Herrn Jesus und du wirst errettet werden“, und sowohl im Sprechen als im Schreiben werden die Worte „du und dein Haus“ fast immer ausgelassen; und damit wird der Wirkungskreis der Gnade Gottes unabsichtlich eingeengt.

Versuchen wir daher zu erkennen, was die Schrift über diesen Gegenstand, nämlich über das Verbundensein des Gläubigen mit seinem Haus, sagt. Wir werden sehen, dass uns in früheren Zeiten wie auch in der Haushaltung der Gnade derselbe Grundsatz entgegentritt.

Betrachten wir zuerst 1. Mose 7,1: „Und der Herr sprach zu Noah: Geh in die Arche, du und dein Haus, denn dich habe ich als gerecht vor mir befunden in diesem Geschlecht.“ Diese Stelle ist überaus wichtig, weil sie so gefasst ist, dass über ihre genaue Bedeutung kein Zweifel bestehen kann. Der Grund, warum Gott dem Noah befiehlt, mit seinem Haus in die Arche zu gehen, ist: „Denn dich habe ich gerecht vor mir befunden in diesem Geschlecht.“ Und wenn auch entgegnet werden könnte, dass vielleicht alle Glieder dieser Familie vor Gott gerecht waren, so verbietet doch die spätere Geschichte eines derselben –  Ham (1. Mo 9,22–25) – diesen Gedanken. Somit kann die Bedeutung des uns Erzählten, dass nämlich die Familie Noahs um des Glaubens ihres Hauptes willen von dem Gericht der Sintflut errettet wurde, in keiner Weise geschmälert werden. Freilich war es nicht die Errettung der Seele, obwohl ein Bild derselben (1. Pet 3,20.21). Und dennoch war es keine geringe Segnung, sicher in der Arche durch die mächtige Flut hindurchgetragen zu werden, die die ganze Erde verwüstete. „Und vertilgt wurde alles Bestehende, das auf der Fläche des Erdbodens war, vom Menschen bis zum Vieh, bis zum Gewürm und bis zu den Vögeln des Himmels und sie wurden von der Erde vertilgt. Und nur Noah blieb übrig und was mit ihm in der Arche war.“ Gott in seiner Gnade errettete also das ganze Haus aufgrund des Glaubens Noahs aus dem Gericht und versetzte sie auf die neue Erde. Und diese Gnade beschränkte sich nicht auf die Söhne Noahs; nein, auch ihre Frauen waren in die barmherzige Fürsorge Gottes mit eingeschlossen, insgesamt also jene acht Personen, von denen Petrus sagt, dass sie durch Wasser gerettet wurden (1. Pet 3,20).

Gehen wir zu einem anderen Beispiel über, das wir in 1. Mose 12 finden: „Und Abram ging hin, wie der Herr zu ihm geredet hatte … und Abram nahm Sarai, seine Frau, und Lot, den Sohn seines Bruders, und alle ihre Habe, die sie erworben, und die Seelen, die sie in Haran gewonnen hatten, und sie zogen aus, um in das Land Kanaan zu gehen; und sie kamen in das Land Kanaan.“ Ohne uns jetzt näher auf diesen Fall einzulassen (da wir bei einem anderen Teil unseres Gegenstands darauf zurückkommen werden), möchten wir hier nur auf die Tatsache hinweisen, dass das Haus Abrams mit ihm selbst von Chaldäa und Haran nach Kanaan gebracht wurde, wiederum als ein Beispiel des Grundsatzes, dass Familienhaupt und Familienmitglieder vor Gott eng miteinander verbunden sind.

Wir finden weiter Lot, ein umso unwürdigeres Beispiel dieser Gnade, als er von dem Pfad des Glaubens abgewichen war, den Charakter des Pilgers abgestreift hatte und ein Einwohner und Bürger Sodoms geworden war. Die Einzelheiten seiner Geschichte sind allen wohl bekannt; oh, möchten ihre Warnungen und Lektionen mehr beachtet werden! Die Langmut Gottes war eben im Begriff, seinem gerechten Gericht Platz zu machen, weil die Sünde der Städte der Ebene sehr schwer war. Aber als sie zerstört werden sollten, da gedachte Gott Abrahams und entsandte Lot mitten aus der Umkehrung, als er die Stätte umkehrte, in denen Lot gewohnt hatte (1. Moe 19,29). Indessen möchten wir hier nicht einmal in erster Linie auf die Verbindung Lots mit Abram aufmerksam machen, so bedeutungsvoll sie auch für unseren Gegenstand ist, noch auch selbst auf den Umstand, dass er, wie wir annehmen können, durch die Fürbitte seines Onkels von dem Gericht errettet wurde. Vielmehr möchten wir uns mit der Familie Lots selbst beschäftigen, betreffs welcher wir wieder den gleichen Gedanken Gottes walten sehen, denn nicht nur Lot, sondern auch seine Familie wurde am Tag dieses Gerichts verschont oder hatte wenigstens die Gelegenheit zur Rettung. Und die Männer sprachen zu Lot: Wen du noch hier hast, einen Schwiegersohn und deine Söhne und deine Töchter, und wen irgend du in der Stadt hast, führe heraus aus diesem Ort. Denn wir wollen diesen Ort verderben, weil ihr Geschrei groß geworden ist vor dem Angesicht des Herrn; und der Herr hat uns gesandt, die Stadt zu verderben“ (1. Mo 19,12.13). Es darf nicht vergessen werden, dass Lot ungeachtet der traurigen Stellung, die er einnahm, dennoch ein Gerechter war (2. Pet 2,8), und demgemäß sehen wir hier wieder, wie an anderen Orten, dass Gott die Familie seines Knechtes als eng mit ihm selbst verbunden ansah und dass seine Gnade und Barmherzigkeit alle mit einschloss, die mit dem Gerechten in irgendeiner Verbindung standen. Ihnen allen wurde die Rettung vor dem Gericht angeboten, welches so bald hereinbrechen sollte, obwohl die Schwiegersöhne Lots in ihrem Unglauben (und wer weiß, ob ihr Benehmen nicht zum großen Teil seine Ursache in Lots Wandel hatte) anstatt des Lebens den Tod wählten. „Und Lot ging hinaus und redete mit seinen Schwiegersöhnen, die seine Töchter genommen hatten und sprach: Macht euch auf, geht weg aus diesem Ort, denn der Herr will diese Stadt verderben. Aber er war in den Augen seiner Schwiegersöhne wie einer, der Scherz treibt.“

Nächst diesem ist es das Passah, das uns ganz besonders eine vorbildliche Darstellung des Grundsatzes gibt, der uns beschäftigt. Der Herr gebot Mose: „Redet zu der ganzen Gemeinde Israels und sprecht: Am zehnten dieses Monats nehme sich ein jeder ein Lamm für ein Vaterhaus, ein Lamm für das Haus.“ Und später: „Und das Blut soll euch zum Zeichen sein an den Häusern, in denen ihr seid.“ Es ist klar, dass das Passah in Israel familienweise gehalten wurde, weil das Gebot des Herrn „ein Lamm für ein Haus“ verlangte, und familienweise blieben sie auch bewahrt durch das Blut, das auf ihre Wohnungen gesprengt worden war. Demnach war es die Handlung des Vaters, sein Gehorsam des Glaubens, wodurch das Haus sichergestellt wurde vor dem Gericht, das auf Ägypten fiel, gerade wie Noahs Glaube ihn bestimmte, die Arche zu bauen, in der seine ganze Familie vor der Flut Schutz fanden. Der Zustand der Hausgenossen kam dort nicht infrage, sondern es handelte sich einfach darum, ob das Haupt des Hauses die göttlichen Weisungen befolgt, ob er das Lamm getötet und das Blut gesprengt hatte. War dies der Fall, so konnte keine Plage sich ihnen nahen. „Der Herr wird hindurchgehen, um die Ägypter zu schlagen, und sieht er das Blut an dem Türsturz und an den beiden Pfosten, so wird der Herr an der Tür vorübergehen und wird dem Verderber nicht erlauben, in eure Häuser, um zu schlagen.“ Soviel wir wissen, war es freilich nur der Erstgeborene, der ohne den Schutz des Blutes von dem Gericht betroffen worden wäre; jedoch ging die Bedeutung desselben, als Vorbild des Blutes Christi, viel weiter, und es beschützte kraft seines vorbildlichen Wertes familienweise ganz Israel. Denn wir hören Mose, als er die beständige Beobachtung der Passahfeier verordnete, sagen: „Und es soll geschehen, wenn eure Kinder zu euch sagen werden: Was soll euch dieser Dienst?, so sollt ihr sagen: Es ist ein Passahopfer dem Herrn, der an den Häusern der Kinder Israel in Ägypten vorüberging, als er die Ägypter schlug und unsere Häuser rettete.“ Auch als Pharao ihn fragte: Welche sind es, die ziehen wollen?, erwiderte Mose: „Mit unseren Jungen und mit unseren Alten wollen wir ziehen, mit unseren Söhnen und mit unseren Töchtern.“ Und das Blut bewahrte sie alle vor dem Verderben, wie wir gesehen haben.

Wir finden dieses Prinzip auch alle fünf Bücher Mose hindurch bestätigt (siehe z.B. 3. Mose 16,17; 22,11–13; 4. Mose 18,11; 5. Mose 12,7; 14,26).

Bevor wir zum Neuen Testament übergehen, möchten wir noch den Fall Rahabs erwähnen, der sowohl eines der merkwürdigsten Beispiele der Gnade Gottes ist, die uns in der Schrift erzählt sind, als auch eines der deutlichsten Vorbilder der Berufung der Nationen. Der Heilige Geist gibt Rahab einen Platz unter denjenigen, die sich durch ihren Glauben auszeichnen (Heb 11). Und was finden wir, wenn wir die Erzählung selbst lesen? Dass sie bei der Zerstörung Jericho allein entrann?  Dass ihr Glaube nur ihr selbst nützte? O nein. Sondern die Kundschafter sprachen zu ihr: „Siehe, wenn wir in das Land kommen, so sollst du die Schnur diese Karmesinschnur ins Fenster binden, durch das du uns heruntergelassen hast, und sollst deinen Vater und deine Mutter und deine Brüder und das ganze Haus deines Vaters zu dir ins Haus versammeln; und es soll geschehen, wer irgend aus der Tür deines Hauses auf die Straße gehen wird, dessen Blut sei auf seinem Haupt, und wir werden von unserem Eid entbunden sein. Jeder aber, der bei dir im Haus sein wird, dessen Blut sei auf unserm Haupt, wenn Hand an ihn gelegt wird“ (Jos 2,18.19). Und als sie die Stadt einnahmen, da sprach Josua zu den zwei Männern, die das Land ausgekundschaftet hatten: „Geht in das Haus der Hure, und führt die Frau und alle ihre Angehörigen von dort heraus, wie ihr es ihr geschworen habt. Da gingen die Jünglinge, die Kundschafter, hinein und führten Rahab und ihren Vater und ihre Mutter und ihre Brüder und alle ihre Angehörigen hinaus: Alle ihre Geschlechter führten sie hinaus; und sie ließen sie außerhalb des Lagers Israels. … So ließ Josua Rahab, die Hure, und das Haus ihres Vaters und alle ihre Angehörigen am Leben; und sie hat in der Mitte Israels gewohnt bis auf diesen Tag, weil sie die Boten versteckte, die Josua abgesandt hatte, um Jericho auszukundschaften“ (Jos 6,22–25).

Wir finden zwischen Rahab und den anderen Fällen, die wir betrachtet haben, diesen Unterschied, dass sie nicht das Haupt einer Familie war. Aber gerade dies lässt das, was man das Familienprinzip oder die Einheit der Familie vor Gott nennen könnte, noch mehr hervortreten. Es möchte fast scheinen, als ob diejenigen, die in Familienbeziehungen zu wahren Gläubigen stehen, einen besonderen Platz erhalten und die Gegenstände der zarten Sorge Gottes werden. In der Tat sagt uns der Korintherbrief: „Der ungläubige Mann ist geheiligt durch die Frau, und die ungläubige Frau ist geheiligt durch den Mann; sonst wären ja eure Kinder unrein, nun aber sind sie heilig“ (1. Kor 7,14).

Alle die angeführten Beispiele sind aus dem Alten Testament genommen, und es handelt sich nun darum, zu sehen, ob sich derselbe Grundsatz auch in der Haushaltung der Gnade wiederfindet. Wäre dies nicht der Fall, so könnten unsere Seelen wohl Segen empfangen durch die Betrachtung dieser bemerkenswerten Wege Gottes in früheren Zeiten, diesen Offenbarungen seines Charakters und seiner zarten Liebe, aber wir könnten daraus nichts auf die Beziehungen des Gläubigen unserer Zeit zu seinem Haus schließen. Finden wir ihn aber auch jetzt wieder, so gibt uns alles zusammen ein herrliches Licht bezüglich unserer Familienverhältnisse vor Gott, aber ebenso wohl auch bezüglich der überaus ernsten Verantwortlichkeiten (und fügen wir hinzu, der gesegneten Vorrechte) des Hauptes der Familie oder des Hauses.

Nehmen wir zuerst Apostelgeschichte 11. Der Apostel Petrus war bei Kornelius gewesen und hatte dort gesehen, wie der Heilige Geist auch auf die Nationen ausgegossen wurde, so dass er sie, in Übereinstimmung mit seinem Auftrag, als der Versammlung Gottes auf Erden beigefügt erklärte. Als er und seine jüdischen Gefährten sie in Sprachen reden und Gott erheben hörten, da antwortete Petrus: Könnte wohl jemand das Wasser verwehren, dass diese nicht getauft würden, die den Heiligen Geist empfangen haben, wie auch wir? Und er befahl, dass sie getauft würden in dem Namen des Herrn (Apg 10,44–48). Bei seiner Rückkehr nach Jerusalem aber äußerte sich der Unwille der dortigen Brüder darüber, dass er mit denen aus den Nationen verkehrt habe. Als Antwort auf diese Anklage erzählte Petrus alle die Umstände, die zu diesem Besuch geführt hatten, sprach von seinem Gesicht und erklärte, wie er nur den direkten Weisungen des Geistes Gottes gefolgt sei. Weiter erzählte er ihnen, wie Kornelius durch einen Engel Befehl erhalten hatte, nach ihm zu senden, und zwar mit diesen Worten: „Sende nach Joppe und lass Simon holen, der auch Petrus genannt wird, der wird Worte zu dir reden, durch die du errettet werden wirst, du und dein ganzes Haus.“

Hier also, ganz am Anfang des Christentums, begegnen wir wieder dieser Verbindung des Hauses mit seinem Haupt. Dann weiter in Kapitel 16 finden wir, wie der Apostel Paulus dem Kerkermeister in Philippi genau dasselbe erklärt: „Glaube an den Herrn Jesus, und du wirst errettet werden, du und dein Haus“, sagt er. Diese zweimalige Wiederholung derselben Verheißung, wobei sogar noch dieselben Worte gebraucht werden (außer dass Petrus von dem ganzen Haus spricht), führt zu der Annahme, dass sie eine wohl bekannte und angenommene Wahrheit ausdrückten, und sie sind umso bedeutungsvoller, als sie das eine Mal durch den Apostel der Beschneidung, das andere Mal durch den Apostel der Nationen ausgesprochen wurden, obgleich es sich in beiden Fällen um die Letzteren handelte.

So finden wir diesen Grundsatz, der in vorigen Zeitaltern galt, auch für unsere Zeit bestätigt, und zwar durch zwei der ersten Repräsentanten des Christentums, einerseits Petrus als „Zeuge der Leiden Christi“, andererseits Paulus, der sein Apostelamt von dem Herrn in der Herrlichkeit empfangen hatte; beide sind eins in ihrem Zeugnis. Der Unglaube mag die Bedeutung dieser Worte zu verdrehen und ihre Kraft zu vermindern suchen, aber sie stehen da als eine unauslöschliche Erklärung betreffs der Wege Gottes als eine Offenbarung seines Herzens. Sie lehren die Heiligkeit der Familienbande, ja die Einheit des Hauses in seinen Augen.

Trotzdem aber müssen wir uns hüten, dabei nicht über die Gedanken Gottes hinauszugehen, und daher die wirkliche Bedeutung dieser Verheißung zu erfassen suchen.

Vor allem soll darüber kein Zweifel bestehen, dass damit nicht gesagt ist, es seien durch den Glauben des Hauptes der Familie die einzelnen Glieder derselben errettet. Keine Wahrheit tritt in der Schrift bestimmter hervor als die, dass es ohne persönlichen Glauben keine Errettung gibt. Esau, die Söhne Elis und die Söhne Samuels, Absalom und andere sind ernste, warnende Beispiele davon, dass der Glaube des Vaters das Kind nicht errettet, und es sollte dies immer höchst nachdrücklich hervorgehoben werden. Denn während wir den Kreis der Gnade Gottes einerseits nicht verengen dürfen, dürfen wir ihn andererseits auch durchaus nicht erweitern. So sehr wir an der Einheit des Hauses in Gottes Augen festhalten sollen, so entschieden müssen wir darauf bestehen, dass jedes Familienmitglied an den Herrn Jesus glauben muss, um errettet zu werden. Gebe man sich doch ja in diesem Stück keinem Irrtum hin, dessen Folgen so verhängnisvoll sein müssten.

Dennoch aber hat das Haus des Gläubigen in den Augen Gottes ein besonders bevorzugten Platz auf Erden. Die Kinder werden durch ihre Beziehungen zu den gläubigen Eltern als in äußerer Verbindung mit dem Volk Gottes betrachtet, als für ihn abgesondert („geheiligt“) und in den Kreis der unmittelbaren Tätigkeit des Heiligen Geistes versetzt. Dies ist, nach unserem Dafürhalten, die Bedeutung des schon angeführten Schriftwortes: „Nun aber sind sie [die Kinder des gläubigen Vaters oder der gläubigen Mutter] heilig.“ Denn Heiligkeit bedeutet Absonderung für Gott. Und da es sich in diesem Fall nicht um innere Heiligkeit handeln kann noch um die Heiligkeit, die der Gläubige in Christus vor Gott hat, so kann mit diesem Ausdruck nur äußere Absonderung gemeint sein, d.h., sie sind sozusagen getrennt von der Welt und mit denen in Verbindung gebracht, die den Namen Christi auf Erden bekennen und die Behausung Gottes im Geist bilden. Daher richten sich die Ermahnungen des Epheserbriefes und des Kolosserbriefes auch an die Häuser der Gläubigen, an die Frauen, Männer, Kinder, Eltern, Knechte und Herren; alle sind in diese Ermahnungen mit eingeschlossen, wobei jede Gruppe einzeln angesprochen wird. Und in dieser Tatsache liegt auch die Verantwortlichkeit des Gläubigen begründet, sein Haus für den Herrn zu regieren.

Wenn wir daher auf der einen Seite die überströmende Gnade unseres Gottes bewundern, die auch unsere Häuser in ihre Segnungen miteinschließt, so lasst uns auf der anderen Seite nicht die Verantwortlichkeiten vergessen, die daraus hervorfließen, denn Vorrechte und Verantwortlichkeiten sind stets eng miteinander verbunden. Mögen wir sie in der Gegenwart des Herrn stets mehr und mehr zu erkennen und zu erfüllen suchen, ja möge er uns Gnade geben, ihnen so nachzukommen, dass dadurch sein Name verherrlicht werde in uns und in einem jeden Mitglied unserer Häuser!

Edward Dennett

Das Haus des Christen (02)

Do, 04/19/2018 - 00:01

Bibelstellen: Apg 16,31

2. Das Haus als Wirkungskreis der Gnade

Es zeigt sich bei uns immer so leicht die Neigung, die Gnade Gottes zu begrenzen, und fehlende Bereitschaft, sowohl an ihre Souveränität als auch an ihre Fülle zu glauben. Und diese Neigung tritt oft gerade bei denen stark hervor, die am eifrigsten auf den großen Wahrheiten der Erlösung bestehen. Es ist daher stets notwendig für uns, selbst das immer wieder neu zu untersuchen, was wir als die unbestrittenen Lehren der Schrift auffassen, nicht um uns selbst in Unruhe zu bringen oder Unsicherheit zu fördern, sondern mit dem aufrichtigen Wunsch, in jeder Beziehung ganz dem Wort Gottes unterworfen zu sein. Es gibt zum Beispiel viele geliebte Kinder Gottes, die die Bedeutung und Kraft der Worte des Paulus an den Kerkermeister: „Glaube an den Herrn Jesus und du wirst errettet werden, du und dein Haus“, übersehen. Sie erkennen die Notwendigkeit eines persönlichen Glaubens und die damit verbundene Zusicherung einer persönlichen Errettung; aber die hinzugefügte Verheißung wird, was die praktische Anwendung betrifft, sehr oft vergessen. Wenn also heute die Frage gestellt wird: „Was muss ich tun, damit ich errettet werde?“, so lautet die Antwort gewöhnlich nur: „Glaube an den Herrn Jesus und du wirst errettet werden“, und sowohl im Sprechen als im Schreiben werden die Worte „du und dein Haus“ fast immer ausgelassen; und damit wird der Wirkungskreis der Gnade Gottes unabsichtlich eingeengt.

Versuchen wir daher zu erkennen, was die Schrift über diesen Gegenstand, nämlich über das Verbundensein des Gläubigen mit seinem Haus, sagt. Wir werden sehen, dass uns in früheren Zeiten wie auch in der Haushaltung der Gnade derselbe Grundsatz entgegentritt.

Betrachten wir zuerst 1. Mose 7,1: „Und der Herr sprach zu Noah: Geh in die Arche, du und dein Haus, denn dich habe ich als gerecht vor mir befunden in diesem Geschlecht.“ Diese Stelle ist überaus wichtig, weil sie so gefasst ist, dass über ihre genaue Bedeutung kein Zweifel bestehen kann. Der Grund, warum Gott dem Noah befiehlt, mit seinem Haus in die Arche zu gehen, ist: „Denn dich habe ich gerecht vor mir befunden in diesem Geschlecht.“ Und wenn auch entgegnet werden könnte, dass vielleicht alle Glieder dieser Familie vor Gott gerecht waren, so verbietet doch die spätere Geschichte eines derselben –  Ham (1. Mo 9,22–25) – diesen Gedanken. Somit kann die Bedeutung des uns Erzählten, dass nämlich die Familie Noahs um des Glaubens ihres Hauptes willen von dem Gericht der Sintflut errettet wurde, in keiner Weise geschmälert werden. Freilich war es nicht die Errettung der Seele, obwohl ein Bild derselben (1. Pet 3,20.21). Und dennoch war es keine geringe Segnung, sicher in der Arche durch die mächtige Flut hindurchgetragen zu werden, die die ganze Erde verwüstete. „Und vertilgt wurde alles Bestehende, das auf der Fläche des Erdbodens war, vom Menschen bis zum Vieh, bis zum Gewürm und bis zu den Vögeln des Himmels und sie wurden von der Erde vertilgt. Und nur Noah blieb übrig und was mit ihm in der Arche war.“ Gott in seiner Gnade errettete also das ganze Haus aufgrund des Glaubens Noahs aus dem Gericht und versetzte sie auf die neue Erde. Und diese Gnade beschränkte sich nicht auf die Söhne Noahs; nein, auch ihre Frauen waren in die barmherzige Fürsorge Gottes mit eingeschlossen, insgesamt also jene acht Personen, von denen Petrus sagt, dass sie durch Wasser gerettet wurden (1. Pet 3,20).

Gehen wir zu einem anderen Beispiel über, das wir in 1. Mose 12 finden: „Und Abram ging hin, wie der Herr zu ihm geredet hatte … und Abram nahm Sarai, seine Frau, und Lot, den Sohn seines Bruders, und alle ihre Habe, die sie erworben, und die Seelen, die sie in Haran gewonnen hatten, und sie zogen aus, um in das Land Kanaan zu gehen; und sie kamen in das Land Kanaan.“ Ohne uns jetzt näher auf diesen Fall einzulassen (da wir bei einem anderen Teil unseres Gegenstands darauf zurückkommen werden), möchten wir hier nur auf die Tatsache hinweisen, dass das Haus Abrams mit ihm selbst von Chaldäa und Haran nach Kanaan gebracht wurde, wiederum als ein Beispiel des Grundsatzes, dass Familienhaupt und Familienmitglieder vor Gott eng miteinander verbunden sind.

Wir finden weiter Lot, ein umso unwürdigeres Beispiel dieser Gnade, als er von dem Pfad des Glaubens abgewichen war, den Charakter des Pilgers abgestreift hatte und ein Einwohner und Bürger Sodoms geworden war. Die Einzelheiten seiner Geschichte sind allen wohl bekannt; oh, möchten ihre Warnungen und Lektionen mehr beachtet werden! Die Langmut Gottes war eben im Begriff, seinem gerechten Gericht Platz zu machen, weil die Sünde der Städte der Ebene sehr schwer war. Aber als sie zerstört werden sollten, da gedachte Gott Abrahams und entsandte Lot mitten aus der Umkehrung, als er die Stätte umkehrte, in denen Lot gewohnt hatte (1. Moe 19,29). Indessen möchten wir hier nicht einmal in erster Linie auf die Verbindung Lots mit Abram aufmerksam machen, so bedeutungsvoll sie auch für unseren Gegenstand ist, noch auch selbst auf den Umstand, dass er, wie wir annehmen können, durch die Fürbitte seines Onkels von dem Gericht errettet wurde. Vielmehr möchten wir uns mit der Familie Lots selbst beschäftigen, betreffs welcher wir wieder den gleichen Gedanken Gottes walten sehen, denn nicht nur Lot, sondern auch seine Familie wurde am Tag dieses Gerichts verschont oder hatte wenigstens die Gelegenheit zur Rettung. Und die Männer sprachen zu Lot: Wen du noch hier hast, einen Schwiegersohn und deine Söhne und deine Töchter, und wen irgend du in der Stadt hast, führe heraus aus diesem Ort. Denn wir wollen diesen Ort verderben, weil ihr Geschrei groß geworden ist vor dem Angesicht des Herrn; und der Herr hat uns gesandt, die Stadt zu verderben“ (1. Mo 19,12.13). Es darf nicht vergessen werden, dass Lot ungeachtet der traurigen Stellung, die er einnahm, dennoch ein Gerechter war (2. Pet 2,8), und demgemäß sehen wir hier wieder, wie an anderen Orten, dass Gott die Familie seines Knechtes als eng mit ihm selbst verbunden ansah und dass seine Gnade und Barmherzigkeit alle mit einschloss, die mit dem Gerechten in irgendeiner Verbindung standen. Ihnen allen wurde die Rettung vor dem Gericht angeboten, welches so bald hereinbrechen sollte, obwohl die Schwiegersöhne Lots in ihrem Unglauben (und wer weiß, ob ihr Benehmen nicht zum großen Teil seine Ursache in Lots Wandel hatte) anstatt des Lebens den Tod wählten. „Und Lot ging hinaus und redete mit seinen Schwiegersöhnen, die seine Töchter genommen hatten und sprach: Macht euch auf, geht weg aus diesem Ort, denn der Herr will diese Stadt verderben. Aber er war in den Augen seiner Schwiegersöhne wie einer, der Scherz treibt.“

Nächst diesem ist es das Passah, das uns ganz besonders eine vorbildliche Darstellung des Grundsatzes gibt, der uns beschäftigt. Der Herr gebot Mose: „Redet zu der ganzen Gemeinde Israels und sprecht: Am zehnten dieses Monats nehme sich ein jeder ein Lamm für ein Vaterhaus, ein Lamm für das Haus.“ Und später: „Und das Blut soll euch zum Zeichen sein an den Häusern, in denen ihr seid.“ Es ist klar, dass das Passah in Israel familienweise gehalten wurde, weil das Gebot des Herrn „ein Lamm für ein Haus“ verlangte, und familienweise blieben sie auch bewahrt durch das Blut, das auf ihre Wohnungen gesprengt worden war. Demnach war es die Handlung des Vaters, sein Gehorsam des Glaubens, wodurch das Haus sichergestellt wurde vor dem Gericht, das auf Ägypten fiel, gerade wie Noahs Glaube ihn bestimmte, die Arche zu bauen, in der seine ganze Familie vor der Flut Schutz fanden. Der Zustand der Hausgenossen kam dort nicht infrage, sondern es handelte sich einfach darum, ob das Haupt des Hauses die göttlichen Weisungen befolgt, ob er das Lamm getötet und das Blut gesprengt hatte. War dies der Fall, so konnte keine Plage sich ihnen nahen. „Der Herr wird hindurchgehen, um die Ägypter zu schlagen, und sieht er das Blut an dem Türsturz und an den beiden Pfosten, so wird der Herr an der Tür vorübergehen und wird dem Verderber nicht erlauben, in eure Häuser, um zu schlagen.“ Soviel wir wissen, war es freilich nur der Erstgeborene, der ohne den Schutz des Blutes von dem Gericht betroffen worden wäre; jedoch ging die Bedeutung desselben, als Vorbild des Blutes Christi, viel weiter, und es beschützte kraft seines vorbildlichen Wertes familienweise ganz Israel. Denn wir hören Mose, als er die beständige Beobachtung der Passahfeier verordnete, sagen: „Und es soll geschehen, wenn eure Kinder zu euch sagen werden: Was soll euch dieser Dienst?, so sollt ihr sagen: Es ist ein Passahopfer dem Herrn, der an den Häusern der Kinder Israel in Ägypten vorüberging, als er die Ägypter schlug und unsere Häuser rettete.“ Auch als Pharao ihn fragte: Welche sind es, die ziehen wollen?, erwiderte Mose: „Mit unseren Jungen und mit unseren Alten wollen wir ziehen, mit unseren Söhnen und mit unseren Töchtern.“ Und das Blut bewahrte sie alle vor dem Verderben, wie wir gesehen haben.

Wir finden dieses Prinzip auch alle fünf Bücher Mose hindurch bestätigt (siehe z.B. 3. Mose 16,17; 22,11–13; 4. Mose 18,11; 5. Mose 12,7; 14,26).

Bevor wir zum Neuen Testament übergehen, möchten wir noch den Fall Rahabs erwähnen, der sowohl eines der merkwürdigsten Beispiele der Gnade Gottes ist, die uns in der Schrift erzählt sind, als auch eines der deutlichsten Vorbilder der Berufung der Nationen. Der Heilige Geist gibt Rahab einen Platz unter denjenigen, die sich durch ihren Glauben auszeichnen (Heb 11). Und was finden wir, wenn wir die Erzählung selbst lesen? Dass sie bei der Zerstörung Jericho allein entrann?  Dass ihr Glaube nur ihr selbst nützte? O nein. Sondern die Kundschafter sprachen zu ihr: „Siehe, wenn wir in das Land kommen, so sollst du die Schnur diese Karmesinschnur ins Fenster binden, durch das du uns heruntergelassen hast, und sollst deinen Vater und deine Mutter und deine Brüder und das ganze Haus deines Vaters zu dir ins Haus versammeln; und es soll geschehen, wer irgend aus der Tür deines Hauses auf die Straße gehen wird, dessen Blut sei auf seinem Haupt, und wir werden von unserem Eid entbunden sein. Jeder aber, der bei dir im Haus sein wird, dessen Blut sei auf unserm Haupt, wenn Hand an ihn gelegt wird“ (Jos 2,18.19). Und als sie die Stadt einnahmen, da sprach Josua zu den zwei Männern, die das Land ausgekundschaftet hatten: „Geht in das Haus der Hure, und führt die Frau und alle ihre Angehörigen von dort heraus, wie ihr es ihr geschworen habt. Da gingen die Jünglinge, die Kundschafter, hinein und führten Rahab und ihren Vater und ihre Mutter und ihre Brüder und alle ihre Angehörigen hinaus: Alle ihre Geschlechter führten sie hinaus; und sie ließen sie außerhalb des Lagers Israels. … So ließ Josua Rahab, die Hure, und das Haus ihres Vaters und alle ihre Angehörigen am Leben; und sie hat in der Mitte Israels gewohnt bis auf diesen Tag, weil sie die Boten versteckte, die Josua abgesandt hatte, um Jericho auszukundschaften“ (Jos 6,22–25).

Wir finden zwischen Rahab und den anderen Fällen, die wir betrachtet haben, diesen Unterschied, dass sie nicht das Haupt einer Familie war. Aber gerade dies lässt das, was man das Familienprinzip oder die Einheit der Familie vor Gott nennen könnte, noch mehr hervortreten. Es möchte fast scheinen, als ob diejenigen, die in Familienbeziehungen zu wahren Gläubigen stehen, einen besonderen Platz erhalten und die Gegenstände der zarten Sorge Gottes werden. In der Tat sagt uns der Korintherbrief: „Der ungläubige Mann ist geheiligt durch die Frau, und die ungläubige Frau ist geheiligt durch den Mann; sonst wären ja eure Kinder unrein, nun aber sind sie heilig“ (1. Kor 7,14).

Alle die angeführten Beispiele sind aus dem Alten Testament genommen, und es handelt sich nun darum, zu sehen, ob sich derselbe Grundsatz auch in der Haushaltung der Gnade wiederfindet. Wäre dies nicht der Fall, so könnten unsere Seelen wohl Segen empfangen durch die Betrachtung dieser bemerkenswerten Wege Gottes in früheren Zeiten, diesen Offenbarungen seines Charakters und seiner zarten Liebe, aber wir könnten daraus nichts auf die Beziehungen des Gläubigen unserer Zeit zu seinem Haus schließen. Finden wir ihn aber auch jetzt wieder, so gibt uns alles zusammen ein herrliches Licht bezüglich unserer Familienverhältnisse vor Gott, aber ebenso wohl auch bezüglich der überaus ernsten Verantwortlichkeiten (und fügen wir hinzu, der gesegneten Vorrechte) des Hauptes der Familie oder des Hauses.

Nehmen wir zuerst Apostelgeschichte 11. Der Apostel Petrus war bei Kornelius gewesen und hatte dort gesehen, wie der Heilige Geist auch auf die Nationen ausgegossen wurde, so dass er sie, in Übereinstimmung mit seinem Auftrag, als der Versammlung Gottes auf Erden beigefügt erklärte. Als er und seine jüdischen Gefährten sie in Sprachen reden und Gott erheben hörten, da antwortete Petrus: Könnte wohl jemand das Wasser verwehren, dass diese nicht getauft würden, die den Heiligen Geist empfangen haben, wie auch wir? Und er befahl, dass sie getauft würden in dem Namen des Herrn (Apg 10,44–48). Bei seiner Rückkehr nach Jerusalem aber äußerte sich der Unwille der dortigen Brüder darüber, dass er mit denen aus den Nationen verkehrt habe. Als Antwort auf diese Anklage erzählte Petrus alle die Umstände, die zu diesem Besuch geführt hatten, sprach von seinem Gesicht und erklärte, wie er nur den direkten Weisungen des Geistes Gottes gefolgt sei. Weiter erzählte er ihnen, wie Kornelius durch einen Engel Befehl erhalten hatte, nach ihm zu senden, und zwar mit diesen Worten: „Sende nach Joppe und lass Simon holen, der auch Petrus genannt wird, der wird Worte zu dir reden, durch die du errettet werden wirst, du und dein ganzes Haus.“

Hier also, ganz am Anfang des Christentums, begegnen wir wieder dieser Verbindung des Hauses mit seinem Haupt. Dann weiter in Kapitel 16 finden wir, wie der Apostel Paulus dem Kerkermeister in Philippi genau dasselbe erklärt: „Glaube an den Herrn Jesus, und du wirst errettet werden, du und dein Haus“, sagt er. Diese zweimalige Wiederholung derselben Verheißung, wobei sogar noch dieselben Worte gebraucht werden (außer dass Petrus von dem ganzen Haus spricht), führt zu der Annahme, dass sie eine wohl bekannte und angenommene Wahrheit ausdrückten, und sie sind umso bedeutungsvoller, als sie das eine Mal durch den Apostel der Beschneidung, das andere Mal durch den Apostel der Nationen ausgesprochen wurden, obgleich es sich in beiden Fällen um die Letzteren handelte.

So finden wir diesen Grundsatz, der in vorigen Zeitaltern galt, auch für unsere Zeit bestätigt, und zwar durch zwei der ersten Repräsentanten des Christentums, einerseits Petrus als „Zeuge der Leiden Christi“, andererseits Paulus, der sein Apostelamt von dem Herrn in der Herrlichkeit empfangen hatte; beide sind eins in ihrem Zeugnis. Der Unglaube mag die Bedeutung dieser Worte zu verdrehen und ihre Kraft zu vermindern suchen, aber sie stehen da als eine unauslöschliche Erklärung betreffs der Wege Gottes als eine Offenbarung seines Herzens. Sie lehren die Heiligkeit der Familienbande, ja die Einheit des Hauses in seinen Augen.

Trotzdem aber müssen wir uns hüten, dabei nicht über die Gedanken Gottes hinauszugehen, und daher die wirkliche Bedeutung dieser Verheißung zu erfassen suchen.

Vor allem soll darüber kein Zweifel bestehen, dass damit nicht gesagt ist, es seien durch den Glauben des Hauptes der Familie die einzelnen Glieder derselben errettet. Keine Wahrheit tritt in der Schrift bestimmter hervor als die, dass es ohne persönlichen Glauben keine Errettung gibt. Esau, die Söhne Elis und die Söhne Samuels, Absalom und andere sind ernste, warnende Beispiele davon, dass der Glaube des Vaters das Kind nicht errettet, und es sollte dies immer höchst nachdrücklich hervorgehoben werden. Denn während wir den Kreis der Gnade Gottes einerseits nicht verengen dürfen, dürfen wir ihn andererseits auch durchaus nicht erweitern. So sehr wir an der Einheit des Hauses in Gottes Augen festhalten sollen, so entschieden müssen wir darauf bestehen, dass jedes Familienmitglied an den Herrn Jesus glauben muss, um errettet zu werden. Gebe man sich doch ja in diesem Stück keinem Irrtum hin, dessen Folgen so verhängnisvoll sein müssten.

Dennoch aber hat das Haus des Gläubigen in den Augen Gottes ein besonders bevorzugten Platz auf Erden. Die Kinder werden durch ihre Beziehungen zu den gläubigen Eltern als in äußerer Verbindung mit dem Volk Gottes betrachtet, als für ihn abgesondert („geheiligt“) und in den Kreis der unmittelbaren Tätigkeit des Heiligen Geistes versetzt. Dies ist, nach unserem Dafürhalten, die Bedeutung des schon angeführten Schriftwortes: „Nun aber sind sie [die Kinder des gläubigen Vaters oder der gläubigen Mutter] heilig.“ Denn Heiligkeit bedeutet Absonderung für Gott. Und da es sich in diesem Fall nicht um innere Heiligkeit handeln kann noch um die Heiligkeit, die der Gläubige in Christus vor Gott hat, so kann mit diesem Ausdruck nur äußere Absonderung gemeint sein, d.h., sie sind sozusagen getrennt von der Welt und mit denen in Verbindung gebracht, die den Namen Christi auf Erden bekennen und die Behausung Gottes im Geist bilden. Daher richten sich die Ermahnungen des Epheserbriefes und des Kolosserbriefes auch an die Häuser der Gläubigen, an die Frauen, Männer, Kinder, Eltern, Knechte und Herren; alle sind in diese Ermahnungen mit eingeschlossen, wobei jede Gruppe einzeln angesprochen wird. Und in dieser Tatsache liegt auch die Verantwortlichkeit des Gläubigen begründet, sein Haus für den Herrn zu regieren.

Wenn wir daher auf der einen Seite die überströmende Gnade unseres Gottes bewundern, die auch unsere Häuser in ihre Segnungen miteinschließt, so lasst uns auf der anderen Seite nicht die Verantwortlichkeiten vergessen, die daraus hervorfließen, denn Vorrechte und Verantwortlichkeiten sind stets eng miteinander verbunden. Mögen wir sie in der Gegenwart des Herrn stets mehr und mehr zu erkennen und zu erfüllen suchen, ja möge er uns Gnade geben, ihnen so nachzukommen, dass dadurch sein Name verherrlicht werde in uns und in einem jeden Mitglied unserer Häuser!

Edward Dennett

Die Frau am Jakobsbrunnen

Mi, 04/18/2018 - 00:01

Bibelstellen: Johannes 4,6-15

„Es war aber dort eine Quelle Jakobs. Jesus nun, ermüdet von der Reise, setzte sich also an die Quelle nieder. Es war um die sechste Stunde. Da kommt eine Frau aus Samaria, Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken. (Denn seine Jünger waren weggegangen in die Stadt, um Speise zu kaufen.) Die samaritische Frau spricht nun zu ihm: Wie bittest du, der du ein Jude bist, von mir zu trinken, die ich ein samaritische Frau bin? (Denn die Juden verkehren nicht mit den Samaritern.) Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du die Gabe Gottes kenntest, und wer es ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken, so würdest du ihn gebeten haben, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. Die Frau spricht zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief; woher hast du denn das lebendige Wasser? Du bist doch nicht größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gab, und er selbst trank aus demselben und seine Söhne und sein Vieh? Jesus antwortete und sprach zu ihr: Jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wiederum dürsten; wer irgend aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm geben werde, den wird nicht dürsten in Ewigkeit; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm eine Quelle Wassers werden, das ins ewige Leben quillt Das Weib spricht zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit mich nicht dürste und ich nicht hierher komme, um zu schöpfen“ (Johannes 4,6–15).

Er, der als Gott nicht ermüdet und ermattet (Jes 40,28), er, der die Wasser gemessen mit seiner hohlen Hand (Jes 40,12), er, der als der Fels das Volk Israel 40 Jahre lang mit Wasser versorgte, setzt sich ermüdet hin und bittet um einen Schluck Wasser. Er war müde geworden in den Wegen Gottes, aber er war nicht zu müde, um den Willen Gottes zu erfüllen, in dem er diese Frau zum Licht führt.

Der Herr bittet nicht darum, dass er das Gefäß benutzen dürfe, sondern er macht sich ganz abhängig von der Frau. Eigentlich hätte sie bitten sollen, dass er ihren Lebensdurst stillt (der offenbar noch sehr brannte), aber da sie es nicht tut, macht er den ersten Schritt und spricht diese Bitte aus.

Damit beginnt einer von den sieben Dialogen, die wir im Johannesevangelium finden (Predigten suchen wir vergeblich), und es ist der längste Dialog im NT überhaupt. Der Herr Jesus hat hier die Möglichkeit zu einem Dialog, weil die Jünger allesamt einkaufen gegangen sind (12 Männer kaufen für 13 Männer ein!)

Die Frau ist erstaunt darüber, dass ein jüdischer Mann mit einer samaritischen Frau spricht, und dann auch in Verbindung mit einer demütigen Bitte; das entsprach nicht den Gepflogenheiten. Viel bemerkenswerter war aber die Tatsache, dass der Sohn Gottes mit einer sündigen Frau sprach und voller Gnade bereit war, sie zu beschenken! Wenn sie die Gabe Gottes kennen würde und verstehen würde, wer zu ihr spricht, dann hätte sie um lebendiges Wasser gebeten!

Mit diesen Worten macht der Herr die Samariterin neugierig. Was ist denn die Gabe Gottes? Und wer spricht denn zu ihr? Wer zu ihr spricht, macht der Herr einige Zeit später ganz deutlich (Joh 4,26). Was die Gabe Gottes ist, macht der Herr direkt klar: Es ist das lebendige Wasser, das in ihr eine Fontäne würde, die ins ewige Leben quillt. Sie würde den Geist als Kraft des neuen Lebens empfangen; dadurch würde sie Gemeinschaft mit Gott haben können, und das Herz würde völlig zufrieden werden. Der Grund ewiger Freude wäre gefunden.

Es ist hierbei zu beachten, dass dann, wenn es um die Neugeburt geht (Joh 3), ein anderes Bild benutzt wird. Die Neugeburt wird mit einer Reinigung, mit einer Waschung und mit einem Bad verglichen (Joh 15; 13; Tit 3,5). Bei dem Empfang des Geistes sehen wir aber das Bild des Trinkens: „Wir sind alle mit einem Geist getränkt worden“ (1. Kor 12). Zudem wird der Geist zu einer Quelle in uns, was von dem neuen Leben, das wir bei der Neugeburt empfangen haben, nicht gesagt wird. Dennoch können wir den Geist nicht von dem Leben trennen, denn der Geist ist ja die Kraft dieses Lebens (vgl. Röm 8,2; Joh 20).

Wir sollten beachten: Um das lebendige Wasser zu bekommen, muss man es nur haben wollen (was in der Bitte zum Ausdruck kommt, es trinken zu dürfen), und man muss es dann auch annehmen. Kann es etwas Einfacheres als Trinken geben? In dem Kapitel vorher wurde der Empfang des Lebens mit dem Blick des Glaubens verknüpft, und auch jetzt wird wieder gezeigt, wie einfach man in den Besitz dieser gewaltigen Segnungen kommen kann. Es ist in der Tat einfacher, als Wasser aus dem Brunnen zu holen, das nur für kurze Zeit den Durst löschen kann (und das gilt für alle Segnungen auf dieser Erde, denn sie berühren nicht wirklich den Grund der Seele des Menschen).

Als sie diese Worte des Herrn hört, spricht sie dieses Gebet: „Herr, gib mir dieses Wasser.“ Das war eine gute Bitte. Sie will empfangen. Aber sie versteht noch nicht, um was es geht und warum sie als Mensch diesen Durst hat, was da im Blick auf Gott nicht in Ordnung ist. Und deshalb muss der Herr ihr von Sünde und Heil sprechen, ehe sie das lebendige Wasser empfangen kann. Das wird in den folgenden Versen entfaltet.

Gerrid Setzer

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