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Aktualisiert: vor 18 Stunden 21 Minuten

Die Frau am Jakobsbrunnen

Mi, 04/18/2018 - 00:01

Bibelstellen: Johannes 4,6-15

„Es war aber dort eine Quelle Jakobs. Jesus nun, ermüdet von der Reise, setzte sich also an die Quelle nieder. Es war um die sechste Stunde. Da kommt eine Frau aus Samaria, Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken. (Denn seine Jünger waren weggegangen in die Stadt, um Speise zu kaufen.) Die samaritische Frau spricht nun zu ihm: Wie bittest du, der du ein Jude bist, von mir zu trinken, die ich ein samaritische Frau bin? (Denn die Juden verkehren nicht mit den Samaritern.) Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du die Gabe Gottes kenntest, und wer es ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken, so würdest du ihn gebeten haben, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. Die Frau spricht zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief; woher hast du denn das lebendige Wasser? Du bist doch nicht größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gab, und er selbst trank aus demselben und seine Söhne und sein Vieh? Jesus antwortete und sprach zu ihr: Jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wiederum dürsten; wer irgend aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm geben werde, den wird nicht dürsten in Ewigkeit; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm eine Quelle Wassers werden, das ins ewige Leben quillt Das Weib spricht zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit mich nicht dürste und ich nicht hierher komme, um zu schöpfen“ (Johannes 4,6–15).

Er, der als Gott nicht ermüdet und ermattet (Jes 40,28), er, der die Wasser gemessen mit seiner hohlen Hand (Jes 40,12), er, der als der Fels das Volk Israel 40 Jahre lang mit Wasser versorgte, setzt sich ermüdet hin und bittet um einen Schluck Wasser. Er war müde geworden in den Wegen Gottes, aber er war nicht zu müde, um den Willen Gottes zu erfüllen, in dem er diese Frau zum Licht führt.

Der Herr bittet nicht darum, dass er das Gefäß benutzen dürfe, sondern er macht sich ganz abhängig von der Frau. Eigentlich hätte sie bitten sollen, dass er ihren Lebensdurst stillt (der offenbar noch sehr brannte), aber da sie es nicht tut, macht er den ersten Schritt und spricht diese Bitte aus.

Damit beginnt einer von den sieben Dialogen, die wir im Johannesevangelium finden (Predigten suchen wir vergeblich), und es ist der längste Dialog im NT überhaupt. Der Herr Jesus hat hier die Möglichkeit zu einem Dialog, weil die Jünger allesamt einkaufen gegangen sind (12 Männer kaufen für 13 Männer ein!)

Die Frau ist erstaunt darüber, dass ein jüdischer Mann mit einer samaritischen Frau spricht, und dann auch in Verbindung mit einer demütigen Bitte; das entsprach nicht den Gepflogenheiten. Viel bemerkenswerter war aber die Tatsache, dass der Sohn Gottes mit einer sündigen Frau sprach und voller Gnade bereit war, sie zu beschenken! Wenn sie die Gabe Gottes kennen würde und verstehen würde, wer zu ihr spricht, dann hätte sie um lebendiges Wasser gebeten!

Mit diesen Worten macht der Herr die Samariterin neugierig. Was ist denn die Gabe Gottes? Und wer spricht denn zu ihr? Wer zu ihr spricht, macht der Herr einige Zeit später ganz deutlich (Joh 4,26). Was die Gabe Gottes ist, macht der Herr direkt klar: Es ist das lebendige Wasser, das in ihr eine Fontäne würde, die ins ewige Leben quillt. Sie würde den Geist als Kraft des neuen Lebens empfangen; dadurch würde sie Gemeinschaft mit Gott haben können, und das Herz würde völlig zufrieden werden. Der Grund ewiger Freude wäre gefunden.

Es ist hierbei zu beachten, dass dann, wenn es um die Neugeburt geht (Joh 3), ein anderes Bild benutzt wird. Die Neugeburt wird mit einer Reinigung, mit einer Waschung und mit einem Bad verglichen (Joh 15; 13; Tit 3,5). Bei dem Empfang des Geistes sehen wir aber das Bild des Trinkens: „Wir sind alle mit einem Geist getränkt worden“ (1. Kor 12). Zudem wird der Geist zu einer Quelle in uns, was von dem neuen Leben, das wir bei der Neugeburt empfangen haben, nicht gesagt wird. Dennoch können wir den Geist nicht von dem Leben trennen, denn der Geist ist ja die Kraft dieses Lebens (vgl. Röm 8,2; Joh 20).

Wir sollten beachten: Um das lebendige Wasser zu bekommen, muss man es nur haben wollen (was in der Bitte zum Ausdruck kommt, es trinken zu dürfen), und man muss es dann auch annehmen. Kann es etwas Einfacheres als Trinken geben? In dem Kapitel vorher wurde der Empfang des Lebens mit dem Blick des Glaubens verknüpft, und auch jetzt wird wieder gezeigt, wie einfach man in den Besitz dieser gewaltigen Segnungen kommen kann. Es ist in der Tat einfacher, als Wasser aus dem Brunnen zu holen, das nur für kurze Zeit den Durst löschen kann (und das gilt für alle Segnungen auf dieser Erde, denn sie berühren nicht wirklich den Grund der Seele des Menschen).

Als sie diese Worte des Herrn hört, spricht sie dieses Gebet: „Herr, gib mir dieses Wasser.“ Das war eine gute Bitte. Sie will empfangen. Aber sie versteht noch nicht, um was es geht und warum sie als Mensch diesen Durst hat, was da im Blick auf Gott nicht in Ordnung ist. Und deshalb muss der Herr ihr von Sünde und Heil sprechen, ehe sie das lebendige Wasser empfangen kann. Das wird in den folgenden Versen entfaltet.

Gerrid Setzer

Das Haus des Christen (01)

Di, 04/17/2018 - 00:01

Bibelstellen: Epheser 4+5

Einleitung

Der Leser wird im Folgenden eine einfache Darstellung der Lehren des Wortes Gottes über die Beziehungen zwischen dem Gläubigen und seinem Haus und über die sogenannten familiären Pflichten finden. Die Wichtigkeit der Entfaltung des christlichen Lebens in der Familie wird allgemein anerkannt, doch im öffentlichen Dienst wird dieser Gegenstand selten berührt. Und doch bewegt sich der weitaus größere Teil des Lebens vieler Gläubigen in familiären Pflichten, so dass dem Verfasser eine Betrachtung über die Verantwortlichkeiten der verschiedenen Familienmitglieder nötig und nützlich erschien. Möge der Herr selbst das Geschriebene segnen, so unvollkommen es auch ist, zu seiner Verherrlichung und zur Erbauung der Seinen.

1. Der Gläubige und natürliche Verhältnisse

Bevor wir die verschiedenen Beziehungen der Familienmitglieder untereinander und ihre Pflichten mehr im Einzelnen betrachten, lasst uns zuerst sehen, auf welche Art der Geist Gottes diesen Gegenstand behandelt. Angesichts der vollen Offenbarung der Gnade Gottes in der Erlösung möchte sich vielleicht bei manchen die Neigung zeigen, gering von natürlichen Banden zu denken. Und in der Tat haben oft genug aus Unkenntnis und daraus folgendem Missverständnis einzelner Teile der Schrift solche Gedanken in der Geschichte der Kirche ihren traurigen Ausdruck gefunden, und selbst zur jetzigen Zeit kann man beobachten, dass manche in denselben Irrtum fallen. Wie wichtig ist es daher, zu beachten, dass gerade der Brief, der die Wahrheit von der Stellung des Gläubigen in Christus vor Gott und von der Versammlung als dem Leib Christi am vollsten ins Licht stellt, nämlich der Epheserbrief, auch am ausführlichsten von den Verantwortlichkeiten spricht, die aus unseren natürlichen Verbindungen fließen. Ihr bindender Charakter wird dadurch aufs Deutlichste aufrechterhalten, und zwar mit göttlicher Autorität, und zugleich werden wir ermahnt, dass wir, bei aller Freude über unsere christlichen Vorrechte, nicht die Pflichten vergessen, die uns für diese Erde auferlegt worden sind. Es ist zwar wahr, dass unsere Stellung vor Gott nicht im Fleisch, sondern im Geist ist, wenn nämlich Gottes Geist in uns wohnt (Römer 8,9), weil uns der Tod und die Auferstehung Christi von dieser Welt getrennt und in eine neue Schöpfung versetzt haben. Aber Gott sendet uns sozusagen zurück, um auf neuem Boden – dem der Gnade, nicht nur der Natur – jeder Verpflichtung nachzukommen, die wir als seine Geschöpfe schon in unserem alten Zustand hatten.

Epheser 4 macht uns dies klar. Wir haben dort von Vers 17 an praktische Ermahnungen als Ausfluss der Wahrheiten, die im vorhergehenden Teil des Briefes gelehrt werden. Gleich am Anfang stellt uns der Apostel den übrigen Nationen gegenüber, die „in Eitelkeit ihres Sinnes“ wandeln, und fährt dann fort: „Ihr aber habt denn Christus nicht so gelernt, wenn ihr wirklich ihn gehört und in ihm gelehrt worden seid, wie die Wahrheit in dem Jesus ist: dass ihr, was den früheren Lebenswandel betrifft, abgelegt habt den alten Menschen, der nach den betrügerischen Begierden verdorben wird, aber erneuert werdet in dem Geist eurer Gesinnung und angezogen habt den neuen Menschen, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit. Deshalb legt die Lüge ab und redet Wahrheit, jeder mit seinem Nächsten, denn wir sind Glieder voneinander.“ Und ein wenig weiter werden wir ermahnt: „Betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, durch den ihr versiegelt seid auf den Tag der Erlösung.“ Wir haben also hier die zwei großen Wahrheiten: dass der Gläubige den neuen Menschen angezogen hat (denn die Ermahnung geht davon aus, was in Christus von uns allen wahr ist) und dass der Geist Gottes in ihm wohnt. Daher beginnt auch das nächste Kapitel mit: „Seid nun Nachahmer Gottes als geliebte Kinder.“ Indem wir also nach Gott geschaffen sind und ihn in uns wohnend haben, ist nun auch Gott der Maßstab unseres Wandels, wie er in Christus im menschlichen Leben dargestellt worden ist, und zwar als Licht und Liebe – zwei Worte, welche allein Gottes eigentlichstes Wesen bezeichnen. Daher lesen wir: „Wandelt in Liebe, wie auch der Christus uns geliebt und sich selbst für uns hingegeben hat als Darbringung und Schlachtopfer, Gott zu einem duftenden Wohlgeruch.“ „Für uns“ war göttliche Liebe, „Gott zu einem duftenden Wohlgeruch“ zeigt seine Vollkommenheit in Beweggrund und Ziel. „Jetzt aber seid ihr Licht in dem Herrn.“ Dies ist der zweite Wesenszug Gottes. Und als Teilhaber der göttlichen Natur sind wir Licht in dem Herrn. Auch hier ist wieder Christus das Muster: „Und der Christus wird dir leuchten.“ Diese Widerspiegelung Gottes im Menschen ist das Ziel, das Gott sich mit dem neuen Menschen vorgesetzt hat und was sich auch der neue Mensch selbst vorgesetzt hat, denn er ist die Widerspiegelung der Natur und des Wesens Gottes. Der Christ läuft den Wettlauf hin zu dem Kampfpreis seiner himmlischen Berufung, aber das ist nicht die Sichtweise des Epheserbriefs. Im Epheserbrief sitzt er in Christus in den himmlischen Örtern, und als solcher soll er gleichsam von dort hervorkommen, wie Christus es tatsächlich getan hat, um auf Erden den Charakter Gottes zu offenbaren, wovon Christus, wie wir gesehen haben, das Modell ist. In der Stellung von geliebten Kindern stehend, sind wir berufen, das Wesen unseres Vaters zu offenbaren.

Das also ist die Wahrheit bezüglich unserer Stellung und Verantwortlichkeit. Wir sind zu Teilhabern der göttlichen Natur gemacht worden; wir haben den neuen Menschen angezogen, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit; der Heilige Geist wohnt in uns, und Gott hat uns mitsitzen lassen in den himmlischen Örtern in Christus. Daher sollen wir von dort hervorkommen und gemäß dem neuen Menschen (nicht dem alten) in der Kraft des Geistes den Pflichten nachkommen, die sich aus den natürlichen Banden und Verhältnissen ergeben. Als himmlische Menschen sollen wir nun unsere Stellung in Familie und Haus ausfüllen. Somit sollte jede Beziehung für uns einfach eine Gelegenheit sein, Christus darzustellen in dem, was er ist und was er war, als er auf Erden wandelte. Denn „wer sagt, dass er in ihm bleibe, ist schuldig, selbst auch so zu wandeln, wie er gewandelt ist“ (1. Joh 2,6). Würden wir das mehr beachten, würden viele Schwierigkeiten aus unserem Weg geräumt.

In der Aufrechthaltung natürlicher Verhältnisse, wo der Gläubige sich oft in abhängiger Stellung gegenüber dem Ungläubigen befindet, handelt es sich einfach darum, Christus zu offenbaren. Er hat das höchste Anrecht auf uns, und weder er noch wir können eine Forderung anerkennen, die den seinigen zuwiderläuft. Wir sollten daher nicht bloß fragen: Darf ich dieses tun?, oder: Sollte ich jenes lassen?, sondern: Kann ich gemäß dem neuen Menschen handeln und in der Kraft des Geistes? Das Fleisch oder allein die Natur dürfen uns nicht leiten; ja auch in Bezug auf diese Dinge sollen wir immer „das Sterben Jesu am Leib umhertragen, damit auch das Leben Jesu an unserem Leib offenbar werde“ (2. Kor 4,10). Was auch das besondere Verhältnis sei, worin der Christ sich befindet, ob dasjenige von Mann oder Frau, Vater oder Mutter oder Kindern, immer ist die Offenbarung des Wesens und Charakters Christi das Maß und die Grenze seiner Verantwortlichkeit.

Edward Dennett

Das Haus des Christen (01)

Di, 04/17/2018 - 00:01

Bibelstellen: Epheser 4+5

Einleitung

Der Leser wird im Folgenden eine einfache Darstellung der Lehren des Wortes Gottes über die Beziehungen zwischen dem Gläubigen und seinem Haus und über die sogenannten familiären Pflichten finden. Die Wichtigkeit der Entfaltung des christlichen Lebens in der Familie wird allgemein anerkannt, doch im öffentlichen Dienst wird dieser Gegenstand selten berührt. Und doch bewegt sich der weitaus größere Teil des Lebens vieler Gläubigen in familiären Pflichten, so dass dem Verfasser eine Betrachtung über die Verantwortlichkeiten der verschiedenen Familienmitglieder nötig und nützlich erschien. Möge der Herr selbst das Geschriebene segnen, so unvollkommen es auch ist, zu seiner Verherrlichung und zur Erbauung der Seinen.

1. Der Gläubige und natürliche Verhältnisse

Bevor wir die verschiedenen Beziehungen der Familienmitglieder untereinander und ihre Pflichten mehr im Einzelnen betrachten, lasst uns zuerst sehen, auf welche Art der Geist Gottes diesen Gegenstand behandelt. Angesichts der vollen Offenbarung der Gnade Gottes in der Erlösung möchte sich vielleicht bei manchen die Neigung zeigen, gering von natürlichen Banden zu denken. Und in der Tat haben oft genug aus Unkenntnis und daraus folgendem Missverständnis einzelner Teile der Schrift solche Gedanken in der Geschichte der Kirche ihren traurigen Ausdruck gefunden, und selbst zur jetzigen Zeit kann man beobachten, dass manche in denselben Irrtum fallen. Wie wichtig ist es daher, zu beachten, dass gerade der Brief, der die Wahrheit von der Stellung des Gläubigen in Christus vor Gott und von der Versammlung als dem Leib Christi am vollsten ins Licht stellt, nämlich der Epheserbrief, auch am ausführlichsten von den Verantwortlichkeiten spricht, die aus unseren natürlichen Verbindungen fließen. Ihr bindender Charakter wird dadurch aufs Deutlichste aufrechterhalten, und zwar mit göttlicher Autorität, und zugleich werden wir ermahnt, dass wir, bei aller Freude über unsere christlichen Vorrechte, nicht die Pflichten vergessen, die uns für diese Erde auferlegt worden sind. Es ist zwar wahr, dass unsere Stellung vor Gott nicht im Fleisch, sondern im Geist ist, wenn nämlich Gottes Geist in uns wohnt (Römer 8,9), weil uns der Tod und die Auferstehung Christi von dieser Welt getrennt und in eine neue Schöpfung versetzt haben. Aber Gott sendet uns sozusagen zurück, um auf neuem Boden – dem der Gnade, nicht nur der Natur – jeder Verpflichtung nachzukommen, die wir als seine Geschöpfe schon in unserem alten Zustand hatten.

Epheser 4 macht uns dies klar. Wir haben dort von Vers 17 an praktische Ermahnungen als Ausfluss der Wahrheiten, die im vorhergehenden Teil des Briefes gelehrt werden. Gleich am Anfang stellt uns der Apostel den übrigen Nationen gegenüber, die „in Eitelkeit ihres Sinnes“ wandeln, und fährt dann fort: „Ihr aber habt denn Christus nicht so gelernt, wenn ihr wirklich ihn gehört und in ihm gelehrt worden seid, wie die Wahrheit in dem Jesus ist: dass ihr, was den früheren Lebenswandel betrifft, abgelegt habt den alten Menschen, der nach den betrügerischen Begierden verdorben wird, aber erneuert werdet in dem Geist eurer Gesinnung und angezogen habt den neuen Menschen, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit. Deshalb legt die Lüge ab und redet Wahrheit, jeder mit seinem Nächsten, denn wir sind Glieder voneinander.“ Und ein wenig weiter werden wir ermahnt: „Betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, durch den ihr versiegelt seid auf den Tag der Erlösung.“ Wir haben also hier die zwei großen Wahrheiten: dass der Gläubige den neuen Menschen angezogen hat (denn die Ermahnung geht davon aus, was in Christus von uns allen wahr ist) und dass der Geist Gottes in ihm wohnt. Daher beginnt auch das nächste Kapitel mit: „Seid nun Nachahmer Gottes als geliebte Kinder.“ Indem wir also nach Gott geschaffen sind und ihn in uns wohnend haben, ist nun auch Gott der Maßstab unseres Wandels, wie er in Christus im menschlichen Leben dargestellt worden ist, und zwar als Licht und Liebe – zwei Worte, welche allein Gottes eigentlichstes Wesen bezeichnen. Daher lesen wir: „Wandelt in Liebe, wie auch der Christus uns geliebt und sich selbst für uns hingegeben hat als Darbringung und Schlachtopfer, Gott zu einem duftenden Wohlgeruch.“ „Für uns“ war göttliche Liebe, „Gott zu einem duftenden Wohlgeruch“ zeigt seine Vollkommenheit in Beweggrund und Ziel. „Jetzt aber seid ihr Licht in dem Herrn.“ Dies ist der zweite Wesenszug Gottes. Und als Teilhaber der göttlichen Natur sind wir Licht in dem Herrn. Auch hier ist wieder Christus das Muster: „Und der Christus wird dir leuchten.“ Diese Widerspiegelung Gottes im Menschen ist das Ziel, das Gott sich mit dem neuen Menschen vorgesetzt hat und was sich auch der neue Mensch selbst vorgesetzt hat, denn er ist die Widerspiegelung der Natur und des Wesens Gottes. Der Christ läuft den Wettlauf hin zu dem Kampfpreis seiner himmlischen Berufung, aber das ist nicht die Sichtweise des Epheserbriefs. Im Epheserbrief sitzt er in Christus in den himmlischen Örtern, und als solcher soll er gleichsam von dort hervorkommen, wie Christus es tatsächlich getan hat, um auf Erden den Charakter Gottes zu offenbaren, wovon Christus, wie wir gesehen haben, das Modell ist. In der Stellung von geliebten Kindern stehend, sind wir berufen, das Wesen unseres Vaters zu offenbaren.

Das also ist die Wahrheit bezüglich unserer Stellung und Verantwortlichkeit. Wir sind zu Teilhabern der göttlichen Natur gemacht worden; wir haben den neuen Menschen angezogen, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit; der Heilige Geist wohnt in uns, und Gott hat uns mitsitzen lassen in den himmlischen Örtern in Christus. Daher sollen wir von dort hervorkommen und gemäß dem neuen Menschen (nicht dem alten) in der Kraft des Geistes den Pflichten nachkommen, die sich aus den natürlichen Banden und Verhältnissen ergeben. Als himmlische Menschen sollen wir nun unsere Stellung in Familie und Haus ausfüllen. Somit sollte jede Beziehung für uns einfach eine Gelegenheit sein, Christus darzustellen in dem, was er ist und was er war, als er auf Erden wandelte. Denn „wer sagt, dass er in ihm bleibe, ist schuldig, selbst auch so zu wandeln, wie er gewandelt ist“ (1. Joh 2,6). Würden wir das mehr beachten, würden viele Schwierigkeiten aus unserem Weg geräumt.

In der Aufrechthaltung natürlicher Verhältnisse, wo der Gläubige sich oft in abhängiger Stellung gegenüber dem Ungläubigen befindet, handelt es sich einfach darum, Christus zu offenbaren. Er hat das höchste Anrecht auf uns, und weder er noch wir können eine Forderung anerkennen, die den seinigen zuwiderläuft. Wir sollten daher nicht bloß fragen: Darf ich dieses tun?, oder: Sollte ich jenes lassen?, sondern: Kann ich gemäß dem neuen Menschen handeln und in der Kraft des Geistes? Das Fleisch oder allein die Natur dürfen uns nicht leiten; ja auch in Bezug auf diese Dinge sollen wir immer „das Sterben Jesu am Leib umhertragen, damit auch das Leben Jesu an unserem Leib offenbar werde“ (2. Kor 4,10). Was auch das besondere Verhältnis sei, worin der Christ sich befindet, ob dasjenige von Mann oder Frau, Vater oder Mutter oder Kindern, immer ist die Offenbarung des Wesens und Charakters Christi das Maß und die Grenze seiner Verantwortlichkeit.

Edward Dennett

Ein evangelistisches Gespräch

Mo, 04/16/2018 - 00:01

Bibelstellen: Joh 4,1-26

Johannes 4 zeigt uns an dem Beispiel unseres hochgelobten Herrn, wie wir mit Menschen über Glaubensdinge reden können:

  • Es ist oft gut, wenn man sich mit den Menschen allein unterhalten kann. Sie fühlen sich dann freier. Hier waren die Jünger in die Stadt gegangen (Joh 4,27) und der Herr sprach allein mit der Frau. Er tat das an einem öffentlichen Platz, und er sprach nicht so lange mit ihr allein, denn er fragte dann auch nach ihrem Mann. Wir müssen gute Gelegenheiten suchen und nutzen.
  • Es ist gut, wenn man den Menschen in ungeheuchelter Demut begegnet: Jesus bittet um einen Schluck Wasser (Joh 4,7).
  • Es ist hilfreich, wenn wir an etwas aus dem Lebensumfeld der Mitmenschen anknüpfen können, was ihre Neugierde weckt. Hier war es das Wasser und der Durst.
  • Das Herz anzurühren (durch das Vorstellen der Gnade Gottes, der gerne gibt) ist sicher oft eine gute Methode, um anschließend das Gewissen erreichen zu können. Christus beendet aber seine Ausführungen wieder mit Gnade, indem er von einem suchenden Vater und von Anbetung spricht, insofern kann man nicht sagen, dass erst das Herz und dann das Gewissen kommt.
  • Es ist jedoch in jedem Fall unerlässlich, das Gewissen (irgendwann) in das Licht Gottes zu bringen. Dazu kann es nötig sein, auch konkrete Sünden anzusprechen (wie das unmoralische Leben dieser Frau). Dabei kann man aber unnötige Schärfe vermeiden. Christus leitete den in diesem Zusammenhang entscheidenden Satz mit den bejahenden, gnädigen Worten ein: „Du hast recht geredet …“ (Joh 4,17).
  • Es kann auch (in einem längeren Gespräch) nicht ausbleiben, die religiösen Überzeugungen, die nur auf Traditionen beruhen, als Unwissenheit darzustellen (Joh 4,22).
  • Doch vor allem darf man über das Heil Gottes sprechen (Joh 4,22). Damit können ruhig auch christliche Wahrheiten entfaltet werden, so wie in diesem Gespräch die Anbetung des Vaters (Joh 4,21–26). Man muss nicht immer so Bedenken haben, die Menschen zu überfordern.

Gerrid Setzer

Ein evangelistisches Gespräch

Mo, 04/16/2018 - 00:01

Bibelstellen: Joh 4,1-26

Johannes 4 zeigt uns an dem Beispiel unseres hochgelobten Herrn, wie wir mit Menschen über Glaubensdinge reden können:

  • Es ist oft gut, wenn man sich mit den Menschen allein unterhalten kann. Sie fühlen sich dann freier. Hier waren die Jünger in die Stadt gegangen (Joh 4,27) und der Herr sprach allein mit der Frau. Er tat das an einem öffentlichen Platz, und er sprach nicht so lange mit ihr allein, denn er fragte dann auch nach ihrem Mann. Wir müssen gute Gelegenheiten suchen und nutzen.
  • Es ist gut, wenn man den Menschen in ungeheuchelter Demut begegnet: Jesus bittet um einen Schluck Wasser (Joh 4,7).
  • Es ist hilfreich, wenn wir an etwas aus dem Lebensumfeld der Mitmenschen anknüpfen können, was ihre Neugierde weckt. Hier war es das Wasser und der Durst.
  • Das Herz anzurühren (durch das Vorstellen der Gnade Gottes, der gerne gibt) ist sicher oft eine gute Methode, um anschließend das Gewissen erreichen zu können. Christus beendet aber seine Ausführungen wieder mit Gnade, indem er von einem suchenden Vater und von Anbetung spricht, insofern kann man nicht sagen, dass erst das Herz und dann das Gewissen kommt.
  • Es ist jedoch in jedem Fall unerlässlich, das Gewissen (irgendwann) in das Licht Gottes zu bringen. Dazu kann es nötig sein, auch konkrete Sünden anzusprechen (wie das unmoralische Leben dieser Frau). Dabei kann man aber unnötige Schärfe vermeiden. Christus leitete den in diesem Zusammenhang entscheidenden Satz mit den bejahenden, gnädigen Worten ein: „Du hast recht geredet …“ (Joh 4,17).
  • Es kann auch (in einem längeren Gespräch) nicht ausbleiben, die religiösen Überzeugungen, die nur auf Traditionen beruhen, als Unwissenheit darzustellen (Joh 4,22).
  • Doch vor allem darf man über das Heil Gottes sprechen (Joh 4,22). Damit können ruhig auch christliche Wahrheiten entfaltet werden, so wie in diesem Gespräch die Anbetung des Vaters (Joh 4,21–26). Man muss nicht immer so Bedenken haben, die Menschen zu überfordern.

Gerrid Setzer

Abhängigkeit im Leben Jesu (90)

So, 04/15/2018 - 00:01

Bibelstellen: Mt 4,1

Der Sohn und die Söhne Gottes

„Dann wurde Jesus von dem Geist in die Wüste hinaufgeführt“ (Mt 4,1).

Markus berichtet, dass der Heilige Geist den Knecht Gottes direkt nach seiner Taufe in die Wüste trieb und dass Er dem Wirken des Geistes augenblicklich gehorchte (vgl. Mk 1,12). In der Kraft des Geistes führte Er seinen Dienst nicht nur vollständig, sondern auch unmittelbar aus. Lukas teilt uns mit, dass der Herr Jesus voll Heiligen Geistes war und dass der Geist Ihn nicht nur an den Ort der Versuchung leitete, sondern Ihn dort auch 40 Tage lang umherführte (vgl. Lk 4,1).

Direkt zu Beginn seines öffentlichen Dienstes machte der Sohn Gottes sich von der Führung des Geistes abhängig. Der Geist Gottes war sein Führer, so wie es die Wolkensäule für das Volk Israel in der Wüste gewesen war (vgl. 4. Mo 9,17–23).

Paulus schreibt die beeindruckenden Worte: „Denn so viele durch den Geist Gottes geleitet werden, diese sind Söhne Gottes“ (Röm 8,14). Es ist das Kennzeichen der Söhne Gottes, dass sie vom Heiligen Geist geleitet sind! Gott bezeichnet das als ihren „Normalzustand“. Die Leitung des Geistes steht in diesem Kontext in Verbindung mit Selbstgericht und dem Überwinden von Bösem. Gott hat uns durch den Geist die Kraft gegeben, die wir brauchen, um der Versuchung nicht nachzugeben, sondern Überwinder zu sein (vgl. Röm 8,2.13).

Rechnest du damit, dass du normalerweise vom Geist Gottes geleitet wirst, wenn du in aufrichtiger Gemeinschaft mit Gott lebst? Vertraust du darauf, dass der Geist Gottes dich jeden Tag zu einem Überwinder macht, wenn du Ihm Raum gibst und täglich Selbstgericht übst?

Jan Philip Svetlik

Abhängigkeit im Leben Jesu (90)

So, 04/15/2018 - 00:01

Bibelstellen: Mt 4,1

Der Sohn und die Söhne Gottes

„Dann wurde Jesus von dem Geist in die Wüste hinaufgeführt“ (Mt 4,1).

Markus berichtet, dass der Heilige Geist den Knecht Gottes direkt nach seiner Taufe in die Wüste trieb und dass Er dem Wirken des Geistes augenblicklich gehorchte (vgl. Mk 1,12). In der Kraft des Geistes führte Er seinen Dienst nicht nur vollständig, sondern auch unmittelbar aus. Lukas teilt uns mit, dass der Herr Jesus voll Heiligen Geistes war und dass der Geist Ihn nicht nur an den Ort der Versuchung leitete, sondern Ihn dort auch 40 Tage lang umherführte (vgl. Lk 4,1).

Direkt zu Beginn seines öffentlichen Dienstes machte der Sohn Gottes sich von der Führung des Geistes abhängig. Der Geist Gottes war sein Führer, so wie es die Wolkensäule für das Volk Israel in der Wüste gewesen war (vgl. 4. Mo 9,17–23).

Paulus schreibt die beeindruckenden Worte: „Denn so viele durch den Geist Gottes geleitet werden, diese sind Söhne Gottes“ (Röm 8,14). Es ist das Kennzeichen der Söhne Gottes, dass sie vom Heiligen Geist geleitet sind! Gott bezeichnet das als ihren „Normalzustand“. Die Leitung des Geistes steht in diesem Kontext in Verbindung mit Selbstgericht und dem Überwinden von Bösem. Gott hat uns durch den Geist die Kraft gegeben, die wir brauchen, um der Versuchung nicht nachzugeben, sondern Überwinder zu sein (vgl. Röm 8,2.13).

Rechnest du damit, dass du normalerweise vom Geist Gottes geleitet wirst, wenn du in aufrichtiger Gemeinschaft mit Gott lebst? Vertraust du darauf, dass der Geist Gottes dich jeden Tag zu einem Überwinder macht, wenn du Ihm Raum gibst und täglich Selbstgericht übst?

Jan Philip Svetlik

Anbetung in Geist und Wahrheit

Sa, 04/14/2018 - 00:01

Bibelstellen: Johannes 4,21-24

Jesus spricht zu ihr: Frau, glaube mir, es kommt die Stunde, da ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an und wisst nicht, was; wir beten an und wissen, was; denn das Heil ist aus den Juden. Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahrhaftigen Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. Gott ist ein Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten (Joh 4,21–24).

Christus hat seine „göttliche Kompetenz“ darin bewiesen, dass er der Frau am Jakobsbrunnen, die er scheinbar ganz zufällig traf, ihr sündiges Leben aufgedeckt hatte (Joh 4,15–19). Das gab der Frau Mut, eine wichtige Sache anzuschneiden, die wie eine Frage wirkt: Hatten die Samariter Recht, die auf dem Berg Gerisim anbeten, oder haben die Juden Recht, die Jerusalem zum Zentrum der Anbetung machen (Joh 4,20).

Der Herr Jesus sagt gewissermaßen (Joh 4,21): Die einen sagen dieses, die anderen jenes, aber höre doch auf mich. – Er macht deutlich, dass diese Frage bald überholt sein wird. Die Anbetung würde in der kommenden Epoche nicht mehr von einem Ort abhängig sein, denn Gott hat sich als Vater offenbart, und seine Kinder („ihr“) können ihn von überall anbeten – für Kinder gibt es keinen geweihten Ort.

Der Sohn Gottes schiebt mit diesem einen Satz nicht nur die eigenwillige Religion der Samariter beiseite, sondern auch die jahrtausendalte, von Gott selbst gegebene israelitische Gottesdienstordnung! Niemand durfte so etwas tun als nur der, der diese Ordnung selbst eingesetzt hatte! Und wie bemerkenswert ist es, dass der Sohn Gottes diese weitreichende Aussage an einem Brunnen in Sichar einer sittenlosen Frau erklärte!

Nachdem Christus gezeigt hat, dass die Frage nach dem Ort der Anbetung eigentlich obsolet war, klärt er diese Sache doch (Joh 4,22): Die Juden beten an und wissen, was sie aufgrund göttlicher Offenbarung kennen, während die Samariter einen Gottesdienst üben, ohne sich dabei auf göttliche Offenbarung stützen zu können. Den Juden, dem erwählten Gottesvolk, gehörte der „Dienst“, und aus dieser Linie kam dem Fleisch nach der Christus (Röm 9,4.5), der Jesus („Retter“) genannt wurde.

Danach kommt der Herr Jesus in Johannes 4,23.24 nochmals auf diese „Stunde“ der Anbetung des Vaters zu sprechen (in seiner Person war diese Stunde schon angebrochen, denn er hat den Vater offenbart) und zeigt nicht nur, was in dieser Stunde nicht gefunden wird (nämlich die Weihe eines besonderen Ortes), sondern auch, was diese Stunde charakterisiert:

  • Es ist eine Anbetung, die wahrhaftige Anbeter darbringen. Es geht nicht um eine äußere Nähe zu Gott.
  • Es ist eine Anbetung, die geistlich geschehen würde und nicht durch äußere Zeremonien.
  • Es ist eine Anbetung, die auf der Grundlage der völligen offenbarten Wahrheit geschieht und wo es keine Unwissenheit gibt.
  • Es ist eine Anbetung, die völlig freiwillig geschieht, denn der Vater verordnet sie nicht, sondern er sucht sie.
  • Wer Gott, der sich völlig in Christus gezeigt hat, in dieser „Stunde“ anbetet, der darf ihn aber auch nur in dieser Weise – in Geist und Wahrheit – anbeten. Gott weist alles andere (wie zum Beispiel materielle Schlachtopfer) zurück.

Gerrid Setzer

Anbetung in Geist und Wahrheit

Sa, 04/14/2018 - 00:01

Bibelstellen: Johannes 4,21-24

Jesus spricht zu ihr: Frau, glaube mir, es kommt die Stunde, da ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an und wisst nicht, was; wir beten an und wissen, was; denn das Heil ist aus den Juden. Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahrhaftigen Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. Gott ist ein Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten (Joh 4,21–24).

Christus hat seine „göttliche Kompetenz“ darin bewiesen, dass er der Frau am Jakobsbrunnen, die er scheinbar ganz zufällig traf, ihr sündiges Leben aufgedeckt hatte (Joh 4,15–19). Das gab der Frau Mut, eine wichtige Sache anzuschneiden, die wie eine Frage wirkt: Hatten die Samariter Recht, die auf dem Berg Gerisim anbeten, oder haben die Juden Recht, die Jerusalem zum Zentrum der Anbetung machen (Joh 4,20).

Der Herr Jesus sagt gewissermaßen (Joh 4,21): Die einen sagen dieses, die anderen jenes, aber höre doch auf mich. – Er macht deutlich, dass diese Frage bald überholt sein wird. Die Anbetung würde in der kommenden Epoche nicht mehr von einem Ort abhängig sein, denn Gott hat sich als Vater offenbart, und seine Kinder („ihr“) können ihn von überall anbeten – für Kinder gibt es keinen geweihten Ort.

Der Sohn Gottes schiebt mit diesem einen Satz nicht nur die eigenwillige Religion der Samariter beiseite, sondern auch die jahrtausendalte, von Gott selbst gegebene israelitische Gottesdienstordnung! Niemand durfte so etwas tun als nur der, der diese Ordnung selbst eingesetzt hatte! Und wie bemerkenswert ist es, dass der Sohn Gottes diese weitreichende Aussage an einem Brunnen in Sichar einer sittenlosen Frau erklärte!

Nachdem Christus gezeigt hat, dass die Frage nach dem Ort der Anbetung eigentlich obsolet war, klärt er diese Sache doch (Joh 4,22): Die Juden beten an und wissen, was sie aufgrund göttlicher Offenbarung kennen, während die Samariter einen Gottesdienst üben, ohne sich dabei auf göttliche Offenbarung stützen zu können. Den Juden, dem erwählten Gottesvolk, gehörte der „Dienst“, und aus dieser Linie kam dem Fleisch nach der Christus (Röm 9,4.5), der Jesus („Retter“) genannt wurde.

Danach kommt der Herr Jesus in Johannes 4,23.24 nochmals auf diese „Stunde“ der Anbetung des Vaters zu sprechen (in seiner Person war diese Stunde schon angebrochen, denn er hat den Vater offenbart) und zeigt nicht nur, was in dieser Stunde nicht gefunden wird (nämlich die Weihe eines besonderen Ortes), sondern auch, was diese Stunde charakterisiert:

  • Es ist eine Anbetung, die wahrhaftige Anbeter darbringen. Es geht nicht um eine äußere Nähe zu Gott.
  • Es ist eine Anbetung, die geistlich geschehen würde und nicht durch äußere Zeremonien.
  • Es ist eine Anbetung, die auf der Grundlage der völligen offenbarten Wahrheit geschieht und wo es keine Unwissenheit gibt.
  • Es ist eine Anbetung, die völlig freiwillig geschieht, denn der Vater verordnet sie nicht, sondern er sucht sie.
  • Wer Gott, der sich völlig in Christus gezeigt hat, in dieser „Stunde“ anbetet, der darf ihn aber auch nur in dieser Weise – in Geist und Wahrheit – anbeten. Gott weist alles andere (wie zum Beispiel materielle Schlachtopfer) zurück.

Gerrid Setzer

Abhängigkeit im Leben Jesu (89)

Fr, 04/13/2018 - 00:01

Bibelstellen: Galater 6,8

Für den Geist säen

„Denn wer für sein eigenes Fleisch sät, wird von dem Fleisch Verderben ernten; wer aber für den Geist sät, wird von dem Geist ewiges Leben ernten“ (Gal 6,8).

Der Sohn Gottes ist gekommen, um uns ewiges Leben – Leben im Überfluss – zu geben. Außerdem hat Er den Heiligen Geist gesandt, der uns in den Genuss dieses Lebens führt (vgl. Joh 4,14).

Was gibt es für positive Dinge, die wir tun oder mit denen wir „erfüllt“ werden können, um das Wirken des Geistes in uns zu fördern? Die folgenden sieben Beispiele können uns dabei helfen, heute das ewige Leben mehr zu genießen:

  • Im Kolosserbrief schreibt Paulus: „Lasst das Wort des Christus reichlich in euch wohnen“ (Kol 3,16). Die „reichliche“ Beschäftigung mit dem Wort Gottes ist ein Schlüssel zu einem Geist-erfüllten Leben.
  • Einen anderen Schlüssel gibt uns der Apostel in Philipper 4,8 in die Hand: „Im Übrigen, Brüder, alles, was wahr, alles, was würdig, alles, was gerecht, alles, was rein, alles, was lieblich ist, alles, was wohllautet, wenn es irgendeine Tugend und wenn es irgendein Lob gibt, dies erwägt.“ Wenn diese positiven Dinge unser Denken erfüllen, schafft das Raum für das Wirken des Heiligen Geistes.
  • Auch das Gebet ist ein Schlüssel, der die Tür für das Wirken des Heiligen Geistes öffnet. Wir haben durch den Geist Zugang zum Vater (Eph 2,18), und am Thron der Gnade – in der Gegenwart Gottes – erfüllt Er uns mit Zuversicht und Freimütigkeit.
  • Es ist das Ziel des Geistes, Christus zu verherrlichen. Das tun wir u.a., wenn wir geistliche Lieder zur Ehre Gottes singen. Wir machen uns dadurch sozusagen eins mit der Absicht des Geistes, so dass Er frei in uns wirken kann.
  • Die ersten Christen verharrten in der Gemeinschaft der Apostel und lebten in aufopferungsvoller Bruderliebe (vgl. Apg 2,42; 4,32.33). Praktische Gemeinschaft in der Familie Gottes – mit denen, die das gleiche ewige Leben besitzen – stärkt unser geistliches Leben. Der Geist selbst möchte diese praktische Gemeinschaft wirken; und wenn wir selbst auch danach streben, dann sind wir mit Ihm auf einer Linie (vgl. Phil 2,1; 2. Kor 13,13).
  • Der Geist Gottes wohnt sowohl in den einzelnen Gläubigen (vgl. 1. Kor 6,19) als auch im Haus Gottes (vgl. 1. Kor 3,16). Es ist die Absicht des Geistes, an dem Ort zu wirken, wo Christen sich im Namen Jesu versammeln. Von daher ist auch der Besuch der Versammlungsstunden, wo wir in die Gegenwart des Herrn Jesus kommen, etwas, wodurch wir für den Geist säen.
  • Last but not least freut sich der Heilige Geist darüber, wenn wir uns mit himmlischen Dingen beschäftigen und auch eine himmlische Gesinnung haben. Paulus schreibt: „Sucht, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Sinnt auf das, was droben ist“ (Kol 3,1.2). Der Geist möchte uns mit himmlischen Dingen beschäftigen, wenn wir unsere Gedanken darauf richten!

Sehnst du dich danach, mit dem Heiligen Geist erfüllt zu sein? Mit welchen positiven Dingen beschäftigst du dich, die das Wirken des Geistes fördern? Wann hast du das letzte Mal materielle Dinge zur Förderung des Reiches Gottes geopfert? „Wenn ihr nun in dem ungerechten Mammon nicht treu gewesen seid, wer wird euch das Wahrhaftige anvertrauen?“ (Lk 16,11).

Jan Philip Svetlik

Abhängigkeit im Leben Jesu (89)

Fr, 04/13/2018 - 00:01

Bibelstellen: Galater 6,8

Für den Geist säen

„Denn wer für sein eigenes Fleisch sät, wird von dem Fleisch Verderben ernten; wer aber für den Geist sät, wird von dem Geist ewiges Leben ernten“ (Gal 6,8).

Der Sohn Gottes ist gekommen, um uns ewiges Leben – Leben im Überfluss – zu geben. Außerdem hat Er den Heiligen Geist gesandt, der uns in den Genuss dieses Lebens führt (vgl. Joh 4,14).

Was gibt es für positive Dinge, die wir tun oder mit denen wir „erfüllt“ werden können, um das Wirken des Geistes in uns zu fördern? Die folgenden sieben Beispiele können uns dabei helfen, heute das ewige Leben mehr zu genießen:

  • Im Kolosserbrief schreibt Paulus: „Lasst das Wort des Christus reichlich in euch wohnen“ (Kol 3,16). Die „reichliche“ Beschäftigung mit dem Wort Gottes ist ein Schlüssel zu einem Geist-erfüllten Leben.
  • Einen anderen Schlüssel gibt uns der Apostel in Philipper 4,8 in die Hand: „Im Übrigen, Brüder, alles, was wahr, alles, was würdig, alles, was gerecht, alles, was rein, alles, was lieblich ist, alles, was wohllautet, wenn es irgendeine Tugend und wenn es irgendein Lob gibt, dies erwägt.“ Wenn diese positiven Dinge unser Denken erfüllen, schafft das Raum für das Wirken des Heiligen Geistes.
  • Auch das Gebet ist ein Schlüssel, der die Tür für das Wirken des Heiligen Geistes öffnet. Wir haben durch den Geist Zugang zum Vater (Eph 2,18), und am Thron der Gnade – in der Gegenwart Gottes – erfüllt Er uns mit Zuversicht und Freimütigkeit.
  • Es ist das Ziel des Geistes, Christus zu verherrlichen. Das tun wir u.a., wenn wir geistliche Lieder zur Ehre Gottes singen. Wir machen uns dadurch sozusagen eins mit der Absicht des Geistes, so dass Er frei in uns wirken kann.
  • Die ersten Christen verharrten in der Gemeinschaft der Apostel und lebten in aufopferungsvoller Bruderliebe (vgl. Apg 2,42; 4,32.33). Praktische Gemeinschaft in der Familie Gottes – mit denen, die das gleiche ewige Leben besitzen – stärkt unser geistliches Leben. Der Geist selbst möchte diese praktische Gemeinschaft wirken; und wenn wir selbst auch danach streben, dann sind wir mit Ihm auf einer Linie (vgl. Phil 2,1; 2. Kor 13,13).
  • Der Geist Gottes wohnt sowohl in den einzelnen Gläubigen (vgl. 1. Kor 6,19) als auch im Haus Gottes (vgl. 1. Kor 3,16). Es ist die Absicht des Geistes, an dem Ort zu wirken, wo Christen sich im Namen Jesu versammeln. Von daher ist auch der Besuch der Versammlungsstunden, wo wir in die Gegenwart des Herrn Jesus kommen, etwas, wodurch wir für den Geist säen.
  • Last but not least freut sich der Heilige Geist darüber, wenn wir uns mit himmlischen Dingen beschäftigen und auch eine himmlische Gesinnung haben. Paulus schreibt: „Sucht, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Sinnt auf das, was droben ist“ (Kol 3,1.2). Der Geist möchte uns mit himmlischen Dingen beschäftigen, wenn wir unsere Gedanken darauf richten!

Sehnst du dich danach, mit dem Heiligen Geist erfüllt zu sein? Mit welchen positiven Dingen beschäftigst du dich, die das Wirken des Geistes fördern? Wann hast du das letzte Mal materielle Dinge zur Förderung des Reiches Gottes geopfert? „Wenn ihr nun in dem ungerechten Mammon nicht treu gewesen seid, wer wird euch das Wahrhaftige anvertrauen?“ (Lk 16,11).

Jan Philip Svetlik

Erntezeit

Do, 04/12/2018 - 00:01

Bibelstellen: Johannes 4,35-38

Sagt ihr nicht: Es sind noch vier Monate, und die Ernte kommt? Siehe, ich sage euch: Erhebt eure Augen und schaut die Felder an, denn sie sind schon weiß zur Ernte. Der erntet, empfängt Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, damit beide, der sät und der erntet, zugleich sich freuen. Denn hierin ist der Spruch wahr: Einer ist es, der sät, und ein anderer, der erntet. Ich habe euch gesandt, zu ernten, woran ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und ihr seid in ihre Arbeit eingetreten (Johannes 4,35–38).

Die Jünger waren mit natürlichen Dingen beschäftigt, mit dem Essen und mit der Getreideernte. Christus aber dachte an die geistliche Nahrung, das Ausführen des Willens Gottes (Joh 4,34), und er dachte an die geistliche Ernte.

Es gibt bestimmte Zeiten, um Nahrung zu sich zu nehmen, aber die Zeit, den Willen Gottes zu tun, ist immer da. Es gibt eine bestimmte Zeit, die Ernte einzufahren (zum damaligen Zeitpunkt war das noch vier Monate entfernt, es war also ungefähr Ende Dezember), aber die Zeit für eine geistliche Ernte ist immer da. Man muss nur genau hinschauen (Joh 4,35). Und hier würde bald ganz Sichar eine Erweckung erfahren.

Bei der Erntearbeit gibt es Lohn, Frucht und Freude. Das ist auch im geistlichen Bereich so. Hier ist die Frucht, die man einsammelt, nicht vergänglich, denn es geht um Menschen, die ewiges Leben bekommen. Darum sind der Lohn sowie die Freude der Arbeiter ewig.

Bei der Erntearbeit gilt es zu bedenken, dass das nicht die ganze Arbeit ist. Denn es musste auch jemand geben, der ausgesät hat. Die Arbeit der Aussaat und des Erntens geschah zu unterschiedlichen Zeiten. Da waren die Propheten, da war Johannes der Täufer, und jetzt waren die Jünger in der Ernte dran. Doch die Freude an der Ernte wird (in der völligen Erfüllung) zusammen in der Herrlichkeit gefunden werden. Dort wird gemeinsamer Jubel der Arbeiter sein über das, was sie durch die Gnade Gottes in der Seelengewinnung sein durften.

Wir könnten diese Verse mal so zusammenfassen:

• Die Grundlage des Dienstes: Es ist der Wille Gottes.
• Die Notwendigkeit des Dienstes: Es gibt gerade jetzt etwas zu ernten.
• Die Motivation für den Dienst: Es gibt Lohn.
• Das Ergebnis des Dienstes: Es wird Frucht zum ewigen Leben gesammelt.
• Die Begleiterscheinung des Dienstes: Es gibt eine gemeinsame Freude.
• Die Nüchternheit im Dienst: Es ist eine Arbeit, die sich auf mehrere Schultern verteilt.

Gerrid Setzer

Erntezeit

Do, 04/12/2018 - 00:01

Bibelstellen: Johannes 4,35-38

Sagt ihr nicht: Es sind noch vier Monate, und die Ernte kommt? Siehe, ich sage euch: Erhebt eure Augen und schaut die Felder an, denn sie sind schon weiß zur Ernte. Der erntet, empfängt Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, damit beide, der sät und der erntet, zugleich sich freuen. Denn hierin ist der Spruch wahr: Einer ist es, der sät, und ein anderer, der erntet. Ich habe euch gesandt, zu ernten, woran ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und ihr seid in ihre Arbeit eingetreten (Johannes 4,35–38).

Die Jünger waren mit natürlichen Dingen beschäftigt, mit dem Essen und mit der Getreideernte. Christus aber dachte an die geistliche Nahrung, das Ausführen des Willens Gottes (Joh 4,34), und er dachte an die geistliche Ernte.

Es gibt bestimmte Zeiten, um Nahrung zu sich zu nehmen, aber die Zeit, den Willen Gottes zu tun, ist immer da. Es gibt eine bestimmte Zeit, die Ernte einzufahren (zum damaligen Zeitpunkt war das noch vier Monate entfernt, es war also ungefähr Ende Dezember), aber die Zeit für eine geistliche Ernte ist immer da. Man muss nur genau hinschauen (Joh 4,35). Und hier würde bald ganz Sichar eine Erweckung erfahren.

Bei der Erntearbeit gibt es Lohn, Frucht und Freude. Das ist auch im geistlichen Bereich so. Hier ist die Frucht, die man einsammelt, nicht vergänglich, denn es geht um Menschen, die ewiges Leben bekommen. Darum sind der Lohn sowie die Freude der Arbeiter ewig.

Bei der Erntearbeit gilt es zu bedenken, dass das nicht die ganze Arbeit ist. Denn es musste auch jemand geben, der ausgesät hat. Die Arbeit der Aussaat und des Erntens geschah zu unterschiedlichen Zeiten. Da waren die Propheten, da war Johannes der Täufer, und jetzt waren die Jünger in der Ernte dran. Doch die Freude an der Ernte wird (in der völligen Erfüllung) zusammen in der Herrlichkeit gefunden werden. Dort wird gemeinsamer Jubel der Arbeiter sein über das, was sie durch die Gnade Gottes in der Seelengewinnung sein durften.

Wir könnten diese Verse mal so zusammenfassen:

• Die Grundlage des Dienstes: Es ist der Wille Gottes.
• Die Notwendigkeit des Dienstes: Es gibt gerade jetzt etwas zu ernten.
• Die Motivation für den Dienst: Es gibt Lohn.
• Das Ergebnis des Dienstes: Es wird Frucht zum ewigen Leben gesammelt.
• Die Begleiterscheinung des Dienstes: Es gibt eine gemeinsame Freude.
• Die Nüchternheit im Dienst: Es ist eine Arbeit, die sich auf mehrere Schultern verteilt.

Gerrid Setzer

Sieben Kennzeichen der christlichen Anbetung

Mi, 04/11/2018 - 00:01

Bibelstellen: Johannes 4,20-24

„Unsere Väter haben auf diesem Berg angebetet, und ihr sagt, dass in Jerusalem der Ort sei, wo man anbeten müsse. Jesus spricht zu ihr: Frau, glaube mir, es kommt die Stunde, da ihr weder auf diesem Berg, noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an und wisst nicht, was; wir beten an und wissen, was, denn das Heil ist aus den Juden. Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahrhaftigen Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. Gott ist ein Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten“ (Joh 4,20–24).

In diesen Versen geht es um die christliche Anbetung. Sie steht im Gegensatz zur jüdischen Anbetung, die an einen einzigen Ort gebunden und materieller Natur war (vgl. 5. Mo 12,5.11; 14,23; 1. Kön 11,36). Aus den vor uns liegenden Versen lassen sich mindestens sieben Kennzeichen entnehmen, die für die christliche Anbetung typisch sind.

Sie ist nicht an einen geografischen Ort gebunden.

Im Gegensatz zum jüdischen Gottesdienst ist die christliche Anbetung nicht an einen bestimmten geografischen Ort gebunden (Joh 4,21). Während beim jüdischen Gottesdienst das Wo entscheidend war, ist bei der christlichen Anbetung das Wie ausschlaggebend. Natürlich findet die christliche Anbetung an einem bestimmten Ort statt, aber nicht der Ort an sich ist entscheidend, sondern die Art und Weise, wie die Anbetung dargebracht wird.

Sie kann nur von wahrhaftigen Anbetern dargebracht werden.

Christliche Anbetung kann nur von solchen dargebracht werden, die das „lebendige Wasser“ getrunken haben (Joh 4,10.14). Wahrhaftige Anbeter sind Gläubige der christlichen Haushaltung, in denen der Heilige Geist wohnt und die das ewige Leben besitzen (Joh 4,23; vgl. Joh 3,16; Eph 1,13). Sie haben Heilsgewissheit und kennen Gott als ihren Vater, der sich im Herrn Jesus völlig offenbart hat (vgl. Joh 1,18).

Sie ist freiwillig.

Christliche Anbetung ist freiwilliger Natur (Joh 4,23). Gott hätte sich auch Anbeter erschaffen können, aber Er sucht freiwillige Anbeter, die Ihn in Geist und Wahrheit anbeten. Der Vater sucht nach Herzen, die Ihm zugewandt und erfüllt sind von dem, was sie in seinem geliebten Sohn gesehen und gefunden haben. Das Herz, das die völlige Offenbarung des Vaters im Sohn kennt und genießt, wird in Anbetung des Vaters und des Sohnes überfließen.

Sie ist im Geist.

Die christliche Anbetung ist geistlicher Natur und entspricht damit dem Wesen Gottes (Joh 4,24). Gott ist ein Geist, und die Ihn anbeten, müssen in Geist, d.h. auf geistliche Weise, anbeten. Dies steht in deutlichem Gegensatz zum jüdischen Gottesdienst, der materieller Natur war. Natürlich soll die christliche Anbetung auch in der Kraft des Geistes erfolgen, doch geht es hier nicht um den Heiligen Geist als Person, sondern um den Charakter der Anbetung.

Sie ist in Wahrheit.

Die christliche Anbetung ist in Wahrheit, d.h. in Übereinstimmung mit der Wahrheit, wie sie im Herrn Jesus offenbart und im Wort Gottes niedergelegt wurde (Joh 4,24). Sie fußt auf dem, was der Herr Jesus von sich und dem Vater offenbart hat. Jede Anbetung, die in Wort oder Handlung von der Wahrheit des Wortes Gottes abweicht, kann Gott nicht als Anbetung annehmen. Letztendlich muss unser ganzes Leben in Übereinstimmung mit den Gedanken der Heiligen Schrift sein.

Sie ist ein Vorrecht.

Wenn es um die Anbetung des Vaters geht, steht das hohe Vorrecht der Kinder Gottes im Vordergrund (Joh 4,23). Kinder Gottes dürfen dem Vater nahen und Ihm Anbetung bringen. Der Vater sucht nicht Anbetung, sondern Anbeter. Zeigt dies nicht das tiefe Verlangen seines Herzens? So wie der Herr Jesus als der Heiland der Welt verlorene Sünder sucht, so sucht der Vater Anbeter, die Ihn in Geist und Wahrheit anbeten.

Sie ist eine Verantwortung.

Während es in Vers 23 um die Anbetung des Vaters geht, geht es in Vers 24 um die Anbetung Gottes. Wenn es um die Anbetung Gottes geht, steht nicht das Vorrecht der Kinder Gottes im Vordergrund, sondern die Verantwortung der Priester. Als Priester Gottes dürfen wir Gott in der Annehmlichkeit des Herrn Jesus nahen und Ihm Opfer des Lobes darbringen (vgl. Heb 13,15). Doch die Anbetung Gottes ist nur auf dem Weg möglich, den Gott in seinem Wort aufgezeigt hat (vgl. „müssen“).

Zusammenfassung

Fassen wir zusammen:

• Christliche Anbetung ist nicht an einen geografischen Ort gebunden.
• Sie kann nur von solchen dargebracht werden, die von neuem geboren sind und ewiges Leben haben.
• Sie ist freiwilliger Natur.
• Sie ist geistlicher Natur.
• Sie ist in Übereinstimmung mit der Wahrheit des Wortes Gottes.
• Sie ist ein Vorrecht aller Kinder Gottes.
• Sie ist eine Verantwortung der Priester Gottes.

Daniel Melui

Sieben Kennzeichen der christlichen Anbetung

Mi, 04/11/2018 - 00:01

Bibelstellen: Johannes 4,20-24

„Unsere Väter haben auf diesem Berg angebetet, und ihr sagt, dass in Jerusalem der Ort sei, wo man anbeten müsse. Jesus spricht zu ihr: Frau, glaube mir, es kommt die Stunde, da ihr weder auf diesem Berg, noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an und wisst nicht, was; wir beten an und wissen, was, denn das Heil ist aus den Juden. Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahrhaftigen Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. Gott ist ein Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten“ (Joh 4,20–24).

In diesen Versen geht es um die christliche Anbetung. Sie steht im Gegensatz zur jüdischen Anbetung, die an einen einzigen Ort gebunden und materieller Natur war (vgl. 5. Mo 12,5.11; 14,23; 1. Kön 11,36). Aus den vor uns liegenden Versen lassen sich mindestens sieben Kennzeichen entnehmen, die für die christliche Anbetung typisch sind.

Sie ist nicht an einen geografischen Ort gebunden.

Im Gegensatz zum jüdischen Gottesdienst ist die christliche Anbetung nicht an einen bestimmten geografischen Ort gebunden (Joh 4,21). Während beim jüdischen Gottesdienst das Wo entscheidend war, ist bei der christlichen Anbetung das Wie ausschlaggebend. Natürlich findet die christliche Anbetung an einem bestimmten Ort statt, aber nicht der Ort an sich ist entscheidend, sondern die Art und Weise, wie die Anbetung dargebracht wird.

Sie kann nur von wahrhaftigen Anbetern dargebracht werden.

Christliche Anbetung kann nur von solchen dargebracht werden, die das „lebendige Wasser“ getrunken haben (Joh 4,10.14). Wahrhaftige Anbeter sind Gläubige der christlichen Haushaltung, in denen der Heilige Geist wohnt und die das ewige Leben besitzen (Joh 4,23; vgl. Joh 3,16; Eph 1,13). Sie haben Heilsgewissheit und kennen Gott als ihren Vater, der sich im Herrn Jesus völlig offenbart hat (vgl. Joh 1,18).

Sie ist freiwillig.

Christliche Anbetung ist freiwilliger Natur (Joh 4,23). Gott hätte sich auch Anbeter erschaffen können, aber Er sucht freiwillige Anbeter, die Ihn in Geist und Wahrheit anbeten. Der Vater sucht nach Herzen, die Ihm zugewandt und erfüllt sind von dem, was sie in seinem geliebten Sohn gesehen und gefunden haben. Das Herz, das die völlige Offenbarung des Vaters im Sohn kennt und genießt, wird in Anbetung des Vaters und des Sohnes überfließen.

Sie ist im Geist.

Die christliche Anbetung ist geistlicher Natur und entspricht damit dem Wesen Gottes (Joh 4,24). Gott ist ein Geist, und die Ihn anbeten, müssen in Geist, d.h. auf geistliche Weise, anbeten. Dies steht in deutlichem Gegensatz zum jüdischen Gottesdienst, der materieller Natur war. Natürlich soll die christliche Anbetung auch in der Kraft des Geistes erfolgen, doch geht es hier nicht um den Heiligen Geist als Person, sondern um den Charakter der Anbetung.

Sie ist in Wahrheit.

Die christliche Anbetung ist in Wahrheit, d.h. in Übereinstimmung mit der Wahrheit, wie sie im Herrn Jesus offenbart und im Wort Gottes niedergelegt wurde (Joh 4,24). Sie fußt auf dem, was der Herr Jesus von sich und dem Vater offenbart hat. Jede Anbetung, die in Wort oder Handlung von der Wahrheit des Wortes Gottes abweicht, kann Gott nicht als Anbetung annehmen. Letztendlich muss unser ganzes Leben in Übereinstimmung mit den Gedanken der Heiligen Schrift sein.

Sie ist ein Vorrecht.

Wenn es um die Anbetung des Vaters geht, steht das hohe Vorrecht der Kinder Gottes im Vordergrund (Joh 4,23). Kinder Gottes dürfen dem Vater nahen und Ihm Anbetung bringen. Der Vater sucht nicht Anbetung, sondern Anbeter. Zeigt dies nicht das tiefe Verlangen seines Herzens? So wie der Herr Jesus als der Heiland der Welt verlorene Sünder sucht, so sucht der Vater Anbeter, die Ihn in Geist und Wahrheit anbeten.

Sie ist eine Verantwortung.

Während es in Vers 23 um die Anbetung des Vaters geht, geht es in Vers 24 um die Anbetung Gottes. Wenn es um die Anbetung Gottes geht, steht nicht das Vorrecht der Kinder Gottes im Vordergrund, sondern die Verantwortung der Priester. Als Priester Gottes dürfen wir Gott in der Annehmlichkeit des Herrn Jesus nahen und Ihm Opfer des Lobes darbringen (vgl. Heb 13,15). Doch die Anbetung Gottes ist nur auf dem Weg möglich, den Gott in seinem Wort aufgezeigt hat (vgl. „müssen“).

Zusammenfassung

Fassen wir zusammen:

• Christliche Anbetung ist nicht an einen geografischen Ort gebunden.
• Sie kann nur von solchen dargebracht werden, die von neuem geboren sind und ewiges Leben haben.
• Sie ist freiwilliger Natur.
• Sie ist geistlicher Natur.
• Sie ist in Übereinstimmung mit der Wahrheit des Wortes Gottes.
• Sie ist ein Vorrecht aller Kinder Gottes.
• Sie ist eine Verantwortung der Priester Gottes.

Daniel Melui

Abhängigkeit im Leben Jesu (88)

Di, 04/10/2018 - 00:01

Bibelstellen: Römer 12,21

Das Böse mit dem Guten überwinden

„Lass dich nicht von dem Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten“ (Röm 12,21).

In der Wüste hat der Herr Jesus in beeindruckender Weise das Böse mit dem Guten überwunden. Unter der Leitung des Geistes zog Er das Schwert des Geistes, als Satan Ihn angriff. Sein Kampf war nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen den Weltbeherrscher dieser Finsternis (vgl. Eph 6,12). Er kämpfte mit der Waffenrüstung Gottes und widerstand dem Widersacher im Glauben, bis dieser Ihn schließlich für eine Zeit verließ (vgl. Lk 4,13).

Das Wort Gottes redet nicht nur von Trennung von Bösem, sondern fordert uns auch dazu auf, dass wir uns mit guten Dingen beschäftigen sollen, die das Wirken des Geistes fördern. Wir sollen beispielsweise nicht nur aufhören zu lügen, sondern stattdessen die Wahrheit reden. Es geht nicht nur darum, andere nicht mehr zu bestehlen, sondern wir sollen ihnen stattdessen Gutes mitteilen. Faule Worte haben in unserem Mund nichts mehr zu suchen. Jetzt geht es vielmehr darum, Dinge zu reden, die zur Auferbauung und zum Nutzen für andere sind. Außerdem sollen Bitterkeit, Wut und Lästerung durch Güte, Mitleid und Vergebung ersetzt werden (vgl. Eph 4,25–32).

Wenn man nur versucht, das Böse zu vermeiden, ohne gleichzeitig das Gute zu tun, führt das automatisch zu einem krankhaften, gesetzlichen Leben. Biblische Absonderung ist immer weg vom Bösen und hin zu Gott – und zu den guten Werken, die Er zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen (vgl. Eph 2,10).

Die Trennung von schlechten Dingen verhindert, dass der Geist betrübt wird, und das Praktizieren von guten Dingen fördert sein Wirken in uns! In diesem Zusammenhang ist es übrigens interessant, dass die Füllung der Wasserkrüge in Johannes 2 vor der Tempelreinigung geschah. Die negativen Dinge in unserem Leben werden verschwinden, je mehr wir bewusst dem Guten nachjagen!

Strebst du heute danach, die Gelegenheiten zu nutzen, um „das Gute (zu) wirken gegenüber allen, am meisten aber gegenüber den Hausgenossen des Glaubens“ (Gal 6,10)? Erfüllst du deine Berufung, eifrig zu sein in guten Werken, die Gott für dich vorbereitet hat (vgl. Tit 2,14)?

Jan Philip Svetlik

Abhängigkeit im Leben Jesu (88)

Di, 04/10/2018 - 00:01

Bibelstellen: Römer 12,21

Das Böse mit dem Guten überwinden

„Lass dich nicht von dem Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten“ (Röm 12,21).

In der Wüste hat der Herr Jesus in beeindruckender Weise das Böse mit dem Guten überwunden. Unter der Leitung des Geistes zog Er das Schwert des Geistes, als Satan Ihn angriff. Sein Kampf war nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen den Weltbeherrscher dieser Finsternis (vgl. Eph 6,12). Er kämpfte mit der Waffenrüstung Gottes und widerstand dem Widersacher im Glauben, bis dieser Ihn schließlich für eine Zeit verließ (vgl. Lk 4,13).

Das Wort Gottes redet nicht nur von Trennung von Bösem, sondern fordert uns auch dazu auf, dass wir uns mit guten Dingen beschäftigen sollen, die das Wirken des Geistes fördern. Wir sollen beispielsweise nicht nur aufhören zu lügen, sondern stattdessen die Wahrheit reden. Es geht nicht nur darum, andere nicht mehr zu bestehlen, sondern wir sollen ihnen stattdessen Gutes mitteilen. Faule Worte haben in unserem Mund nichts mehr zu suchen. Jetzt geht es vielmehr darum, Dinge zu reden, die zur Auferbauung und zum Nutzen für andere sind. Außerdem sollen Bitterkeit, Wut und Lästerung durch Güte, Mitleid und Vergebung ersetzt werden (vgl. Eph 4,25–32).

Wenn man nur versucht, das Böse zu vermeiden, ohne gleichzeitig das Gute zu tun, führt das automatisch zu einem krankhaften, gesetzlichen Leben. Biblische Absonderung ist immer weg vom Bösen und hin zu Gott – und zu den guten Werken, die Er zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen (vgl. Eph 2,10).

Die Trennung von schlechten Dingen verhindert, dass der Geist betrübt wird, und das Praktizieren von guten Dingen fördert sein Wirken in uns! In diesem Zusammenhang ist es übrigens interessant, dass die Füllung der Wasserkrüge in Johannes 2 vor der Tempelreinigung geschah. Die negativen Dinge in unserem Leben werden verschwinden, je mehr wir bewusst dem Guten nachjagen!

Strebst du heute danach, die Gelegenheiten zu nutzen, um „das Gute (zu) wirken gegenüber allen, am meisten aber gegenüber den Hausgenossen des Glaubens“ (Gal 6,10)? Erfüllst du deine Berufung, eifrig zu sein in guten Werken, die Gott für dich vorbereitet hat (vgl. Tit 2,14)?

Jan Philip Svetlik

Hunger und Durst im Leben Jesu

Mo, 04/09/2018 - 00:01

Bibelstellen: Mt 4,2; Joh 4,7; Mt 21,18; Joh 19,28

Wir lesen zweimal in den Evangelien, dass der Herr Jesus Durst und dass er Hunger hatte. Es ist sehr eindrucksvoll, diese Stellen ein wenig auf sich wirken zu lassen.

Als der Herr Jesus 40 Tage lang in der Wüste gefastet hatte, hungerte ihn schließlich (Mt 4,2). Wir können uns vorstellen, dass dieser Hunger sehr groß gewesen sein muss. Der Teufel forderte ihn auf, als Gottes Sohn von seiner Macht Gebrauch zu machen, um seinen Hunger durch Brot zu stillen. Doch der Herr war ganz abhängig von seinem Gott und Vater; er hungerte lieber, als den Weg der Abhängigkeit zu verlassen. Er aß kein Brot.

Nach einem langen Marsch setzte sich Jesus ermüdet in Sichar an einer Quelle nieder (Joh 4,7). Er, dem alles zu Gebote steht (Ps 50,12), bittet eine Sünderin, dass sie mit ihrem Schöpfgefäß ihm etwas aus dem Brunnen zu trinken schöpft. Mit dieser demütigen Bitte öffnet er das Herz dieser Samariterin, damit sie willig wird, die Gabe Gottes dankbar entgegenzunehmen, die ihr durch den Sohn Gottes zuteilwerden kann. Die Frau dringt schnell in das Licht vor, lässt ihren Wasserkrug stehen (Joh 4,28) und geht ins Dorf, um von diesem wunderbaren Prophet zu berichten. Er aber trinkt kein Wasser.

Als der Herr Jesus kurz vor seiner Hinrichtung frühmorgens von Bethanien nach Jerusalem ging, hungerte ihn (Mt 21,18). Er bewegte sich auf einen Feigenbaum zu, der durch seine vielen Blätter Aussicht auf Frucht gab. Natürlich wusste er, dass der Baum unfruchtbar war. Und dennoch ging er hin, um das allen klarzumachen. Er verfluchte den Baum, der ein Bild von Israel war, um seinen Jüngern und uns eine Lektion zu geben. Er aß keine Feigen.

Nach der Gefangennahme und langen Verhören wurde der Herr Jesus ans Kreuz geheftet. Dort hing er sechs Stunden. Nach dieser ganzen Zeit und all den Qualen muss sein Durst unerträglich gewesen sein. So bringt er zum Ausdruck, dass er Durst hat (Joh 19,28). Er tat dies aber nicht einfach, damit dieses körperliche Bedürfnis gestillt wurde, sondern um die Schrift zu erfüllen! Mit höhnenden Worten wurde ein mit Weinessig gefüllter Schwamm, der auf ein Rohrstab gesteckt war, an seinen Mund geführt. Er aber nahm den Essig, weil die Schrift gesagt hat, dass er in seinem Durst mit Essig getränkt werden würde.

Gerrid Setzer

Hunger und Durst im Leben Jesu

Mo, 04/09/2018 - 00:01

Bibelstellen: Mt 4,2; Joh 4,2; Mt 21,18; Joh 19,28

Wir lesen zweimal in den Evangelien, dass der Herr Jesus Durst und dass er Hunger hatte. Es ist sehr eindrucksvoll, diese Stellen ein wenig auf sich wirken zu lassen.

Als der Herr Jesus 40 Tage lang in der Wüste gefastet hatte, hungerte ihn schließlich (Mt 4,2). Wir können uns vorstellen, dass dieser Hunger sehr groß gewesen sein muss. Der Teufel forderte ihn auf, als Gottes Sohn von seiner Macht Gebrauch zu machen, um seinen Hunger durch Brot zu stillen. Doch der Herr war ganz abhängig von seinem Gott und Vater; er hungerte lieber, als den Weg der Abhängigkeit zu verlassen. Er aß kein Brot.

Nach einem langen Marsch setzte sich Jesus ermüdet in Sichar an einer Quelle nieder (Joh 4,2). Er, dem alles zu Gebote steht (Ps 50,12), bittet eine Sünderin, dass sie mit ihrem Schöpfgefäß ihm etwas aus dem Brunnen zu trinken schöpft. Mit dieser demütigen Bitte öffnet er das Herz dieser Samariterin, damit sie willig wird, die Gabe Gottes dankbar entgegenzunehmen, die ihr durch den Sohn Gottes zuteilwerden kann. Die Frau dringt schnell in das Licht vor, lässt ihren Wasserkrug stehen (Joh 4,28) und geht ins Dorf, um von diesem wunderbaren Prophet zu berichten. Er aber trinkt kein Wasser.

Als der Herr Jesus kurz vor seiner Hinrichtung frühmorgens von Bethanien nach Jerusalem ging, hungerte ihn (Mt 21,18). Er bewegte sich auf einen Feigenbaum zu, der durch seine vielen Blätter Aussicht auf Frucht gab. Natürlich wusste er, dass der Baum unfruchtbar war. Und dennoch ging er hin, um das allen klarzumachen. Er verfluchte den Baum, der ein Bild von Israel war, um seinen Jüngern und uns eine Lektion zu geben. Er aß keine Feigen.

Nach der Gefangennahme und langen Verhören wurde der Herr Jesus ans Kreuz geheftet. Dort hing er sechs Stunden. Nach dieser ganzen Zeit und all den Qualen muss sein Durst unerträglich gewesen sein. So bringt er zum Ausdruck, dass er Durst hat (Joh 19,28). Er tat dies aber nicht einfach, damit dieses körperliche Bedürfnis gestillt wurde, sondern um die Schrift zu erfüllen! Mit höhnenden Worten wurde ein mit Weinessig gefüllter Schwamm, der auf ein Rohrstab gesteckt war, an seinen Mund geführt. Er aber nahm den Essig, weil die Schrift gesagt hat, dass er in seinem Durst mit Essig getränkt werden würde.

Gerrid Setzer

Abhängigkeit im Leben Jesu (87)

So, 04/08/2018 - 00:01

Bibelstellen: Epheser 5,18

Erfüllt mit Heiligem Geist

„Berauscht euch nicht mit Wein, in dem Ausschweifung ist, sondern werdet mit dem Geist erfüllt“ (Eph 5,18).

Der Sohn Gottes war zu jeder Zeit voll Heiligen Geistes. Bei Ihm gab es nichts, was das Wirken des Geistes in irgendeiner Weise behindert hätte. Er lebte ein Gott-zentriertes Leben und verfolgte die gleichen Ziele, die auch der Geist Gottes verfolgte. In allen Bereichen seines Lebens stand Er unter dem permanenten Einfluss des Heiligen Geistes.

Den Geist zu haben ist eine Sache; mit dem Geist erfüllt zu sein ist eine andere. Du kannst dir die herzerforschende Frage stellen: Gehört der Geist Gottes dir oder gehörst du auch dem Geist Gottes?

Das Wort Gottes gibt uns viele Beispiele, wo Menschen mit dem Heiligen Geist erfüllt wurden, um eine besondere Aufgabe für Gott tun zu können. Das zeigt uns, wie wichtig das Wirken des Geistes im Blick auf Dienst für den Herrn ist! Trotzdem kann es gut sein, dass es Gläubige gibt, die vielleicht noch nie mit dem Geist erfüllt waren, weil sie Ihm in ihren Herzen nie die Freiheit dazu gegeben haben.

Woran erkennt man einen Menschen, der mit Heiligen Geist erfüllt ist? Wie verhält sich so eine Person? Wenn der Geist Gottes die alleinige Quelle deines Denkens ist, dann bist du mit Ihm erfüllt. Ein geisterfüllter Mensch ist ein Mensch, bei dem die Gesinnung und das Leben Jesu gesehen wird.

Ein Betrunkener wird davon gekennzeichnet, dass der Alkohol sein Verhalten beeinflusst, und er Dinge tut, die er nicht tun würde, wenn er nüchtern wäre. Ein geisterfüllter Mensch zeigt die Frucht des Geistes und tut auch Dinge, die er ohne das Wirken des Geistes nicht tun würde.

Das bringt uns zu der Frage, wie jemand mit Heiligem Geist erfüllt werden kann. Was muss man dafür tun? Zuerst einmal sollte man sich bewusst machen, dass der Heilige Geist uns nicht von außen, sondern von innen erfüllt – denn Er wohnt ja in den Gläubigen. Wenn ein Besucher zu dir nach Hause kommt, stehst du vor der Entscheidung, zu wie vielen Zimmern du ihm freien Zutritt gibst und welche Räume du als deine Privatsphäre bestimmst. Ähnlich ist es mit den verschiedenen Bereichen deines Herzens, die der Geist erfüllen möchte.

Ein Gefäß kann nur mit etwas gefüllt werden, wenn es vorher von allem anderen entleert wird. Wenn du mit dem Geist erfüllt werden möchten, musst du bereit sein, dich von allem zu trennen, was den Geist betrübt und seinen Platz in deinem Herzen schmälert. Der Heilige Geist kann sich den Thron deines Herzens nicht mit deinem Eigenwillen teilen!

Gibst du dem Geist Gottes die Freiheit, dein ganzes Herz zu erforschen und auszufüllen, oder gibt es Lebensbereiche, wo du Ihn außen vor lässt, weil du selbst darüber bestimmen willst? Hast du mehr Freude daran, Alkohol zu trinken oder dich mit geistlichen Dingen zu beschäftigen? Was bedeutet es praktisch für dein Leben, dich selbst zu verleugnen und von dir selbst entleert zu sein?

Jan Philip Svetlik

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