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Aktualisiert: vor 17 Stunden 46 Minuten

Nabal und Abigail

Mo, 09/11/2017 - 00:01

Bibelstellen: 1. Samuel 25

An der Person des Herrn Jesus scheiden sich die Geister. Vorbildlich sieht man das selten deutlich bei Nabal und Abigail.

Nabal verkörpert den Menschen ohne Gott. Er vertraut auf seinen Reichtum, der ihn „hart und boshaft in seinen Handlungen“ gemacht hat. Selbstsüchtig und unbarmherzig denkt und redet er nur von sich und hängt an seinem Besitz, als gehörte alles ihm. Doch entscheidend ist, wie er über David denkt. Für den wahren David hat der Mensch ohne Gott nichts übrig. Er verachtet ihn (vgl. 1. Sam 25,11 mit Joh 9,29), weist seine Boten ab und berauscht sich mit den Freuden dieser Welt und merkt nicht, dass der Richter der Welt bereits vor der Tür steht.

Abigail dagegen ist ein Beispiel des Glaubens. Der Glaube Abigails sieht in dem verworfenen David den gesalbten König, so wie der Glaube heute in Jesus, dem Verachteten, den zukünftigen König, Christus, den Gesalbten, sieht. Der Glaube kennt die Gedanken Gottes über seinen Gesalbten und stützt sich darauf. Er sieht über das Gegenwärtige, Irdische hinweg auf das Zukünftige, Himmlische. Der, an dem „kein Böses gefunden wurde“ (1. Sam 25,28), der wahre David, wird als Sieger von Golgatha einmal über die Erde herrschen. Der Glaube schaut in Bewunderung und Liebe zu ihm auf und wirft sich ihm in Demut bereitwillig zu Füßen. Er ist bereit, diesem Verachteten zu folgen, ohne einen Augenblick darüber nachzudenken, was er dafür zurücklässt.

Die Geschichte Nabals und Abigails macht aber auch deutlich, dass Gott jeden Menschen letztendlich danach beurteilen wird, wie er in seinem Leben zu Christus gestanden hat. Nabal steht für die, denen Christus nichts bedeutet. Sie geben sich „nachts“ in Selbstsucht ihrem eigenen Vergnügen hin, aber am Morgen des Gerichts werden sie mit Furcht und Schrecken erwachen. Gott lässt die Missachtung seines Gesalbten „auf ihren Kopf zurückkehren“.

Abigail steht dagegen für solche, die für Christus alles aufgegeben haben, um seine Gemeinschaft zu genießen, während sie mit ihm seine Verwerfung teilen. Ihr Blick ist auf die Zukunft gerichtet, wenn sie am Tag der Herrlichkeit Christi mit ihm auf seinem Thron sitzen werden, um seine Erhöhung zu teilen.

Wie stehst du zu Christus, dem Gesalbten Gottes?

Marco Leßmann

Das Buch Esther (02) - Vasti

So, 09/10/2017 - 00:01

Bibelstellen: Esther 1

Vasti – Ein Bild der bekennenden Kirche

Die heidnische Königin „Vasti“ ist ebenfalls zu dem Gastmahl geladen. Sie besitzt einen sehr privilegierten Platz im Königreich, indem sie mit dem König öffentlich verbunden ist. Ihre Aufgabe besteht darin den Völkern ihre Schönheit zu zeigen, um dadurch zur die Herrlichkeit des Königs beizutragen. Aber als sie gerufen wird, „weigert“ sie sich zu kommen, weil sich ihr Herz in Stolz und Rebellion erhoben hat. Sie hatte Wohlgefallen an dem Platz der öffentlichen Verbindung mit dem König, aber kein Interesse für sein Gastmahl. Vasti ist ein Bild der bekennenden Kirche, die vor der Welt äußerlich mit Gott identifiziert wird, aber keinen echten Glauben an Christus besitzt. Die abtrünnige Christenheit hat die grössten Möglichkeiten die Errettung und Segnung zu empfangen, die das Evangelium bietet, aber, wie Vasti, kein Interesse dafür (Off 3,17).

Vasti abgesetzt – Ein Bild des Gerichts über die falsche Kirche

Am letzten Tag des Gastmahls (Est 1,5.10) erreicht Vastis Rebellion ihren Höhepunkt. Wegen ihres Ungehorsams und ihrer Weigerung zum Fest zu kommen, wird sie aus ihrer Stellung als Königin entfernt (Est 1,13-22). Darin liegt ein Schatten dessen, was mit der abtrünnigen, bekennenden Christenheit am Ende der Gnadenzeit geschehen wird. Die Rebellion und der Ungehorsam der Christenheit haben einen Punkt erreicht, den Gott nicht länger hinnehmen wird. Wenn die Entrückung stattfindet, wird der Herr auch öffentlich die abtrünnige, bekennende Christenheit verwerfen, indem er alle zurück lässt, die nicht mehr als ein bloßes Bekenntnis besitzen. Er wird sie aus seinem Mund „ausspeien“ (Off 3,16). Wie Vasti wird die Christenheit in den Wegen Gottes „abgeschnitten“ und beiseite gesetzt werden (Rö 11,17-22). Und so wie Vasti „den Zorn des Königs Ahasveros“ erfährt (Est 2,1), wird die abtrünnige Christenheit durch Gott in jener Zeit gerichtet werden, weil sie darin versagt hat, Gott auf der Erde zu verherrlichen.

 

Bruce Anstey

Was Christus tun musste

Sa, 09/09/2017 - 00:01

Bibelstellen: Lukas 2,49

Er musste in den Dingen seines Vaters sein

„Und er sprach zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist?" (Lk 2,49).

Er musste bestimmt Wege gehen, damit Menschen die Heilsbotschaft hören

„Er musste aber durch Samaria ziehen" (Joh 4,2).

Er musste in Häuser gehen, um die Rettungsbotschaft zu bringen

"Und als er an den Ort kam, sah Jesus auf und erblickte ihn und sprach zu ihm: Zachäus, steige eilends herab, denn heute muss ich in deinem Haus bleiben" (Lk 19,5).

Er musste die Werke seines Vaters tun

„Ich muss die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist" (Joh 9,4).

Er musste am Kreuz sterben, um Menschen zu retten

"Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe" (Joh 3,14).

Er muss die Gläubigen aus den Nationen zum Segen führen

„Und ich habe andere Schafe, die nicht aus diesem Hof sind; auch diese muss ich bringen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde, ein Hirte sein" (Joh 10,16).

Gerrid Setzer

Das Buch Esther (01) - Ahasveros

Fr, 09/08/2017 - 00:01

Bibelstellen: Esther 1

Ahasveros – Ein Bild von Gott

Als Gott seinen irdischen Regierungssitz aus Israel (1. Chr 29,23) entfernte, gab er die Regierung in die Hände der Nationen (Dan 2,31-45; 5,18-19). Diese Periode heidnischer Regierungsgewalt wird „die Zeiten der Nationen“ genannt (Lk 21,24). Somit herrschten während dieser Zeit die verschiedenen heidnischen Monarchen als verlängerter Arm von Gottes Regierung auf der Erde. Im Buch Esther herrscht König Ahasveros an dem Platz der Macht über die bekannte Welt der damaligen Zeit – „von Indien bis Äthiopien“ (Est 1,1). Er ist ein Bild Gottes, der hinter den Kulissen über die ganze Welt regiert (Dan 4,17).

Das Gastmahl Ahasveros – Ein Bild des Evangeliums der Gnade Gottes

Das erste Kapitel von Esther berichtet uns, dass der König Ahasveros ein Gastmahl für alle, „vom Grössten bis zum Kleinsten“ macht (Est 1,1-5). Es ist ein Bild des grossen Gastmahls, das Gott für alle Menschen im Evangelium seiner Gnade bereitet hat (Lk 14,16). Die Absicht von Ahasveros Gastmahl ist es, „den herrlichen Reichtum seines Königreichs“ und „die glänzende Pracht seiner Grösse“ sehen zu lassen. So lässt das Evangelium auch den „überragenden Reichtum seiner Gnade in Güte an uns in Christus Jesus“ sehen (Eph 2,7-8). Ebenso, wie das Gastmahl Ahasveros „viele Tage lang“ andauert, dehnt Gott in seiner langmütigen Liebe und Barmherzigkeit die Einladung zu seinem Gastmahl um viele Tage aus – inzwischen um etwa 2000 Jahre! Die Gäste, welche die Einladung des Königs Ahasveros annehmen und zum Fest kommen werden „Vornehme und Fürsten“ genannt. So werden diejenigen, die durch Glauben Gottes Einladung zum Gastmahl des Evangeliums annehmen, zu „Königen und Priestern“ gemacht (Off 1,6).

Bei dem Gastmahl selbst stellte der König „Polster aus Gold und Silber“ für die Gäste bereit, um sich darauf auszuruhen (Est 1,6-8). Silber und Gold sind in der Schrift Symbole der Erlösung und göttlichen Gerechtigkeit. Sie geben dem Gläubigen einen Ort, wo er Ruhe zur Errettung findet und als Ergebnis hat er Frieden mit Gott und Ruhe für seine Seele (Mt 11,28; Rö 5,1; 8,6). Ausserdem gibt es zur Freude der Gäste wunderschön gefärbte Behänge bei diesem Fest. Sie hängen von oben herab und sind an „silbernen Ringen“ befestigt: Ein Bild der himmlischen Segnungen der Christen, die sie durch die Erlösung erhalten haben (Eph 1,3). Weiter gibt der König seinen Gästen „königlichen Wein in Menge“, was von der Freude spricht, die Gott denen schenkt, die das Evangelium seiner Gnade annehmen und glauben (Ri 9,13; Ps 104,15).

Bruce Anstey

Der Herr schläft im Schiff

Do, 09/07/2017 - 00:01

Bibelstellen: Markus 4,38

„Und er war im Hinterteil des Schiffes und schlief auf einem Kopfkissen“. Wie oft haben uns diese Worte schon berührt. Wie eindrücklich zeigen sie uns, dass unser Herr wirklich Mensch war. Müde nach einem Tag unermüdlichen Dienstes legt sich der wahre Knecht Gottes im hinteren Teil des Schiffes nieder. Dankbar nimmt Er, der nicht hatte, wo Er sein Haupt hinlege (Lk 9,58), das Kopfkissen, um zu schlafen. Gehörte es zur Standardausstattung eines Schiffes, oder hatte ein liebendes Herz es für Ihn bereitgehalten?

Gleichzeitig entdecken wir in seinem Schlaf sein unerschütterliches Vertrauen in seinen Gott (vgl. Ps 4,9). Er wusste ja, welch ein gewaltiger Sturm auf sie zukam. Trotzdem legte Er sich nieder und schlief tief und fest, sodass die todesängstlichen Jünger Ihn wecken mussten. Petrus, der hier noch zu den Kleingläubigen gehörte, ahmte später seinen Meister nach, als er in der Nacht vor seiner geplanten Hinrichtung in völliger Ruhe, gefesselt zwischen zwei Soldaten im Gefängnis schlief (Apg 12). Der, der dem Wind und den Wellen gebieten kann, würde auch mit Soldaten, Ketten und verschlossenen Gefängnistoren fertig werden.

Schließlich war der Schlaf des Herrn auch eine Prüfung für den Glauben der Jünger. Er ließ sie bewusst in diese Situation kommen. Und was war das Ergebnis dieser Prüfung? "Liegt dir nichts daran, dass wir umkommen?" Auch Martha hatte eine ähnliche Frage (Lk 10,40). Wie sehr verkennen wir Ihn oft! Wie sehr Er um uns besorgt ist, davon haben wir vielleicht keine Ahnung. Später hatte auch Petrus daran keinen Zweifel mehr (vgl. 1. Pet 5,7).

So erhalten wir selbst durch den schlafenden Heiland wichtige Belehrungen für unsere Herzen.

Marco Leßmann

Gesammelte Brocken (162)

Mi, 09/06/2017 - 00:01

Wer in der Zeit die Ewigkeit verdrängt, der wird in Ewigkeit über die Zeit nachdenken, die er nicht genutzt hat.

Viele Menschen versuchen, die Welt neu zu programmieren, aber sie kennen alle den Quellcode nicht. Den kennt nur der Schöpfer!

"Man sieht sich nie zum letzten Mal", sagen die Leute. Aber nur Christen können untereinander so sprechen. Denn sie werden im Licht sein und sich darum wiedersehen. Den Ungläubigen ist aber das Dunkel der Finsternis in Ewigkeit aufbewahrt.

Wie oft müssen wir uns selbst vorwerfen, dass unser Dienst nur die Erfüllung einer christlichen Pflicht ist, die zwar einem guten Vorsatz, aber nicht dem frischen Bewusstsein der Liebe des Christus in unseren Herzen entspringt (JND).

Wie oft beten wir allgemein und wundern uns dann, wenn wir keine speziellen Antworten bekommen.

Gesammelte Brocken (163)

Mi, 09/06/2017 - 00:01

Wer in der Zeit die Ewigkeit verdrängt, der wird in Ewigkeit über die Zeit nachdenken, die er nicht genutzt hat.

Viele Menschen versuchen, die Welt neu zu programmieren, aber sie kennen alle den Quellcode nicht. Den kennt nur der Schöpfer!

"Man sieht sich nie zum letzten Mal", sagen die Leute. Aber nur Christen können untereinander so sprechen. Denn sie werden im Licht sein und sich darum wiedersehen. Den Ungläubigen ist aber das Dunkel der Finsternis in Ewigkeit aufbewahrt.

Wie oft müssen wir uns selbst vorwerfen, dass unser Dienst nur die Erfüllung einer christlichen Pflicht ist, die zwar einem guten Vorsatz, aber nicht dem frischen Bewusstsein der Liebe des Christus in unseren Herzen entspringt (JND).

Wie oft beten wir allgemein und wundern uns dann, wenn wir keine speziellen Antworten bekommen.

Der Wert eines Geschenks

Di, 09/05/2017 - 00:01

Bibelstellen: Johannes 3,16

So hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. Johannes 3,16

Den Wert eines Geschenkes kann man in Euro messen. Es geht auch anders. Die französische Schriftstellerin Mathilde Monnier (1889-1967) formulierte es so: „Ein Geschenk ist genauso viel wert wie die Liebe, mit der es ausgesucht worden ist."

Ein Geschenk ist erst wirklich schön, wenn Liebe das Motiv ist. Und warum hat Gott uns das größte Geschenk gemacht, das es geben kann? Warum sandte er seinen Sohn Jesus Christus auf die Erde und ließ ihn am Kreuz auf Golgatha für Sünder sterben? Weil er uns Menschen liebt.

Eine andere Erklärung für das Handeln Gottes gibt es nicht. Gott ist Liebe und hat aus Liebe seinen einzigen Sohn in diese Welt gesandt. Geboren in Bethlehem. Gestorben auf Golgatha. Jeder, der sich dieser Liebe öffnet und den Herrn Jesus in sein Leben aufnimmt, wird ein Kind Gottes.

Gerrid Setzer

Die sühnenden Leiden Christi

Mo, 09/04/2017 - 00:01

Bibelstellen: 1. Petrus 3,18; Hebräer 13,11.12; Psalm 22,2; Jesaja 53,5.6

Hat der Herr Jesus am Kreuz in den drei Stunden der Finsternis sühnende Leiden erduldet bevor er starb, oder wurde die Sühnung allein durch den Tod des Herrn Jesus bewirkt?

Die nachfolgenden Zeilen sind eine Entgegnung auf die Auffassung, dass für die Sühnung der Sünden allein der Tod Christi nötig war und dass man in der Bibel keinen Hinweis darauf findet, dass der Herr in den drei Stunden der Finsternis sühnende Leiden von Seiten Gottes erduldet hat.

Der Charakter der Sünde in den Augen Gottes

Sünde ist für den heiligen und gerechten Gott, der Licht ist, und in dem gar keine Finsternis ist (1. Joh 1,5), der „zu rein von Augen [ist], um Böses zu sehen“ (Hab 1,13) etwas Unerträgliches. Bereits die Sünde des ersten Menschenpaares zeigt, wie Gott durch sie beleidigt und verunehrt wurde. Adam und Eva waren nicht nur ungehorsam und missachteten damit die Autorität ihres Schöpfers, sondern stellten mit ihrem Tun auch unter Beweis, dass sie sowohl an der Wahrhaftigkeit Gottes (sie glaubten der Schlange mehr als Gott) und an seiner Liebe und Güte (obwohl er sie in paradiesische Verhältnisse gestellt hatte, war ihnen dies nicht genug) zweifelten.

Im Lauf der Jahrtausende und bis heute hat sich dieser Charakter millionen- und milliardenfach gezeigt. Darüber hat Gott einen heiligen und gerechten Zorn (Joh 3,36; Röm 1,18; 9,22; Eph 5,6; Offb 14,10 u.v.a); er hasst das Böse (z.B. Sach 8,17; Offb 2,6) und muss Sünde richten und Genugtuung bekommen. Gleichzeitig ist er auch Liebe und will die Welt erretten und nicht richten; er wird aber alle richten, die nicht an seinen Sohn glauben (Joh.3,16-18). Dieses Gericht beinhaltet nicht nur den leiblichen Tod, der schon Adam angekündigt wurde, sondern den „zweiten Tod“, den Feuersee (Offb.20,14), das vollständige und endgültige Verlassensein von Gott in ewiger Pein - ewiges Verderben weg vom Angesicht des Herrn (2. Thes 1,9).

Christus – das Sühnmittel

Der Ausweg und die Grundlage dafür, dass Gott Adam und Eva nicht gleich mit dem leiblichen Tod bestraft hat, und auch dafür, dass er jetzt Gnade erweisen kann und trotzdem sich selbst nicht untreu wird, ist das Werk, dass der „Nachkomme der Frau“, unser Herr (1. Mo 3,15), ausgeführt hat, den Gott „gesandt hat als Sühnung für unsere Sünden“ (1. Joh 4,10). Gott hat den Herrn Jesus dargestellt als ein Sühnmittel (Röm 3,25), „durch den Glauben an sein Blut, zur Erweisung seiner Gerechtigkeit wegen des Hingehenlassens der vorher geschehenen Sünden“. Gott hat dieses Werk die ganzen Jahrtausende hindurch vor sich gehabt und konnte nur aus diesem Grund nachsichtig mit dem Menschen sein, obwohl dieser ihn fortlaufend beleidigte.

Durch das Werk des Herrn auf Golgatha ist der höchste Beweis dafür erbracht, dass Gott gerecht ist, wenn er so handelt und sich nicht untreu wird. Der Herr Jesus hat Gott vollkommen verherrlicht (Joh 13,31), d.h. seine Vollkommenheit in allen Punkten sichtbar gemacht. Am Kreuz hat der Herr endgültig bewiesen, dass die Schlange Unrecht hatte, dass Gottes Majestät nicht ungestraft missachtet werden kann und dass er wahrhaftig ist und nicht lügen kann, aber auch, dass er Liebe ist und nur segensreiche und gute Absichten hat.

Der Kelch, den der Herr getrunken hat, ist der Kelch des Zorns Gottes, den der Sohn Gottes in den drei Stunden der Finsternis getrunken hat. Der Herr ist auf Golgatha, wo er „unsere Sünden an seinem Leib auf dem Holz getragen hat“ (1. Pet 2,24), unser Stellvertreter geworden und hat dort den heiligen Zorn Gottes über die Sünde in vollem Ausmaß zu spüren bekommen. Er wurde dort „für uns zur Sünde gemacht“ (2. Kor 5,21), d.h. Gott hat in seiner Person die Sünde vor sich gehabt und bestraft, wie er uns in Ewigkeit hätte bestrafen müssen. Er hat dort die Sünde im Fleisch verurteilt, damit wir freigemacht werden können (Röm 8,3).

Die Wortwahl in Jesaja 53

Dieses Gericht, diese gerechte Bestrafung, die wir verdient hatten, ist, wie ich nicht zweifle, gemeint, wenn Jesaja schreibt: „... um unserer Übertretungen willen war er verwundet, um unserer Ungerechtigkeiten willen zerschlagen. Die Strafe zu unserem Frieden lag auf ihm, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden … der Herr hat ihn treffen lassen unser aller Ungerechtigkeit [oder Strafe]“ (Jes 53,5.6).

Die Wortwahl des Heiligen Geistes, „verwundet“, „Strafe“, „lag auf ihm“, „Striemen“ lässt mich hier an ein Geschehen denken, das mehr meint als den Tod, diesen aber einschließen kann. „Verwundet“ sein ist nicht dasselbe wie sterben. Wenn Strafe auf ihm lag, heißt das auch nicht unbedingt und ausschließlich Tod, sondern kann ebenso eine Last meinen, die zu tragen und auszuhalten ist; „Striemen“ sind eindeutig Spuren von Schlägen, die ebenfalls nicht zwingend zum Tod führen müssen.

Auch der Ausdruck „zerschlagen“, der ja ebenfalls in V.10 verwendet wird, deutet an, dass es um einen Vorgang vor dem Tod geht, der äußerst starke Schmerzen verursacht, daher wird er in V.10 auch mit „leiden lassen“ verbunden.

Für mich ist andererseits sehr klar, dass diese Ausdrücke nicht Leiden meinen können, die dem Herrn durch Menschen zugefügt wurden, denn sie wären nicht in der Lage, Heilung zu bewirken, weder vor dem Kreuz (z.B. die Geißelung, woran man bei Striemen denken könnte) noch auf dem Kreuz (selbst wenn man an den Tod des Herrn als bloße Folge der Kreuzigung denken würde). Es würde dem offenbarten Wesen Gottes widersprechen und der Sünde etwas von ihrem bösen, gegen Gott selbst gerichteten, Charakter nehmen, wenn man annehmen würde, dass Menschen (wenn auch unter der Vorsehung Gottes und seiner Zulassung) durch ihr böses Tun dazu beigetragen hätten, dass Heilung bei Sündern bewirkt wurde. Wenn V.10 sagt, dass der HERR ihn zerschlagen hat, heißt das für mein Verständnis ganz klar, dass Gott selbst aktiv und unmittelbar gehandelt hat. Sein gerechter Knecht musste von Gottes eigener Hand fremder Schuld und Sünde wegen leiden.

Christus hat für Sünden gelitten

Petrus schreibt im ersten Brief, dass „Christus einmal für Sünden gelitten“ hat (1. Pet 3,18). Es heißt hier nicht, dass Christus für Sünden gestorben ist, was ebenfalls wahr ist (1. Kor 15,3). Hier bedeutet Leiden mehr als den Tod, schließt diesen aber ein, wie der Vers weiter nahelegt. Im Zusammenhang der Stelle will Petrus sagen: Leiden für Gutes tun kann für einen Christen der Wille Gottes sein, Leiden für Böses tun aber nicht, denn der einzige, der Leiden für Sünden entsprechend dem Willen Gottes tragen sollte, war Christus {Natürlich musste Christus niemals für Böses leiden, das er selbst getan hätte, denn er war ohne Sünde! Die Kraft dieser Stelle besteht in der Ermahnung, auf Christus in seinen Leiden für Sünden zu blicken, um selbst vor dem Sündigen bewahrt zu werden. Jede einzelne unserer Sünden hat zu seinen Leiden beigetragen!}.

Wenn wir für Böses, das wir tun, leiden müssen, bedeutet dies in der Regel (Gott sei Dank!) nicht den Tod. Die Leiden Christi fremder Sünde wegen, bedeuteten den Tod, aber eben nicht ausschließlich, sondern es geht auch hier um mehr.

Kein Pauschalgericht

Im Hinblick auf den oben erwähnten entehrenden und beleidigenden Charakter der Sünde und die ewige Strafe für den Sünder, bin ich fest davon überzeugt, dass die Sühnung der Sünden mehr erforderte als den Tod des Herrn, so fundamental wichtig dieser auch ist. Gott ist gerecht und verurteilt die Sünder „nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken. …und sie wurden gerichtet, jeder nach seinen Werken“ (Off 20,12.13). Die Bibel lehrt eindeutig, dass es kein Pauschalgericht geben wird, sondern dass jede einzelne Sünde von Gott registriert und bewertet wird und die Strafe entsprechend ausfallen wird.

Der Herr hat auf Golgatha, in Ehrfurcht gesagt, auch keine pauschale Strafe für die Sünden empfangen – das würde nach meinem Verständnis der Gerechtigkeit Gottes und seinem Handeln mit dem Sünder völlig widersprechen –, sondern hat jede einzelne vor Gott gebracht und die gerechte Strafe dafür empfangen. Christus hat für Sünden gelitten. Wie dies in den drei Stunden der Finsternis möglich war, bleibt für mich unbegreiflich; dieses Leiden für die Sünde nur auf seinen Tod zu beziehen, scheint mir aber zu kurz gegriffen zu sein.

Die Symbolik des großen Versöhnungstages

Eine weitere Stelle von Bedeutung ist Hebräer 13,11.12. Auch hier ist von den Leiden Jesu die Rede, die er außerhalb des Tores gelitten hat. Es wird hier Bezug genommen auf einen Vorgang am Versöhnungstag (3. Mo 16,27), wo die toten Körper der Opfertiere außerhalb des Lagers gebracht und dort verbrannt werden mussten.

Dabei ist es sehr lehrreich zu sehen, wie der Schreiber diesen Vorgang auslegt. Die Tiere wurden ja erst geschlachtet, das Blut gesprengt, das Fett geräuchert und schließlich wurden die Körper verbrannt. Wir würden nach menschlichem Verständnis schon wegen der Chronologie die Leiden des (lebendigen) Christus nicht mit dem Verbrennen von bereits geschlachteten Tieren in Verbindung bringen. Wie wir hier belehrt werden, ist aber selbst das Verbrennen ein Vorgang, der auf das Geschehen auf Golgatha hinweist, denn dieser Ort ist ohne Frage mit dem Ausdruck „außerhalb des Tores“ gemeint. {Es sind also in erster Linie die Handlungen am Versöhnungstag, die vorbildlich zu verstehen sind, nicht die Chronologie derselben. Im Gegenteil, wenn man versucht, die Reihenfolge im Blick auf das Sühnungswerk zu vergeistlichen, kommt man auf gefährliche Irrwege.}

Ohne Frage hat Christus auch in seinem ganzen Leben gelitten. Die Leiden in den drei Stunden der Finsternis auf Golgatha waren aber besondere Leiden, für die es Gott gefallen hat, den Vorgang des Verbrennens als vorbildliche Handlung anzuordnen. Das Verbrennen mit Feuer ist auch ein bekanntes Bild aus dem AT für Gericht Gottes (sowohl läuternd als auch strafend, verderbend), das im NT mehrfach aufgegriffen wird. Wir dürfen daher bei den Leiden in Hebräer 13,12 ebenfalls an Leiden des Gerichts denken, die den Herrn Jesus auf Golgatha getroffen haben. Der Herr hat das Gericht Gottes über die Sünden und die Sünde bis zum bitteren Ende erdulden müssen.

Auch in diesem Vers werden die Leiden wieder mit seinem Blut (seinem Tod) verbunden, so wie am Versöhnungstag auch das Blut zur Anwendung kam. Der Tod ist sozusagen der Schlusspunkt dieser Gerichtsleiden.

Übrigens geht es hier um die Sündopfer, die verbrannt werden mussten. Diese Sündopfer am Versöhnungstag waren die einzigen Sündopfer, von denen kein Israelit, nicht einmal ein Priester, essen durfte, sondern die (abgesehen vom Blut und Fett) komplett verbrannt werden mussten (3. Mo 6,23). Dieses kleine Detail bestätigt mich in der Auffassung, dass es bei den Leiden in Hebräer 13,12 um Gerichtsleiden zur Sühnung der Sünde geht. Hier kann kein Mensch auch nur den kleinsten Anteil haben.

Der Versöhnungstag gibt auch noch einen weiteren Hinweis darauf, dass das Werk der Sühnung, das der Herr vollbracht hat, mehr umfasst als den Tod des Erlösers. Für das Volk wurden zwei Ziegenböcke als Sündopfer gebracht. Der eine Bock wurde geschlachtet und von seinem Blut wurde in das Allerheiligste auf den Deckel der Bundeslade gebracht. Der zweite Bock, Asasel, wurde lebendig vor den Herrn gestellt (was dreimal gesagt wird), um ihn, beladen mit allen Sünden der Kinder Israel, lebend in die Wüste fortzuschicken (wo er dann sicherlich zugrunde gegangen ist, aber dies ist nicht Teil des Bildes).

Außer dem Vogel, der für die Reinigung eines Aussätzigen oder eines Hauses geopfert wurde (3.Mo 14), gibt es meines Wissens kein anderes Lebewesen im Gesetz, das lebendig als Opfer behandelt wurde. Trotzdem heißt es ausdrücklich auch für das Opfern des lebendigen Bockes, dass hierdurch Sühnung geschah (3. Mo 16,10).

Die göttlich-inspirierte Auslegung des Versöhnungstags (im Hebräerbrief) spricht wiederholt von dem einen Opfer, das Christus gebracht hat, das im Gegensatz steht zu den vielen Opfern und zu deren andauernder Wiederholung. Insofern können die Opfer am großen Sühnungstag auch nur zusammengenommen als vollständiges Bild der Sühnung gesehen werden. Alle Opfer dieses Tages stellen für sich gesehen einzelne Aspekte des umfassenden und gewaltigen Werkes dar. Tatsächlich bietet der Hebräerbrief auch hierfür den Beweis, indem er sowohl von dem Blut und dem Verbrennen der Sündopfer spricht, die geschlachtet worden sind, als auch auf den zweiten Bock hinweist, der ein Bild von Christus ist, „der einmal geopfert worden ist, um vieler Sünden zu tragen“ (Heb 9,28).

Die Symbolik dieses Tages passt in das Bild, das ich versucht habe, darzulegen. Das Tragen der Sünden des Volkes ist genauso ein Teil des einen Opfers unseres Herrn wie das Blutvergießen und findet ebenso auf Golgatha statt, aber es handelt sich um Aspekte, die wir unterscheiden dürfen. Ich sehe deshalb auch keine Schwierigkeit darin, das Tragen der Sünden zeitlich in die drei Stunden der Finsternis einzuordnen, die dem Tod des Herrn unmittelbar vorausgehen, auch wenn der Bock Asasel erst nach dem ersten Bock, der getötet wurde, geopfert wird. {Siehe die Anmerkung zur Chronologie des Versöhnungstages (bzw. Sühnungstages).}

Übrigens unterstreicht die Anweisung, dass „alle Ungerechtigkeiten der Kinder Israel und alle ihre Übertretungen nach allen ihren Sünden“ auf den Kopf des lebendigen Bockes bekannt werden sollten (3. Mo 16,21), dass es bei der Sühnung nicht nur um Gottes Abrechnung mit der Sünde als Prinzip geht, sondern dass alle einzelnen Verfehlungen zur Sprache kommen müssen. Christus hat „unsere Sünden an seinem Leib auf dem Holz getragen“. „Er ist die Sühnung für unsere Sünden“.

Von Gott verlassen

Ich möchte nun zu dem Ausruf des Herrn in Matthäus 27,46 kommen: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“. Ich bin davon überzeugt, dass wir wissen können, warum der Herr diese Frage gestellt hat und dass wir nicht über die offenbarte Wahrheit hinausgehen, wenn wir auf diese Frage eine Antwort geben. Das möchte ich auch mit der Schrift belegen.

Psalm 22 spricht prophetisch von Christus

An vielen Stellen im NT finden wir Zitate und Wendungen aus diesem Psalm. Alle beziehen sich auf Christus. Matthäus 27,46 und Markus 15,34 geben den Ausruf aus V.2 wieder. In Matthäus 27,43 zitieren die Hohenpriester, Schriftgelehrten und Ältesten fast wörtlich V.9. Im NT wird bezeugt, dass der Herr gekreuzigt wurde, indem er durch Hände und Füße angeschlagen o. angeheftet wurde (Apg 2,23; Lk 24,40), und so wurde V.17b erfüllt. Lk 23,34 und Joh 19,24 zeigen, dass sich auch V.19 am Kreuz erfüllt hat, als die Soldaten die Kleider des Herrn verteilten und Lose darüber warfen. Johannes fügt extra hinzu „die Soldaten nun haben dies getan“. Er sagt nicht „ähnliches“ oder „vergleichbares“, sondern „dies“. Schließlich führt Hebräer 2,12 den V.23 an, was wiederum Christus zugesprochen wird „indem er spricht“.

Dieser Psalm weist in erstaunlicher Weise auf das Kreuz auf Golgatha und die Auferstehung des Messias hin. Insofern bin ich auch davon überzeugt, dass der Ausruf in V.2 prophetisch zu verstehen ist (und objektiv nur auf Christus anzuwenden ist, siehe unten). Wir haben damit tatsächlich ein Zeugnis Gottes im AT, dass der Messias von Gott verlassen werden würde.

Das Verlassensein war nicht nur ein subjektives Empfinden

Der Herr war tatsächlich von Gott verlassen, es war nicht nur sein Empfinden. Wenn der Herr so etwas sagt (und die Frage ist ja auch nicht, ob er verlassen war, sondern warum), dann entspricht das auch objektiv der Wahrheit. Er ist die Wahrheit in Person (Joh 14,6) und seine Worte können das nur bestätigen (Joh 8,25). 

Wenn David so etwas aufschrieb, dann mag dies sein subjektives Empfinden in großer Not gewesen sein. Auch von anderen Gläubigen wird Ähnliches gesagt, wie z.B. von Jona (2,5). Hiob mag auch so gedacht haben. David selbst bekennt aber an anderer Stelle: „Ich war jung und bin auch alt geworden, und nie sah ich den Gerechten verlassen“ und weiter „der Herr […] wird seine Frommen nicht verlassen" (Ps 37,25.28).

Es gibt im AT mehrere Stellen, in denen davon gesprochen wird, dass Gott sein Volk aufgrund ihrer Untreue verlassen hat, doch es wird – außer in Psalm 22,2 – nur an einer Stelle gesagt, dass Gott eine einzelne Person verlassen habe (2. Chr 32,31). Hier hat der Ausdruck aber eher die Bedeutung von: Gott stand ihm nicht bei. Diese Tatsache ist von großer Wichtigkeit. David, Jona, Hiob oder auch Hiskia waren nämlich von Natur aus Sünder, und hätten bzw. haben Gott insofern Grund gegeben, sie zu verlassen. Wenn er den Heiligen und Gerechten verlassen hat, der keine Sünde tat (1. Pet 2,22), der Sünde nicht kannte (2. Kor 5,21) und in dem keine Sünde war (1. Joh 3,5), wie die Apostel Petrus, Paulus und Johannes bezeugen, konnte es in ihm selbst keinen Grund geben.

Der Schluss, dass dies geschah, weil er mit unseren Sünden beladen war und stellvertretend für uns den heiligen Zorn Gottes im Gericht über die Sünden erduldet hat als er, zur Sünde gemacht, am Kreuz hing, ist für mein Verständnis nicht nur erlaubt, sondern sehr naheliegend. Ich bin zutiefst davon überzeugt und habe versucht darzulegen, dass wir nicht über die offenbarte Wahrheit hinausgehen, wenn wir dieses bekennen. Gott ist zu rein von Augen, um Sünde zu sehen (Hab 1,13), es kann keine Gemeinschaft zwischen ihm und Sünde geben. Er musste sich von dem abwenden, der in unbegreiflicher Liebe und Gnade gekommen ist, um sich selbst für unsere Sünden hinzugeben (Gal 1,4). In den drei Stunden der Finsternis, als er von seinem Gott verlassen war, wurde der Herr Jesus Christus arm wie nie ein Mensch arm geworden ist, damit wir durch seine Armut reich würden (2. Kor 8,9).

Das "Geheimnis" seiner Person

An dieser Stelle stehen wir vor dem Geheimnis der wunderbaren Person Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch. Dieses können und werden wir nie verstehen, sondern in Ewigkeit bewundernd anbeten. Wie kann eine Person, die selbst Gott ist, von Gott verlassen werden? Wir betreten hier heiligen Boden und müssen bei dem bleiben, was die Schrift sagt. Die Schrift sagt eben nicht, dass Gott von Gott verlassen wurde, sie sagt nicht einmal, dass der Vater den Sohn verlassen hat. Was sie sagt ist, dass „Jesus“ diesen Ausruf tat (Mt 27,46), der Name, den der Herr als Mensch trägt.

Der Wechsel in der Anrede

Der bedeutsame Wechsel in der Anrede des Herrn an seinen Gott ist ein weiteres Indiz dafür, dass er in dieser Zeit „für Sünden gelitten“ hat. Dabei ist auffällig, dass der Herr in den ersten Stunden auf dem Kreuz und auch direkt vor seinem Sterben noch Gott als „Vater“ angeredet hat (Luk 23,34.46). In der Zwischenzeit gibt es diesen besonderen Wechsel in der Anrede. Wenn der Herr den Namen „Vater“ gebraucht, spricht dies von ewiger Beziehung, von intimer Nähe und Gemeinschaft. Das Wesen Gottes, der Liebe ist, steht im Vordergrund.

In einer bestimmten Zeit auf dem Kreuz hat der Herr es aber (in besonderer Weise) mit „Gott“ zu tun, ein Name, der höchste Autorität bedeutet, der Gottes Heiligkeit und Gerechtigkeit vorstellt und damit seine Natur, die Licht ist, in den Vordergrund stellt. Wie oben dargestellt, ist dies in Übereinstimmung damit, dass Gott als der Richter ihn zur Sünde gemacht hat und seinen ganzen Zorn über die Sünde an ihm vollzogen hat.

Was beinhaltet das „Warum“ in dem Schrei des Herrn?

Wir dürfen versuchen, auf die „Warum-Frage" des Herrn eine Antwort zu geben, ohne über die Schrift hinauszugehen. Wir müssen uns allerdings auch an dieser Stelle hüten, die wunderbare Person unseres Erlösers zu entehren, indem wir Vernunftschlüsse ziehen. Die „Warum-Frage" scheint mir der Ausdruck unergründlichen Schmerzes seiner Seele zu sein, den der Kontext aus Psalm 22 auch zeigt. Sie zeigt, wie jemand geschrieben hat, wie wirklich und wahrhaftig unser Herr ein Opfer für die Sünde geworden ist. Aus der Frage zu schließen, der Herr habe es wirklich nicht gewusst, warum Gott ihn verlassen hatte, geht viel zu weit. 

Psalm 22, als Prophetie auf Christus verstanden, gibt uns hier eine Hilfe. In V.4 gibt der Messias nämlich selbst die Antwort: „Doch du bist heilig“. Es war das Handeln Gottes gemäß seiner Heiligkeit, das Handeln im Gericht über die Sünde und die Sünden, was ihn veranlasste, den Herrn Jesus zu verlassen. Auch wenn dieser Vers nicht im NT zitiert wird, zeigt die Schrift deutlich, dass der Herr selbst, der Heilige und Gerechte, in vollkommener Übereinstimmung mit seinem Gott im Blick auf die Beurteilung der Sünde war. Es war ihm völlig klar, dass Gott Sünde und Sünden richten muss und was dieses Gericht beinhaltete. Er wusste, dass er der Sündenträger werden würde und dieses Gericht zu erdulden hätte.

Schlussfolgerung

Alle diese Gedanken führen mich zu der Überzeugung, dass der Herr Jesus am Kreuz in den drei Stunden der Finsternis sühnende Leiden, bevor er strb, erduldet hat, und dass die Sühnung nicht allein auf den Tod des Herrn Jesus beschränkt werden kann.

Wir sollten nicht spekulieren über Dinge, die uns nicht offenbart sind und keine Antworten geben, wo die Bibel keine gibt. Das würde bedeuten, etwas zu der offenbarten Wahrheit der Schrift hinzuzufügen. Es gibt aber auch die andere Gefahr, nämlich wegzunehmen von dem, was die Schrift lehrt. Möge der Herr uns vor beiden bewahren!

 

 

André Leßmann

Gesammelte Brocken (161)

So, 09/03/2017 - 00:01

Als Christus in den Himmel auffuhr, waren seine Hände gehoben. Er hatte nicht Gesetzestafeln in der Hand wie Moses - sondern die Jünger sahen seine durchbohrten Hände. So ging er in den Himmel.

Viele Leute lesen gern Krimis. In der Bibel lesen viele aber eher weniger. Warum? Weil sie dort selbst als Täter entlarvt werden.

Was Leute ein Genie nennen, ist nur zu 1% Inspiration und die restlichen 99% sind Transpiration.

Kinder sind Geschenke des Himmels. Aber aufbauen müssen wir das Geschenk selbst. Da ist etwas Wahres dran.

"Ich tue nichts anderes", sagte Sokrates, "als Jung und Alt davon zu überzeugen, sich nicht so sehr um ihren Leib oder ihr Hab und Gut zu sorgen als vielmehr um ihre Seele." Ein vernünftiges Anliegen (auch wenn der Philosoph leider nicht den Weg der Seelen-Errettung kannte)!

Das Sündenproblem wird nicht dadurch gelöst, dass man Schuld totschweigt. Fieber verschwindet auch nicht dann, wenn ich das Fieberthermometer unter dem Rasenmäher verstecke.

Gesammelte Brocken (162)

So, 09/03/2017 - 00:01

Als Christus in den Himmel auffuhr, waren seine Hände gehoben. Er hatte nicht Gesetzestafeln in der Hand wie Moses - sondern die Jünger sahen seine durchbohrten Hände. So ging er in den Himmel.

Viele Leute lesen gern Krimis. In der Bibel lesen viele aber eher weniger. Warum? Weil sie dort selbst als Täter entlarvt werden.

Was Leute ein Genie nennen, ist nur zu 1% Inspiration und die restlichen 99% sind Transpiration.

Kinder sind Geschenke des Himmels. Aber aufbauen müssen wir das Geschenk selbst. Da ist etwas Wahres dran.

"Ich tue nichts anderes", sagte Sokrates, "als Jung und Alt davon zu überzeugen, sich nicht so sehr um ihren Leib oder ihr Hab und Gut zu sorgen als vielmehr um ihre Seele." Ein vernünftiges Anliegen (auch wenn der Philosoph leider nicht den Weg der Seelen-Errettung kannte)!

Das Sündenproblem wird nicht dadurch gelöst, dass man Schuld totschweigt. Fieber verschwindet auch nicht dann, wenn ich das Fieberthermometer unter dem Rasenmäher verstecke.

Heilung - vergeblich oder umsonst?

Sa, 09/02/2017 - 00:01

Bibelstellen: Markus 5,25-34

Die blutflüssige Frau in Markus 5,25-34 ist ein beredtes Bild davon, wie viel ein Mensch bereit ist, für „Ärzte“ zu bezahlen, die niemals helfen können.

Diese Frau hatte keine Mühe damit einzusehen, dass sie krank war und einen Arzt brauchte. An dieser Einsicht scheitern schon die meisten Menschen, wenn es um die Sündenkrankheit geht. Doch wer meint, gesund zu sein, der braucht keinen Arzt (Lk 5,31) und folglich kann ihm auch kein Arzt helfen.

Dieses Problem hatte die Frau, wie gesagt, nicht, aber sie hatte nicht den Arzt aufgesucht, der allein in der Lage war, ihre Krankheit zu heilen. Stattdessen hatte sie für Ärzte, die nicht helfen konnten, „ihre ganze Habe verwandt und keinen Nutzen davon gehabt – es war vielmehr schlimmer geworden“.

Die Welt ist voll solcher Ärzte. Viele Religionen und Weltanschauungen bieten ihre Medizin für das Seelenheil an. Sie halten alle mehr oder weniger die Hand auf, fordern den unter seiner Sündenkrankheit leidenden Menschen zu irgendwelchen Leistungen auf, ohne dass er Nutzen davon hat. Gute Werke, religiöse Übungen, Selbstverbesserung oder ähnlich heißen ihre Heilmittel, doch keins von ihnen hält, was es verspricht. Oft verschlimmert sich der Zustand der Verzweiflung eines Sünders, wenn er merkt, dass ihn niemand retten kann.

Erst als der letzte Groschen im Geldbeutel der Frau in die Tasche eines vermeintlichen Arztes gewandert war, wandte sie sich in ihrer Verzweiflung an den Einzigen, der wirklich helfen konnte. Sie rührte ihn in der Gewissheit an, dadurch geheilt zu werden. Das ist nichts anderes als Glauben, der sich bei ihr zeigt. Und der Glaube irrt sich nicht. Sofort wich die Krankheit von ihr. Und nachdem sie ihm „die ganze Wahrheit“ gesagt hatte, konnte sie mit der Gewissheit nach Hause gehen, für immer von ihrer Plage gesund geworden zu sein.

Und das Honorar dieses Arztes? Wie sollte sie das aufbringen? Sie hatte ja alles für die Ärzte ausgegeben. Aber das Heil kann man nicht kaufen, und – Gott sei Dank – man muss es auch nicht. Denn seine Medizin, das „Wasser des Lebens“ gibt es bei Ihm „umsonst“ (Off 22,17). Das Bekenntnis der ganzen Wahrheit über deine Hilflosigkeit, ist das einzige, was du bringen musst.

Wie lange willst du deine Habe noch für die Ärzte ausgeben, die nicht helfen können? Ihre Medizin ist vergeblich, aber selten umsonst. Komm mit dem Bekenntnis deiner Sündenkrankheit und deiner eigenen Hilflosigkeit zu dem Heiland der Sünder. Er hilft dir umsonst, aber nie vergeblich. Bei ihm wirst du „umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade“ (Rö 3,24).

Marco Leßmann

Jesus ist Jehova (Jahwe)

Fr, 09/01/2017 - 00:01

Bibelstellen: Johannes 1,18

Im Alten Testament offenbarte sich Gott seinem irdischen Volk als der Herr (Jehova/Jahwe). Im Neuen Testament hat sich Gott vollständig in der Person seines Sohnes, des Herrn Jesus Christus offenbart (Joh 1,18).

Wenn wir Zitate des Alten Testaments im Neuen Testament mit den Stellen im Alten Testament vergleichen, erkennen wir, dass der Herr Jesus der HERR (Jehova/Jahwe) des Alten Testaments ist. Dabei wollen wir festhalten, dass die Offenbarung Gottes im Alten Testament noch nicht vollständig war. Es war noch nicht erkennbar, dass er der Sohn Gottes. Wenn Gott sich damals sichtbar offenbarte, tat er es als Engel des HERRN (Jehova/Jahwe).

1. Beleg

„Siehe, ich (der HERR) sende meinen Boten, damit er den Weg vor mir (dem HERRN) her bereite.“ (Maleachi 3,1)

„Siehe, ich (Gott) sende meinen Boten (Johannes den Täufer) vor deinem Angesicht (des Herrn Jesus) her, der deinen Weg (des Herrn Jesus) bereiten wird.“ (Markus 1,2)

Die Aussage über den HERRN (Jehova/Jahwe) bezieht Markus direkt auf den Herrn Jesus als er seinen öffentlichen Dienst begann.

2. Beleg

In Johannes 12,38-40 werden zwei Zitate aus Jesaja 53,1 und Jesaja 6,10 auf den Herrn Jesus bezogen: „Dies sprach Jesaja, weil er seine Herrlichkeit sah und von ihm redete.“ (Joh 12,41)

In Jesaja 6 wird die Herrlichkeit des HERRN (Jehovas/Jahwes) geschildert, der auf hohem und erhabenem Thron sitzt. „Heilig, heilig, heilig ist der HERR (Jehova/ Jahwe) der Heerschare, die ganze Erde ist voll seiner Herrlichkeit.“ (Jes 6,3)

Auch hier wird deutlich, dass der HERR (Jehova/Jahwe) des Alten Testaments der Herr Jesus ist. Jesus Christus ist eine Person des dreieinen Gottes. 

3. Beleg

Gott offenbart sich Mose in 2. Mose 3 in einer Feuerflamme mitten aus dem brennenden Dornbusch. Er tut dies mit verschiedenen Namen:

In V2 als der Engel des HERRN (Jehovas/Jahwes),
in V4 und V7 als der HERR (Jehova/Jahwe),
in V6 als der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs,
in V6 als Gott
in V14 als der "Ich bin der ich bin".

Hier lernen wir unter anderem, dass
1. ... der Herr Jesus sich im Alten Testament als der Engel des HERRN (Jehovas/Jahwes) offenbart hat. Denn der Engel des HERRN ist der HERR (Jehova/Jahwe) selbst;
2. ... der Herr Jesus Gott ist (siehe auch Joh 1; Rö 9,5; 1. Joh 5,20);
3. ... der „Ich bin“ des Alten Testaments ist der „Ich bin“ des Neuen Testaments. Denn der Herr Jesus stellt sich dort als der „Ich bin“ vor (Joh 6,35.48.51; 8,12 und weitere)

Welch eine erhabene Person ist der Herr Jesus! Er ist die zentrale Person der Bibel, im Alten wie im Neuen Testament. Ist er auch die zentrale Person deines Lebens?

Dirk Mütze

Jesus ist Jehova

Fr, 09/01/2017 - 00:01

Bibelstellen: Johannes 1,18

Im Alten Testament offenbarte sich Gott seinem irdischen Volk als der Herr (Jehova/Jahwe) oder der Engel des HERRN (Jehovas/Jahwes). Im Neuen Testament hat sich Gott vollständig in der Person seines Sohnes, des Herrn Jesus Christus offenbart (Joh 1,18).

Wenn wir Zitate des Alten Testaments im Neuen Testament mit den Stellen im Alten Testament vergleichen, erkennen wir, dass es der Herr Jesus der HERR (Jehova/Jahwe) des Alten Testaments ist. Dabei wollen wir festhalten, dass die Offenbarung Gottes im Alten Testament noch nicht vollständig war. Es war noch nicht erkennbar, dass es der Sohn Gottes selbst war. Wenn Gott sich sichtbar offenbarte, tat er es als Engel des HERRN (Jehova/Jahwe).

1. Beleg

„Siehe, ich (der HERR) sende meinen Boten, damit er den Weg vor mir (dem HERRN) her bereite“
(Maleachi 3,1)

„Siehe, ich (Gott) sende meinen Boten (Johannes den Täufer) vor deinem Angesicht (des Herrn Jesus) her, der deinen Weg (des Herrn Jesus) bereiten wird.“ (Markus 1,2)

Die Aussage über den HERRN (Jehova/Jahwe) bezieht Markus direkt auf den Herrn Jesus als er seinen öffentlichen Dienst begann.

2. Beleg

In Johannes 12,38-40 werden zwei Zitate aus Jesaja 53,1 und Jesaja 6,10 auf den Herrn Jesus bezogen: „Dies sprach Jesaja, weil er seine Herrlichkeit sah und von ihm redete.“ (Joh 12,41)

In Jesaja 6 wird die Herrlichkeit des HERRN (Jehovas/Jahwes) geschildert, der auf hohem und erhabenem Thron sitzt. „Heilig, heilig, heilig ist der HERR (Jehova/ Jahwe) der Heerschare, die ganze Erde ist voll seiner Herrlichkeit.“ (Jes 6,3)

Auch hier wird deutlich, dass der HERR (Jehova/Jahwe) des Alten Testaments der Herr Jesus ist

3. Beleg

Gott offenbart sich Mose in 2. Mose 3 in einer Feuerflamme mitten aus dem brennenden Dornbusch. Er tut dies mit verschiedenen Namen:

In V2 als der Engel des HERRN (Jehovas/Jahwes),
in V4 und V7 als der HERR (Jehova/Jahwe),
in V6 als der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs,
in V6 als Gott
in V14 als der Ich bin der ich bin.

Hier lernen wir unter anderem, dass
1. der Herr Jesus sich im Alten Testament als der Engel des HERRN (Jehovas/Jahwes) offenbart hat. Denn der Engel des HERRN ist der HERR (Jehova/Jahwe) selbst;
2. der Herr Jesus Gott ist (siehe auch Joh 1; Rö 9,5; 1. Joh 5,20);
3. der „Ich bin“ des Alten Testaments ist der „Ich bin“ des Neuen Testaments. Denn der Herr Jesus stellt sich dort als der „Ich bin“ vor (Joh 6,35.48.51; 8,12 und weitere)

Welch eine erhabene Person ist der Herr Jesus! Er ist die zentrale Person der Bibel, im Alten wie im Neuen Testament. Ist er auch die zentrale Person deines Lebens?

Dirk Mütze

Die Danyang-Kunshan-Brücke

Do, 08/31/2017 - 00:01

Bibelstellen: 1. Timotheus 2,5

Gott ist einer, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Jesus Christus, der sich selbst gab als Lösegeld für alle. (1. Timotheus 2,5)

Die Danyang-Kunshan-Brücke in China ist die längste Brücke der Welt. Dieses Eisenbahnviadukt überspannt eine atemberaubende Strecke von 164,8 Kilometern. Der Bau der Betonbrücke verschlang rund 7,5 Milliarden Euro.

Eine Brücke zu bauen gibt es auch im übertragenen Sinn: Man überwindet eine Kluft zwischen Personen, beendet die Entfremdung und findet sich wieder.

Die Kluft zwischen dem Schöpfer und seinen Geschöpfen ist durch die Sünde für uns unüberbrückbar geworden. Die Explosivkraft der Sünde hat einen riesigen Krater gerissen, den wir niemals überwinden können.

Aber Gott hat gehandelt, um uns einen Weg zu sich zu bahnen: In seinem Sohn hat er die längste Brücke gebaut - eine Brücke, die Himmel und Erde verbindet. Es hat ihn das Leben seines Sohnes gekostet, damit er uns so Frieden und Versöhnung anbieten kann!

 

Gerrid Setzer

Lektionen für Jünger aus Markus 4

Mi, 08/30/2017 - 00:01

Bibelstellen: Markus 4

Markus 4 fällt in die Zeit zwischen der Berufung der zwölf Jünger (Mk 3,13) und ihrer Aussendung (Mk 6,7). Es war eine Zeit der Vorbereitung für die Jünger. Sie sollten „bei ihm“ sein und wichtige Lektionen für ihren Dienst erhalten. Auch für unseren Dienst können wir davon lernen:

  1. Markus 4,1-20: Das Gleichnis von dem Sämann zeigt, dass es eine Aufgabe des Jüngers ist, den Samen des Wortes Gottes auszustreuen. Dabei darf er den Herrn Jesus zum Vorbild nehmen.
  2. Markus 4,21-25: Das Gleichnis von der Lampe zeigt, dass der Jünger sich durch nichts hindern lassen soll, sein Licht leuchten zu lassen.
  3. Markus 4,26-29: Das Gleichnis von der wachsenden Saat zeigt, dass der Jünger die Ergebnisse seines Dienstes allein Gott überlassen darf und muss.
  4. Markus 4,30-34: Das Gleichnis von dem Senfkorn zeigt, dass der Jünger in seinem Dienst nicht nach äußerlich großartigen Ergebnissen ausschauen soll.
  5. Markus 4,35-41: Die Begebenheit von dem Sturm auf dem See zeigt, dass es in der Nachfolge eines Jüngers Schwierigkeiten und Widerstand geben wird und dass der Jünger darin seinem Herrn völlig vertrauen kann und soll.

Marco Leßmann

Zwei Bitten Moses

Di, 08/29/2017 - 00:01

Bibelstellen: 2. Mose 33,11

Mose hatte einen vertrauten Umgang mit Gott. Er lebte in enger Gemeinschaft mit ihm. „Und der Herr redete mit Mose, von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freund redet“ (2. Mo 33,11).

Aus dieser gelebten Gemeinschaft mit Gott heraus äußert er zwei Bitten:

„Lass mich doch deinen Weg wissen“ (2. Mo 33,13)

Was für eine schöne Bitte! Er wollte den Weg wissen, den Gott für ihn und das Volk vorgesehen hatte. Gott kannte den Weg ja, und ihm vertraute Mose völlig. Er wollte keine eigenen Wege gehen; er bittet Gott auch nicht um sein Ja zu seinen eigenen Vorstellungen. Er wusste: Gott hat einen Plan für mich, er hat einen Weg für mich. Diesen Weg will ich gehen! – Und auf diesem Weg würde sich Gott ihm offenbaren, denn er fährt fort: „… dass ich dich erkenne.“ Mose wollte den HERRN besser kennenlernen. Und Gott gibt ihm die Zusage, dass er diese Bitte erfüllen würde: „Auch dies, was du gesagt hast, werde ich tun“ (2. Mo 33,17).

Vertrauen wir unserem Gott auch so in unserem täglichen Leben? Wir singen in einem Lied „Zeige mir Herr deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit.“ Und es ist sehr gut, wenn wir das auch wirklich so meinen. Auf diesem Weg haben wir dann Gemeinschaft mit Gott. Er geht mit uns und wir gehen mit ihm. Das geht nur unter täglichem Gebet und dem Lesen seines Wortes. Dann reden wir mit ihm und er redet zu uns. Wir lernen seine Gedanken und ihn selbst immer besser kennen. Das gibt Ruhe und Sicherheit in schwierigen Umständen und eine tiefe Freude. So, wie Gott Mose die Erfüllung seiner Bitte zugesagt hat, so macht er es auch bei uns. Denn so eine Bitte ist ihm wohlgefällig. „Und dies ist die Zuversicht, die wir zu ihm haben, dass, wenn wir etwas nach seinem Willen bitten, er uns hört“ (1. Joh 5,14).

Doch damit war es für Mose nicht genug. Er bittet weiter!

„Lass mich doch deine Herrlichkeit sehen!“ (2. Mo 33,18)

Mit welcher Kühnheit spricht Mose diese Bitte aus. Wie brennend muss sein Wunsch gewesen sein! Gott konnte Mose diese Bitte damals nicht direkt erfüllen. Er ließ alle seine Güte vor dem Angesicht Moses vorüberziehen und Mose durfte ihn von hinten sehen. Er genoss die Nähe Gottes („Es ist ein Ort bei mir“ [2. Mo 33,21]) und sah seine Güte. Wenn auch damals die Bitte Moses nicht ganz in Erfüllung gegangen ist, so ist sie doch später erfüllt worden. Auf dem Berg der Verklärung in Lukas 9,28-36 erscheint er mit Elia in Herrlichkeit und redete mit dem Herrn Jesus, dessen Angesicht wie die Sonne leuchtete (Mt 17,2).

Ist das auch unser Wunsch? Wir dürfen heute schon „mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn“ anschauen (2. Kor 3,18) und in seinem Angesicht die Herrlichkeit Gottes sehen (2. Kor 4,6). Gott hat sich in der Person des Herrn Jesus völlig offenbart. Wenn wir ihn anschauen in seinem Wort, wie er gewandelt ist, wie er geredet hat, was er getan hat, dann sehen wir seine Herrlichkeit. Das hat Auswirkungen in unserem Leben. Wir werden ihm ähnlicher, seine Charakterzüge werden in unserem Leben sichtbar.

Und wir dürfen noch mehr erwarten! Er kommt bald und wird uns zu sich nehmen. Dann werden wir ihn mit verherrlichten Leibern sehen, wie er ist (1. Joh 3,2b).

Dirk Mütze

Gesammelte Brocken (161)

Mo, 08/28/2017 - 00:01

Viele Prediger bringen Billig-Gnade ohne Reue und Buße. Doch Gottes Wort tut das nicht.

Wir können als Christen das (neue) Leben nicht verlieren, aber das Licht über die Gedanken Gottes.

Lebensretter genießen hohes Ansehen in der Gesellschaft. Und was ist mit DEM Lebensretter?

Wenn wir alles für Christus verlassen, werden wir alles in Christus finden.

Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen. (Arthur Schopenhauer). Genau, das wir können wir Menschen nicht. Aber. Gott. Kann. Es.

Wer sagt, dass alle Katzen grau sind, muss im Dunkeln sitzen. Und wer sagt, dass alle Religionen gleich sind, sitzt genau da.

Fliegen - ohne zu landen?

So, 08/27/2017 - 00:01

Bibelstellen: 5. Mose 32,29

Wenn sie weise wären, so würden sie dies verstehen, ihr Ende bedenken. 5. Mose 32,29

In einer Zeitungsanzeige stand: „Wenn Sie unser Buch ,Fliegen lernen in sechs einfachen Lektionen' gekauft haben, so entschuldigen Sie bitte jede Unannehmlichkeit, die dadurch entstehen könnte, dass wir das letzte Kapitel ,Wie Sie Ihr Flugzeug sicher landen' nicht beigefügt haben."

Bodenlose Dummheit oder makabrer Scherz? Eins ist sicher: Kein Pilot wird mit seinem Flugzeug abheben, wenn er nicht weiß, wie er landen kann.

Doch viele Menschen „fliegen" durchs Leben, ohne sich Gedanken über das Ende bzw. das Ziel zu machen. Das Ziel ist nicht 1,80 Meter unter der Erde, sondern das Ziel ist für uns alle die Ewigkeit.

In vielen Büchern, die die großen Fragen des Lebens behandeln, fehlt das Kapitel „Ewigkeit". In der Bibel nicht. Sie spricht von zwei Möglichkeiten, wie wir die Ewigkeit erleben können: in Gemeinschaft mit Gott oder getrennt von ihm.  

 

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